Symbolgrafik zum Beitrag „Bad beim Auszug“ aus dem Thema Mieten & Umziehen

Kalk auf der Glaswand, dunkle Punkte in der Silikonfuge, ein Waschbecken, das langsam abläuft: Diese drei Befunde begegnen uns in Auszugsbädern besonders häufig. Keiner davon ist für sich genommen dramatisch. Zusammen ergeben sie aber einen ungepflegten Eindruck, der bei der Übergabe schnell zu Nachforderungen führt. Mit passenden Mitteln und genug Geduld bekommen Sie das Meiste davon selbst in den Griff.

Hartes Wasser: warum die Beläge so schnell wachsen

Das Berliner Trinkwasser wird überwiegend aus Grundwasser gewonnen und ist in den meisten Bezirken hart bis sehr hart. Beim Verdunsten bleiben die gelösten Mineralien als weißer Belag zurück, vor allem an Stellen, an denen Wasser stehen bleibt: Duschtasse, Armaturenfuß, Duschkopf, untere Kante der Glaswand. Mehr zum Thema im Beitrag Berliner Wasser und Kalk.

Gegen Kalk helfen Säuren: Zitronensäure, Essigsäure oder handelsübliche Badreiniger auf Säurebasis. Welche Säure sich wofür eignet, vergleicht der Beitrag Zitronensäure oder Essig.

Welche Oberfläche was verträgt

Oberfläche Geeignet gegen Kalk Nicht geeignet
Glasierte Fliesen saurer Badreiniger, Zitronensäure Scheuerpulver auf Glanzglasur
Fugen (zementär) kurz einwirken, gut nachspülen Säure über lange Zeit – greift Fugen an
Glasduschwand Zitronensäure, Badreiniger, Abzieher Scheuerschwamm, Stahlwolle
Verchromte Armatur milder Säurereiniger, kurz lange Einwirkzeit, Scheuermilch
Acrylwanne milder Badreiniger Scheuermittel, Lösungsmittel
Naturstein, Marmor nur pH-neutrale Steinpflege jede Säure
Emaillewanne milder Säurereiniger, kurz aggressive Kalklöser, Scheuermittel

Bei unbekannten Oberflächen: immer zuerst an einer verdeckten Stelle testen.

Der Ablauf in acht Schritten

  1. Ausräumen und lüften. Alles, was Ihnen gehört, kommt raus, auch der Duschvorhang und die Badematte. Fenster öffnen oder Lüfter einschalten.
  2. Kalklöser auftragen. Duschwand, Fliesen im Spritzbereich, Armaturen, Waschbecken und Toilette mit dem passenden Mittel einsprühen. Bei hartnäckigen Stellen an der Armatur ein mit Zitronensäurelösung getränktes Küchentuch umwickeln.
  3. Warten statt schrubben. Die Einwirkzeit ist entscheidend. Warum, erklärt der Beitrag Einwirkzeit bei der Reinigung.
  4. Abspülen und nachwischen. Mit klarem Wasser gründlich nachspülen, damit keine Säure in den Fugen bleibt, und mit einem Mikrofasertuch trocknen.
  5. Toilette gründlich reinigen. Auch unter dem Rand, am Fuß und an der Rückseite. Den Sitz abnehmen, falls möglich, und die Scharniere säubern.
  6. Abflüsse frei machen. Siebe herausnehmen, Haare entfernen, Überlauf ausbürsten.
  7. Spiegel, Schränke, Lüftungsgitter. Spiegel streifenfrei putzen, Spiegelschrank innen auswischen, Staub aus dem Lüftergitter entfernen.
  8. Boden zum Schluss. Saugen, dann wischen – Ecken hinter der Toilette nicht vergessen.

Silikonfugen: reinigen oder erneuern?

Silikonfugen an Dusche und Wanne sind sogenannte Wartungsfugen. Sie altern, werden spröde und können sich von den Fliesen lösen. Oberflächliche Verfärbungen lassen sich mit einem Badreiniger oder, bei Schimmel, mit einem geeigneten Schimmelentferner oft aufhellen. Hat sich der Schimmel tief ins Silikon gefressen, hilft nur der Austausch.

Ob der Mieter das bezahlen muss, lässt sich nicht pauschal sagen. Silikon hat eine begrenzte Lebensdauer; nach vielen Jahren ist eine Erneuerung auch ohne Verschulden fällig. Wurde dagegen nie gelüftet und nie gereinigt, kann eine Verschlechterung durch mangelnde Pflege vorliegen. Diese Einordnung ist keine Rechtsberatung, sondern gibt die typische Diskussion aus der Praxis wieder. Praktisch hilft ein Blick ins Einzugsprotokoll: Waren die Fugen damals schon grau oder rissig, steht das oft dort. Fehlt der Vermerk, dokumentieren Sie den heutigen Zustand mit Fotos aus der Nähe, bevor Sie etwas verändern. Und wenn Sie selbst neu verfugen möchten, verwenden Sie ein Sanitärsilikon mit fungizider Ausrüstung, entfernen die alte Masse vollständig und lassen die neue Fuge vor dem ersten Duschen ausreichend lange aushärten. Wenn Schimmel nicht nur auf der Fuge sitzt, sondern auch an Decke oder Wand, lesen Sie den Beitrag Schimmel in Küche und Bad und klären die Ursache.

