
Was die Beschichtung leistet und wo ihre Grenzen liegen
Zweikomponentige Kunstharzbeschichtungen werden auf Estrich oder Beton aufgebracht und härten zu einer geschlossenen, porenfreien Schicht aus. Sie sind gegen Mineralöl, Kraftstoffe, viele Laugen und verdünnte Säuren weitgehend beständig, lassen sich farbig gestalten und mit Quarzsand einstreuen, damit sie rutschhemmend werden. Deshalb finden Sie sie in Kfz-Werkstätten, Tiefgaragen, Lagerhallen, Fertigungsbereichen, Laboren und immer häufiger auch in Privatgaragen und Kellern.
Unverwüstlich ist das Material trotzdem nicht. Harte Partikel wie Splitt, Metallspäne und Sand zerkratzen die Oberfläche, und in diesen Kratzern setzt sich Schmutz fest. UV-Licht lässt manche Harze vergilben, was vor allem an Toren und Fensterfronten sichtbar wird. Heiße Reifen können auf weniger widerstandsfähigen Beschichtungen Weichmacher abgeben und dunkle Abdrücke hinterlassen. Und bestimmte Lösemittel greifen die Oberfläche an, wenn sie länger einwirken. Welche Stoffe kritisch sind, steht in der Beständigkeitsliste des Beschichtungsherstellers – ein Dokument, das jeder Betrieb griffbereit haben sollte.
Typische Verschmutzungen und ihre Behandlung
| Verschmutzung | Herkunft | Vorgehen | Zu vermeiden |
|---|---|---|---|
| Öl, Fett, Hydraulikflüssigkeit | Fahrzeuge, Maschinen | Bindemittel streuen, aufnehmen, dann alkalischer Reiniger | Verdünnen mit Wasser und in den Gully spülen |
| Reifenabrieb, schwarze Spuren | Ein- und Ausfahrten, Stapler | alkalischer Reiniger, Bürste oder rotes Pad | Scheuerpulver, grobe Pads |
| Streusalzränder | Fahrzeuge im Winter | klares Wasser, Neutralreiniger, gründlich nachwischen | Antrocknen lassen über Wochen |
| Staub und Feinabrieb | Lager, Fertigung | Kehrmaschine oder Sauger, dann feucht | trockenes Fegen mit Besen in großen Hallen |
| Farbe, Kleberreste | Lackierung, Montage | Kunststoffspachtel, dann Reiniger laut Beständigkeitsliste | Lösemittel ohne Test |
| Kalk- und Wasserflecken | Waschplatz | leicht saurer Reiniger nach Freigabe, klar nachspülen | starke Säuren, lange Einwirkzeit |
Schritt für Schritt: die gründliche Nassreinigung
- Fläche frei räumen. Fahrzeuge, Paletten und Regale mit Bodenkontakt so weit wie möglich umsetzen. Was stehen bleibt, wird umfahren und später von Hand nachgearbeitet.
- Grobschmutz entfernen. Mit Kehrsaugmaschine oder Industriesauger. Trocken fegen mit dem Besen wirbelt in Werkstätten Feinstaub mit Bremsabrieb auf, den niemand einatmen sollte.
- Öl vorbehandeln. Frische Lachen mit Ölbindemittel abstreuen, einwirken lassen und aufnehmen. Das verbrauchte Bindemittel ist als ölverschmutzter Abfall zu entsorgen, nicht über den Hausmüll.
- Reiniger auftragen. Einen mild bis mittel alkalischen Industriereiniger in der empfohlenen Verdünnung abschnittsweise ausbringen und einige Minuten wirken lassen.
- Mechanisch bearbeiten. Mit Scheuersaugmaschine und Bürste – auf eingestreuten, rauen Oberflächen immer Bürste, auf glatten Beschichtungen auch ein rotes Pad.
- Schmutzwasser aufnehmen. Die Maschine saugt die Flotte direkt ab. Bei Handarbeit mit Wassersauger und Gummischieber.
