Symbolgrafik zum Beitrag „Reinigung in der Erkältungszeit“ aus dem Thema Sauberkeit im Firmenalltag

Jedes Jahr ab Oktober wiederholt sich dasselbe Bild: Erst hustet eine Person, dann drei, und nach zwei Wochen ist die halbe Abteilung krankgeschrieben. Viele Betriebe reagieren dann mit schnellen Maßnahmen – große Kanister Desinfektionsmittel, Tücher an jedem Platz, Aushänge. Manches davon ist sinnvoll, vieles eher beruhigend als wirksam.

Atemwegsinfekte werden überwiegend über Tröpfchen und Aerosole übertragen, also über die Luft. Ein Teil der Erreger gelangt aber auch über Hände und gemeinsam genutzte Oberflächen weiter. Genau dort setzt eine angepasste Reinigung an. Sie kann Lüften, Abstand und das Zuhausebleiben bei Symptomen nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.

Wie Erreger im Büroalltag weitergegeben werden

Stellen Sie sich einen typischen Vormittag vor: Jemand niest in die Hand, drückt dann die Klinke zur Teeküche, bedient den Kaffeeautomaten und den Wasserhahn. In den nächsten Stunden fassen zwanzig weitere Personen dieselben Stellen an und berühren danach Gesicht, Mund oder Nase. So einfach ist der Weg.

Wie lange Viren auf Oberflächen ansteckend bleiben, hängt vom Erreger, vom Material und von Temperatur und Luftfeuchte ab. Auf glatten Flächen wie Edelstahl oder Kunststoff halten sich viele Erreger länger als auf porösen Materialien. Deshalb sind es gerade die glatten, häufig berührten Stellen, die in der Erkältungszeit mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Die kritischen Kontaktpunkte

Bereich Typische Kontaktflächen Übliche Frequenz In der Infektzeit
Eingang und Flure Türklinken, Lichtschalter, Aufzugstasten täglich zweimal täglich
Teeküche Kühlschrankgriff, Kaffeeautomat, Wasserhahn, Spülmaschinengriff täglich zweimal täglich
Sanitärräume Armaturen, Spülknöpfe, Türverriegelung, Spender täglich zweimal täglich, Spender öfter prüfen
Besprechungsräume Tischkante, Fernbedienung, Konferenztelefon nach Nutzung oder täglich nach jeder größeren Besprechung
Gemeinsame Technik Druckerdisplay, Kopierer, gemeinsame Tastaturen wöchentlich täglich
Arbeitsplätze im Wechsel Tisch, Maus, Tastatur, Stuhlarmlehnen nach Absprache nach jedem Wechsel

Die Tabelle zeigt: Es geht nicht darum, alles häufiger zu reinigen, sondern gezielt eine überschaubare Anzahl von Punkten. Böden oder Fensterbänke spielen für die Übertragung kaum eine Rolle.

Reinigen oder desinfizieren?

Im gewöhnlichen Arbeitsalltag am Schreibtisch empfehlen Fachstellen in der Regel eine gründliche Reinigung mit Tensiden. Seife und übliche Reiniger lösen die Fetthülle vieler Viren, und das Abwischen entfernt Keime mechanisch von der Fläche. Eine Desinfektion ist im Büro nur in bestimmten Situationen sinnvoll, zum Beispiel wenn ein nachweislich erkrankter Kollege einen Platz genutzt hat, der danach von anderen belegt wird, oder wenn sich im Team Brechdurchfall häuft.

Wenn desinfiziert wird, dann richtig: mit einem Mittel, das für den jeweiligen Erreger geeignet ist, in der vorgegebenen Konzentration und mit ausreichender Einwirkzeit. Gegen behüllte Viren wie Influenza- oder Erkältungsviren genügen Mittel mit der Deklaration „begrenzt viruzid“. Gegen unbehüllte Viren wie Noroviren braucht es Mittel mit erweitertem Wirkspektrum („begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“). Welche Mittel auf empfindlichen Oberflächen verträglich sind, beschreibt der Beitrag zur materialschonenden Flächendesinfektion.

Sprühen vermeiden

Desinfektionsmittel sollten gewischt, nicht gesprüht werden. Sprühnebel wird eingeatmet, verteilt sich ungleichmäßig und kann Elektronik schädigen. Mittel auf ein Tuch geben und Flächen damit vollständig benetzen.

Warum gerade Herbst und Winter so belastend sind

Dass sich Infekte in der kalten Jahreszeit häufen, hat mehrere Gründe. Menschen halten sich länger in geschlossenen Räumen auf, Fenster bleiben wegen der Kälte öfter zu, und die trockene Heizungsluft strapaziert die Schleimhäute der Atemwege. Viele Erreger bleiben bei niedriger Luftfeuchte außerdem länger in der Luft schweben. In Berlin kommt hinzu, dass viele Beschäftigte in vollen Bahnen und Bussen pendeln und so täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, bevor sie überhaupt am Arbeitsplatz ankommen.

Für die Reinigung bedeutet das: Im Winter sind nicht nur mehr Keime im Umlauf, es wird auch mehr angefasst. Türen, die im Sommer offen stehen, werden jetzt ständig geöffnet und geschlossen. Die Teeküche ist voller, weil niemand draußen Mittag isst. Der Druck auf Kontaktflächen und Sanitärräume steigt also gleich doppelt. Hinzu kommen nasse Schuhe und Streusplitt, die Böden stärker verschmutzen, was aber für die Übertragung von Erregern keine Rolle spielt und deshalb getrennt betrachtet werden sollte.

