
Server, Switches und Speichersysteme laufen rund um die Uhr und saugen dabei ständig Raumluft durch ihre Gehäuse. Jede Faser, jedes Staubkorn, das in der Luft schwebt, landet früher oder später auf Kühlrippen, in Lüftern oder auf Platinen. Mit der Zeit bildet sich eine isolierende Schicht, die Wärme schlechter abführt. Die Geräte laufen heißer, Lüfter drehen höher, Bauteile altern schneller.
Gleichzeitig ist kaum ein Raum im Unternehmen so empfindlich gegenüber falscher Behandlung. Ein zu nasser Wischmopp, ein versehentlich gezogenes Kabel oder ein Staubsauger, der am falschen Stromkreis hängt – und schon steht der Betrieb. Deshalb braucht die Pflege dieser Flächen klare Regeln, die vor dem ersten Einsatz schriftlich feststehen.
Was in solchen Räumen schiefgehen kann
Die Risiken lassen sich in vier Gruppen einteilen. Wer sie kennt, kann gezielt vorbeugen.
Feuchtigkeit. Wasser in Verbindung mit Strom ist das offensichtlichste Risiko. Doch auch Restfeuchte auf dem Boden kann über längere Zeit Korrosion an Rackfüßen und Kabelkanälen fördern.
Elektrostatische Entladung. Beim Wischen und Saugen können sich Menschen und Geräte aufladen. Eine Entladung an empfindlicher Elektronik kann Bauteile schädigen, ohne dass es sofort auffällt.
Mechanische Einwirkung. Ein angestoßenes Patchkabel, ein verschobener Rack-Seitendeckel, eine offene Doppelbodenplatte als Stolperfalle – alles alltägliche Situationen.
Aufgewirbelter Staub. Ein gewöhnlicher Staubsauger ohne Feinfilter bläst feine Partikel zurück in die Luft, die dann direkt in die Geräte gezogen werden. Das Ergebnis ist schlechter als gar nicht zu saugen.
Was erlaubt ist und was nicht
Die folgende Aufteilung hat sich in vielen Unternehmen bewährt. Sie ersetzt keine Vorgaben Ihres IT-Dienstleisters oder Rechenzentrumsbetreibers, sondern dient als Gesprächsgrundlage.
| Bereich | Reinigung darf | Reinigung darf nicht | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Fußboden (Oberfläche) | saugen mit Feinfilter, nebelfeucht wischen | nass wischen, Schaummittel | antistatisch geeignete Mittel nutzen |
| Doppelboden (Hohlraum) | nur nach Freigabe und mit IT-Begleitung | Platten eigenmächtig öffnen | Plattenheber und Reihenfolge beachten |
| Rack-Außenflächen | trocken oder nebelfeucht abwischen | Türen öffnen, Geräte berühren | Griffbereiche besonders beachten |
| Geräteinneres, Lüfter | – | jede Berührung | Sache der IT oder eines Spezialbetriebs |
| Kabel und Patchfelder | – | anfassen, bündeln, umstecken | auch keine „Ordnung schaffen“ |
| Klimageräte, Umluftgitter | Außengitter trocken abwischen | Filter tauschen, Geräte öffnen | Wartung durch Klimafachbetrieb |
| Türen, Zugangsleser | Griffe und Rahmen reinigen | Türen offen stehen lassen | Zutritt protokollieren |
- Normaler Haushaltsstaubsauger. Ohne Feinstaubfilter verteilt er den Staub neu. Ein Gerät mit HEPA-Filter oder ein speziell für Technikräume gedachter Sauger ist Pflicht.
- Steckdose im Raum nutzen. Reinigungsgeräte gehören nicht an Stromkreise, die für IT-Technik vorgesehen sind. Klären Sie vorher, welche Steckdose zulässig ist.
- Sprühflaschen. Sprühnebel dringt in Lüftungsschlitze ein. Mittel immer auf das Tuch geben, nie auf die Fläche.
