Symbolgrafik zum Beitrag „Büroreinigung tagsüber“ aus dem Thema Sauberkeit im Firmenalltag

Lange galt in Deutschland die Regel: Gereinigt wird, wenn niemand mehr da ist. Die Reinigungskräfte kommen um 18 oder 19 Uhr, arbeiten allein durch dunkle Flure und sind weg, bevor morgens jemand die Tür aufschließt. In Skandinavien und den Niederlanden ist das seit Jahren anders. Dort wird ein großer Teil der Büroflächen während der üblichen Geschäftszeiten gereinigt. Auch in Berlin fragen inzwischen mehr Unternehmen danach – aus Kostengründen, aus Nachhaltigkeitsgründen und weil sie die Menschen kennen wollen, die ihre Räume pflegen.

Was mit dem Begriff gemeint ist

Unter Tagesreinigung versteht man, dass die regelmäßige Unterhaltsreinigung ganz oder teilweise zwischen etwa 7 und 18 Uhr stattfindet, während im Büro gearbeitet wird. Das kann bedeuten, dass ein Team am Vormittag komplett durch die Fläche geht. Oder es gibt eine Mischform: Sanitärräume und Küchen werden tagsüber betreut, Böden in Arbeitsbereichen abends oder am frühen Morgen.

Was für den Einsatz am Tag spricht

Geringere Nebenkosten. Wenn abends nicht mehr die ganze Etage beleuchtet und beheizt werden muss, spart das Energie. Wie viel, hängt stark vom Gebäude ab, spürbar ist es aber meist.

Weniger Sicherheitsaufwand. Keine Schlüsselübergabe für die Nachtstunden, keine Alarmanlage, die von Reinigungskräften scharf und unscharf geschaltet werden muss. Das vereinfacht auch Fragen der Haftung bei Schlüsselverlust.

Direkter Draht. Wenn in der Küche etwas ausgelaufen ist, sagt es jemand der Reinigungskraft direkt. Reklamationen werden seltener, weil Probleme gelöst sind, bevor sie jemand aufschreibt.

Mehr Wertschätzung. Wer sichtbar arbeitet, wird gegrüßt und wahrgenommen. Das verbessert oft die Arbeitszufriedenheit im Reinigungsteam und damit auch die Qualität. Zudem sind Tagesschichten für viele Beschäftigte familienfreundlicher als Spätdienste.

Bedarfsgerechte Pflege. Waschräume werden dann aufgefüllt, wenn sie gebraucht werden, nicht erst nach Feierabend. Gerade in stark genutzten Etagen macht das einen großen Unterschied.

Wo es haken kann

Lärm. Staubsauger, klappernde Eimer, Gespräche auf dem Flur. In offenen Bürolandschaften kann das empfindlich stören. Ohne leise Geräte und eine kluge Reihenfolge funktioniert Tagesreinigung dort nicht. Ausführliche Hinweise dazu gibt unser Beitrag zum leisen Reinigen im Großraumbüro.

Belegte Arbeitsplätze. Wo Menschen sitzen, lässt sich kein Tisch wischen. Schreibtische werden deshalb meist nur gereinigt, wenn sie frei sind – das klappt gut mit Desk-Sharing und einer Regel für freie Flächen.

Vertraulichkeit. Wer tagsüber durch Räume geht, hört Telefonate und sieht Bildschirme. Eine Verschwiegenheitsvereinbarung ist ohnehin üblich, sollte hier aber ausdrücklich besprochen werden.

Nasse Böden. Gewischte Flächen sind rutschig. Warnschilder und das Wischen in Bahnen, die Laufwege freilassen, sind Pflicht.

Vergleich: Abend, Morgen oder Tag

Kriterium Abendreinigung Frühreinigung (vor 8 Uhr) Tagesreinigung
Störung des Betriebs keine kaum möglich, planbar
Kontakt zum Team selten gering täglich
Energiebedarf fürs Gebäude zusätzliche Stunden teilweise im normalen Betrieb
Zugriff auf Schreibtische vollständig vollständig nur freie Plätze
Sanitär im Tagesverlauf einmal täglich einmal täglich nach Bedarf mehrfach
Schlüsselregelung nötig nötig meist nicht nötig
Eignung Großraum sehr gut sehr gut nur mit leisen Geräten

So führen Sie die Umstellung ein

  1. Bestandsaufnahme. Welche Räume sind wann belegt? Wo gibt es Rückzugsräume, Fokuszonen, Telefonboxen? Ein Grundriss mit Belegungszeiten ist die beste Grundlage.
  2. Zonen und Zeitfenster festlegen. Küchen nach der Mittagsspitze, Waschräume zweimal täglich, Besprechungsräume in den Lücken zwischen Buchungen.
  3. Geräte prüfen. Leise Sauger mit Akku, Wischsysteme ohne Eimergeklapper. Kabel auf dem Boden sind im laufenden Betrieb eine Stolperfalle.
  4. Mitarbeitende informieren. Eine kurze Mail, wer wann kommt, und was man tun kann: Tisch frei machen, Taschen vom Boden nehmen.
  5. Probezeit vereinbaren. Vier bis sechs Wochen mit Rückmeldung aus dem Team. Danach anpassen.
  6. Ansprechpartner benennen. Auf beiden Seiten eine feste Person, die Fragen sammelt. Worauf es beim Start mit einem anderen Anbieter ankommt, steht im Text zum Einarbeiten einer Reinigungsfirma.
Was die Umstellung scheitern lässt
  • Das Team erfährt erst am ersten Tag davon und fühlt sich überrumpelt.
  • Es wird dieselbe Checkliste wie für abends verwendet, obwohl nur die Hälfte der Schreibtische frei ist.
  • Laute Rückensauger in einem Open Space ohne Absprache.
  • Keine Regel für den Umgang mit persönlichen Gegenständen auf den Tischen.

