
Morgens im Bad, mittags in der Kantine, nachmittags in der U-Bahn, abends auf dem Sofa: Das Smartphone ist ständig dabei und wird dutzendfach am Tag angefasst. Jede Berührung hinterlässt Hautfett, Schweiß und Mikroorganismen von den Händen. Wer das Gerät danach ans Gesicht hält, schließt den Kreis. Ein echtes Gesundheitsrisiko ist das für gesunde Menschen meist nicht – das Handy trägt in der Regel dieselben Keime, die ohnehin auf den eigenen Händen leben. Unappetitlich ist es trotzdem, und in manchen Situationen lohnt die Reinigung wirklich.
Dazu gehören Erkältungswellen in der Familie, der Einsatz in Praxis, Pflege oder Gastronomie und alle Geräte, die mehrere Menschen benutzen: das Kassen-Tablet im Café, das Terminal am Empfang, das Diensthandy im Schichtbetrieb.
Was die Geräte vertragen und was nicht
Displays sind heute meist mit einer fettabweisenden Beschichtung versehen, der sogenannten oleophoben Schicht. Sie sorgt dafür, dass Fingerabdrücke leicht abgehen. Scheuernde Mittel, starke Lösungsmittel und aggressive Chemie tragen sie ab – das Display wird dann schneller schmierig. Außerdem sind Lautsprecheröffnungen, Mikrofone und Ladeanschlüsse empfindlich gegen Feuchtigkeit, selbst wenn das Gerät als wasserdicht beworben wird. Die Dichtungen altern, und Reinigungsflüssigkeit verhält sich anders als Wasser.
Mehrere große Hersteller erlauben inzwischen ausdrücklich, die Außenflächen mit Tüchern zu reinigen, die mit etwa 70-prozentigem Isopropylalkohol getränkt sind. Entscheidend ist aber immer die Anleitung Ihres Modells. Allgemein gilt:
| Mittel | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Trockenes Mikrofasertuch | ja | für Fingerabdrücke im Alltag, fusselfrei und sauber |
| Leicht mit Wasser angefeuchtetes Tuch | ja | nur nebelfeucht, niemals tropfnass |
| Tuch mit ca. 70 % Isopropanol | meist ja | nur wenn der Hersteller es freigibt, sanft wischen |
| Glasreiniger, Scheuermilch, Aceton | nein | greifen die Beschichtung an |
| Chlorhaltige Mittel, Wasserstoffperoxid | nein | können Oberflächen und Dichtungen schädigen |
| Sprays direkt aufs Gerät | nein | Flüssigkeit dringt in Öffnungen ein |
| Druckluft in die Anschlüsse | eher nein | kann Staub tiefer hineindrücken und Membranen beschädigen |
Wie unterschiedlich Materialien auf Desinfektionsmittel reagieren, zeigt unsere Übersicht Materialien und ihre Grenzen bei Desinfektionsmitteln.
Schritt für Schritt zum sauberen Gerät
- Ausschalten und vom Ladekabel trennen. Das schützt die Elektronik und verhindert versehentliche Eingaben.
- Hülle abnehmen. Unter der Hülle sammeln sich Staub, Sand und Feuchtigkeit – oft mehr als auf dem Display.
- Grobes trocken entfernen. Mit einem sauberen Mikrofasertuch über Display und Rückseite wischen.
- Feucht nachwischen. Ein weiches Tuch leicht mit Wasser oder – wenn der Hersteller das erlaubt – ein Alkoholtuch verwenden. Von oben nach unten, ohne Druck.
- Kanten und Tasten mit einer Tuchecke bearbeiten. Nicht in die Öffnungen reiben.
- Kameralinse zuletzt mit einem frischen, trockenen Stück Tuch polieren.
- Anschlüsse höchstens mit einem weichen, trockenen Pinsel oder einem Holzzahnstocher vorsichtig von Fusseln befreien, niemals mit Metall.
- Trocknen lassen, dann Hülle wieder aufsetzen.
Die Hülle wird separat gereinigt. Silikon- und Kunststoffhüllen vertragen meist lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel; danach gründlich trocknen. Lederhüllen dagegen nur feucht abwischen und mit Lederpflege behandeln, Stoffhüllen vorsichtig mit wenig Feuchtigkeit ausbürsten.
Wie oft ist sinnvoll?
Für den privaten Alltag genügt es, das Display regelmäßig mit einem trockenen Tuch abzuwischen und das Gerät etwa einmal pro Woche gründlicher feucht zu reinigen. Öfter ist es sinnvoll, wenn Sie oder jemand im Haushalt erkältet ist, nach Besuchen in Krankenhaus oder Arztpraxis oder wenn das Gerät auf der Toilette dabei war. Mehr dazu, welche Flächen in der Erkältungszeit öfter an der Reihe sind, finden Sie im Beitrag Grippesaison: welche Flächen jetzt öfter dran sind.
Das Mikrofasertuch selbst will ebenfalls gepflegt werden. Ein speckiges Tuch verteilt Fett nur um. Waschen Sie es regelmäßig, ohne Weichspüler – warum, steht im Beitrag Mikrofaser waschen ohne Weichspüler.
- Desinfektionsspray direkt auf das Display sprühen.
- Küchenpapier oder Taschentücher verwenden – sie können feine Kratzer hinterlassen.
- Mit Druck reiben, um „richtig sauber“ zu machen.
- Das Gerät während des Ladens reinigen.
- Die Hülle nie abnehmen: Darunter entsteht ein feuchtwarmes Klima.
- Mit einer Nadel oder Büroklammer im Ladeanschluss stochern.
