Symbolgrafik zum Beitrag „Bürokühlschrank-Regeln“ aus dem Thema Sauberkeit im Firmenalltag

Jedes Büro kennt ihn: den Joghurt, dessen Haltbarkeitsdatum schon im letzten Quartal lag. Die Tupperdose ohne Namen, in der sich etwas Grünes entwickelt. Die angebrochene Milch, von der niemand weiß, wem sie gehört. Und den Geruch, der beim Öffnen der Tür in die Teeküche strömt.

Der gemeinsame Kühlschrank ist ein klassisches Allmendeproblem: Alle nutzen ihn, niemand ist verantwortlich. Die Reinigungsfirma wischt die Tür außen ab, aber sie wird kaum fremde Lebensmittel wegwerfen – aus gutem Grund. Die Lösung liegt daher nicht in mehr Putzen, sondern in einer klaren Vereinbarung.

Warum das Thema mehr als eine Geschmacksfrage ist

Ein überfüllter, selten gereinigter Kühlschrank ist nicht nur unangenehm. Verdorbene Lebensmittel können Schimmelsporen verbreiten, auslaufende Flüssigkeiten setzen sich in Ritzen und Dichtungen fest, und eine zu warme Temperatur lässt Keime schneller wachsen. Gerade im Sommer, wenn die Teeküche ohnehin warm ist, und bei häufigem Öffnen steigt die Innentemperatur schnell an. Wie Hitze den Reinigungsalltag in Berlin verändert, beschreibt der Beitrag zu Sommerhitze und Reinigung in Berlin.

Verbraucherschützer empfehlen für Kühlschränke im Haushalt eine Temperatur von höchstens etwa 7 °C, im kältesten Bereich eher um 4 °C. Für den Bürokühlschrank gilt nichts anderes. Ein einfaches Kühlschrankthermometer zeigt, ob das Gerät die Werte hält.

Ein Regelwerk, das funktioniert

Gute Regeln sind kurz und für alle sichtbar. Die folgenden Punkte haben sich in vielen Unternehmen bewährt.

Regel Umsetzung Nutzen
Alles beschriften Name und Datum auf jede Dose oder Tüte, Stift und Klebeband am Gerät Eigentum klar, Alter sichtbar
Fester Räumtag z. B. Freitag 14 Uhr: alles ohne Namen oder älter als eine Woche wird entsorgt kein Vergessen über das Wochenende
Gemeinschaftsfach Milch, Butter, Aufschnitt fürs Team getrennt keine Diskussion über Eigentum
Temperatur prüfen Thermometer im mittleren Fach, Wert wöchentlich ablesen Lebensmittelsicherheit
Nichts Offenes Speisen nur in geschlossenen Behältern weniger Gerüche, keine Tropfspuren
Rotation der Verantwortung wöchentlich wechselnde Person oder Team Last verteilt
Monatliche Grundreinigung Gerät leeren, auswischen, Dichtung reinigen Hygiene, Geruch

Hängen Sie diese Punkte gut lesbar an die Tür. Ein freundlicher Ton hilft: „Freitags um 14 Uhr räumen wir auf. Was keinen Namen hat, kommt weg.“ Das ist klar, ohne vorwurfsvoll zu sein. Wie man Kolleginnen und Kollegen generell für gemeinsame Ordnung gewinnt, zeigt der Beitrag zur Beteiligung am Sauberhalten.

Gründlich reinigen: der Ablauf

Einmal im Monat, bei stark genutzten Geräten alle zwei Wochen, sollte das Innere komplett gereinigt werden. So geht es:

  1. Ankündigen. Einen Tag vorher Bescheid geben, damit alle ihre Sachen mitnehmen oder beschriften können.
  2. Ausräumen. Alle Lebensmittel heraus. Gemeinschaftsware in eine Kühltasche, Abgelaufenes entsorgen.
  3. Ausschalten. Gerät vom Strom trennen oder auf null stellen, wenn Eis im Gefrierfach ist, abtauen lassen und das Wasser auffangen.
  4. Einlegeteile herausnehmen. Glasböden und Schubladen mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen. Kalte Glasplatten nicht mit heißem Wasser abspülen – sie können springen.
  5. Innenraum auswischen. Mit warmem Wasser und einem milden Spülmittel. Scheuermittel verkratzen die Kunststoffoberfläche und schaffen neue Nischen für Schmutz.
  6. Tauwasserrinne reinigen. An der Rückwand befindet sich eine kleine Rinne mit Abflussloch. Hier sammeln sich Krümel und Schleim. Mit einem Wattestäbchen oder einer Pfeifenbürste säubern.
  7. Dichtung abwischen. Die Gummidichtung an der Tür mit einem feuchten Tuch in allen Falten reinigen. Schwarze Punkte können Schimmel sein – dann gründlich reinigen und beobachten.
  8. Abschluss. Einmal mit sauberem Wasser über alle Flächen gehen, gut trocknen, Teile einsetzen, Gerät einschalten und warten, bis die Temperatur stimmt.
  9. Wieder einräumen. Nur beschriftete, frische Lebensmittel.

Gegen hartnäckigen Geruch hilft ein offenes Schälchen mit Natron im Kühlschrank. Wie vielseitig das Hausmittel ist, beschreibt der Beitrag zu Natron im Haushalt.

