
Kerzen bestehen heute überwiegend aus Paraffin, einem Erdölprodukt, aus Stearin, das aus pflanzlichen oder tierischen Fetten gewonnen wird, oder aus Mischungen davon. Dazu kommen Bienenwachs, Sojawachs und Rapswachs. Alle haben eines gemeinsam: Sie sind bei Raumtemperatur fest und schmelzen bei vergleichsweise niedriger Temperatur. Genau damit arbeiten die meisten Methoden. Zuerst wird die Masse hart gemacht und mechanisch entfernt, danach werden dünne Reste mit sanfter Wärme in ein saugfähiges Material gezogen.
Die Unterschiede zwischen den Sorten spielen im Detail eine Rolle. Stearin wird hart und spröde und lässt sich gut abbrechen. Paraffin bleibt etwas zäher und schmiert leichter. Bienenwachs ist weich und klebrig, riecht angenehm, hinterlässt aber gern einen gelblichen Schimmer. Farbige Kerzen bringen zusätzlich Farbstoffe mit, die nach dem Entfernen der eigentlichen Masse als Fleck zurückbleiben können.
Grundprinzip: erst kalt, dann warm
Egal ob Tischdecke, Teppich oder Sofa: Beginnen Sie nie mit Hitze. Frisch getropfte Masse, die noch weich ist, sollte vollständig abkühlen. Wer darauf herumwischt, drückt sie tief ins Gewebe.
- Aushärten lassen. Warten, bis die Tropfen ganz fest sind. Mit einem Kühlakku oder Eis im Gefrierbeutel geht es schneller.
- Abbrechen und abheben. Mit dem Fingernagel, einem Plastikschaber oder dem Rücken eines Buttermessers die harte Schicht abheben. Stoff dabei leicht biegen, dann springt sie oft von selbst ab.
- Krümel entfernen. Die Bröckchen ausschütteln oder absaugen, bevor sie wieder weich werden.
- Dünne Reste ausbügeln. Ein Löschpapier, ungemustertes Küchenpapier oder eine alte Papiertüte ohne Aufdruck auf die Stelle legen und mit dem Bügeleisen bei niedriger Stufe kurz darübergehen. Die geschmolzene Masse zieht ins Papier.
- Papier oft wechseln. Sobald ein Fettfleck im Papier erscheint, eine frische Stelle nehmen. So lange wiederholen, bis nichts mehr übergeht.
- Nachbehandeln. Bleibt ein Schatten oder eine Farbspur, geht es mit Spülmittel, Gallseife oder Alkohol weiter, je nach Material.
Übersicht nach Untergrund
| Untergrund | Erster Schritt | Zweiter Schritt | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Tischdecke aus Baumwolle oder Leinen | einfrieren, abbrechen | ausbügeln, dann waschen | Farbreste mit Gallseife vorbehandeln |
| Tischdecke aus Polyester | kühlen, abbrechen | vorsichtig bügeln, niedrige Stufe | Kunstfaser kann glänzen oder schmelzen |
| Teppich aus Wolle | kühlen, abheben | mit Löschpapier und wenig Wärme | nicht zu heiß, sonst Verfilzung |
| Teppich aus Polypropylen | kühlen, abheben | nur sehr kurz Wärme oder Föhn | Faser schmilzt schon bei moderater Hitze |
| Polsterstoff | kühlen, abheben | Löschpapier und Föhn statt Bügeleisen | Pflegecode prüfen, Ränder vermeiden |
| lackiertes Holz | mit Kunststoffkarte abschieben | Föhn lauwarm, mit Tuch aufnehmen | Lack nicht überhitzen |
| geöltes oder gewachstes Holz | vorsichtig abschieben | kurz Föhn, dann nachölen | Pflegeschicht wird mit angelöst |
| Glas, Keramik, Kerzenhalter | ins Gefrierfach oder heißes Wasser | Ceranfeldschaber, Spülmittel | Temperaturschock bei dünnem Glas vermeiden |
Textilien: Tischdecke, Kleidung, Servietten
Kleine, waschbare Stücke sind am einfachsten. Legen Sie Tischdecke oder Serviette für eine Stunde in einer Tüte ins Gefrierfach, dann bricht die Masse fast von allein ab. Danach das Löschpapier von beiden Seiten auflegen und bügeln. Bei Baumwolle und Leinen darf die Temperatur höher sein, bei Mischgeweben und Kunstfaser nur auf niedrigster Stufe. Zum Schluss wie gewohnt waschen, aber erst, wenn kaum noch etwas im Stoff ist. Andernfalls verteilt sich das Fett in der Trommel.
