
Morgens um neun bildet sich vor dem Automaten eine kleine Schlange. Zwanzig, dreißig, manchmal hundert Bezüge am Tag laufen durch ein Gerät, das nach Feierabend niemand mehr anschaut. Die Tropfschale ist halb voll, im Tresterbehälter liegt der Kaffeesatz von zwei Tagen, und der Milchschlauch hängt seit der Mittagspause in einer Tüte Milch, die inzwischen Zimmertemperatur hat.
Das Gerät selbst ist meist nicht das Problem. Moderne Kaffeevollautomaten haben Spülprogramme, Anzeigen für die Entkalkung und herausnehmbare Teile. Das Problem ist, dass sich niemand zuständig fühlt. Die Reinigungsfirma wischt außen, die Mitarbeitenden trinken, und die eigentliche Pflege bleibt liegen.
Was im Inneren passiert
Ein Kaffeeautomat vereint drei Dinge, die Mikroorganismen mögen: Wärme, Feuchtigkeit und Nährstoffe. Kaffeesatz ist organisches Material, das im feuchten Tresterbehälter innerhalb weniger Tage schimmeln kann. In der Tropfschale steht eine Mischung aus Wasser, Kaffee und Milchresten. Und das Milchsystem – Schlauch, Aufschäumer, Düse – ist eine ideale Umgebung für Bakterien, wenn Milchreste darin antrocknen.
Hinzu kommt Kalk. Berliner Leitungswasser ist in vielen Bezirken recht hart, wie im Beitrag zu Berliner Wasser und Kalk beschrieben. Kalk setzt sich im Heizsystem ab, verlängert die Aufheizzeit, verschlechtert den Geschmack und kann das Gerät auf Dauer schädigen.
Pflegeplan für den Büroautomaten
Die folgenden Intervalle sind Richtwerte für ein Gerät mit mittlerer Nutzung. Maßgeblich ist immer die Bedienungsanleitung des Herstellers.
| Bauteil | Was zu tun ist | Wie oft | Wer übernimmt es typischerweise |
|---|---|---|---|
| Tropfschale | leeren, ausspülen, trocknen | täglich, bei vielen Bezügen öfter | Team oder Tagesreinigung |
| Tresterbehälter | leeren, ausspülen, trocken einsetzen | täglich | Team oder Tagesreinigung |
| Milchsystem | Spülprogramm, Teile zerlegen und reinigen | täglich spülen, zerlegen nach Anleitung | feste Person im Team |
| Milchbehälter | leeren, ausspülen, kühl lagern | täglich | Team |
| Brühgruppe | herausnehmen, unter warmem Wasser abspülen, trocknen | wöchentlich, falls herausnehmbar | feste Person im Team |
| Reinigungstablette | Reinigungsprogramm laut Anzeige | nach Anzeige oder Anleitung | feste Person im Team |
| Entkalkung | Programm mit geeignetem Entkalker | nach Anzeige, abhängig von Wasserhärte | feste Person im Team |
| Wasserfilter | tauschen | nach Anleitung | feste Person im Team |
| Gehäuse, Ausgabe, Tasten | feucht abwischen | täglich | Reinigungsfirma |
| Wassertank | leeren, ausspülen, frisch füllen | täglich | Team |
Die Pflege Schritt für Schritt
Am Ende des Tages:
- Spülprogramm für das Milchsystem starten, wenn das Gerät eines hat.
- Milchbehälter leeren, ausspülen und über Nacht offen trocknen lassen. Übrig gebliebene Milch nicht zurück in den Kühlschrank stellen, wenn sie länger ungekühlt stand.
- Tropfschale und Tresterbehälter herausnehmen, leeren, mit warmem Wasser und etwas Spülmittel reinigen, abtrocknen.
- Wassertank leeren. Frisches Wasser erst am nächsten Morgen einfüllen.
- Kaffeeauslauf und Milchdüse mit einem feuchten Tuch abwischen.
Einmal pro Woche:
- Gerät ausschalten und abkühlen lassen.
- Brühgruppe herausnehmen, sofern das Modell dafür vorgesehen ist, und unter lauwarmem Wasser abspülen. Kein Spülmittel, wenn der Hersteller davon abrät, und nicht in die Spülmaschine.
- Den Schacht der Brühgruppe mit einem Pinsel oder Tuch von Kaffeepulver befreien.
- Milchsystem vollständig zerlegen, alle Teile in warmem Wasser mit Milchsystemreiniger einweichen und abspülen.
- Bohnenbehälter auswischen. Die Öle aus den Bohnen werden mit der Zeit ranzig und verändern den Geschmack.
Nach Anzeige des Geräts: Reinigungs- und Entkalkungsprogramm durchführen. Dabei nur die vom Hersteller empfohlenen Mittel verwenden. Haushaltsessig ist für viele Automaten ungeeignet, weil er Dichtungen angreifen kann.
- Die Anzeige „Entkalken“ wird wochenlang weggedrückt.
- Milch steht den ganzen Tag ungekühlt im offenen Karton neben dem Gerät.
- Die Brühgruppe wird mit Spülmittel geschrubbt oder in die Spülmaschine gegeben.
- Ein einziger Schwamm aus dem Spülbecken wischt Tropfschale, Arbeitsplatte und Tassen.
- Der Wasserfilter wurde nie gewechselt, weil niemand weiß, dass es einen gibt.