- Kartonagen im Raum lagern. Verpackungsmaterial neuer Geräte bringt Staub und Fasern mit und ist eine Brandlast.
- Reinigung ohne Ankündigung. Die IT muss wissen, wann jemand im Raum ist – auch wegen möglicher Alarme.
Vorbeugen: weniger Schmutz gelangt gar nicht erst hinein
Die beste Pflege ist die, die kaum nötig wird. Ein paar organisatorische Maßnahmen senken den Staubeintrag deutlich:
- Tür geschlossen halten. Offene Türen während Wartungsarbeiten sind der häufigste Weg, über den Flurstaub hineingelangt.
- Schmutzfangmatte vor dem Eingang. Eine kurze, regelmäßig gesaugte Matte hält Sand und Straßenschmutz von den Sohlen fern.
- Keine Pappe im Raum. Neue Geräte außerhalb auspacken. Kartonage gibt Fasern ab und erhöht die Brandlast.
- Keine Nebennutzung. Der Raum ist kein Lager für Büromaterial, Altgeräte oder Weihnachtsdeko.
- Essen und Trinken verbieten. Ein umgestoßener Becher kann Folgen haben, die weit über die Reinigung hinausgehen.
- Filter der Klimatechnik warten lassen. Saubere Filter halten die Luft im Umlauf staubärmer.
Wer diese Punkte in einer kurzen Hausregel festhält und an der Tür aushängt, erleichtert allen die Arbeit – auch externen Technikern, die nur gelegentlich im Raum sind.
Sicherer Ablauf Schritt für Schritt
- Termin und Begleitung klären. Legen Sie mit der IT fest, zu welchen Zeiten gereinigt wird. Bei sensiblen Räumen ist eine Begleitung sinnvoll, zumindest beim ersten Einsatz.
- Zugang dokumentieren. Jede Person, die den Raum betritt, wird erfasst – per Zutrittssystem oder Liste. Schlüssel und Karten werden persönlich übergeben. Was beim Verlust passiert, regelt der Vertrag; Hintergründe dazu im Beitrag zur Haftung beim Schlüsselverlust.
- Ausrüstung prüfen. Staubsauger mit Feinfilter, fusselfreie Mikrofasertücher, antistatische Reinigungsmittel, bei Bedarf Schuhüberzieher. Geräte mit geprüfter Elektrik.
- Von oben nach unten arbeiten. Zuerst Außenflächen der Racks und Regale trocken abnehmen, dann Kabelkanäle von außen, zuletzt der Boden.
- Boden nebelfeucht wischen. Das Tuch ist so ausgewrungen, dass keine sichtbare Feuchtigkeit zurückbleibt. Die Fläche ist nach wenigen Sekunden trocken.
- Abschlusskontrolle. Keine Werkzeuge, Tücher oder Verpackungen zurücklassen. Tür schließen, Zutritt austragen, Auffälligkeiten melden.
Welche Mittel und Geräte geeignet sind
| Material | Geeignet | Ungeeignet |
|---|---|---|
| Tücher | fusselfreie Mikrofaser, Einweg-Reinraumtücher | Baumwolllappen, Papier mit Faserabrieb |
| Sauger | Industriesauger mit HEPA-Filter, antistatischer Schlauch | Haushaltsgerät ohne Feinfilter, Akku-Handsauger |
| Reinigungsmittel | antistatische Bodenreiniger, reines Wasser | Wachspflege, Schaumreiniger, Glanzmittel |
| Schutz | ESD-geeignete Schuhe oder Überzieher auf Wunsch | Wollkleidung mit hoher Aufladung |
Bei Bodenbelägen mit leitfähiger Beschichtung dürfen keine filmbildenden Pflegemittel verwendet werden, da sie die Ableitfähigkeit verringern. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller des Bodens nach.
