Symbolgrafik zum Beitrag „Berliner Wasser und Kalk“ aus dem Thema Berlin & Stadtleben

Berlin bezieht sein Trinkwasser fast vollständig aus Grundwasser, das unter dem Stadtgebiet und im Umland gefördert wird. Auf dem Weg durch die eiszeitlichen Sand- und Mergelschichten nimmt dieses Wasser viel gelöstes Calcium und Magnesium auf. Das Ergebnis ist ein Leitungswasser, das in den meisten Bezirken als hart eingestuft wird. Gesundheitlich ist das unbedenklich, für Armaturen, Glas, Fliesen und Haushaltsgeräte aber eine ständige Herausforderung.

Sobald ein Tropfen verdunstet, bleiben die Mineralien zurück. Aus einem einzelnen Tropfen wird ein kleiner weißer Punkt, aus hundert Duschen eine matte Schicht. Warmes Wasser verstärkt den Effekt, weil sich die Härtebildner bei Hitze schneller absetzen. Deshalb sind Wasserkocher, Duschköpfe und Heizstäbe besonders betroffen.

Wie hart ist das Wasser bei Ihnen?

Die Härte wird in Deutschland in drei Bereiche eingeteilt. Welcher Härtegrad an Ihrem Hahn ankommt, können Sie bei den Berliner Wasserbetrieben nachschlagen; der Wert hängt davon ab, aus welchem Wasserwerk Ihr Haus versorgt wird. Für die Praxis reicht meist die grobe Einordnung.

Härtebereich Gesamthärte Was Sie im Alltag merken
weich unter 8,4 °dH kaum Ränder, Seife schäumt stark
mittel 8,4 bis 14 °dH leichte Flecken nach einigen Tagen
hart über 14 °dH sichtbare Beläge schon nach wenigen Duschen, Geräte verkalken schnell

Viele Berliner Haushalte liegen im oberen Bereich. Das hat eine direkte Folge für die Waschmitteldosierung: Die Angaben auf der Packung sind nach Härtebereich gestaffelt, und bei hartem Wasser braucht es etwas mehr Waschmittel. Wer spart, bekommt graue Wäsche und Rückstände in der Maschine.

Welches Mittel zu welcher Oberfläche passt

Gegen mineralische Ablagerungen hilft Säure. Sie löst die Beläge chemisch, statt sie abzuschaben. Entscheidend ist, dass die Säure zum Material passt. Genau hier entstehen die meisten Schäden.

Material Geeignet Nicht geeignet
Verchromte Armaturen milder Sanitärreiniger, verdünnte Zitronensäure Scheuermilch, Stahlwolle
Glas und Duschwand Zitronensäure oder Essigessenz verdünnt, Abzieher kratzende Schwämme
Glasierte Fliesen saurer Badreiniger bei empfindlichen Fugen zu lange Einwirkung
Marmor, Kalkstein, Terrazzo nur pH-neutrale Pflege jede Säure, auch Essig und Zitrone
Emaille (Wanne, Becken) milde Säure kurz einwirken lassen Scheuerpulver, Drahtbürste
Edelstahlspüle Essigwasser, danach klar nachwischen chlorhaltige Mittel

Zitronensäure ist geruchsneutral und wirkt gründlich. Sie sollte aber nicht heiß angesetzt werden, weil sich sonst schwer lösliches Calciumcitrat bilden kann. Kaltes oder lauwarmes Wasser genügt. Essig riecht stärker und greift auf Dauer Gummidichtungen an. Mehr zu diesem Vergleich lesen Sie in unserem Beitrag Zitronensäure oder Essig gegen Kalk?.

