
Zwei Berufe, zwei Aufgaben
Schädlingsbekämpfer ist in Deutschland ein anerkannter Ausbildungsberuf. Diese Fachleute bestimmen die Art, finden Nester und Zugangswege, setzen Köder, Fallen oder Insektizide ein und kontrollieren den Erfolg. Sie dürfen Mittel verwenden, die im freien Handel nicht erhältlich sind, und kennen die Vorschriften dazu.
Eine Reinigungsfirma macht etwas anderes. Sie entfernt Kot, Nistmaterial, tote Tiere nach Freigabe, Futterreste und Verschmutzungen, damit der Befall keine Nahrung und keine Verstecke mehr findet. Sie bereitet Räume so vor, dass die Bekämpfung wirken kann, und bringt sie danach wieder in einen hygienischen Zustand. Gute Ergebnisse entstehen, wenn beide Seiten ihre Aufgaben kennen und sich abstimmen.
| Aufgabe | Schädlingsbekämpfer | Reinigungsfirma | Bewohner oder Verwaltung |
|---|---|---|---|
| Art bestimmen, Ausmaß einschätzen | ja | meldet Spuren | meldet Beobachtungen |
| Köder, Fallen, Insektizide | ja | nein | nein |
| Zugänge verschließen | berät | nein | Handwerker beauftragen |
| Kot und Nester entfernen | teils | ja, nach Absprache | kleine Mengen |
| Vorbereitung der Räume | gibt Anweisungen | unterstützt | räumt, wäscht |
| Reinigung nach der Behandlung | gibt Wartezeiten vor | ja, nach Freigabe | laufende Pflege |
Die häufigsten Gäste in Berliner Häusern
Mäuse kommen im Herbst gern in Keller, Küchen und Lager. Spuren sind kleine dunkle Kotkörnchen, angenagte Verpackungen und ein strenger Geruch.
Ratten leben vor allem in der Kanalisation, auf Hinterhöfen und an Müllplätzen. Offene Tonnen und Essensreste ziehen sie an. Bei Ratten auf dem Grundstück sollten Eigentümer oder Verwaltung zusätzlich beim Bezirksamt nachfragen, welche Pflichten gelten.
Schaben mögen Wärme und Feuchtigkeit: hinter Kühlschränken, Geschirrspülern und in Gastronomieküchen. Sie sind nachtaktiv, deshalb sieht man sie tagsüber selten.
Bettwanzen werden oft mit Gepäck oder gebrauchten Möbeln eingeschleppt. Sie haben mit mangelnder Sauberkeit wenig zu tun und kommen auch in sehr gepflegten Wohnungen vor.
Motten – Kleider- und Lebensmittelmotten – sind lästig, aber meist mit Hausmitteln und Geduld beherrschbar.
Tauben an Fassade und Balkon sind ein eigener Fall, mehr dazu im Beitrag Taubenabwehr nach der Reinigung.
Richtig vorbereiten, bevor der Bekämpfer kommt
Der Fachbetrieb gibt meist eine schriftliche Anleitung. Die folgenden Punkte gelten in vielen Fällen:
- Nichts umräumen, was nicht ausdrücklich verlangt ist. Wer bei Bettwanzen Möbel in andere Zimmer trägt, verteilt die Tiere.
- Lebensmittel sichern. Offene Vorräte in dicht schließende Dosen, befallene Packungen in einer verschlossenen Tüte entsorgen.
- Textilien waschen, wenn der Bekämpfer das empfiehlt – bei Bettwanzen häufig bei 60 Grad oder mit Kälte- oder Wärmebehandlung.
- Zugänglichkeit schaffen. Sockelleisten, Ecken und Bereiche hinter Geräten sollten erreichbar sein.
- Keine eigenen Sprays einsetzen. Sie vertreiben Insekten oft nur in Nachbarräume und erschweren die professionelle Behandlung.
