
Wer morgens mit verstopfter Nase aufwacht, tränende Augen hat und sich im Laufe des Tages besser fühlt, denkt oft zuerst an eine Erkältung. Häufig steckt aber eine Allergie gegen Hausstaubmilben dahinter. Die winzigen Spinnentiere sind mit bloßem Auge nicht zu sehen und leben überall dort, wo Menschen schlafen und sitzen. Sie ernähren sich von Hautschuppen und mögen es warm und feucht.
Auslöser der Beschwerden sind nicht die Tiere selbst, sondern Eiweiße in ihrem Kot. Diese Partikel zerfallen, mischen sich mit dem Hausstaub und gelangen beim Aufschütteln der Bettdecke oder beim Hinsetzen aufs Sofa in die Atemluft. Ziel ist es daher, die Zahl der Milben zu senken und die Allergene gleichzeitig aus der Wohnung zu entfernen.
Eine ärztliche Diagnose ersetzt dieser Beitrag nicht. Wer den Verdacht auf eine Allergie hat, sollte das in einer allergologischen Praxis abklären lassen. Hier geht es um das, was Sie im Haushalt beeinflussen können.
Wo die Tiere leben und was sie brauchen
Die meisten Milben finden sich im Bett: in Matratze, Kopfkissen und Bettdecke. Dort gibt es Wärme, Feuchtigkeit aus dem nächtlichen Schwitzen und reichlich Nahrung. Weitere Schwerpunkte sind Polstermöbel, Teppiche, schwere Vorhänge und Kuscheltiere.
Milben vermehren sich besonders gut bei einer relativen Luftfeuchte über etwa 60 Prozent und Temperaturen um 20 bis 25 Grad. Sinkt die Luftfeuchte längere Zeit deutlich darunter, trocknen sie aus und sterben ab. Deshalb gehen die Bestände in der Heizperiode oft zurück, während die Beschwerden gleichzeitig zunehmen können: Die abgestorbenen Tiere und ihr Kot zerfallen zu feinem Staub, der beim Heizen aufgewirbelt wird.
Maßnahmen und ihr Nutzen
| Maßnahme | Wirkung | Aufwand | Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Bettwäsche bei 60 °C waschen | tötet Milben ab, entfernt Allergene | gering | wöchentlich bis alle zwei Wochen |
| Allergendichte Matratzen- und Kissenbezüge (Encasings) | schließt Milben und Allergene ein | einmalige Anschaffung | Bezüge nach Herstellerangabe waschen |
| Kopfkissen und Decken waschen | reduziert Allergene in der Füllung | mittel | mehrmals im Jahr, wenn waschbar |
| Luftfeuchte unter 60 % halten | verschlechtert Lebensbedingungen | gering | dauerhaft |
| Staubsauger mit HEPA-Filter | feine Allergenpartikel bleiben im Gerät | Anschaffung | mehrmals pro Woche saugen |
| Feucht Staub wischen | bindet Allergene | gering | wöchentlich |
| Tiefenreinigung von Matratze, Polster, Teppich | entfernt Allergene aus der Tiefe | Fachbetrieb | ein- bis zweimal im Jahr |
| Kuscheltiere einfrieren und waschen | tötet Milben ab | gering | regelmäßig, besonders bei Kindern |
Das Schlafzimmer Schritt für Schritt umstellen
- Bett morgens offen lassen. Decke zurückschlagen statt ordentlich zu glätten, damit Matratze und Bettzeug abtrocknen.
- Sofort lüften. Direkt nach dem Aufstehen einige Minuten die Fenster weit öffnen. Das senkt die Luftfeuchte, die sich über Nacht angesammelt hat.
- Temperatur moderat halten. Ein Schlafzimmer um 16 bis 18 Grad ist für die meisten Menschen angenehm und für Milben weniger attraktiv als ein warmer Raum.
- Bettwäsche heiß waschen. 60 Grad sind die wichtigste Schwelle. Dass heiße Wäsche trotzdem sparsam laufen kann, zeigen unsere Hinweise zu Eco-Programm und voller Trommel.
- Encasings aufziehen. Für Allergiker sind allergendichte Bezüge um Matratze, Kissen und Decke eine der wirksamsten Maßnahmen.
- Staubfänger reduzieren. Offene Regale, Kissenberge, Deko-Felle und schwere Vorhänge sammeln Staub. Was bleibt, sollte waschbar oder leicht abwischbar sein.
- Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen. Getragene Kleidung bringt Hautschuppen und Staub mit.
Bei Kissen und Decken hilft ein Blick auf das Pflegeetikett; wie Sie sie richtig waschen und trocknen, beschreibt unser Ratgeber Kopfkissen und Bettdecken richtig waschen.
- Staub mit einem trockenen Wedel verteilen – die Allergene landen in der Atemluft.
- Das Bett morgens sofort mit einer Tagesdecke abdecken; die Feuchtigkeit bleibt eingeschlossen.
- Großflächig Milbensprays einsetzen. Sie töten die Tiere ab, entfernen aber nicht den allergenen Kot.
- Luftbefeuchter im Schlafzimmer betreiben, obwohl die Luft gar nicht zu trocken ist.
- Einen alten Sauger ohne gutes Filtersystem benutzen, der feinen Staub wieder ausbläst.
Wohnzimmer, Kinderzimmer und Teppiche
Polstermöbel mit Stoffbezug speichern Allergene ähnlich wie Matratzen. Saugen Sie sie regelmäßig mit der Polsterdüse ab und waschen Sie abnehmbare Bezüge. Glattleder oder Kunstleder lassen sich einfacher sauber halten, doch niemand muss deshalb sein Sofa austauschen.
