
Die Toilette ist sauber, der Spiegel glänzt, und trotzdem kommt eine Beschwerde: kein Papier, keine Seife, der Handtuchspender leer. Für die Nutzenden zählt in diesem Moment nicht, wie gründlich gereinigt wurde. Sie erinnern sich an den leeren Spender. In Betrieben mit Kundenverkehr, etwa in Praxen, Kanzleien oder Läden, ist das besonders unangenehm, weil Gäste daraus Rückschlüsse auf das ganze Unternehmen ziehen.
Die gute Nachricht: Engpässe bei Verbrauchsmaterial lassen sich fast vollständig vermeiden. Sie entstehen meist nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus fehlender Planung – niemand weiß genau, wie viel gebraucht wird, wer bestellt und wer nachfüllt.
Was alles dazugehört
Unter dem Begriff Verbrauchsmaterial fassen wir in der Gebäudereinigung alles zusammen, was Nutzende direkt aufbrauchen und was regelmäßig ersetzt werden muss:
- Toilettenpapier (Kleinrollen oder Großrollen, je nach Spender)
- Papierhandtücher als Falt- oder Rollenware, alternativ Stoffhandtuchrollen
- Flüssigseife, Schaumseife oder Seifenkartuschen
- Hygienebeutel und Beutel für die Damenhygienebehälter
- Müllbeutel in passenden Größen für alle Behälter
- Toilettensitzreiniger oder Sitzauflagen, falls angeboten
- Handdesinfektionsmittel in Spendern, sofern vorgesehen
- Lufterfrischer oder Urinalsiebe in manchen Objekten
Welche Posten Sie tatsächlich brauchen, hängt vom Betrieb ab. Eine kleine Agentur mit zwei Toiletten kommt mit einer kurzen Liste aus, ein Ärztehaus braucht deutlich mehr. Wichtig ist, dass die Liste vollständig ist, denn sonst fehlt genau das eine Teil, an das niemand gedacht hat.
Ein Hinweis zur Qualität: Billiges, dünnes Papier wirkt auf den ersten Blick günstig, wird aber oft in größeren Mengen verbraucht und hinterlässt bei Gästen einen schwachen Eindruck. Ein Vergleich über den tatsächlichen Verbrauch zeigt häufig, dass mittlere Qualitäten wirtschaftlicher sind.
Rechtlicher Rahmen in Kürze
Arbeitgeber müssen in Sanitärräumen Mittel zum Reinigen und Abtrocknen der Hände bereitstellen. Die Einzelheiten beschreibt die Arbeitsstättenregel ASR A4.1 zu Sanitärräumen. Wie diese Mittel konkret aussehen – Papier, Stoff oder Warmlufttrockner – ist dem Betrieb überlassen, solange die Hygiene gewährleistet ist. Für Praxen und Einrichtungen im Gesundheitswesen gelten zusätzlich eigene Hygienepläne. Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung.
Bedarf berechnen: eine einfache Methode
Pauschale Faustwerte aus Katalogen passen selten. Zuverlässiger ist eine eigene Messung über einige Wochen.
- Bestand zählen. Notieren Sie an einem Stichtag, wie viele Rollen, Packungen und Kanister im Lager stehen und wie voll die Spender sind.
- Vier Wochen lang nicht bestellen, nur nachfüllen. Jede Entnahme aus dem Lager wird auf einer Liste festgehalten. Das kann auch unser Reinigungsteam übernehmen.
- Verbrauch pro Woche ermitteln. Nach vier Wochen erneut zählen, Differenz bilden und durch vier teilen.
- Auf Personen umrechnen. Teilen Sie den Wochenverbrauch durch die Zahl der Anwesenden. So können Sie bei Zu- oder Abgängen im Team schnell hochrechnen.
- Schwankungen einplanen. In Monaten mit Veranstaltungen, Schulungen oder vielen Gästen liegt der Verbrauch höher. In Ferienzeiten sinkt er.
- Mindestbestand festlegen. Der Lagerbestand sollte mindestens den Verbrauch bis zur nächsten Lieferung plus eine Reserve abdecken.
Ein Büro mit 25 Personen verbraucht in vier Wochen 16 Großrollen Toilettenpapier. Das sind vier Rollen pro Woche. Die Lieferzeit beträgt eine Woche, bestellt wird alle zwei Wochen. Mindestbestand: zwei Wochen Verbrauch plus eine Woche Reserve, also zwölf Rollen. Fällt der Bestand darunter, wird nachbestellt.
Übersicht: Material, Lagerung, Kontrolle
| Material | Lagerung | Kontrollintervall | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Toilettenpapier | trocken, nicht am Boden | bei jeder Reinigung | Spender mit Reserverolle bevorzugen |
| Papierhandtücher | trocken, staubgeschützt | bei jeder Reinigung | Format muss zum Spender passen |
| Flüssigseife | frostfrei, nicht in der Sonne | bei jeder Reinigung | Kartuschen statt Nachfüllen aus Kanistern |
| Hygienebeutel | trocken | wöchentlich | Spender gut sichtbar anbringen |
| Müllbeutel | trocken | wöchentlich | für jede Behältergröße passend |
| Handdesinfektion | kühl, verschlossen | wöchentlich | Haltbarkeitsdatum prüfen, brennbar lagern |
Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis sind entzündlich. Größere Mengen gehören nicht in einen Heizungsraum oder neben elektrische Anlagen, sondern in einen kühlen, gut belüfteten Bereich.
Wer bestellt, wer füllt nach?
Die zwei gängigen Modelle haben jeweils Vor- und Nachteile.
