Symbolgrafik zum Beitrag „Terrazzo im Treppenhaus“ aus dem Thema Böden & Oberflächen

Ein Kunststein mit Geschichte

Terrazzo besteht aus einem Bindemittel, klassisch Zement, und einer Körnung aus Natursteinsplitt – häufig Marmor oder Kalkstein, manchmal auch Granit oder farbige Zuschläge. Die Masse wird eingebracht oder als Platte vorgefertigt, erhärtet und dann geschliffen, bis die Körnung als Muster sichtbar wird. In Berlin finden Sie diesen Belag in Treppenhäusern von Mietshäusern der Zwanziger- bis Sechzigerjahre, in Schulen und Verwaltungsbauten der Nachkriegszeit, in Hauseingängen und oft auch als Stufenbelag in Gründerzeithäusern, die später modernisiert wurden.

Für die Reinigung zählen zwei Eigenschaften. Erstens reagieren sowohl der Zementleim als auch kalkhaltige Körner empfindlich auf Säuren. Zweitens ist die Oberfläche geschliffen und dadurch leicht porös; sie nimmt Öl, Farbe und verschmutztes Wischwasser auf, wenn sie nicht geschützt ist. Wer beides beachtet, hat einen der dauerhaftesten Bodenbeläge überhaupt.

Was dem Belag wirklich schadet

Säure. Essigreiniger, Zitronensäure, saure Sanitärreiniger oder Kalklöser ätzen die Oberfläche an. Es entstehen matte, helle Stellen, die Körner verlieren ihren Schliff, und bei häufiger Anwendung wird der Zement ausgewaschen. Das passiert in Hausfluren öfter als gedacht, etwa wenn die Reinigungskraft des Vorgängers ein „Allround“-Produkt mit Säureanteil verwendet hat.

Sand und Splitt. Im Winter bringen Bewohnerinnen und Besucher Streugut ins Haus. Jeder Schritt reibt es über die Stufen, besonders an den Vorderkanten und auf dem ersten Podest. So entstehen die grauen, stumpfen Laufstraßen, die man aus vielen Häusern kennt.

Falsche Pflegefilme. Wachshaltige Glanzmittel oder Polymerdispersionen, die für Kunststoffbeläge gedacht sind, machen die Stufen glatt und bilden mit der Zeit eine gelbliche, fleckige Schicht.

Zu scharfe Chemie. Stark alkalische Grundreiniger und Chlorprodukte dauerhaft eingesetzt greifen Bindemittel und Farbzuschläge an.

Reinigungsplan für Hausflur und Stufen

Aufgabe Turnus Mittel und Werkzeug
Kehren oder Saugen, Streugut aufnehmen bei jeder Reinigung, im Winter öfter Besen mit weichen Borsten, Sauger
Feuchtwischen der Stufen und Podeste wöchentlich, bei hoher Frequenz zweimal Steinseife oder neutraler Steinreiniger, Flachmopp
Stufenkanten und Ecken alle zwei bis vier Wochen Handbürste, Schwammtuch
Fleckbehandlung nach Bedarf Kompresse oder säurefreier Fleckentferner für Kalkstein
Grundreinigung mit Maschine ein- bis zweimal im Jahr, abhängig von der Frequenz mild alkalischer Steingrundreiniger, weiches Pad
Schmutzfangmatte ausklopfen oder saugen wöchentlich Sauger, bei Bedarf Waschen

Den genauen Rhythmus bestimmen mehrere Faktoren: wie viele Haushalte die Treppe nutzen, wie gründlich vor dem Haus gestreut und gekehrt wird und ob Gewerbe im Erdgeschoss liegt. Ein Haus mit Arztpraxis oder Café im Parterre braucht im unteren Bereich deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein reines Wohnhaus.