Für wen es gut passt – und für wen weniger

Gut geeignet sind Büros mit Desk-Sharing, Agenturen und Coworking-Flächen mit offener Kultur, Verwaltungen mit festen Kernzeiten und Unternehmen, die auf ihre Energiebilanz achten. In Agenturen und Kreativbüros erleben wir häufig, dass die Reinigungskraft tagsüber fast zum Team gehört.

Weniger passend ist die Tagesreinigung in Kanzleien und Praxen mit hohem Vertraulichkeitsbedarf, in Räumen mit ständigem Kundenverkehr oder in Büros, in denen Menschen dauerhaft telefonieren. Dort bleibt die Randzeit oft die bessere Wahl, eventuell ergänzt um einen kurzen Tagesgang für die Waschräume. Eine gezielte Sanitärreinigung zur Mittagszeit ist ein guter Kompromiss.

Erfahrungen aus unseren Einsätzen

Bei Tageseinsätzen fangen unsere Leute mit den Flächen an, die am wenigsten stören: Küche, Flure, Waschräume. Arbeitsbereiche folgen dann, wenn die Belegung niedrig ist – oft in der Mittagszeit oder am Freitagnachmittag. Staubsauger laufen nur in kurzen Abschnitten, dazwischen wird von Hand gearbeitet.

Wichtig ist uns außerdem, dass die Reinigungskraft sichtbar zu erkennen ist, etwa an Arbeitskleidung, und dass sie sich in neuen Teams einmal vorstellt. Das nimmt Unsicherheit auf beiden Seiten. Aufgeräumte Tische erleichtern die Arbeit enorm; wie Unternehmen das regeln, erläutert unser Artikel über die Clean-Desk-Policy.

Ein typischer Tagesablauf

Wie so ein Tag aussehen kann, zeigt das folgende Beispiel für eine Büroetage mit rund vierzig Arbeitsplätzen, zwei Waschräumen und einer Küche. Die Zeiten sind Richtwerte und werden immer an die Belegung angepasst.

  • 7:00 bis 8:30: Flure, Eingang und Treppenbereich, solange wenig los ist. Papierkörbe leeren, Böden in Laufwegen feucht wischen.
  • 8:30 bis 10:00: Waschräume gründlich, Verbrauchsmaterial auffüllen. Danach Küche vorbereiten: Spülmaschine ausräumen, Arbeitsflächen wischen.
  • 10:00 bis 11:30: Freie Besprechungsräume nach Buchungsplan, anschließend unbelegte Schreibtische.
  • Nach der Mittagspause: Küche erneut, weil dort jetzt die größte Unordnung herrscht. Waschräume kurz kontrollieren.
  • Später Nachmittag: Restliche Arbeitsplätze, die inzwischen frei geworden sind, und ein letzter Rundgang.

Wichtig ist nicht die exakte Uhrzeit, sondern dass das Team den Rhythmus kennt. Wer weiß, dass die Küche um 13:30 Uhr gemacht wird, stellt seine Tasse nicht um 13:15 Uhr in die Spüle, sondern gleich in die Maschine.

Wann ein Profi die Planung übernehmen sollte

Die Umstellung klingt einfach, verändert aber Abläufe, Einsatzpläne und manchmal auch den Umfang. Wer bisher abends in drei Stunden alles erledigt hat, braucht tagsüber eventuell mehr Zeit, weil gewartet werden muss. Eine seriöse Kalkulation berücksichtigt das. Putzfirma Berlin plant Tagesreinigung im Rahmen der Büroreinigung nach einer kostenlosen Besichtigung und legt Zeitfenster gemeinsam mit Ihnen fest. Für eine erste Schätzung des Zeitbedarfs hilft unsere Rechnung für den Reinigungsbedarf.

Häufige Fragen

Ist Reinigung am Tag teurer als abends?

Nicht zwangsläufig. Nachtzuschläge fallen weg, dafür kann der Zeitaufwand etwas steigen, weil nicht alle Flächen sofort frei sind. Unterm Strich hängt es vom Objekt ab. Ein Vergleich beider Varianten im Angebot schafft Klarheit.

Stört es nicht, wenn jemand während Videokonferenzen saugt?

Doch, deshalb braucht es Absprachen. Sauger laufen nur in Bereichen ohne laufende Calls, Telefonboxen werden erst gereinigt, wenn sie frei sind. Leise Geräte senken die Störung zusätzlich deutlich.

Was passiert mit belegten Schreibtischen?

Sie werden ausgelassen und beim nächsten Durchgang nachgeholt. In Büros mit festen Plätzen vereinbaren viele Firmen einen festen Tag, an dem Tische freigeräumt werden.

Kann man die Tagesreinigung auch nur teilweise einführen?

Ja, und das ist oft der beste Start. Viele Unternehmen beginnen mit Küche und Waschräumen tagsüber und lassen Böden weiter abends reinigen. Nach einigen Wochen zeigt sich, ob mehr sinnvoll ist.

Brauchen Reinigungskräfte tagsüber einen eigenen Raum?

Ein kleiner Abstellraum für Wagen, Mittel und Nachfüllware ist sehr hilfreich. So stehen Geräte nicht in Fluren herum, und Reinigungsmittel sind sicher verwahrt. Ideal ist ein Raum mit Ausgussbecken, damit Wischwasser nicht in der Teeküche entsorgt werden muss. Wo das fehlt, finden wir gemeinsam mit Ihnen eine praktikable Lösung.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.