- Klar nachwischen. Reinigerreste machen die Fläche stumpf und bei Nässe glatt.
- Trocknen und kontrollieren. Im Streiflicht sieht man, ob Laufwege oder Ränder übrig geblieben sind.
- Hochdruckreiniger mit Punktstrahldüse aus kurzer Distanz: kann Beschichtungskanten und beschädigte Stellen weiter aufreißen.
- Bremsenreiniger oder Verdünnung großflächig: manche Lösemittel weichen die Oberfläche an, sie wird klebrig oder matt.
- Säure gegen Rostflecken ohne Freigabe: kann die Beschichtung angreifen und auf Beton unter Rissen weiterwirken.
- Mischen von Reinigern „für mehr Wirkung“: gefährlich und oft wirkungslos; Hintergründe dazu liefert unser Text über gemischte Reinigungsmittel.
- Metallschaufeln und Eiskratzer: hinterlassen tiefe Riefen.
Arbeitsschutz bei der Reinigung
Alkalische Industriereiniger sind in der Konzentration, in der sie geliefert werden, oft ätzend. Wer sie ansetzt, trägt Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille, und zwar auch dann, wenn nur kurz nachgefüllt wird. Das Sicherheitsdatenblatt nennt die nötige Ausrüstung. In Werkstätten kommt hinzu, dass auf dem Boden oft Reste von Bremsflüssigkeit, Kühlmittel oder Batteriesäure liegen. Diese Stoffe werden nicht einfach mit dem Wischwasser verteilt, sondern gesondert aufgenommen. Bei Scheuersaugmaschinen achten wir darauf, dass der Schmutzwassertank nach jedem Einsatz geleert und gespült wird, damit keine Rückstände in die nächste Halle getragen werden. Und: Nasse Flächen werden abgesperrt, bis sie trocken sind – Stapler und Fußgänger rutschen auf feuchten Beschichtungen gleichermaßen.
Wohin mit dem Schmutzwasser?
Wischwasser aus Werkstätten und Garagen enthält häufig Öl, Kraftstoffreste und Schwermetalle aus Abrieb. Es darf nicht ungeklärt in die Kanalisation oder in Regenwassereinläufe gelangen. Viele gewerbliche Werkstätten und Waschplätze haben deshalb einen Leichtflüssigkeitsabscheider. Wo keiner vorhanden ist, wird das Schmutzwasser aufgefangen und fachgerecht entsorgt. Welche Regeln im konkreten Fall gelten, klären Sie mit dem zuständigen Entsorger und den Berliner Wasserbetrieben – die Anforderungen hängen von Art und Menge des Abwassers ab. Wir sprechen das bei jeder Besichtigung an, bevor wir mit einer Nassreinigung beginnen.
Privatgarage und Keller
In der eigenen Garage reichen meist einfachere Mittel. Zweimal im Jahr, vor allem nach dem Winter, lohnt eine gründliche Reinigung: Streusalz, das mit den Reifen hereinkommt, trocknet zu weißen Rändern ein und zieht Feuchtigkeit an. Mit einem Schrubber, Neutralreiniger und reichlich klarem Wasser bekommen Sie das gut in den Griff; das Schmutzwasser nehmen Sie mit einem Nasssauger auf, statt es auf die Einfahrt oder in den Gully zu kehren. Unter dem Motorraum hilft eine Auffangwanne, damit Tropfverluste gar nicht erst die Fläche erreichen. Heiße Reifen nach einer langen Fahrt stehen besser auf einer Gummimatte, wenn die Beschichtung zu Abdrücken neigt.