Schritt für Schritt: die wöchentliche Runde

  1. Von oben nach unten arbeiten. Mit dem obersten Podest beginnen und Stufe für Stufe nach unten. So fällt kein Schmutz auf bereits gereinigte Flächen.
  2. Trocken vorreinigen. Sand und Splitt vollständig aufnehmen, auch in den Winkeln zwischen Stufe und Wand. Nass verteilter Sand wirkt wie eine Schleifpaste.
  3. Wischlösung ansetzen. Steinseife dosiert nach Anleitung in lauwarmem Wasser. Ihre Fettsäuren lagern sich in den Poren ab und bilden über Wochen einen dünnen, schmutzabweisenden Schutz.
  4. Stufen einzeln wischen. Erst die Trittfläche, dann die Setzstufe, zuletzt die Kante. Mopp nicht zu nass, damit kein Wasser über die Kante auf die nächste Stufe läuft.
  5. Treppenwange und Sockel mitnehmen. Hier sammeln sich Staubfahnen und Spritzer.
  6. Wasser wechseln. Spätestens nach einem Geschoss oder sobald die Lösung grau wird.
  7. Trocknen lassen und absichern. Warnschild aufstellen, bis die Stufen trocken sind. Nasse, glatte Stufen sind eine echte Unfallquelle.
Fehler, die wir im Hausflur regelmäßig antreffen
  • Kalklöser oder Essig gegen weiße Ränder: Die Ränder verschwinden, die Oberfläche wird dauerhaft matt.
  • Glanzwachs „damit es gepflegt aussieht“: Die Stufen werden rutschig, Schuhe hinterlassen dunkle Abdrücke.
  • Mikrofasertuch mit Scheuerzone auf geschliffenen Flächen: raut den Schliff auf.
  • Zu viel Wasser: läuft an den Kanten herunter, dringt in Fugen und verursacht Ränder an Wand und Wange.
  • Chlorreiniger nach Hundeurin oder Unfällen ohne Nachspülen: kann Farbzuschläge ausbleichen.

Flecken gezielt angehen

Viele Flecken im Hausflur sind Öl von Fahrrädern und Kinderwagen, Kaffee, Fett vom Müllbeutel oder Rost von abgestellten Gegenständen. Weil die Oberfläche porös ist, zieht so etwas ein. Frische Flecken nehmen Sie mit saugfähigem Papier auf und reinigen mit Steinseife nach. Ältere Ölflecken lassen sich oft mit einer Kompresse aus saugfähigem Pulver und einem geeigneten Lösemittel herausziehen, die über Nacht abgedeckt einwirkt. Bei Rost auf kalkhaltigem Stein dürfen keine herkömmlichen sauren Rostentferner verwendet werden – es gibt dafür spezielle, säurefreie Mittel. Wer unsicher ist, fragt besser einen Steinfachbetrieb. Einiges davon gilt ähnlich für Naturstein; wie man bei polierten Kalksteinen Ätzspuren von Farbflecken unterscheidet, beschreibt der Beitrag zu Flecken auf Marmor.

Grundreinigung: wenn die wöchentliche Runde nicht mehr reicht

Ein- oder zweimal im Jahr lohnt sich ein gründlicherer Durchgang. Dabei wird ein mild alkalischer Steingrundreiniger in der vom Hersteller genannten Verdünnung aufgetragen, kurz eingewirkt und mit einer Einscheibenmaschine und weichem Pad bearbeitet. Auf Stufen, wo die Maschine nicht hinkommt, übernimmt ein Handpad mit Stiel diese Arbeit. Die gelöste Schmutzflotte wird sofort mit einem Wassersauger aufgenommen, danach wird zweimal klar nachgewischt. Erst wenn die Fläche trocken ist, beginnt der Aufbau mit Steinseife von vorn. Wichtig ist die Reihenfolge der Geschosse: Wer oben anfängt, muss das Wasser nicht über gereinigte Stufen tragen. In bewohnten Häusern planen wir solche Arbeiten vormittags und sperren jeweils nur eine Hälfte der Treppe, damit die Bewohner jederzeit sicher nach oben und unten kommen.

Rutschsicherheit nicht vergessen

Glanz ist in einem Treppenhaus kein Ziel. Eine hochglänzende Stufe mag schön aussehen, ist bei Nässe aber gefährlich. Für Verwaltungen und Eigentümer hängt daran die Verkehrssicherungspflicht. Deshalb verzichten wir auf filmbildende Pflegemittel und setzen auf Steinseife, die nicht glättet. Bei Regen und Schnee hilft eine ausreichend große Schmutzfangmatte im Eingang, die regelmäßig gereinigt wird. Wo Stufenkanten schon stark abgelaufen sind, können nachträglich eingefräste oder aufgeklebte Antirutschstreifen sinnvoll sein – das ist Sache eines Handwerksbetriebs.