Kunde stellt Material, Reinigung füllt nach. Sie kaufen selbst ein, zum Beispiel bei Ihrem Bürobedarfshändler, und unser Team füllt die Spender auf. Vorteil: volle Kontrolle über Marken und Kosten. Nachteil: Jemand bei Ihnen muss den Bestand im Blick behalten.
Reinigungsfirma liefert Material mit. Wir besorgen das Material, füllen nach und rechnen nach Verbrauch oder pauschal ab. Vorteil: Sie müssen sich um nichts kümmern. Nachteil: Die Abrechnung sollte transparent sein, damit Sie Mengen und Preise nachvollziehen können. Worauf Sie im Angebot achten sollten, erklärt der Beitrag Reinigungsangebote richtig lesen.
In beiden Fällen gilt: Die Person, die nachfüllt, meldet frühzeitig, wenn der Lagerbestand knapp wird. Ein kurzer Vermerk im Reinigungsprotokoll oder eine Nachricht an die feste Kontaktperson genügt.
- Seife aus dem Kanister in offene Spender nachfüllen. Das sogenannte Nachtoppen kann Keime im Spender vermehren. Geschlossene Kartuschen oder gründliches Reinigen vor dem Befüllen sind hygienischer.
- Unterschiedliche Spendersysteme im Haus. Drei verschiedene Papierformate erschweren Lagerhaltung und führen zu Fehlkäufen.
- Lager in der Putzkammer auf dem Boden. Feuchtigkeit beim Wischen macht Papier unbrauchbar.
- Keine Reserve im Spender. Spender ohne Platz für eine zweite Rolle sind nach jeder Reinigung bald wieder leer.
- Hygienebehälter vergessen. Damenhygienebehälter werden in manchen Betrieben nur selten geleert. Das ist unangenehm und unhygienisch.
Spendersysteme sinnvoll wählen
Wer ohnehin neue Spender anschafft oder renoviert, sollte auf Systeme achten, die das Nachfüllen erleichtern. Großrollenspender mit Reservefach, Papierhandtuchspender mit Sichtfenster und Seifenspender mit Einwegkartusche sparen Zeit und reduzieren das Risiko von Leerstand. Sensorgesteuerte Spender geben definierte Mengen aus und verringern so den Verbrauch.
Achten Sie darauf, dass alle Spender im Haus mit Material desselben Formats bestückt werden können. Das vereinfacht Bestellung und Lagerung erheblich. Nachhaltige Optionen wie Recyclingpapier oder Seife mit Umweltzeichen sind heute in gleicher Qualität erhältlich. Mehr Ideen dazu enthält der Artikel über Nachfüllsysteme für Reiniger.
Tipps aus unserer Praxis
In unseren Einsätzen hat sich eine einfache Maßnahme bewährt: ein fester Platz für den Wochenvorrat direkt in der Nähe der Sanitärräume, zum Beispiel ein abschließbarer Schrank im Flur. So müssen unsere Kräfte nicht jedes Mal in den Keller, und der Bestand bleibt sichtbar.
Ein häufiger Fall: Nach einer größeren Veranstaltung am Nachmittag sind abends alle Spender leer, obwohl morgens nachgefüllt wurde. Planen Sie für solche Tage eine Zwischenkontrolle ein. Bei Putzfirma Berlin bieten wir dafür auf Wunsch einen kurzen Tageseinsatz an, der nur Sanitärräume und Verbrauchsmaterial prüft.
Auch in der Erkältungszeit steigt der Bedarf an Seife und Papierhandtüchern spürbar, weil öfter Hände gewaschen werden. Worauf Sie in dieser Phase noch achten sollten, lesen Sie im Beitrag über Reinigung in der Erkältungszeit.
Wann ein Dienstleister entlastet
Wenn Sie mehrere Etagen oder Standorte betreuen, wird die Materialplanung schnell zu einer eigenen Aufgabe. Dann ist es sinnvoll, sie komplett an die Reinigungsfirma abzugeben. Im Rahmen unserer Sanitärreinigung übernehmen wir Kontrolle, Nachfüllen und auf Wunsch die Beschaffung. Kombiniert mit einer regelmäßigen Büroreinigung haben Sie einen Ansprechpartner für alles. Wie viel Reinigungszeit Ihr Objekt insgesamt braucht, hilft die Bedarfsrechnung für Büroflächen abzuschätzen.
Häufige Fragen
Wie viele Rollen braucht ein Büro pro Monat?
Das hängt stark von Personenzahl, Anwesenheitsquote und Besucherverkehr ab. Pauschalwerte sind wenig aussagekräftig. Messen Sie den tatsächlichen Verbrauch über vier Wochen und rechnen Sie dann hoch.
Ist das Nachfüllen offener Spender hygienisch unbedenklich?
Bei offenen Spendern kann sich in Resten Keimwachstum entwickeln. Hygienisch besser sind geschlossene Kartuschen, die komplett gewechselt werden. Wer nachfüllt, sollte den Behälter vorher reinigen und trocknen.
Gehören Beutelspender in jede Damentoilette?
In Damentoiletten und Unisex-Toiletten gehören ein Hygienebehälter mit Deckel und ein Spender mit Hygienebeuteln zur üblichen Ausstattung. Sie erleichtern die Entsorgung und verhindern Verstopfungen.
Kann die Reinigungsfirma das Material mitliefern?
Ja, das ist üblich. Achten Sie auf eine nachvollziehbare Abrechnung nach Menge oder eine klare Pauschale. Wir legen Mengen und Preise im Angebot offen dar.
Warmlufttrockner oder Einmalhandtücher?
Beide sind zulässig. Papierhandtücher trocknen schneller und gelten als hygienisch unkompliziert, verursachen aber Müll. Trockner sparen Material, brauchen Strom und regelmäßige Reinigung der Luftauslässe.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