Schritt für Schritt zum angepassten Plan

  1. Kontaktpunkte erfassen. Gehen Sie mit Ihrer Reinigungsfirma eine Runde durch das Büro und notieren Sie die Stellen aus der Tabelle, die bei Ihnen vorkommen.
  2. Frequenz erhöhen, wo es zählt. Vereinbaren Sie für die Wintermonate eine zweite Runde über die Kontaktflächen, etwa zur Mittagszeit. Das dauert in einem mittelgroßen Büro oft nur eine halbe Stunde.
  3. Tuchfarben konsequent trennen. Für Sanitärbereiche und Küche werden unterschiedliche Tücher verwendet, damit Keime nicht verschleppt werden.
  4. Verbrauchsmaterial aufstocken. Mehr Händewaschen bedeutet mehr Seife und Papier. Erhöhen Sie den Mindestbestand – wie, zeigt der Beitrag zum Planen von Verbrauchsmaterial.
  5. Team einbeziehen. Beschäftigte können ihre eigene Tastatur, Maus und das Diensthandy selbst abwischen. Hinweise dazu enthält der Artikel über das Reinigen von Smartphones.
  6. Lüften nicht vergessen. Regelmäßiges Stoß- oder Querlüften verringert die Konzentration von Aerosolen. Auch dafür kann das Reinigungsteam Fenster öffnen, wenn es vor Ort ist.
  7. Nach der Welle zurückfahren. Der erhöhte Rhythmus ist eine Saisonmaßnahme. Spätestens im Frühjahr wird er wieder angepasst.
Typische Fehler
  • Flächendeckend desinfizieren. Übermäßiger Einsatz belastet Haut, Atemwege und Materialien, ohne einen zusätzlichen Nutzen im Büroalltag.
  • Einwirkzeit ignorieren. Wer ein Desinfektionsmittel sofort wieder abwischt, erreicht die angegebene Wirkung nicht.
  • Ein Tuch für alles. Dasselbe Tuch vom WC bis zum Konferenztisch verbreitet Keime, statt sie zu entfernen.
  • Mittel ohne Kennzeichnung. Nachgefüllte Sprühflaschen ohne Etikett sind ein Risiko für Verwechslungen.
  • Präsenz um jeden Preis. Die beste Reinigung nützt wenig, wenn kranke Personen trotzdem ins Büro kommen.

Aus unseren Einsätzen

Bei unseren Touren durch Berliner Büros sehen wir regelmäßig, wie oft gerade die Geräte vergessen werden, die alle bedienen: das Display des Multifunktionsdruckers, der Getränkeautomat, das Tastenfeld am Zugangssystem. Diese Punkte nehmen wir in der Erkältungszeit auf Wunsch fest in die Checkliste auf.

Ein häufiger Fall ist auch der gemeinsam genutzte Schreibtisch im Desk-Sharing. Hier hilft ein kleines Set mit Reinigungstüchern an jeder Station, damit jede Person vor Arbeitsbeginn selbst wischen kann. Unsere Kräfte übernehmen am Abend die gründliche Reinigung aller Plätze.

Bei Putzfirma Berlin stellen wir Kunden für die Wintermonate auf Wunsch einen angepassten Plan zusammen, der saisonal befristet ist und im Frühjahr automatisch wieder auf das normale Maß zurückfällt. So zahlen Sie den Mehraufwand nur, solange er sinnvoll ist.

Wann eine professionelle Desinfektion nötig ist

Kommt es zu einem gehäuften Auftreten von Magen-Darm-Erkrankungen oder hat eine Person mit einer meldepflichtigen Infektion im Betrieb gearbeitet, reicht die normale Unterhaltsreinigung nicht mehr aus. Dann ist eine gezielte Desinfektionsreinigung mit geeigneten Mitteln und dokumentiertem Ablauf sinnvoll. In Einzelfällen gibt das Gesundheitsamt Vorgaben, die dann Vorrang haben. Hintergründe zur Grippezeit liefert auch der Beitrag über Desinfektion in der Influenza-Saison.

Für die laufende Pflege der Kontaktflächen während der Wintermonate genügt meist eine verstärkte Büroreinigung mit zusätzlicher Kontaktrunde und sorgfältiger Sanitärreinigung.

Kurz beantwortet

Bringt es etwas, Türklinken häufiger zu reinigen?

Ja, in Zeiten vieler Infekte ist das eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen, weil fast alle Personen dieselben Klinken berühren. Eine zweite Runde am Tag ist in der Regel ausreichend.

Soll ich für jeden Arbeitsplatz Desinfektionstücher bereitstellen?

Für Desk-Sharing-Plätze ist das sinnvoll. An festen Einzelplätzen genügen normale Reinigungstücher. Wichtiger ist regelmäßiges Händewaschen.

Wie lange sollte die verstärkte Reinigung laufen?

Meist von Oktober oder November bis in den März, je nach Infektgeschehen. Es lohnt sich, den Zeitraum im Vertrag als Saisonleistung festzulegen.

Helfen Luftreiniger im Büro?

Geräte mit geeigneten Filtern können die Aerosolbelastung senken, ersetzen aber das Lüften nicht. Das Gerät muss zur Raumgröße passen, und die Filter brauchen regelmäßig Ersatz.

Was tun bei einem Norovirus-Ausbruch im Betrieb?

Betroffene Bereiche, vor allem Toiletten, mit einem Mittel mit Wirksamkeit gegen unbehüllte Viren desinfizieren. Erkrankte sollten zu Hause bleiben. Bei gehäuften Fällen kann das Gesundheitsamt beraten.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.