Schritt für Schritt: Beläge an Bad und Küche lösen

So gehen wir vor, wenn eine Dusche oder Armatur deutlich zugesetzt ist:

  1. Material prüfen. Naturstein, alte Messingteile oder vergoldete Griffe gehören nicht in die Säurebehandlung. Im Zweifel an einer verdeckten Stelle testen.
  2. Trocken vorarbeiten. Haare und lose Seifenreste entfernen, damit die Säure direkt auf den Belag trifft.
  3. Lösung auftragen. Einen Esslöffel Zitronensäurepulver auf einen halben Liter lauwarmes Wasser, in eine Sprühflasche füllen, dünn aufsprühen.
  4. Einwirken lassen. Fünf bis zehn Minuten genügen meist. Bei dicken Schichten ein getränktes Küchentuch um den Wasserhahn wickeln, damit die Lösung nicht abläuft.
  5. Mechanisch nachhelfen. Mit einem weichen Schwamm oder einer alten Zahnbürste an Fugen und Perlatoren arbeiten.
  6. Gründlich nachspülen. Säurereste mit klarem Wasser abspülen, sonst greifen sie Fugen und Silikon an.
  7. Trocknen. Mit einem Mikrofasertuch oder Abzieher nachziehen. Dieser letzte Schritt entscheidet, wie schnell der nächste Schleier kommt.

Perlatoren und Duschköpfe lassen sich abschrauben und über Nacht in einer Schale mit verdünnter Lösung einweichen. Wer die Einwirkzeit nutzt, statt zu schrubben, schont Oberflächen und Handgelenke.

Typische Fehler bei hartem Wasser
  • Säure auf Marmorfensterbank oder Natursteinboden: Die Oberfläche wird sofort matt und rau.
  • Konzentrat unverdünnt auf Chrom: Es entstehen dunkle Flecken, die nicht mehr weggehen.
  • Scheuermilch auf Duschglas: feine Kratzer, in denen sich neuer Belag noch schneller festsetzt.
  • Säure und chlorhaltige Reiniger nacheinander ohne Spülen: Es kann giftiges Chlorgas entstehen.
  • Nur alle paar Wochen entkalken: Dicke Schichten brauchen viel mehr Säure und Zeit als dünne.

Geräte im Haushalt: Kocher, Maschine, Kaffeeautomat

Wasserkocher und Kaffeemaschinen verlieren durch Beläge an Leistung und brauchen mehr Strom. Bei hartem Wasser empfehlen die meisten Hersteller, deutlich häufiger zu entkalken als im weichen Bereich. Maßgeblich ist, was der Hersteller in der Bedienungsanleitung vorgibt. Manche Kaffeeautomaten vertragen nur das eigene Entkalkungsmittel, weil Essig die Dichtungen im Inneren angreift.

Bei der Waschmaschine ist regelmäßiges Entkalken meist nicht nötig, wenn Sie das Waschmittel passend zur Wasserhärte dosieren. Moderne Waschmittel enthalten Enthärter. Ein Waschgang bei hoher Temperatur ab und zu beugt außerdem Gerüchen vor. Beim Geschirrspüler lohnt der Blick auf die Regeneriersalz-Anzeige: Die Enthärtungsanlage sollte auf den Wert Ihres Wasserwerks eingestellt sein. Viele Geräte stehen ab Werk auf einem mittleren Wert, was für Berlin oft zu niedrig ist.

Vorbeugen ist weniger Arbeit als Entfernen

Die wirksamste Maßnahme kostet nichts: Wasser nach dem Duschen nicht antrocknen lassen. Ein Abzieher an der Duschwand, zehn Sekunden pro Tag, verhindert den Großteil der Ablagerungen. Ein trockenes Tuch über die Armatur nach dem Zähneputzen tut dasselbe am Waschbecken.

Weitere Hilfen aus der Praxis:

  • Eine Glasbeschichtung auf der Duschwand lässt Wasser abperlen. Sie hält nicht ewig, erleichtert die Pflege aber deutlich. Details dazu im Beitrag zur Pflege von Glasduschwänden.
  • Duschvorhänge aus Stoff lassen sich waschen, Kunststoffvorhänge setzen schnell Belag und Schimmel an.
  • Gießkannen für Zimmerpflanzen mit abgestandenem oder gefiltertem Wasser füllen, sonst bilden sich weiße Krusten auf der Erde und am Topfrand.
  • Für Bügeleisen und Luftbefeuchter destilliertes Wasser oder das vom Hersteller empfohlene Wasser verwenden.