Geräte, die viele Hände teilen
In Betrieben sieht die Lage anders aus. Kassen-Tablets in Cafés, Tablets für die Anmeldung in Praxen, Scanner im Lager oder Diensthandys, die bei Schichtwechsel übergeben werden, gehen durch viele Hände. Hier gehört das Gerät in den Reinigungs- oder Hygieneplan wie jede andere Handkontaktfläche.
Praktisch bewährt hat sich:
- Abwischbare Schutzhüllen ohne Stoff, Leder oder tiefe Rillen.
- Displayschutzfolien, die sich im Zweifel austauschen lassen, wenn die Oberfläche durch häufiges Wischen leidet.
- Feste Reinigungszeitpunkte, zum Beispiel bei jedem Schichtwechsel und am Ende des Tages.
- Freigegebene Tücher griffbereit neben dem Gerät, damit niemand zum Allzweckreiniger greift.
- Eine kurze Anweisung, welches Mittel erlaubt ist, gut sichtbar an der Ladestation.
In Praxen und Pflegeeinrichtungen legt der Hygieneplan fest, ob Geräte zwischen der Nutzung durch verschiedene Personen desinfiziert werden müssen und mit welchem Präparat. Dort sollten nur Präparate zum Einsatz kommen, die sowohl vom Gerätehersteller als auch vom Hygieneplan akzeptiert sind. Im Zweifel fragen Sie beim Hersteller nach einer Freigabeliste. Wie Anmeldetablets und Kugelschreiber in den Ablauf eingebunden werden, beschreibt der Beitrag zur Hygiene im Warteraum.
UV-Boxen und andere Gadgets
Im Handel gibt es UV-C-Boxen, in die man das Handy legt. Die Idee: UV-Licht soll Keime abtöten. Solche Geräte wirken nur dort, wo das Licht direkt hinkommt. Schatten an Kanten, Tasten und in Hüllen bleiben unbehandelt, und Schmutz schirmt ab. Wie gut ein bestimmtes Gerät wirkt, lässt sich als Verbraucher kaum überprüfen. Eine UV-Box ersetzt die mechanische Reinigung deshalb nicht. Wer ein solches Gerät nutzt, sollte das Handy vorher trotzdem abwischen.
Tipps aus dem Reinigungsalltag
Bei der Büroreinigung stoßen wir täglich auf Tischtelefone, Tablets in Besprechungsräumen und Konferenzmikrofone. Unser Grundsatz: Persönliche Geräte von Mitarbeitenden fassen wir nicht an, gemeinsam genutzte Geräte nur nach Absprache und mit freigegebenem Mittel. Das schützt Technik und Daten und vermeidet Missverständnisse.
- Tischtelefone werden mit einem nebelfeuchten Tuch gereinigt, der Hörer inklusive Sprechmuschel, das Tastenfeld mit einem trockenen Pinsel vorgereinigt.
- Tablets an Wandhalterungen wischen wir von oben nach unten mit einem frischen Tuch, damit sich an der unteren Kante kein Schmutzrand bildet.
- Displays im Ruhezustand zeigen Schlieren besser; wir reinigen deshalb bei ausgeschaltetem Bildschirm.
Serverschränke, Netzwerktechnik und Arbeitsplätze mit viel Elektronik haben eigene Regeln. Details dazu stehen im Beitrag Serverraum und Technikflächen.
Wann eine Reinigungsfirma sinnvoll ist
Das eigene Handy reinigen Sie am besten selbst. Anders sieht es bei gemeinsam genutzter Technik in Büro, Praxis oder Gastronomie aus. Eine gut abgestimmte Büroreinigung kann Telefone, Konferenztechnik und Tastaturen an Gemeinschaftsplätzen regelmäßig mit freigegebenen Mitteln bearbeiten. In Praxen fügen wir Anmeldetablets und Kartenterminals in die Praxisreinigung nach Hygieneplan ein, in Cafés und Restaurants die Kassensysteme in die Gastronomiereinigung. Putzfirma Berlin klärt vorab mit Ihnen, welche Geräte das Team anfassen darf und womit.
Häufige Fragen
Sind Desinfektionstücher für das Gerät erlaubt?
Viele Hersteller erlauben inzwischen Tücher mit etwa 70-prozentigem Isopropylalkohol für die Außenflächen. Prüfen Sie aber die Angaben für Ihr Modell. Chlor, Wasserstoffperoxid und scheuernde Mittel sind tabu, ebenso das direkte Aufsprühen.
Welcher Rhythmus ist im Privatalltag sinnvoll?
Ein kurzes Abwischen mit einem trockenen Mikrofasertuch ist jederzeit sinnvoll. Eine gründlichere, feuchte Reinigung einmal pro Woche reicht im privaten Alltag meist aus. Bei Erkältung im Haushalt oder nach Einsätzen in Praxis oder Pflege öfter.
Schadet Alkohol der Displaybeschichtung?
Gelegentliches, sanftes Wischen mit freigegebenen Alkoholtüchern ist für die meisten aktuellen Geräte unproblematisch. Sehr häufiges Desinfizieren kann die fettabweisende Schicht mit der Zeit abnutzen. Eine Schutzfolie schont das Display bei intensiver Nutzung im Betrieb.
Wie reinige ich den Ladeanschluss?
Vorsichtig mit einem weichen, trockenen Pinsel oder einem Holzzahnstocher, ohne Druck. Keine Metallgegenstände, keine Flüssigkeit, keine Druckluft. Bei festsitzendem Schmutz oder Ladeproblemen hilft eine Fachwerkstatt.
Bringt eine UV-Box etwas?
Sie kann beleuchtete Oberflächen ergänzend behandeln, erreicht aber keine Schattenbereiche und keinen verschmutzten Untergrund. Die Wirkung einzelner Geräte ist schwer zu beurteilen. Ein sauberes Tuch bleibt die Grundlage.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




