
Ein Pflegeheim ist ein Zuhause. Eine Rehaklinik ist für ein paar Wochen der Lebensmittelpunkt ihrer Patienten. Und auf einer Station wird rund um die Uhr gearbeitet. Wer in solchen Häusern reinigt, putzt deshalb nie in leeren Räumen: Eine Bewohnerin sitzt im Sessel am Fenster, im Flur schiebt jemand einen Rollator, im Dienstzimmer wird gerade Übergabe gemacht. Gute Arbeit bedeutet hier nicht nur sauber und hygienisch korrekt, sondern auch leise, freundlich und verlässlich.
Diese Leistung richtet sich an vollstationäre Pflegeeinrichtungen, Tagespflegen, betreutes Wohnen, Wohngemeinschaften für Menschen mit Pflegebedarf, Hospize, Rehakliniken, Tageskliniken und an nicht operative Bereiche von Krankenhäusern und Fachkliniken. Operationssäle und Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte gehören nicht zu diesem Leistungsbild; sie verlangen eigene Verfahren und eine enge Einbindung in die Klinikorganisation. Die Klinik- und Pflegereinigung, wie wir sie verstehen, deckt also den Alltag der Einrichtung ab: Wohnen, Therapie, Verwaltung und Verkehrsflächen. Für einzelne Arzt- oder Therapiepraxen finden Sie Informationen unter Reinigung für Arzt- und Therapiepraxen.
Hygieneplan und Hauswirtschaft: wer entscheidet was
Jede Pflegeeinrichtung und jede Klinik muss einen Hygieneplan führen. Darin legt das Haus fest, welche Bereiche wie oft gereinigt oder desinfiziert werden, welche Präparate erlaubt sind und was im Infektionsfall passiert. Inhaltlich greifen solche Pläne meist auf das zurück, was die KRINKO am Robert Koch-Institut für Krankenhäuser und Pflegeheime empfiehlt; die Überwachung liegt beim zuständigen Gesundheitsamt und, je nach Einrichtungsart, bei der Heimaufsicht. Verantwortlich für Inhalt und Aktualität ist die Einrichtung.
Wir sind der ausführende Dienstleister. Konkret heißt das: Wir lesen Ihren Plan, übersetzen ihn in Zimmer- und Bereichschecklisten, schulen unser Team darauf und halten die Arbeitsschritte ein. Ändert Ihr Hygienefachpersonal eine Vorgabe – etwa während einer Infektionswelle –, setzen wir die neue Regel ab dem nächsten Einsatz um. Was wir nicht tun: selbst Desinfektionsvorgaben erfinden oder Pflegetätigkeiten übernehmen. Das Beziehen von Betten mit Bewohnerkontakt, das Anreichen von Essen oder die Versorgung von Hilfsmitteln am Menschen bleiben bei der Pflege.
Ein häufiger Fall in der Praxis: Die Hauswirtschaftsleitung und die Pflegedienstleitung haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wer den Nachttisch abwischt oder das Pflegebett außen reinigt. Solche Schnittstellen legen wir bei der Begehung mit beiden fest und schreiben sie in das Leistungsverzeichnis.