Was häufig schiefgeht
  • Der Räumtag wird angekündigt, aber nie durchgeführt – danach glaubt niemand mehr daran.
  • Die Reinigungskraft soll entscheiden, was weg kann. Das führt zu Streit und ist nicht ihre Aufgabe.
  • Chlorhaltige Reiniger im Kühlschrank: Der Geruch geht auf Lebensmittel über.
  • Gerät bis zum Anschlag vollgestellt, sodass die Luft nicht zirkulieren kann.
  • Die Tauwasserrinne ist verstopft und das Wasser läuft unter das Gemüsefach.

Größe und Standort des Geräts

Viele Probleme entstehen, weil das Gerät nicht zur Zahl der Nutzenden passt. Ein Haushaltskühlschrank mit 150 Litern ist für ein Team von fünf Personen ausreichend, für dreißig nicht. Wenn jede Tür voller Getränkeflaschen ist und die Fächer übereinander gestapelt werden, kommt kalte Luft nicht mehr an alle Stellen. Die Folge: Im oberen Bereich ist es deutlich wärmer als angezeigt, und Lebensmittel verderben schneller.

Als grobe Orientierung planen viele Firmen etwa einen halben bis ganzen Regalboden pro regelmäßig nutzender Person ein, dazu ein Fach für Gemeinschaftsware. Wer mehr braucht, stellt lieber ein zweites Gerät auf, als das erste zu überladen. Auch der Standort zählt: Direkt neben der Spülmaschine, dem Wasserkocher oder an einem sonnigen Fenster muss das Aggregat mehr leisten. Etwas Abstand zur Wand und freie Lüftungsschlitze verlängern die Lebensdauer und senken den Stromverbrauch.

Die Rolle der Reinigungsfirma

Was kann ein externer Dienstleister übernehmen? Täglich die Außenflächen, Griffe und den Boden vor dem Gerät. Auf Wunsch auch die monatliche Innenreinigung – allerdings nur, wenn vorher geklärt ist, dass das Gerät geleert wurde. Wir entsorgen keine Lebensmittel, die nicht eindeutig zum Wegwerfen freigegeben sind. Das schützt vor Missverständnissen.

Günstig ist es, die Innenreinigung auf den Tag nach dem Räumtag zu legen. Dann ist das Gerät leer, und das Team muss nichts umräumen. Wir notieren im Reinigungsprotokoll, wann das Gerät zuletzt gereinigt wurde, und melden Auffälligkeiten wie eine zu hohe Temperatur oder eine beschädigte Dichtung.

Profi-Tipps für die Teeküche

  • Zweites Gerät statt Überfüllung. Wenn der Kühlschrank ständig voll ist, ist er schlicht zu klein. Ein zweites Gerät oder ein Unterbaugerät pro Team entspannt die Lage.
  • Getränke getrennt kühlen. Ein eigener Getränkekühlschrank reduziert die Häufigkeit, mit der der Lebensmittelkühlschrank geöffnet wird.
  • Keine Deko an der Tür. Magnete, Zettel und Postkarten sind Staubfänger und machen das Abwischen schwer.
  • Kühlschrank nicht direkt neben den Herd. Wärme von außen belastet das Gerät und erhöht den Stromverbrauch.

Gerade in größeren Firmen kann auch die Kaffeestation zum Problem werden, wenn Milch zwischen Automat und Kühlschrank hin- und herwandert. Hinweise dazu gibt der Beitrag zur Hygiene am Kaffeeautomaten. Und falls Fruchtfliegen oder gar Mäuse auftauchen: Was nach einem Schädlingsbefall zu tun ist, beschreibt der Beitrag über Schädlinge und die Reinigung danach.

Wann Profis gefragt sind

Die Kühlschrankregeln muss das Team selbst leben. Die Pflege der Teeküche drumherum aber ist eine Aufgabe für regelmäßige Reinigung. Putzfirma Berlin übernimmt Teeküchen im Rahmen der Büroreinigung, auf Wunsch mit monatlicher Innenreinigung des Kühlschranks. Ist die Küche nach Jahren intensiver Nutzung in schlechtem Zustand, bringt eine einmalige Grundreinigung sie auf einen sauberen Stand, auf dem die laufende Pflege aufbauen kann.

Kurz beantwortet

Wie oft ist eine gründliche Innenreinigung nötig?

Einmal im Monat gründlich, bei vielen Nutzenden alle zwei Wochen. Verschüttetes sollte sofort weggewischt werden. Außenflächen und Griffe gehören in die tägliche Reinigung.

Darf man Lebensmittel von Kolleginnen und Kollegen wegwerfen?

Nur, wenn eine Regel das vorher klar festlegt, etwa ein angekündigter Räumtag für unbeschriftete oder abgelaufene Lebensmittel. Ohne Vereinbarung führt das schnell zu Streit.

Welche Temperatur ist in der Teeküche richtig?

Empfohlen wird meist höchstens etwa 7 °C, im kältesten Bereich um 4 °C. Ein einfaches Thermometer im mittleren Fach zeigt, ob das Gerät die Temperatur hält, gerade wenn es häufig geöffnet wird.

Was hilft gegen üble Gerüche beim Öffnen?

Zuerst die Ursache entfernen und das Gerät gründlich reinigen, inklusive Dichtung und Tauwasserrinne. Danach kann ein Schälchen Natron Gerüche binden. Duftmittel sind keine Lösung, sie überlagern nur.

Übernimmt die Reinigungsfirma auch das Aussortieren?

Das Aufräumen und Aussortieren von Lebensmitteln sollte beim Team bleiben. Die Reinigung des leeren Geräts kann der Dienstleister übernehmen, wenn es vereinbart ist.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.