Tipps aus der laufenden Hausbetreuung

Wenn wir ein Haus neu übernehmen, schauen wir uns zuerst an, was die Vorgänger verwendet haben: Liegt ein gelblicher Film auf den Podesten, muss er in einer Grundreinigung herunter, bevor die Steinseife wirken kann. Danach genügt meist die wöchentliche Runde. Im Winter planen wir in Absprache mit der Verwaltung einen zusätzlichen Kehrgang ein, weil Streugut in wenigen Tagen mehr Schaden anrichtet als ein Jahr normale Nutzung.

Ein zweiter Punkt betrifft die Kommunikation: Bewohner melden oft „das Treppenhaus wird nicht sauber“, obwohl gereinigt wurde. Ursache ist dann meist ein alter Film, der Schmutz festhält, oder eine abgenutzte Oberfläche. Wie man solche Rückmeldungen einordnet, beschreibt der Beitrag zum Umgang mit Beschwerden im Hausflur. Weitere Details zu Stuck, Holzgeländern und Mosaikfliesen in alten Häusern finden Sie im Text über Berliner Gründerzeit-Treppenhäuser.

Wann ein Fachbetrieb gefragt ist

Sind die Stufen tief angeätzt, die Laufstraßen grau und rau oder fehlen Teile der Kanten, hilft keine Reinigung mehr. Dann ist ein Steinmetz oder Terrazzofachbetrieb gefragt, der die Oberfläche nachschleift, poliert und gegebenenfalls ausbessert. Für alles davor – regelmäßige Pflege, Fleckbehandlung, maschinelle Grundreinigung – ist Putzfirma Berlin der richtige Ansprechpartner. Für die wöchentliche Runde auf Stufen und Podesten gibt es unsere Treppenhausreinigung, Grundreinigungen von Stein- und Kunststeinflächen über die Steinreinigung. Wer zusätzlich Winterdienst, Mülltonnen und kleine Reparaturen aus einer Hand möchte, kombiniert das mit dem Hausmeisterservice. Einen Überblick, in welchen Bezirken und Ortsteilen wir Hausflure betreuen, finden Sie auf der Übersichtsseite.

Kurz beantwortet

Darf ich Kalkflecken an der Haustür mit Essig entfernen?

Nein, nicht auf zement- oder kalkgebundenem Kunststein. Weiße Ränder durch getrocknetes Wasser entfernen Sie mit Steinseife und etwas Geduld. Hartnäckige Ränder gehören in eine fachgerechte Grundreinigung.

Wie erkenne ich, ob ein alter Pflegefilm auf den Stufen liegt?

Kratzen Sie an einer Ecke mit dem Fingernagel oder einer Münze. Löst sich eine gelbliche, weiche Schicht, ist ein Film vorhanden. Auch dunkle Schuhabdrücke, die sich beim Wischen nicht entfernen lassen, sind ein Hinweis.

Ist Steinseife für alle Kunststeine geeignet?

Für zementgebundene Varianten mit Marmor- oder Kalksteinkörnung ist sie die übliche Wahl. Bei kunstharzgebundenen Belägen, die in Neubauten vorkommen, sollten Sie die Angaben des Herstellers prüfen, weil manche Harze anders reagieren.

Wie lange hält ein geschliffener Belag im Hausflur?

Bei richtiger Pflege viele Jahrzehnte. Die meisten Stufen, die heute stumpf und grau wirken, sind nicht verschlissen, sondern falsch gereinigt worden. Ein Nachschliff durch Fachleute kann sie oft wieder wie neu aussehen lassen.

Wer ist für die Rutschsicherheit verantwortlich?

In Mietshäusern in der Regel der Eigentümer beziehungsweise die Verwaltung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Sie kann Aufgaben an eine Reinigungsfirma übertragen, muss aber kontrollieren. Dies ist keine Rechtsberatung.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.