Symbolgrafik zum Beitrag „Reinigungsbedarf berechnen“ aus dem Thema Sauberkeit im Firmenalltag

„Was kostet die Reinigung für unser Büro?“ – diese Frage lässt sich ohne Rundgang nicht exakt beantworten. Eine grobe Schätzung ist aber gut möglich, wenn man weiß, wie Reinigungsfirmen rechnen. Denn hinter jedem seriösen Angebot steht eine einfache Logik: Fläche mal Häufigkeit, geteilt durch die Fläche, die eine Reinigungskraft pro Stunde schafft.

Wer diese Logik kennt, kann Angebote besser vergleichen. Er erkennt, ob ein auffällig günstiger Preis nur deshalb zustande kommt, weil zu wenig Zeit eingeplant ist – was sich später in der Qualität zeigt. Und er kann intern besser einschätzen, ob der gewünschte Umfang zum Budget passt.

Die drei Stellschrauben

Fläche. Nicht die gesamte Mietfläche zählt, sondern die tatsächlich zu reinigende Fläche, aufgeteilt nach Raumarten. Ein Büroraum wird anders gereinigt als ein Waschraum. Die Grundfläche lässt sich meist aus dem Mietvertrag oder dem Grundriss ablesen.

Leistungswert. So heißt in der Branche die Fläche, die eine geübte Reinigungskraft in einer Stunde in einem bestimmten Raumtyp schafft. Er hängt von Möblierung, Bodenbelag, Verschmutzung und Umfang ab. Ein aufgeräumtes Büro mit Teppichboden ist schneller gereinigt als ein vollgestelltes mit Hartboden, auf dem nass gewischt wird.

Turnus. Wie oft wird welcher Bereich gereinigt? Waschräume und Küchen täglich, Arbeitsräume vielleicht zwei- oder dreimal pro Woche, Archive einmal im Monat. Die Häufigkeit hat den größten Einfluss auf die Kosten.

Richtwerte für Leistungswerte

Die folgenden Werte sind grobe Anhaltspunkte aus der Praxis für die Unterhaltsreinigung. Sie sind keine Norm, und jedes Objekt weicht davon ab. Für eine erste Rechnung eignen sie sich aber gut.

Raumart Typischer Leistungswert (m² pro Stunde) Beeinflusst durch
Einzel- und Gruppenbüros 150 bis 250 Möblierung, Belag, Aufgeräumtheit
Großraum, offene Fläche 200 bis 300 wenig Wände, große Laufwege
Flure, Eingang 200 bis 350 Nässe, Besucherzahl
Besprechungsräume 150 bis 250 Tische, Technik, Nutzung
Teeküche 60 bis 100 Geräte, Geschirr, Nutzung
Sanitärräume 40 bis 80 Anzahl WCs und Waschbecken
Archiv, Lager 300 bis 500 Regale, wenig Nutzung

Die großen Spannen zeigen, warum eine Besichtigung wichtig ist. Ein Waschraum mit sechs WCs, Urinalen und Duschen dauert pro Quadratmeter viel länger als einer mit einem einzigen WC.

So rechnen Sie Schritt für Schritt

  1. Flächen erfassen. Notieren Sie die Quadratmeter pro Raumart. Ein Grundriss mit Flächenangaben ist ideal.
  2. Leistungswerte zuordnen. Wählen Sie für jede Raumart einen Wert aus der Tabelle. Bei vielen Möbeln oder Hartböden eher den unteren Wert.
  3. Zeit pro Durchgang berechnen. Fläche geteilt durch Leistungswert ergibt die Stunden pro Reinigung.
  4. Mit dem Turnus multiplizieren. Stunden pro Durchgang mal Anzahl der Reinigungen pro Woche.
  5. Zusammenzählen. Die Summe ergibt die Wochenstunden.
  6. Mit dem Stundensatz rechnen. Wochenstunden mal Stundensatz, dann mal rund 4,33 Wochen pro Monat.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir ein typisches Büro mit 400 m² Mietfläche in einem Berliner Geschäftshaus. Davon sind 300 m² Arbeitsräume, 40 m² Sanitär, 30 m² Teeküche und 30 m² Flur und Eingang.

Bereich Fläche Leistungswert Stunden je Durchgang Turnus pro Woche Stunden pro Woche
Arbeitsräume 300 m² 200 m²/h 1,5 2 3,0
Sanitär 40 m² 60 m²/h 0,67 5 3,3
Teeküche 30 m² 80 m²/h 0,38 5 1,9
Flur, Eingang 30 m² 250 m²/h 0,12 5 0,6
Summe rund 8,8

Bei einem Stundensatz ab 26,90 € netto (Stand 2026, bitte aktuell prüfen) ergeben sich rund 237 € netto pro Woche und etwa 1.025 € netto pro Monat. Das ist eine Schätzung ohne Glasreinigung, Grundreinigung, Teppichpflege und Verbrauchsmaterial. Den tatsächlichen Preis bestimmen Zustand, Zugang, Einsatzzeit und Sonderwünsche. Eine Übersicht unserer aktuellen Preise für Reinigung hilft beim Einordnen.

Interessant ist, wie stark der Turnus wirkt: Würden die Arbeitsräume täglich statt zweimal pro Woche gereinigt, stiegen die Wochenstunden in unserem Beispiel um 4,5 auf über 13. Oft ist ein Mittelweg sinnvoll – täglich Papierkörbe und Sichtreinigung, zweimal gründlich.