Farbige Kerzen hinterlassen häufig einen roten, grünen oder goldenen Schatten. Hier hilft auf weißer Baumwolle ein Einweichen mit Sauerstoffbleiche. Auf farbigen Stoffen ist Gallseife die schonendere Wahl: Stelle anfeuchten, einreiben, einwirken lassen, auswaschen. Auf robusten, farbechten Textilien kann auch etwas Spiritus auf einem Wattepad helfen. Testen Sie das an einer verdeckten Naht, weil Alkohol manche Farben anlöst.
Teppich und Polster
Auf Teppichen muss man behutsamer vorgehen. Das Bügeleisen direkt auf den Flor zu setzen, ist bei Kunstfasern riskant. Polypropylen, das in vielen günstigen Teppichen steckt, verformt sich schon bei moderaten Temperaturen und bildet dann harte, glänzende Stellen. Besser ist ein Föhn auf mittlerer Stufe, der aus einigen Zentimetern Abstand auf ein aufgelegtes Löschpapier bläst. Drücken Sie das Papier leicht an, damit es die geschmolzene Masse aufsaugt.
Bei Wolle gelingt das Ausbügeln mit Löschpapier gut, solange die Temperatur niedrig bleibt und das Eisen nur kurz aufliegt. Nach der Behandlung den Flor mit den Fingern oder einer weichen Bürste aufrichten. Handgeknüpfte Stücke und Seide sollten Sie nur kühlen und abheben und den Rest einem Fachbetrieb überlassen. Warum diese Materialien besondere Aufmerksamkeit brauchen, steht im Beitrag zur Pflege von Orientteppichen.
Bei Polstern ist der Föhn ebenfalls sicherer als das Bügeleisen. Viele Bezugsstoffe haben eine Ausrüstung, die unter hoher Hitze glänzend wird. Arbeiten Sie in kleinen Schritten und prüfen Sie zwischendurch, ob sich die Stelle verändert. Einen Überblick über Bezüge in Restaurants und Cafés gibt der Artikel zu Stoffstühlen in der Gastronomie.
- Warm wegwischen: die flüssige Masse zieht tief in Fasern und Poren.
- Bügeleisen ohne Papier direkt auf Stoff: Rückstände kleben an der Sohle und färben beim nächsten Hemd ab.
- Zu heiß arbeiten: Kunstfaser schmilzt, Lack wird matt oder blasig.
- Mit Messerklinge auf Holz kratzen: Kratzer im Lack sind kaum zu reparieren.
- Bedrucktes Papier verwenden: Druckfarbe kann auf den Stoff übergehen.
- Sofort waschen, obwohl noch viel im Gewebe steckt: das Fett verteilt sich auf der ganzen Wäsche.
Holz, Stein und Glas
Auf lackierten Holztischen lässt sich die harte Schicht meist mit einer alten Kundenkarte abschieben. Den dünnen Film darunter erwärmen Sie kurz mit dem Föhn und nehmen ihn mit einem weichen Baumwolltuch auf. Anschließend mit einem feuchten Tuch und einem Tropfen Spülmittel nachwischen und trocken reiben. Bei geölten und gewachsten Oberflächen löst die Wärme auch die Pflegeschicht an. Nach der Behandlung sollte die Stelle deshalb nachgeölt werden. Hinweise zu verschiedenen Möbeloberflächen gibt der Beitrag zur Pflege von Holzmöbeln. Auf alten, unversiegelten Dielen gehen Sie genauso vor, nur mit noch weniger Wärme.
Naturstein wie Marmor ist porös. Hier nicht mit Hitze arbeiten, weil das Fett in den Stein zieht. Besser nur mechanisch abheben und den Schatten gegebenenfalls von Fachleuten behandeln lassen.
