Symbolgrafik zum Beitrag „Leise reinigen im Großraum“ aus dem Thema Sauberkeit im Firmenalltag

Ein offenes Büro lebt davon, dass Menschen sich sehen und schnell austauschen können. Der Preis dafür ist Geräusch. Telefonate, Tastaturen, Kaffeemaschine – all das mischt sich zu einem Grundpegel, an den man sich gewöhnt. Was man sich nicht gewöhnt, sind plötzliche, laute Störungen. Ein Industriesauger, der unvermittelt anspringt, reißt dreißig Leute gleichzeitig aus der Konzentration.

Gleichzeitig verschmutzen offene Flächen schnell. Viele Menschen laufen dieselben Wege, an den Druckerinseln fällt Papierstaub an, und Teppichböden halten Krümel fest, die erst beim Saugen verschwinden. Die Reinigung lässt sich also nicht einfach weglassen. Sie muss so organisiert werden, dass sie nicht stört.

Warum Geräusche im offenen Raum so wirken

Akustiker unterscheiden zwischen gleichmäßigem Hintergrundgeräusch und auffälligen Einzelgeräuschen. Gleichmäßiges Rauschen blendet das Gehirn nach kurzer Zeit aus. Einzelne, wechselnde Geräusche ziehen dagegen immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich – besonders Sprache und Geräusche mit hohen Frequenzen, wie sie viele Saugmotoren erzeugen.

Die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 „Lärm“ beschreibt, wie Lärm am Arbeitsplatz zu beurteilen ist, und nennt für Tätigkeiten mit hoher Konzentration einen niedrigen Richtwert für den Beurteilungspegel. Dieser Pegel wird über die Arbeitszeit gemittelt, ein kurzer Saugvorgang sprengt ihn also nicht sofort. Für das Empfinden im Team ist aber gerade die kurze Spitze entscheidend. Wer den Gesundheitsschutz im Detail bewerten möchte, sollte die Fachkraft für Arbeitssicherheit einbeziehen; unsere Hinweise ersetzen keine Beratung.

Technik, die den Pegel senkt

Gerät oder Hilfsmittel Vorteil im offenen Büro Worauf achten
Akku-Bodensauger in Leise-Ausführung kein Kabel, niedrigerer Schallpegel Herstellerangabe in dB(A) vergleichen, Ersatzakku einplanen
Rückensauger mit Akku beweglich zwischen Tischreihen nur Modelle mit geringer Lautstärke, sonst eher abends
Flachwischsystem mit vorgetränkten Bezügen kein Eimer, kein Klappern Bezüge nach jedem Raum wechseln
Mikrofasertücher im Farbsystem lautlos, ohne Sprühgeräusch Tuch anfeuchten statt sprühen
Wagen mit gummierten Rollen kein Rattern auf Fliesen und Schwellen Rollen regelmäßig von Haaren befreien
Kehrsaugmaschine große Flächen schnell in Randzeiten, nicht während Kernzeit

Viele Hersteller bieten inzwischen Geräte an, die deutlich leiser arbeiten als klassische Bodenstaubsauger. Die Unterschiede sind hörbar: Ein paar Dezibel weniger klingen für das Ohr wie eine spürbare Halbierung der Lautheit, wenn der Abstand groß genug ist. Achten Sie beim Vergleich darauf, unter welchen Bedingungen der Wert gemessen wurde.

Reihenfolge und Zeitfenster

Das beste Gerät nützt wenig, wenn es zur falschen Zeit am falschen Ort läuft. So gehen wir in offenen Etagen vor:

  1. Belegungsplan ansehen. Wo sitzen Teams, die viel telefonieren? Wo sind Fokuszonen? Wann sind die großen Calls?
  2. Leere Bereiche zuerst. Küche, Flure, Druckerinseln, Lounge. Dort stört Saugen am wenigsten.
  3. Handarbeit vor Maschine. Tische, Fensterbänke und Griffe von Hand, lautlos. Der Sauger kommt nur für den Boden.
  4. Blockweise saugen. Nicht quer durch die Halle, sondern einen Abschnitt komplett, dann Pause. So wandert die Störung nicht ständig durch den Raum.
  5. Randzeiten nutzen. Böden in Hauptarbeitsbereichen lieber vor neun oder nach fünf. Mittags ist oft ein gutes Fenster, wenn viele in der Kantine sind.
  6. Signale vereinbaren. Manche Büros nutzen einen Aufsteller oder einen Hinweis im Chat: „Reinigung jetzt in Zone B“. Wer telefoniert, kann kurz umziehen.
Fehler, die für schlechte Stimmung sorgen
  • Sauger mit Kabel quer über Laufwege: Lärm plus Stolperfalle.
  • Sprühflaschen im Minutentakt neben Arbeitsplätzen – Geräusch und Geruch zugleich.
  • Staubsaugen direkt neben Telefonboxen, die nur mäßig schalldicht sind.
  • Wechselnde Reinigungskräfte, die die Zonen nicht kennen und jeden Tag anders vorgehen.
  • Klappernde Metalleimer und laute Gespräche beim Übergeben des Wagens.

Akustikelemente: Schallschlucker brauchen eigene Pflege

Wer über Lärm spricht, sollte auch die Dinge nicht vergessen, die ihn dämpfen. Moderne Großraumflächen sind voll davon: Deckensegel, Wandabsorber aus Filz oder Stoff, Tischtrennwände, Akustikvorhänge, Möbel mit gepolsterten Rückwänden. All diese Flächen sind porös, damit sie Schall schlucken. Genau deshalb halten sie auch Staub fest.

Ein verstaubter Absorber arbeitet schlechter, sieht grau aus und kann bei Allergikern Beschwerden verstärken. Gleichzeitig vertragen die meisten dieser Elemente keine Nässe. Wasser lässt Filz verziehen, Stoffbezüge bekommen Ränder, und manche Mineralfaserplatten weichen auf.