Praxis-Tipps für Betriebe
Bei gewerblichen Hallen bewähren sich drei Regeln. Erstens: Verschmutzungen sofort binden, nicht erst am Ende der Schicht. Öl, das stundenlang unter Fahrzeugen verteilt wird, zieht in jede Mikroriefe. Zweitens: Schmutzfangzonen an Toren einrichten, ob mit Gitterrosten oder robusten Matten, denn der meiste Abrieb kommt von draußen. Drittens: Reinigungszeiten mit Schichtwechseln oder Wochenenden abstimmen, damit die Fläche trocknen kann, bevor Stapler wieder fahren. Feuchte, beschichtete Flächen sind gefährlich glatt.
Wo Fahrwege und Sicherheitszonen farbig markiert sind, achten wir besonders auf die Linien, denn Markierungsfarben sind oft empfindlicher als die Beschichtung darunter. Mehr dazu im Beitrag Hallenmarkierungen sichtbar halten. Berliner Gewerbehöfe mit Werkstätten, Showrooms und Lofts unter einem Dach stellen eigene Anforderungen; die beschreibt der Text zu Gewerbehöfen in Berlin.
Wann sich ein Dienstleister lohnt
Für große Hallen, Tiefgaragen und Betriebe mit Ölabscheider lohnt sich die Vergabe an eine Firma mit Scheuersaugmaschinen und Erfahrung mit Gefahrstoffen. Putzfirma Berlin reinigt beschichtete Flächen im Rahmen der Industriereinigung, der Lagerhallenreinigung und der Tiefgaragenreinigung; für Werkstätten und Verkaufsräume von Autohäusern gibt es die Autohaus-Reinigung. Gewerbegebiete wie in Siemensstadt oder rund um den Technologiepark in Adlershof gehören zu unserem Einsatzgebiet. Blättert die Beschichtung ab, sind Risse im Untergrund sichtbar oder soll die Fläche neu versiegelt werden, ist ein Fachbetrieb für Bodenbeschichtungen zuständig.
Kleine Schäden früh erkennen
Die Reinigung ist der beste Moment, um den Zustand der Beschichtung zu prüfen. Achten Sie auf helle, milchige Stellen, die auf chemischen Angriff hinweisen, auf abgeplatzte Ecken an Toren und Kanten sowie auf feine Risse, durch die Wasser in den Untergrund gelangen kann. Solche Stellen lassen sich von Fachbetrieben meist punktuell ausbessern, solange sie klein sind. Wartet man zu lange, unterwandert Feuchtigkeit die Schicht, und aus einer handtellergroßen Reparatur wird eine Teilsanierung.
Kurz beantwortet
Darf ich einen Hochdruckreiniger verwenden?
Auf intakten Flächen mit Flachstrahldüse und ausreichendem Abstand in der Regel ja, sofern das Schmutzwasser aufgefangen wird. An beschädigten Stellen und Rändern kann der Strahl die Beschichtung unterwandern. Eine Scheuersaugmaschine ist meist schonender und sauberer.
Wie bekomme ich Reifenspuren weg?
Mit einem alkalischen Reiniger, etwas Einwirkzeit und einer Bürste oder einem roten Pad. Hartnäckige Abdrücke, die sich in die Oberfläche eingebrannt haben, lassen sich nicht immer vollständig entfernen.
Wie oft sollte eine Werkstatt nass gereinigt werden?
Das hängt von Betriebsart und Verschmutzung ab. Kleine Werkstätten kommen mit einer wöchentlichen Nassreinigung aus, stark genutzte Hallen brauchen tägliche Maschinenreinigung in den Fahrwegen. Frische Ölflecken werden in jedem Fall sofort gebunden.
Warum ist die Fläche nach dem Wischen glatt?
Meist sind Reinigerreste die Ursache, seltener ein alter Pflegefilm. Klar nachwischen und Dosierung prüfen löst das Problem in den meisten Fällen.
Wird die Beschichtung durch Streusalz beschädigt?
Das Harz selbst ist salzbeständig. Salz und Feuchtigkeit können aber an Rissen und Kanten in den Beton darunter gelangen. Deshalb nach dem Winter gründlich reinigen und Schäden an der Beschichtung frühzeitig ausbessern lassen.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