Kerzengläser und Halter aus Glas oder Metall legen Sie für einige Stunden ins Gefrierfach. Die Reste ziehen sich zusammen und lösen sich vom Glas. Alternativ heißes Wasser vorsichtig einfüllen, bis die Masse aufschwimmt, und nach dem Erkalten abheben. Bei dünnem Glas auf Temperaturschock achten. Letzte Spuren entfernt ein Ceranfeldschaber oder ein Tuch mit etwas Spülmittel.
Aus unseren Einsätzen nach Feiern
In der Eventreinigung sind Tropfen auf Tischdecken, Stuhlhussen und Parkett ein Dauerthema, besonders in der Adventszeit und nach Hochzeiten. Wir sammeln nach der Veranstaltung zuerst alle Kerzenhalter ein, damit nichts weiter tropft, und kühlen dann gezielt die größten Stellen. Stoffe mit viel Masse legen wir gesondert und geben sie mit Hinweis in die Wäscherei, damit dort vorbehandelt wird.
Ein häufiger Fall in Restaurants sind Teelichter auf Tischen mit Stoffsets. Das Aluminiumschälchen läuft über, und die Masse landet unter dem Teller. Für die Gastronomiereinigung empfehlen wir Kerzengläser mit Rand, die deutlich weniger Arbeit verursachen.
Zuhause lohnt ein Blick auf die Kerze selbst: Tropffreie Stabkerzen aus Stearin oder hochwertigen Mischungen verringern das Problem erheblich. Zugluft vom offenen Fenster lässt Flammen flackern und Kerzen einseitig herunterlaufen. Wer für den Advent ein Tablett oder einen Teller unter den Kranz stellt, schützt die Tischdecke gleich mit.
Die Kältemethode kennen Sie vielleicht auch von anderen klebrigen Fällen. Sie funktioniert ähnlich bei Kaugummi auf Teppich und Polster. Und sollte nach dem Essen auch noch ein Glas umgefallen sein, finden Sie Rat unter Rotwein auf dem Teppich.
Wann Fachleute sinnvoll sind
Einzelne Tropfen bekommen Sie mit diesen Schritten selbst in den Griff. Bei großflächigen Resten auf Teppich, bei hochwertigen Polstern oder wenn nach dem Ausbügeln ein Farbschatten bleibt, ist eine professionelle Nassreinigung meist die bessere Wahl. Putzfirma Berlin übernimmt die Teppichreinigung und die Polsterreinigung direkt vor Ort und behandelt solche Stellen vorher gezielt.
Kurz beantwortet
Welche Temperatur ist beim Bügeln richtig?
So niedrig wie möglich, meist reicht die Stufe für Seide oder Synthetik. Die Masse schmilzt schon bei geringer Wärme. Höhere Temperaturen bringen keinen Vorteil, gefährden aber Kunstfasern und Farben.
Kann ich statt Löschpapier Küchenrolle nehmen?
Ja, solange sie weiß und unbedruckt ist. Legen Sie mehrere Lagen übereinander und wechseln Sie sie oft. Bedruckte Servietten oder Zeitungspapier geben Farbe ab.
Wie bekomme ich den roten Schatten einer Kerze aus der Tischdecke?
Auf weißer Baumwolle mit Sauerstoffbleiche einweichen, auf Buntem mit Gallseife vorbehandeln. Bei robusten Stoffen kann etwas Spiritus helfen. Vorher immer an einer verdeckten Stelle testen.
Geht das auch ohne Bügeleisen?
Ja. Ein Föhn auf mittlerer Stufe und Löschpapier funktionieren auf Teppich und Polster sogar schonender. Bei Tischdecken hilft zusätzlich das Gefrierfach, um die Hauptmenge abzubrechen.
Was tun, wenn die Masse auf einem Lampenschirm gelandet ist?
Stoffschirme vorsichtig kühlen und die harte Schicht abheben, ohne den Schirm zu verbiegen. Wärme vermeiden, weil der Kleber im Schirm nachgeben kann. Papier- und Kunststoffschirme nur mechanisch behandeln.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