Motten: hier dürfen Sie selbst ran
Anders als bei Mäusen oder Schaben kommen Sie bei Motten meist ohne Fachbetrieb aus. Bei Lebensmittelmotten räumen Sie den Vorratsschrank vollständig aus, werfen befallene Packungen weg und prüfen auch ungeöffnete Tüten, denn die Larven fressen sich durch dünne Folie. Anschließend wird der Schrank ausgesaugt, besonders Ritzen und Bohrlöcher für die Einlegeböden, und feucht ausgewischt. Vorräte kommen danach in dicht schließende Gläser oder Dosen.
Bei Kleidermotten hilft Waschen bei hoher Temperatur, soweit das Pflegeetikett es erlaubt. Empfindliche Wolle und Seide können für einige Tage in die Gefriertruhe. Den Schrank gründlich aussaugen und auswischen. Pheromonfallen zeigen, ob noch Falter unterwegs sind, beseitigen den Befall aber nicht allein. Wer auf Insektizide verzichten möchte, kann Schlupfwespen einsetzen, winzige Nützlinge, die Motteneier parasitieren. Kehren die Tiere trotz allem immer wieder, lohnt der Blick auf versteckte Quellen wie alte Teppiche, Wollreste oder Tierfutter.
Kot und Nester sicher entfernen
Mäuse- und Rattenkot kann Krankheitserreger enthalten. Die wichtigste Regel: keinen Staub aufwirbeln.
- Kot trocken zusammenfegen oder mit einem Staubsauger ohne Feinfilter aufsaugen
- ohne Handschuhe arbeiten
- tote Tiere mit bloßen Händen anfassen
- Nistmaterial im Hausmüll offen herumliegen lassen
Besser ist es, den Bereich vorher zu lüften, Einweghandschuhe und bei staubigen Stellen eine Atemschutzmaske zu tragen, die Rückstände anzufeuchten und mit Küchenpapier aufzunehmen. Alles kommt in einen verschlossenen Beutel in den Restmüll. Danach wird die Fläche feucht gereinigt, bei Lebensmittelbereichen mit einem geeigneten Desinfektionsmittel nach Herstellerangabe. Bei größeren Mengen, etwa auf Dachböden oder in Lagern, gehört das in professionelle Hände.
Nach der Behandlung: nicht zu früh wischen
Viele Insektizide wirken als Kontaktgift. Sie werden bewusst entlang von Laufwegen, Fugen und Sockelleisten aufgebracht und sollen dort eine Zeit lang liegen bleiben. Wer sofort nass durchwischt, entfernt den Wirkstoff und verlängert den Befall. Halten Sie sich deshalb an die Wartezeiten und die Bereiche, die der Schädlingsbekämpfer nennt.
- behandelte Zonen nur so reinigen, wie der Fachbetrieb es angibt
- Arbeitsflächen und Essbereiche vor der Nutzung gründlich abwischen
- tote Insekten mit dem Staubsauger aufnehmen und den Beutel verschlossen entsorgen
- Kontrolltermin wahrnehmen, auch wenn keine Tiere mehr zu sehen sind
Besonderheiten für Betriebe mit Lebensmitteln
Restaurants, Bäckereien, Kantinen und Lebensmittelhändler müssen nach dem europäischen Lebensmittelhygienerecht Verfahren zur Schädlingsbekämpfung haben. In der Praxis bedeutet das meist ein regelmäßiges Monitoring durch einen Fachbetrieb mit Köderstationen, Kontrollplänen und Protokollen, die man der Lebensmittelüberwachung auf Nachfrage zeigen kann. Die Reinigung ist Teil dieses Systems. Ein Reinigungsplan, der auch Bereiche unter Geräten, Abläufe, Lüftungsgitter und Lagerregale umfasst, reduziert die Nahrungsquellen und macht Spuren schneller sichtbar. Wichtig ist, dass die Reinigungskräfte Köderstationen nicht verschieben und Auffälligkeiten sofort melden.