Die Zuständigkeitsfrage klären
Die wichtigste Maßnahme ist organisatorisch: Legen Sie fest, wer sich um das Innere des Geräts kümmert. In kleinen Büros bewährt sich ein Wochenplan, in dem jede Person reihum dran ist. In größeren Firmen gibt es oft eine feste Kaffeepatin oder einen Kaffeepaten, manchmal auch einen Wartungsvertrag mit dem Lieferanten. Die tägliche Grundpflege von Tropfschale und Tresterbehälter kann auch in die Tagesreinigung aufgenommen werden, wenn das im Leistungsverzeichnis steht.
Die Reinigungsfirma übernimmt in der Regel das Gehäuse, die Ausgabefläche und die Arbeitsplatte drumherum. In das Gerät selbst greifen wir nur ein, wenn das ausdrücklich vereinbart ist. Der Grund ist einfach: Jeder Automat ist anders gebaut, und falsch eingesetzte Teile oder ungeeignete Mittel können Schäden verursachen. Wird die Pflege des Geräteinneren gewünscht, lassen wir uns die Anleitung zeigen und dokumentieren die Schritte.
Die Umgebung nicht vergessen
Hygiene an der Kaffeestation hört nicht am Gehäuse auf. Tassen sollten in der Spülmaschine gereinigt werden, nicht mit einem feuchten Schwamm im Becken. Warum Küchenschwämme ein eigenes Kapitel sind, erklärt der Beitrag zur Hygiene von Spülschwämmen. Die Milch gehört zwischen zwei Nutzungen in den Kühlschrank – und der braucht selbst Regeln, wie im Beitrag über den Kühlschrank im Büro beschrieben.
Edelstahlflächen rund um die Maschine zeigen jeden Spritzer. Mit einem nebelfeuchten Mikrofasertuch und in Schliffrichtung gewischt, bleiben sie ohne Schlieren. Wie das gelingt, zeigt der Text zu Edelstahl in gewerblichen Küchen.
Tipps aus unserem Reinigungsalltag
Unsere Reinigungskräfte starten in der Teeküche grundsätzlich bei den Kontaktflächen: Tasten, Griff am Wassertank, Kühlschranktür, Wasserhahn. Diese Stellen berühren viele Hände, und gerade in der Erkältungszeit lohnt es sich, sie häufiger zu reinigen. Wann eine gezielte Anpassung sinnvoll ist, lesen Sie im Beitrag über Reinigung bei Krankheitswellen im Büro.
Ein häufiger Fall: Der Automat riecht säuerlich, obwohl die Tropfschale leer ist. Meist steckt dann Kaffeesatz im Schacht unter der Brühgruppe oder ein vergessener Milchrest im Aufschäumer. Ein Blick mit der Taschenlampe hilft. Wir melden solche Beobachtungen an den Ansprechpartner, damit die zuständige Person handeln kann.
- Tropfschale voll? Bitte leeren.
- Milch nach Gebrauch zurück in den Kühlschrank.
- Tasse in die Spülmaschine, nicht ins Becken.
- Anzeige am Display? Bitte Kaffeepatin oder Kaffeepaten informieren.
Wann sich Unterstützung lohnt
Für die Pflege des Geräteinneren ist in erster Linie das Unternehmen oder der Lieferant zuständig. Die Reinigung der Küche drumherum gehört in professionelle Hände, sobald mehr als eine Handvoll Menschen sie nutzt. Putzfirma Berlin kümmert sich im Rahmen der Büroreinigung um Arbeitsflächen, Spüle, Geräteaußenseiten, Böden und auf Wunsch um Tropfschale und Tresterbehälter. Bei hoher Nutzung kann eine zusätzliche Runde am Nachmittag sinnvoll sein – das lässt sich im Rahmen der Unterhaltsreinigung flexibel festlegen.
Häufige Fragen
Wie oft muss das Gerät im Büro entkalkt werden?
Das hängt von Wasserhärte und Nutzung ab. Die meisten Geräte zeigen an, wann es so weit ist. In Berlin mit meist hartem Wasser kommt die Anzeige oft häufiger als in Regionen mit weichem Wasser. Ein passender Wasserfilter kann die Abstände verlängern.
Darf man Essig zum Entkalken verwenden?
Bei vielen Geräten raten die Hersteller davon ab, weil Essig Dichtungen angreifen kann und den Kalk nicht immer vollständig löst. Verwenden Sie das empfohlene Entkalkungsmittel oder ein Produkt auf Basis von Zitronen- oder Milchsäure, sofern die Anleitung es erlaubt.
Warum schmeckt es plötzlich bitter oder sauer?
Oft sind alte Kaffeeöle in der Brühgruppe oder im Bohnenbehälter die Ursache. Auch Kalk im Heizsystem verändert den Geschmack. Eine gründliche Reinigung mit Reinigungstablette und eine Entkalkung bringen meist Besserung.
Ist die Reinigungsfirma für das Innere zuständig?
Nur, wenn es vereinbart ist. Üblich ist, dass die Reinigung das Gehäuse und die Umgebung übernimmt und das Innere bei einer festen Person im Unternehmen oder beim Lieferanten liegt. Tropfschale und Tresterbehälter können aber gut ins Leistungsverzeichnis aufgenommen werden.
Wie lange darf Milch neben dem Automaten stehen?
So kurz wie möglich. Milch sollte gekühlt werden, am besten in einem kleinen Milchkühler direkt am Gerät. Offene Milch, die mehrere Stunden bei Raumtemperatur stand, gehört nicht mehr zurück in den Kühlschrank.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