Element Regelmäßige Pflege Gründliche Pflege Vorsicht
Tischtrennwand mit Stoff wöchentlich absaugen mit Polsterdüse Fleckbehandlung nach Herstellerangabe keine nassen Tücher
Wandpaneel aus Filz monatlich absaugen Fussel mit Fusselrolle keine Reiniger mit Lösemittel
Deckensegel ein- bis zweimal jährlich absaugen nach Herstellerangabe Arbeiten in Höhe nur mit sicherem Tritt
Akustikvorhang absaugen, lüften Waschen oder Reinigung laut Etikett Brandschutzausrüstung kann leiden
Teppichboden täglich oder mehrmals wöchentlich saugen Sprühextraktion ein- bis zweimal jährlich Trocknungszeit einplanen

Teppichboden ist übrigens selbst ein wichtiger Bestandteil der Raumakustik. Wird er gut gepflegt, bleibt er länger im Einsatz. Wie Teppichfliesen im Büro gereinigt und ausgetauscht werden, erklärt unser Beitrag zu Teppichfliesen im Büro. Für eine gründliche Tiefenreinigung ganzer Flächen bieten wir eine eigene Teppichreinigung mit Sprühextraktion an, meist am Wochenende, damit bis Montag alles trocken ist.

Erfahrungen aus offenen Etagen

Bei unserer Arbeit in offenen Etagen hat sich eine einfache Regel bewährt: Erst wird alles erledigt, was lautlos geht, dann kommt die Maschine – und zwar zügig und in einem Zug. Wer zwischendurch immer wieder anschaltet, stört häufiger als nötig.

Wir besprechen außerdem mit der Büroleitung, ob es Tage gibt, an denen weniger Leute im Haus sind. In vielen Berliner Unternehmen mit mobilem Arbeiten sind Montag und Freitag ruhiger. Dann lassen sich größere Bodenarbeiten gut dorthin legen. Aufgeräumte Tische helfen genauso: Wo nichts liegt, ist die Fläche in Sekunden gewischt. Wie Firmen das regeln, zeigt der Text zur Clean-Desk-Policy.

Ein häufiger Fall ist auch der Bürohund. Hundehaare in Teppichböden lassen sich nur mit guter Saugleistung entfernen, und genau die ist lauter. Hier planen wir einen längeren Saugdurchgang in einem ruhigen Zeitfenster ein, statt täglich halbherzig. Ähnlich ist es mit großen Pflanzeninseln, die gern als natürliche Raumteiler dienen: Ihre Blätter halten Staub, und wer sie abwischt, braucht Ruhe und Zeit. Mehr dazu im Beitrag über Pflanzen im Büro und Staub.

Kurz-Check für Ihr Büro
  • Gibt es feste Zeitfenster für laute Arbeiten?
  • Wissen alle, wann gereinigt wird?
  • Arbeiten die Reinigungskräfte mit akkubetriebenen, leisen Geräten?
  • Stehen Absorber und Stofftrennwände im Reinigungsplan?
  • Ist die Tiefenreinigung von Teppichen terminiert?

Welche Rolle der Dienstleister spielt

Leises Arbeiten ist eine Frage der Ausstattung und der Übung. Ein festes Team, das Ihre Fläche kennt, braucht weniger Zeit, weil es nicht suchen muss. Es weiß, wo die Steckdosen liegen, welche Ecken am meisten abbekommen und wann der Vertrieb seine Telefonrunde hat. Das ist der Grund, warum Putzfirma Berlin ohne Subunternehmer und mit festen Teams arbeitet.

Wenn Sie Ihr offenes Büro während der Arbeitszeit betreuen lassen möchten, lesen Sie vorab die Hinweise zur Reinigung am Tag. Für Co-Working-Flächen mit ständig wechselnden Nutzern gibt es die Reinigung für Coworking-Spaces, für klassische Büroetagen die Büroreinigung mit festem Team.

Kurz beantwortet

Wie laut darf ein Staubsauger im Büro sein?

Eine feste Grenze für einzelne Geräte gibt es nicht. Entscheidend ist der Beurteilungspegel am Arbeitsplatz über die Arbeitszeit. Für die Praxis gilt: So leise wie möglich, und laute Arbeiten in Zeiten legen, in denen wenige Menschen konzentriert arbeiten müssen.

Kann man Akustikpaneele feucht abwischen?

Die meisten Filz- und Stoffelemente nicht. Sie werden mit einer weichen Polsterdüse abgesaugt. Für Flecken gelten die Angaben des Herstellers, oft reicht ein fast trockenes Tuch mit etwas Wasser, das nur getupft wird.

Ist Teppich in offenen Bürolandschaften sinnvoll?

Aus akustischer Sicht ja, er dämpft Trittschall und Raumhall. Er braucht aber regelmäßiges Saugen und in größeren Abständen eine Tiefenreinigung. Teppichfliesen haben den Vorteil, dass stark beanspruchte Stücke einzeln getauscht werden können.

Wann ist die beste Zeit für laute Reinigungsarbeiten?

Früh am Morgen, in der Mittagspause oder nach Feierabend. In vielen Firmen sind außerdem bestimmte Wochentage ruhiger, weil mehr Menschen im Homeoffice sind. Diese Tage eignen sich für größere Bodenarbeiten.

Stören Reinigungskräfte, wenn sie tagsüber da sind?

Mit guter Planung kaum. Leise Geräte, feste Zeitfenster und eine kurze Vorstellung im Team sorgen dafür, dass die Anwesenheit schnell normal wird. Viele Teams schätzen es sogar, Probleme direkt ansprechen zu können.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.