Denkfehler bei der Schätzung
  • Die gesamte Mietfläche mit einem einzigen Leistungswert rechnen – das unterschätzt Sanitär und Küche erheblich.
  • Nur den Stundensatz vergleichen, nicht die angesetzten Stunden. Ein günstiger Satz mit zu wenig Zeit ist am Ende teurer.
  • Sonderleistungen wie Fenster oder Teppich in den laufenden Preis erwarten.
  • Den Aufwand für Verbrauchsmaterial und dessen Nachfüllen vergessen.
  • Leistungswerte aus dem Internet übernehmen, ohne die eigene Möblierung zu berücksichtigen.

Was zusätzlich einzuplanen ist

Die Unterhaltsreinigung ist nur ein Teil des Gesamtbudgets. Hinzu kommen periodische Leistungen: Glasflächen je nach Lage und Wunsch einige Male pro Jahr, Teppichböden ein- bis zweimal im Jahr in der Tiefe, Hartböden gelegentlich maschinell. Größere Objekte fassen das in einer umfassenden Gebäudereinigung mit Leistungsverzeichnis zusammen.

Verbrauchsmaterial wie Seife, Papierhandtücher und Toilettenpapier wird oft separat berechnet oder direkt vom Unternehmen gekauft. Wie man den Bedarf plant, beschreibt der Beitrag zu Verbrauchsmaterial im Sanitärbereich.

Auch die Uhrzeit beeinflusst die Kalkulation. Reinigung am Abend oder in der Nacht kann andere Kosten verursachen als Einsätze tagsüber. Was für die Tagesvariante spricht, steht im Beitrag über Reinigung während der Geschäftszeit.

Aus der Praxis: worauf wir bei der Kalkulation achten

Wir kalkulieren grundsätzlich nicht nach Pauschalwerten, sondern nach einem Rundgang. Dabei schauen wir auf Dinge, die in keiner Tabelle stehen: Wie viele Papierkörbe gibt es? Liegen Kabel auf dem Boden? Wie weit ist der nächste Wasseranschluss? Gibt es einen Aufzug oder müssen Geräte getragen werden? Solche Faktoren verändern den Zeitbedarf spürbar.

Außerdem achten wir darauf, dass die Stunden zum Lohnniveau passen. Der Mindestlohn in der Gebäudereinigung ist tariflich geregelt; wer deutlich darunter kalkuliert, kann die Leistung auf Dauer nicht erbringen. Mehr dazu im Beitrag zum Tariflohn in der Gebäudereinigung. Wie man Angebote richtig liest, erklärt der Beitrag Reinigungsangebote verstehen.

Unterlagen für eine schnelle Kalkulation
  • Grundriss mit Flächen oder zumindest Raumliste
  • Anzahl der Arbeitsplätze und Mitarbeitenden
  • Anzahl WCs, Urinale, Waschbecken, Duschen
  • Gewünschte Uhrzeiten und Tage
  • Bodenbeläge und besondere Oberflächen

Wie sich der Aufwand im Lauf des Jahres ändert

Der errechnete Wert ist ein Durchschnitt. In der Praxis schwankt der Aufwand. Im Winter tragen Besucher Nässe und Streugut herein, Eingang und Flure brauchen mehr Zeit. In der Erkältungssaison lohnt es sich, Kontaktflächen häufiger zu reinigen. Im Sommer sind oft weniger Menschen im Büro, dafür fällt in Küchen mehr Müll durch Getränke und Obst an. Ein guter Vertrag sieht vor, dass solche Schwankungen ohne großen Aufwand angepasst werden können – etwa durch eine zusätzliche Runde in bestimmten Monaten.

Auch organisatorische Veränderungen wirken sich aus: Mehr mobiles Arbeiten senkt die Belegung, neue Teams erhöhen sie. Prüfen Sie den Umfang deshalb einmal im Jahr gemeinsam mit Ihrem Dienstleister.

Wann Sie sich beraten lassen sollten

Eine eigene Schätzung ist ein guter Startpunkt, ersetzt aber keine Besichtigung. Spätestens wenn mehrere Etagen, gemischte Nutzungen oder besondere Hygieneanforderungen dazukommen, lohnt ein Fachblick. Putzfirma Berlin besichtigt kostenlos, erstellt ein Leistungsverzeichnis nach Raumarten und legt werktags innerhalb von 24 Stunden ein Angebot für die Büroreinigung vor. Wenn Sie direkt anfragen möchten, nutzen Sie das Formular für ein unverbindliches Angebot.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden sind bei 20 Arbeitsplätzen realistisch?

Das hängt von Fläche, Ausstattung und Turnus ab. Bei rund 200 bis 300 m² und täglicher Sanitär- und Küchenreinigung liegen viele Büros grob zwischen fünf und zehn Stunden pro Woche. Eine genaue Zahl ergibt sich erst nach der Besichtigung.

Was ist ein Leistungswert?

Die Fläche in Quadratmetern, die eine geübte Reinigungskraft in einer Stunde in einem bestimmten Raumtyp reinigt. Er ist die wichtigste Grundlage jeder Kalkulation in der Unterhaltsreinigung.

Warum unterscheiden sich Angebote so stark?

Meist wegen unterschiedlicher Annahmen über Leistungswerte und Turnus. Ein Anbieter kalkuliert mit mehr Zeit, der andere mit weniger. Vergleichen Sie daher immer die angesetzten Stunden und den Leistungsumfang, nicht nur den Endpreis.

Kann man durch einen anderen Turnus sparen?

Ja, das ist die wirksamste Stellschraube. Wenig genutzte Räume seltener, stark genutzte Bereiche wie Sanitär und Küche weiterhin täglich – so bleibt der Standard hoch und die Kosten sinken.

Ist der Stundensatz netto oder brutto angegeben?

Im gewerblichen Bereich werden Preise üblicherweise netto zuzüglich Umsatzsteuer angegeben. Achten Sie im Angebot darauf, wie der Preis ausgewiesen ist.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.