Symbolgrafik zum Beitrag „Clean-Desk-Policy“ aus dem Thema Sauberkeit im Firmenalltag

Wer abends durch ein Büro geht, sieht zwei Arten von Schreibtischen. Auf den einen liegt nichts außer Tastatur und Monitor. Auf den anderen stapeln sich Ordner, Post-its, Kaffeetassen, Ladekabel und ein Stapel Ausdrucke vom letzten Monat. Für die Reinigungskraft ist die Sache klar: Den ersten Tisch wischt sie in zwanzig Sekunden. Den zweiten lässt sie aus – denn fremde Unterlagen verschieben ist tabu.

Das Ergebnis kennen viele Unternehmen: Einzelne Arbeitsplätze verstauben über Monate, obwohl die Firma täglich reinigen lässt. Die Mitarbeitenden ärgern sich über die Reinigung, die Reinigung ärgert sich über die vollen Tische. Eine Clean-Desk-Regel löst dieses Problem und hat nebenbei einen zweiten, oft noch wichtigeren Nutzen.

Worum es eigentlich geht

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Informationssicherheit. Unterlagen mit personenbezogenen Daten, Verträge, Passwörter auf Zetteln – all das soll nach Feierabend nicht offen herumliegen, wo Reinigungskräfte, Handwerker oder Besucher es sehen könnten. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten, und ein aufgeräumter Arbeitsplatz gehört in vielen Unternehmen dazu. Auch gängige Standards für Informationssicherheit sehen Regeln für freie Tische und gesperrte Bildschirme vor. Welche Pflichten konkret für Ihr Unternehmen gelten, klärt Ihre Datenschutzbeauftragte oder Ihr Datenschutzbeauftragter; dieser Text ist keine Rechtsberatung.

Für die Reinigung ist der Effekt ganz praktisch: Nur eine freie Fläche lässt sich hygienisch reinigen. Auf Schreibtischen sammeln sich Staub, Hautfett und Keime von Händen, Essen und Husten. Wer dort täglich isst und telefoniert, profitiert davon, wenn der Tisch regelmäßig wirklich feucht abgewischt wird.

Was eine gute Regel enthält

Eine Clean-Desk-Regel muss nicht lang sein. Die folgenden Punkte haben sich bewährt:

Bereich Regel Warum
Papier Vertrauliche Unterlagen nach Feierabend in abschließbarem Schrank oder Rollcontainer Datenschutz, freie Fläche
Bildschirm Beim Verlassen sperren, abends abmelden Informationssicherheit
Geschirr Tassen und Teller in die Küche, nicht am Platz lassen Hygiene, Gerüche
Lebensmittel Keine offenen Snacks am Platz über Nacht Schädlinge, Krümel
Persönliches Wenige, gut abwischbare Gegenstände; Rest in Schublade oder Locker Reinigung möglich
Pflanzen Nur auf Untersetzer, nicht auf Unterlagen Wasserschäden, Staubfänger
Kabel Gebündelt, nicht quer über die Tischplatte Wischen ohne Hindernis
Boden Taschen und Kartons nicht unter dem Tisch Saugen möglich

Pflanzen verdienen einen eigenen Blick: Sie verbessern das Raumklima, sammeln aber Staub auf den Blättern und können Trauermücken anziehen. Mehr dazu im Beitrag über Büropflanzen und Staub.

Einführung in sechs Schritten

  1. Ziel erklären. Sagen Sie offen, warum Sie die Regel einführen: Schutz vertraulicher Daten und bessere Reinigung. Wer den Grund kennt, macht eher mit.
  2. Stauraum schaffen. Ohne abschließbare Container oder Spinde funktioniert keine Regel. Prüfen Sie vorher, ob jeder genug Platz hat.
  3. Regel kurz halten. Eine Seite, höchstens acht Punkte. Lieber am Monitor ein kleiner Aufkleber als ein zwanzigseitiges Handbuch.
  4. Übergangszeit geben. Zwei bis vier Wochen, in denen aufgeräumt werden kann. Oft taucht dabei Material auf, das längst archiviert oder vernichtet werden kann.
  5. Reinigung einbinden. Vereinbaren Sie mit dem Dienstleister, dass freie Tische täglich feucht gewischt werden. Besetzte Tische werden ausgelassen, ohne Unterlagen zu bewegen.
  6. Freundlich nachsteuern. Statt Kontrolle lieber gelegentliche Erinnerungen. Wie man das Team einbindet, ohne zu nerven, zeigt der Beitrag zur Beteiligung der Mitarbeitenden an Sauberkeit.
Wo es häufig hakt
  • Die Regel gilt für alle außer der Führungsetage – das untergräbt jede Akzeptanz.
  • Es fehlt Stauraum, also wandert alles auf die Fensterbank.
  • Reinigungskräfte sollen „ein bisschen aufräumen“ – das ist weder ihre Aufgabe noch datenschutzrechtlich eine gute Idee.
  • Monitore werden mit Glasreiniger eingesprüht, weil sonst nichts zu wischen ist.
  • Niemand erklärt, dass Tassen am Platz Schimmel und Fruchtfliegen anziehen.