Eine zentrale Enthärtungsanlage für das ganze Haus ist eine Frage für Installateur und Eigentümer. Sie muss regelmäßig gewartet werden, sonst wird sie selbst zum Hygieneproblem. Für Mietwohnungen ist sie selten eine Option.

Profi-Tipps aus unseren Einsätzen
  • Bewährt hat sich bei unseren Teams ein fester Rhythmus: im Bad bei jedem Termin milde Säure auf Armaturen, alle vier Wochen gründlich an Duschwand und Fliesen.
  • Wir tragen saure Mittel nie auf trockene Fugen auf, sondern befeuchten sie vorher mit Wasser. So zieht die Säure nicht tief in den Zement.
  • Für Perlatoren nehmen wir eine kleine Dose mit Deckel mit: einweichen, während der Rest des Bads gereinigt wird, am Ende ausspülen und wieder einsetzen.
  • Nach dem Nachspülen wird jede Glasfläche abgezogen. Das ist bei Putzfirma Berlin fester Teil der Checkliste.

Wann sich professionelle Hilfe lohnt

Manchmal sind die Schichten so alt und dick, dass Hausmittel an ihre Grenzen kommen. Typisch ist das nach Jahren ohne gründliche Pflege, bei einer übernommenen Wohnung oder vor dem Auszug. Auch empfindliche Materialien wie Naturstein im Bad erfordern Erfahrung, weil die übliche Säure dort nicht eingesetzt werden darf.

Für solche Fälle bieten wir eine Grundreinigung an, bei der Fugen, Glas und Armaturen systematisch bearbeitet werden. Wer danach nicht mehr selbst gegen neue Ränder ankämpfen möchte, kann eine regelmäßige Wohnungsreinigung vereinbaren. Für Büros, Praxen und Gewerbe übernimmt unsere Sanitärreinigung die tägliche Pflege der Waschräume. Und wer gerade auszieht, findet Hinweise zu Silikon und Abfluss im Beitrag über das Bad beim Auszug.

Kurz beantwortet

Ist hartes Leitungswasser in Berlin gesundheitlich bedenklich?

Nein. Calcium und Magnesium sind natürliche Mineralien, und das Berliner Trinkwasser wird streng kontrolliert. Die Härte ist ein technisches und optisches Thema, kein gesundheitliches. Wer den Geschmack nicht mag, kann einen Wasserfilter nutzen, muss ihn aber regelmäßig wechseln.

Warum wird die Duschwand trotz Putzen so schnell wieder matt?

Weil nach jeder Dusche neue Tropfen verdunsten und Mineralien zurücklassen. Putzen entfernt den alten Belag, verhindert aber keinen neuen. Nur das Abziehen direkt nach dem Duschen unterbricht diesen Kreislauf wirksam.

Darf ich Essig für alle Beläge verwenden?

Nicht für alle. Auf Naturstein wie Marmor oder Kalkstein zerstört Essig die Oberfläche. Auf Gummidichtungen und in manchen Geräten schadet er auf Dauer. Für Chrom, Glas und glasierte Fliesen ist verdünnter Essig dagegen in Ordnung.

Wie oft braucht der Wasserkocher eine Säurekur?

Das hängt von der Nutzung ab. Bei hartem Wasser und täglichem Gebrauch ist ein Rhythmus von einigen Wochen üblich. Spätestens wenn Sie Flocken im Wasser sehen oder das Gerät lauter wird, ist es Zeit.

Kann eine Reinigungsfirma auch alte, dicke Beläge entfernen?

In den meisten Fällen ja, mit passenden Mitteln, Geduld und dem richtigen Werkzeug. Bei stark angegriffenen Oberflächen, etwa matt gewordenem Chrom oder ausgewaschenen Fugen, lässt sich der Originalzustand allerdings nicht immer wiederherstellen. Das sagen wir Ihnen bei der Besichtigung offen.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.