Übrigens betrifft das Thema nicht nur große Rechenzentren. Auch der Verteilerschrank im Flur, die Telefonanlage in der Abstellkammer oder das kleine Netzwerkrack unter dem Empfangstresen verdienen Aufmerksamkeit. Gerade dort wird oft achtlos gewischt oder gesaugt, weil niemand an die Technik denkt. Kennzeichnen Sie solche Stellen, zum Beispiel mit einem Aufkleber „nur trocken abwischen“, damit auch Vertretungskräfte Bescheid wissen.
Worauf wir bei Putzfirma Berlin achten
In unseren Einsätzen gilt für Technikflächen eine einfache Grundregel: Wir reinigen, was außen liegt, und fassen nichts an, was Strom führt oder Daten transportiert. Für diese Räume setzen wir nur eingewiesene Kräfte ein, die immer dieselben sind. Das schafft Vertrauen bei der IT und vermeidet Überraschungen.
Ein häufiger Fall: In kleineren Firmen ist der „Serverraum“ eigentlich eine Abstellkammer mit Rack, Drucker, Altpapier und Kartons. Hier lohnt es sich, zuerst gemeinsam auszusortieren. Erst dann kann der Raum sinnvoll gepflegt werden. Wie sich eine neue Reinigungsfirma an solche Besonderheiten gewöhnt, beschreibt der Beitrag Neue Reinigungsfirma einarbeiten.
Auch die Lüftung spielt eine Rolle. Staubige Umluftgitter der Klimageräte deuten darauf hin, dass Filter fällig sind. Wir melden das, tauschen aber nichts selbst. Warum saubere Lüftungsbauteile wichtig sind, zeigt der Artikel über Klimaanlagen und Lüfter.
Wann Spezialisten gefragt sind
Die regelmäßige Pflege der Oberflächen kann ein zuverlässiger Reinigungsdienst leisten. Eine Innenreinigung von Doppelbodenhohlräumen, eine Reinigung nach Baumaßnahmen im Raum oder die Entstaubung von Geräten selbst ist dagegen Arbeit für Spezialisten mit passender Ausrüstung und enger IT-Abstimmung. Wir bieten im Rahmen der Sonderreinigung die Oberflächenpflege nach Umbauten und Staubereignissen an und verweisen für Arbeiten an der Technik an entsprechende Fachbetriebe. Die laufende Pflege lässt sich gut in eine Gewerbereinigung oder Büroreinigung einbinden.
Geht dennoch einmal etwas kaputt, springt unsere Betriebshaftpflichtversicherung ein. Wie in solchen Fällen vorzugehen ist, erklärt der Beitrag Schaden durch Reinigung.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein solcher Raum gepflegt werden?
In vielen Unternehmen reicht eine wöchentliche bis zweiwöchentliche Bodenpflege mit Feinfiltersauger. Nach Umbauten oder in staubigen Umgebungen kann häufiger nötig sein. Bestimmen Sie den Rhythmus gemeinsam mit der IT.
Darf das Putzteam den Doppelboden öffnen?
Nur mit ausdrücklicher Freigabe und idealerweise in Begleitung. Das Öffnen verändert die Luftführung im Raum und birgt Stolpergefahren. Bei Unsicherheit gilt: geschlossen lassen.
Welche Mittel eignen sich für Räume mit Rechnern?
Antistatische, rückstandsfreie Bodenreiniger oder klares Wasser. Wachse und Glanzpflege sind ungeeignet, weil sie Rückstände hinterlassen und Ableitfähigkeit beeinträchtigen können.
Braucht das Personal eine Sicherheitsüberprüfung?
Das hängt von Ihren internen Vorgaben ab. Viele Unternehmen verlangen eine Verschwiegenheitserklärung und feste, namentlich bekannte Kräfte. Beides lässt sich vertraglich vereinbaren.
Wer haftet, wenn ein Gerät ausfällt?
Das hängt von Ursache und Vertrag ab. Eine klare Aufgabenbeschreibung, was gereinigt wird und was nicht, schützt beide Seiten. Dies ist keine Rechtsberatung.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