Aufgaben je Bereich und Häufigkeit
| Bereich | Typische Tätigkeiten | Turnus |
|---|---|---|
| Bewohner- und Patientenzimmer | Nachttisch, Tisch, Stuhllehnen, Schrankgriffe, Lichtschalter, Rufanlage außen, Bettgestell außen nach Absprache; Boden feucht | täglich |
| Nasszellen im Zimmer | WC, Toilettenstuhl außen nach Absprache, Haltegriffe, Duschklappsitz, Waschtisch, Armaturen, Spiegel; Boden | täglich |
| Gemeinschaftsräume und Speisesaal | Tische nach den Mahlzeiten, Stühle mit Armlehnen, Handläufe, Fensterbänke; Boden | täglich bzw. nach jeder Mahlzeit |
| Flure, Aufzüge, Treppen | Handläufe beidseitig, Aufzugtasten, Türdrücker, Boden; Glastüren | täglich |
| Dienstzimmer, Medikamentenraum | Arbeitsflächen nach Freigabe, Spüle, Kühlschrank außen, Boden | täglich |
| Unreiner Arbeitsraum, Fäkalienraum | Boden, Waschbecken, Flächen außen; keine Aufbereitung von Steckbecken | täglich |
| Therapie- und Funktionsräume | Liegen, Geräte außen, Matten, Boden | nach Nutzungsplan |
| Verwaltung, Eingang, Besucher-WC | Büroflächen, Empfangstresen, Sanitär, Boden | werktags |
Zimmer und Nasszellen
Wir arbeiten nach einer festen Reihenfolge: Abfall, dann Kontaktflächen von oben nach unten, danach die Nasszelle, zuletzt der Boden. In der Nasszelle zählen vor allem Haltegriffe, Klappsitze und Toilettenrand – Stellen, an denen sich Menschen mit eingeschränkter Mobilität festhalten. Persönliche Gegenstände verrücken wir nur, wenn es nötig ist, und stellen sie danach genau zurück. Wer lange in einem Zimmer lebt, merkt sofort, wenn das Foto auf dem Nachttisch anders steht.
Gemeinschaftsbereiche
Nach den Mahlzeiten wischen wir Tische und Armlehnen, sammeln Krümel unter den Stühlen auf und kümmern uns um Kaffeeflecken auf dem Boden. Handläufe in den Fluren gehören zu den Flächen mit den meisten Berührungen im ganzen Haus und werden täglich bearbeitet – in der Erkältungszeit nach Plan auch öfter. Welche Flächen in der Grippesaison mehr Aufmerksamkeit brauchen, beschreibt der Beitrag zur Grippesaison.
Isolierzimmer und Ausbrüche
Schutzkittel, Handschuhe, gegebenenfalls Mund-Nasen-Schutz, eigene Reinigungsutensilien für das Zimmer und ein Desinfektionsmittel mit passendem Wirkungsspektrum. Das Zimmer wird zuletzt in der Runde bearbeitet, Tücher und Wischbezüge werden direkt im Zimmer abgeworfen. Nach Aufhebung der Isolierung folgt eine Schlussdesinfektion nach Vorgabe, auf Wunsch als gesonderter Einsatz über unsere Desinfektionsreinigung.
Periodische Arbeiten im Jahreslauf
- wöchentlich: Heizkörper, Türrahmen und Türblätter, Sockelleisten, Rollstuhlstellplätze, Stuhlbeine im Speisesaal
- monatlich: Leuchten außen, Lüftungsgitter, hohe Schrankflächen, Glastüren beidseitig, Spinde in Mitarbeiterumkleiden außen
- bei Auszug oder Zimmerwechsel: vollständige Reinigung von Möbeln innen und außen, Nasszelle, Heizkörper, Fensterrahmen, Boden – mit Freigabe durch die Hauswirtschaft
- jährlich oder halbjährlich: Beläge in Fluren und Zimmern intensiv reinigen und mit frischer Pflegeschicht versehen, dazu die Verglasung beidseitig – bei Bedarf als eigene Grundreinigung
Wie wir den Einstieg organisieren
- Begehung mit Hauswirtschaft und Pflege. Wir sehen uns die Wohnbereiche, Funktionsräume und Lagerflächen für Reinigungsmittel an und besprechen die Schnittstellen.
- Leistungsverzeichnis. Aus dem Hygieneplan und der Begehung entsteht eine Aufstellung aller Bereiche mit Turnus. Das Muster-Leistungsverzeichnis weiter oben zeigt, wie das aufgebaut ist.
- Angebot. Werktags innerhalb von 24 Stunden erhalten Sie ein Angebot mit Stundenkontingent und Monatspreis.
- Einarbeitung des Teams. Das feste Team lernt Wohnbereiche, Abläufe und Ansprechpartner kennen, bevor es allein arbeitet.
- Regelmäßige Abstimmung. Ein fester Ansprechpartner hält Kontakt zu Hauswirtschaft und Pflegedienstleitung; Mängel werden sofort nachgearbeitet.