Vorbeugen ist Reinigungsarbeit
Viele Befälle lassen sich mit Ordnung und regelmäßiger Reinigung deutlich unwahrscheinlicher machen:
- Mülltonnen und Müllplätze sauber halten und schließen. Eine regelmäßige Müllplatzreinigung nimmt Ratten und Fliegen die Grundlage.
- Keller und Dachböden entrümpeln. Stapel aus Pappe und Textil sind ideale Nistplätze; wie man Sperrmüll im Hof sinnvoll organisiert, steht unter Sperrmüll auf dem Hof.
- In Küchen Fettablagerungen hinter Geräten entfernen. In Gewerbeküchen hilft eine planmäßige Gastronomiereinigung inklusive der Stellen, an die im Alltag niemand kommt.
- Tierfutter und Vorräte verschlossen lagern.
Anzeichen, die man früh ernst nehmen sollte
Ein Befall kündigt sich fast immer an, bevor er groß wird. Nagespuren an Kabeln und Verpackungen, Kotkörnchen in Schubladen, ein süßlich-muffiger Geruch in Vorratsräumen, kleine Blutflecken auf dem Bettlaken oder Häutungsreste in Matratzennähten sind solche Hinweise. Wer sie fotografiert und datiert, hilft dem Fachbetrieb bei der Einschätzung. Legen Sie gefundene Insekten in ein verschlossenes Glas oder einen Klebestreifen; die genaue Bestimmung entscheidet über die richtige Methode.
Aus unseren Einsätzen
Bei Grundreinigungen in Kellern, Lagern und Hinterhöfen stoßen wir immer wieder auf Spuren, bevor jemand im Haus einen Befall bemerkt hat. Wir sprechen das offen an und empfehlen einen Schädlingsbekämpfer, statt einfach weiterzuputzen. Umgekehrt holen uns Verwaltungen, wenn die Bekämpfung abgeschlossen ist und Räume wieder nutzbar werden sollen. Dann übernimmt Putzfirma Berlin eine Grundreinigung mit Entfernung von Kot, Nestresten und Verschmutzungen, abgestimmt auf die Hinweise des Fachbetriebs. Nach Taubenbefall auf Dachböden und Balkonen bieten wir eine eigene Taubenkotentfernung mit Schutzausrüstung an.
Ist eine Wohnung stark vermüllt, geht beides Hand in Hand: Ohne Räumung keine wirksame Bekämpfung, ohne Bekämpfung keine dauerhafte Sauberkeit. Mehr dazu im Beitrag über vermüllte Wohnungen von Angehörigen.
Kurz beantwortet
Reicht eine gründliche Reinigung gegen Schaben oder Mäuse?
Nein. Reinigung entzieht Nahrung und Verstecke, beseitigt aber keinen bestehenden Befall. Dafür braucht es gezielte Bekämpfung.
Muss ich den Vermieter informieren?
Als Mieter sollten Sie einen Befall melden, weil er ein Mangel sein kann und sich oft über mehrere Wohnungen erstreckt. Die Kostenfrage richtet sich danach, wie der Befall entstanden ist; das ist keine Rechtsberatung.
Sind Bettwanzen ein Zeichen für eine unsaubere Wohnung?
Nein. Sie reisen mit Gepäck und Möbeln und kommen in jeder Wohnung vor. Wichtig ist, früh zu handeln und nicht selbst zu sprühen.
Wann darf nach der Behandlung wieder gewischt werden?
Das legt der Schädlingsbekämpfer fest. Arbeitsflächen werden meist sofort gereinigt, behandelte Randbereiche erst nach einer bestimmten Zeit.
Übernimmt eine Reinigungsfirma auch die Bekämpfung?
Seriöse Reinigungsfirmen nicht. Wir arbeiten vor und nach der Bekämpfung und empfehlen dafür einen Fachbetrieb.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