Teppiche sind zwiespältig. Sie binden Staub, der sonst in der Luft schweben würde, speichern aber auch Allergene in der Tiefe. Wer einen Teppich behalten möchte, saugt ihn häufig und lässt ihn ein- bis zweimal jährlich tief reinigen. Für stark Betroffene kann ein glatter Bodenbelag im Schlafzimmer eine Überlegung wert sein.
Im Kinderzimmer sind Kuscheltiere ein Thema. Die Lieblingsstücke können Sie einfach für etwa einen Tag in eine Tüte verpackt in den Gefrierschrank legen und anschließend waschen, sofern das Material es verträgt. Die Kälte tötet die Milben ab, das Waschen entfernt die Allergene.
Rolle von Lüften und Luftfeuchte
Die Luftfeuchte ist der Hebel, den viele unterschätzen. Ein Hygrometer im Schlafzimmer zeigt, ob Sie im Bereich zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Dauerhaft höhere Werte begünstigen nicht nur Milben, sondern auch Schimmel; wie Sie beides mit dem richtigen Lüftverhalten in den Griff bekommen, zeigt unser Beitrag zum Stoßlüften und gleichmäßigen Heizen. Wie Staub beim Putzen gebunden statt aufgewirbelt wird, erklären wir unter Luftqualität und Reinigungsmethode.
Chemische Mittel gegen Milben, sogenannte Akarizide, sind für den Alltag meist nicht nötig. Sie töten die Tiere ab, lassen aber die Allergene zurück. Wer sie einsetzen möchte, sollte das mit der behandelnden Praxis besprechen. Allgemeine Überlegungen zum Einsatz solcher Mittel finden Sie in unserem Beitrag Biozide vermeiden.
- In Haushalten mit Allergikern saugen wir ausschließlich mit Geräten, die ein dichtes Filtersystem haben, und wischen danach feucht nach.
- Fensterbänke, Bilderrahmen und die Oberseiten von Schränken gehören bei uns zum festen Programm, weil sich dort viel feiner Staub sammelt.
- Duftstofffreie Mittel setzen wir auf Wunsch ein, denn viele Menschen mit Hausstauballergie reagieren auch auf Parfüm.
- Beim Bettenbeziehen schütteln wir Decken nicht im Raum aus, sondern am offenen Fenster oder draußen.
Haustiere und Reisen
Hunde und Katzen bringen zusätzliche Hautschuppen in die Wohnung und damit Futter für Milben. Liegeplätze und Decken der Tiere sollten Sie deshalb ebenso regelmäßig heiß waschen wie die eigene Bettwäsche. Schläft das Tier im Bett, steigt die Belastung dort deutlich. Für Allergiker ist es besser, das Schlafzimmer tierfrei zu halten.
Auch Urlaub kann helfen. In Höhenlagen über etwa 1.500 Metern ist die Luft so trocken und kühl, dass kaum Milben vorkommen; viele Betroffene spüren dort Erleichterung. Nach der Rückkehr lohnt es sich, die Wohnung gründlich zu lüften und das Bettzeug frisch zu beziehen. Wer verreist, kann die Heizung im Schlafzimmer etwas absenken und die Tür geschlossen halten, sofern es in der Wohnung nicht zu kalt wird.
Wann eine professionelle Tiefenreinigung hilft
Haushaltsstaubsauger erreichen nur die Oberfläche. In Matratzen, Polstern und Teppichen sitzt ein Großteil der Allergene tiefer. Eine Matratzenreinigung mit Sprühextraktion oder speziellem Saugverfahren holt diese Rückstände heraus. Für Sofas und Sessel übernimmt das eine Polsterreinigung sowie für Teppiche und Teppichböden über eine Teppichreinigung.
Für die laufende Pflege kann eine regelmäßige Wohnungsreinigung sinnvoll sein, bei der Staub konsequent feucht gebunden wird. Putzfirma Berlin stimmt die Mittel und die Methode auf Wunsch auf Allergiker im Haushalt ab.
Häufige Fragen
Lassen sich die Spinnentierchen komplett beseitigen?
Nein, sie kommen in praktisch jeder Wohnung vor. Ziel ist, ihre Zahl und vor allem die Menge an Allergenen deutlich zu senken. Mit den beschriebenen Maßnahmen gelingt das gut.
Reichen 40 Grad für die Bettwäsche?
Für Menschen ohne Allergie meist ja. Bei einer Milbenallergie sollten Sie 60 Grad wählen, weil erst diese Temperatur die Tiere zuverlässig abtötet.
Was bringen Encasings wirklich?
Sie umschließen Matratze, Kissen und Decke mit einem dichten Gewebe, durch das Allergene kaum hindurchgelangen. Für Allergiker gehören sie zu den wirksamsten Maßnahmen. Achten Sie auf atmungsaktive Bezüge, damit Sie nicht schwitzen.
Sollte ich meinen Teppich entfernen?
Nicht zwingend. Häufiges Saugen mit gutem Filter und eine regelmäßige Tiefenreinigung reichen oft aus. Bei starken Beschwerden kann ein glatter Boden im Schlafzimmer sinnvoll sein.
Wie oft sollte die Matratze gereinigt werden?
Bei Allergikern ist eine Tiefenreinigung ein- bis zweimal im Jahr sinnvoll, zusätzlich zu Encasings. Eine Matratze, die viele Jahre alt ist, sollte irgendwann ersetzt werden.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