Bei Putzfirma Berlin bleibt die Besetzung eines Hauses möglichst dauerhaft gleich.
Richtwerte für Einrichtungen
Gewerbliche Leistung, alle Beträge netto zuzüglich Mehrwertsteuer.
| Einsatzart | Richtwert |
|---|---|
| Tagdienst werktags in Wohnbereichen und Stationen | ab 30,50 € pro Stunde |
| Einsätze an Sonn- und Feiertagen | ab 36,90 € pro Stunde |
| Isolierzimmer mit Schutzausrüstung nach Vorgabe | ab 33,90 € pro Stunde |
| Zimmerreinigung bei Auszug (Einzelzimmer mit Nasszelle) | ab 145 € pro Zimmer |
Der Monatspreis einer Klinik- und Pflegereinigung richtet sich nach Bettenzahl, Größe der Gemeinschaftsflächen, Anzahl der Nasszellen, Wochenendabdeckung und dem Anteil desinfizierender Arbeiten. Nach der Begehung bekommen Sie einen festen Preis. Weitere Orientierung gibt die Seite Preise.
Berliner Häuser: vom Plattenbau-Standort bis zur Villa am Wasser
Die Pflegelandschaft in Berlin ist vielfältig. In Marzahn, Hellersdorf oder Hohenschönhausen sind viele Einrichtungen in großen, übersichtlichen Gebäuden mit langen Fluren und Aufzügen untergebracht – hier geht es um Strecke und um klare Abläufe pro Wohnbereich. In Zehlendorf, Wannsee oder Frohnau findet man dagegen Häuser in umgebauten Villen und Altbauten, mit Treppen, Holzgeländern und kleineren Wohngruppen. Dort braucht es mehr Handarbeit und Materialkenntnis.
Dazu kommen Rehakliniken und Tageskliniken, die häufig in Klinik-Campus-Lagen oder Gewerbebauten sitzen, sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften in ganz normalen Mietshäusern. Bei Letzteren teilen sich Pflegedienst und Mieter die Wohnung, und die Reinigung muss sich nach dem Tagesrhythmus der Bewohner richten statt nach einem Stationsplan.
Praktisch heißt Berlin auch: Einsätze an 365 Tagen im Jahr, Personal, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln zuverlässig um sechs Uhr morgens vor Ort sein kann, und Vertretungen, die das Haus schon kennen. Genau dafür sind feste, eingespielte Besetzungen gedacht: Wer jeden Morgen dieselben Wohnbereiche übernimmt, braucht keine Einweisung mehr und bemerkt Veränderungen früher. Die Übersicht über unser Einsatzgebiet finden Sie unter Bezirke.
Menschen, Material, Sicherheit
Umgang mit Bewohnern. Wir sprechen Menschen mit Namen an, wenn sie das mögen, und erklären kurz, was wir tun. Bei Menschen mit Demenz arbeiten wir ruhig, ohne Hektik, und lassen uns von der Pflege sagen, wann ein Zimmer besser später gereinigt wird.
Wirkstoffe und Materialien. Desinfektionsmittel setzen wir so ein, wie der Hygieneplan es vorsieht – mit richtiger Dosierung und Einwirkzeit. Pflegebetten, Kunstlederbezüge und Kunststoff-Haltegriffe vertragen nicht jedes Präparat; Hinweise dazu enthält der Beitrag Welche Oberflächen Desinfektionsmittel nicht vertragen.
Rutschgefahr. In Häusern mit sturzgefährdeten Menschen ist ein nasser Flur ein echtes Risiko. Wir wischen deshalb abschnittsweise, stellen Warnschilder auf, lassen immer eine trockene Gehspur und arbeiten mit möglichst wenig Wasser.
Wasser und Sanitär. Selten genutzte Duschen in Nasszellen können zum Problem für die Trinkwasserhygiene werden. Das Spülen der Leitungen organisiert Ihre Haustechnik; wir melden aber, wenn uns ungenutzte Duschen auffallen. Hintergrund dazu liefert der Beitrag über Legionellen.