Was auf einer freien Platte möglich ist

Ist der Tisch frei, kann das Reinigungsteam ihn vollständig behandeln: Tischplatte feucht wischen, Kanten und Unterseite des Randes, Monitorfuß und Tastaturablage. Tastaturen und Mäuse sind eine Sache für sich – viele Unternehmen möchten nicht, dass fremde Hände an die Eingabegeräte gehen. Hier klären wir vorab, ob sie mit einem leicht feuchten Tuch abgewischt oder ausgelassen werden. Beim Telefon und beim Diensthandy gilt Ähnliches; Tipps dazu gibt der Beitrag zur Desinfektion von Handys.

Ob feucht oder trocken gewischt wird, hängt von der Oberfläche ab. Beschichtete Tischplatten vertragen ein nebelfeuchtes Mikrofasertuch sehr gut, geölte Holzplatten brauchen weniger Wasser. Warum feuchtes Staubwischen meist die bessere Wahl ist, erklärt der Beitrag über feuchtes und trockenes Staubwischen.

Geteilte Plätze und hybride Arbeit

In vielen Berliner Unternehmen hat nicht mehr jede Person einen festen Platz. Man bucht einen Tisch für den Tag, arbeitet dort und räumt am Abend wieder ab. Für die Reinigung ist das ideal, denn freie Plätze sind hier die Regel, nicht die Ausnahme. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Hygiene: Wo heute die eine und morgen der andere sitzt, sollte die Arbeitsfläche jeden Abend gewischt werden.

Bewährt haben sich dabei persönliche Boxen oder Taschen, in denen Mitarbeitende ihre Utensilien vom Locker zum Tisch und zurück tragen. Headsets bleiben in der Box, nicht am Monitor. Wer am Tisch gegessen hat, wischt kurz nach, bevor er geht – Tücher dafür sollten an zentraler Stelle bereitstehen.

Für das Reinigungsteam bedeutet Desk-Sharing, dass die Checkliste pro Platz kürzer wird, aber täglich greift. Wir besprechen mit Ihnen, ob Monitore, Dockingstationen und Stuhllehnen dazugehören und mit welchen Mitteln. So wird aus dem geteilten Tisch kein geteiltes Hygieneproblem.

Was unsere Teams an freien Plätzen beobachten

Nach Einführung einer solchen Regel zeigt sich bei unseren Einsätzen der Unterschied meist schon in der ersten Woche. Tische, die monatelang nicht erreichbar waren, bekommen endlich ihren Anteil. Und Beschwerden über „ungeputzte“ Arbeitsplätze gehen zurück, weil klar ist, warum ein Tisch ausgelassen wurde.

Unsere Teams haben eine klare Anweisung: Unterlagen, Geräte und persönliche Gegenstände werden nicht verschoben, geöffnet oder gelesen. Liegt etwas auf dem Tisch, wird drumherum gewischt oder ausgelassen. Das schützt Sie und uns. Bei sensiblen Branchen wie Anwaltskanzleien oder Steuerbüros vereinbaren wir das ausdrücklich im Vertrag. Mehr zur Arbeit in solchen Räumen finden Sie bei der Reinigung von Kanzleien.

Ein weiterer Punkt ist der Zugang. Wer abends reinigen lässt, gibt Schlüssel oder Transponder aus der Hand. Wie Haftung bei Verlust geregelt ist, beschreibt der Beitrag zur Haftung bei Schlüsselverlust.

Vorlage für den Aushang
  • Unterlagen weg, Schrank zu
  • Bildschirm sperren, abends abmelden
  • Tasse in die Küche
  • Tasche vom Boden
  • Pflanze auf Untersetzer

Wann ein Dienstleister helfen kann

Eine Regel für aufgeräumte Tische ist Sache des Unternehmens. Der Dienstleister kann aber viel dazu beitragen, dass sie sich lohnt: durch einen klaren Plan, welche Flächen wann gewischt werden, und durch eine Rückmeldung, wenn bestimmte Bereiche dauerhaft nicht erreichbar sind. Putzfirma Berlin vereinbart diese Punkte im Rahmen der Büroreinigung und dokumentiert sie im Leistungsverzeichnis.

Kurz beantwortet

Muss ein Unternehmen aufgeräumte Arbeitsplätze vorschreiben?

Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht für genau diese Regel gibt es nicht. Unternehmen müssen aber personenbezogene Daten angemessen schützen, und ein aufgeräumter Arbeitsplatz ist dafür ein bewährtes Mittel. Was im Einzelfall nötig ist, klärt der Datenschutz.

Darf die Reinigungskraft Unterlagen auf dem Tisch zur Seite schieben?

Das sollte sie nicht. Seriöse Reinigungsfirmen weisen ihre Teams an, fremde Unterlagen nicht zu bewegen. Belegte Tische werden ausgelassen oder nur an freien Stellen gewischt.

Wie oft sollten Schreibtische gereinigt werden?

In Büros mit festen Plätzen mindestens einmal wöchentlich gründlich, bei Desk-Sharing täglich. Das klappt allerdings nur, wenn nichts auf der Platte liegt.

Was ist mit Tastatur und Maus?

Das wird am besten individuell vereinbart. Viele Firmen lassen Eingabegeräte von den Mitarbeitenden selbst reinigen und stellen dafür geeignete Tücher bereit. Andere beauftragen die Reinigung ausdrücklich damit.

Hilft eine solche Regel auch gegen Schädlinge?

Ja. Offene Snacks, Krümel und Tassen mit Resten ziehen Fruchtfliegen, Mäuse oder Ameisen an. Ein Arbeitsplatz ohne Essensreste über Nacht ist die einfachste Vorbeugung.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.