Häufige Fehler zwischen Wanne und Waschbecken
  • Chlorhaltigen Schimmelentferner und sauren Kalkreiniger kurz nacheinander verwenden – dabei kann giftiges Chlorgas entstehen.
  • Kalklöser auf Natursteinfliesen oder einer Fensterbank aus Marmor benutzen – der Stein verliert seinen Glanz für immer.
  • Rohrreiniger-Granulat in einen Abfluss mit stehendem Wasser kippen und danach mit der Saugglocke arbeiten; das kann ätzende Spritzer verursachen.
  • Silikon mit einem scharfen Cuttermesser „nachputzen“ und dabei die Fliesenglasur verkratzen.
  • Duschkopf in Essigessenz über Nacht einlegen – bei manchen Oberflächen löst sich die Chromschicht.

Der Abfluss: meist ein Haarproblem

Ein langsam ablaufendes Waschbecken oder eine stehende Dusche wird meistens durch Haare und Seifenreste verursacht. Zuerst das Sieb oder den Stöpsel herausnehmen und reinigen. Dann hilft eine Saugglocke oder eine flexible Abflussspirale aus dem Baumarkt. Beim Waschbecken lässt sich der Siphon mit einem Eimer darunter von Hand abschrauben und ausspülen. Chemische Rohrreiniger sind der letzte Schritt, nicht der erste. Ist die Verstopfung tiefer in der Leitung, gehört sie in die Hand eines Sanitärbetriebs – und dann ist oft zu klären, ob sie überhaupt durch Ihre Nutzung entstanden ist.

Was außerhalb der Dusche zählt

Nicht nur Kalk entscheidet über den Eindruck. Beim Rundgang fallen auch Dinge auf, an die beim Putzen kaum jemand denkt: Staub auf dem Spülkasten und in der Lüftungsöffnung, Haarspray-Film auf Spiegel und Fliesen neben dem Waschbecken, Klebereste von Saugnapfhaltern, Rostringe von Dosen auf der Ablage, Zahnpastaspritzer an der Wand. Auch die Heizung im Bad sammelt Staub zwischen den Rippen oder Rohren eines Handtuchheizkörpers. Eine schmale Heizkörperbürste und ein feuchtes Tuch lösen das in wenigen Minuten.

Hängt eine Waschmaschine im Bad, ziehen Sie sie vor und wischen den Boden darunter. Dort liegt häufig ein Gemisch aus Flusen, Waschmittelresten und Feuchtigkeit, das unangenehm riecht. Der Anschluss sollte trocken sein; tropft er, sagen Sie der Hausverwaltung Bescheid.

Wie oft entkalken, damit es gar nicht erst so weit kommt

Für die nächste Wohnung gilt: Wer die Glaswand nach jedem Duschen kurz abzieht und einmal pro Woche Armaturen und Fliesen mit einem milden Säurereiniger behandelt, hat beim Auszug kaum Arbeit. Einmal im Monat lohnt ein Blick auf Duschkopf, Perlator und Abflusssieb. Diese wenigen Minuten ersparen Ihnen am Ende Stunden.

Ein letzter Hinweis zum Werkzeug: Für Fugen reicht eine alte, weiche Zahnbürste, für Armaturen ein Mikrofasertuch mit feiner Struktur. Harte Drahtbürsten und Messer haben im Bad nichts verloren.

Aus unseren Umzugsreinigungen

Die Glaswand ist im Bad fast immer der zeitintensivste Punkt. Jahrelang gewachsener Kalk an der unteren Kante und an den Profilen lässt sich nur in mehreren Durchgängen lösen. Wir arbeiten dabei mit Säurereiniger, einem weichen Pad und einem Abzieher und vermeiden alles, was das Glas zerkratzen könnte. Beschichtetes Glas mit Abperleffekt behandeln wir besonders vorsichtig; hier schaden aggressive Mittel der Beschichtung. Für die künftige Pflege gibt der Beitrag Glasduschwand schützen Hinweise.

Profi-Tipp

Wickeln Sie den Duschkopf mit einem Gefrierbeutel ein, gefüllt mit warmer Zitronensäurelösung, und fixieren Sie ihn mit einem Gummiband. Nach einer Stunde lassen sich die Düsen mit dem Daumen freireiben, ohne dass Sie den Kopf abschrauben müssen.

Wann Fachleute gefragt sind

Kalk, Seifenreste und leichte Verfärbungen erledigen wir im Rahmen der Umzugsreinigung. Wenn der Schimmel großflächig ist oder aus der Wand kommt, ist eine Schimmelentfernung mit Ursachenklärung sinnvoll. Das Erneuern von Silikonfugen und das Beheben von Rohrverstopfungen übernehmen Fachhandwerker. Eine abschließende Kontrolle vor der Abnahme gehört bei der Endreinigung dazu.

Häufige Fragen

Wie löse ich alte Beläge von der Duschwand?

Mit einem sauren Reiniger oder Zitronensäurelösung, die Sie mehrmals auftragen und einwirken lassen. Danach mit einem weichen Pad nacharbeiten und mit klarem Wasser nachspülen. Scheuermittel und Stahlwolle verkratzen das Glas dauerhaft.

Muss ich schimmelige Silikonfugen vor dem Auszug erneuern?

Das hängt von Alter und Ursache ab. Oberflächlich verfärbte Fugen können Sie reinigen. Ob eine Erneuerung auf Ihre Kosten geht, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen.

Welcher Reiniger ist für die Toilette am besten?

Für Kalk und Urinstein ein saurer WC-Reiniger mit Einwirkzeit, anschließend mit der Bürste nacharbeiten. Chlorreiniger nicht mit Säure kombinieren. Am Toilettenfuß und hinter dem Spülkasten reicht meist ein Allzweckreiniger.

Was tun, wenn der Abfluss trotz Reinigung langsam bleibt?

Siphon abschrauben und reinigen, danach mit einer Spirale arbeiten. Bleibt die Verstopfung, liegt sie tiefer. Informieren Sie dann die Hausverwaltung, statt mit immer mehr Chemie zu arbeiten.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.