Arbeitsschutz. Unsere Mitarbeitenden kennen die Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Mittel, tragen passende Handschuhe und wissen, wo die Schutzausrüstung für Isolierbereiche liegt. Die Tätigkeit ist über unsere Betriebshaftpflicht abgesichert.
Schnittstelle Wäsche und Abfall. Schmutzwäsche aus Zimmern sammelt die Pflege oder der Wäschedienst nach Ihrem Konzept; wir fassen sie ausschließlich nach Vereinbarung an, mit Handschuhen und in den vorgesehenen Säcken. Inkontinenzmaterial und infektiöse Abfälle landen in den Behältern, die Ihr Haus dafür vorsieht. Diese klare Aufteilung gehört zu einer ordentlichen Klinik- und Pflegereinigung ebenso wie die Fläche selbst.
- Reinigungswagen mit offenen Mittelflaschen im Flur – bei Menschen mit Demenz ein ernstes Risiko.
- Isolierzimmer mitten in der Runde statt am Ende bearbeitet.
- Wischbezüge werden für mehrere Zimmer verwendet.
- Persönliche Dinge der Bewohner werden verstellt und nicht zurückgeräumt.
- Handläufe und Aufzugtasten fallen durchs Raster, weil sie keinem Raum zugeordnet sind.
- Hygieneplan inklusive Vorgaben für Isolierungen
- Grundrisse oder Liste der Wohnbereiche mit Zimmerzahl
- gewünschte Einsatzzeiten, auch für Wochenenden
- Ansprechpartner aus Hauswirtschaft und Pflege
Wir sehen uns Ihre Einrichtung mit Hauswirtschaft und Pflege an und erstellen ein Leistungsverzeichnis.
Häufige Fragen
Ist Ihr Team auch sonntags und an Feiertagen im Haus?
Selbstverständlich. In Pflegeeinrichtungen und Kliniken ist das die Regel, nicht die Ausnahme. Den Umfang am Wochenende legen wir meist etwas schmaler an – etwa Zimmer, Nasszellen und Gemeinschaftsbereiche ohne Verwaltung.
Wie gehen Sie mit einem Norovirus-Ausbruch um?
Dann gilt der Ausbruchsplan Ihres Hauses. Üblich sind häufigere Desinfektionsrunden an Kontaktflächen und Sanitär, ein gegen Noroviren wirksames Mittel und strikte Trennung der Utensilien je Zimmer. Wir stocken dafür nach Möglichkeit kurzfristig Personal auf, je nach Verfügbarkeit.
Übernehmen Sie Aufgaben der Pflege, etwa Betten beziehen?
Das Beziehen von belegten Betten und alle Tätigkeiten am Menschen bleiben bei der Pflege. Das Abziehen und Beziehen freier Betten oder die Reinigung leerer Pflegebetten kann nach Absprache Teil unseres Auftrags sein.
Reinigen Sie auch im laufenden Stationsbetrieb?
Ja, der größte Teil der Arbeit findet im Tagdienst statt. Wir richten die Runde nach Visiten, Mahlzeiten und Therapiezeiten aus, damit wir niemandem im Weg stehen.
Wer stellt die Reinigungs- und Desinfektionsmittel?
Mittel und Geräte bringen wir in der Regel mit. Bei Desinfektionsmitteln gilt, was Ihr Hygieneplan vorschreibt; manche Häuser bestehen auf ihrem eigenen Präparat, dann arbeiten wir damit.
Können Sie ambulant betreute Wohngemeinschaften reinigen?
Ja. Dort sprechen wir uns mit dem Pflegedienst und oft auch mit Angehörigen ab. Wie Angehörige den Alltag zuhause hygienisch gestalten können, erklärt der Beitrag Pflege zuhause: Hygiene für Angehörige.
Wie wird die Qualität kontrolliert?
Über Checklisten je Bereich, regelmäßige Begehungen mit Ihrer Hauswirtschaft und eine feste Ansprechperson, die Mängel sofort aufnimmt. Nach den ersten Wochen setzt sich Putzfirma Berlin außerdem mit Ihnen zusammen und wertet aus, was gut läuft und was nicht.



