Symbolgrafik zum Beitrag „Kopfkissen und Bettdecken waschen“ aus dem Thema Teppich, Polster & Textil

Ein Mensch gibt im Schlaf Feuchtigkeit ab, dazu kommen Hautschuppen und Hautfett. Ein Teil davon landet in der Füllung von Decke und Kissen. Hausstaubmilben finden dort ideale Bedingungen, und mit der Zeit wird die Füllung schwerer, klumpiger und riecht abgestanden. Regelmäßiges Waschen hält das Bett hygienisch und die Füllung bauschig.

Wie oft und wie heiß gewaschen werden darf, hängt vom Material ab. Daunen und Federn verlangen andere Bedingungen als Faserbällchen aus Polyester, und Wolle oder Kamelhaar sind noch einmal ein eigenes Kapitel. Das eingenähte Pflegeetikett gibt die verbindliche Auskunft, die folgenden Hinweise helfen bei der Umsetzung.

Füllungen und ihre Ansprüche

Füllung Temperatur laut üblicher Kennzeichnung Wie oft Besonderheiten
Polyester-Faser oft 60 Grad, teils 95 Grad Kissen etwa alle drei Monate, Decken zwei- bis viermal jährlich gut für Hausstauballergiker, trocknet schnell
Daunen und Federn meist 40 bis 60 Grad ein- bis zweimal jährlich Spezialwaschmittel, sehr lange Trocknung
Schurwolle nur wenn ausdrücklich erlaubt, dann Wollprogramm selten, sonst lüften verfilzt bei Wärme und Bewegung
Kamelhaar, Kaschmir, Seide meist nicht maschinenwaschbar lüften, Fachreinigung empfindliche Naturfasern
Visko- oder Memoryschaum nicht waschbar, nur der Bezug Bezug nach Etikett Kern nur lüften

Die 60 Grad sind für Allergiker interessant, weil sie Hausstaubmilben zuverlässig abtöten. Daunen vertragen diese Temperatur oft ebenfalls, allerdings nur, wenn der Hersteller es angibt. Im Zweifel gilt immer die niedrigere Zahl vom Etikett.

Die richtige Maschine und das richtige Mittel

Eine Decke muss sich in der Trommel frei bewegen können, sonst wird sie nicht sauber und nicht richtig gespült. Als grobe Faustregel gilt: Ein Kopfkissen passt in fast jede Maschine, eine Einzeldecke braucht meist eine Trommel mit mindestens sieben Kilogramm Fassungsvermögen, für große Decken und Wintermodelle ist eine Maschine mit acht bis zehn Kilogramm besser. Haben Sie zu Hause nur eine kleine Trommel, lohnt ein Besuch im Waschsalon mit Großgeräten, die es in vielen Berliner Kiezen gibt.

Beim Mittel kommt es auf die Füllung an. Daunen und Federn werden mit einem speziellen Daunenwaschmittel oder einem milden Feinwaschmittel gewaschen, weil starke Vollwaschmittel das natürliche Fett der Daunen herauslösen. Dann verlieren sie ihre Bauschkraft. Wolle bekommt Wollwaschmittel. Polyester verträgt ein normales Waschmittel. Weichspüler bitte weglassen, er verklebt Fasern und Daunen.

Ablauf in sieben Schritten

  1. Etikett lesen. Temperatur, Schleuderzahl und Trocknerfreigabe notieren.
  2. Hülle prüfen. Kleine Löcher oder offene Nähte vorher schließen, sonst verteilt sich die Füllung in der Trommel.
  3. Einzeln oder paarweise einlegen. Zwei Kissen gleicher Art zusammen sorgen für eine ausgeglichene Trommel. Eine Decke allein, ohne weitere Wäsche.
  4. Programm wählen. Schonprogramm oder Daunenprogramm, falls vorhanden, sonst Pflegeleicht mit reduzierter Schleuderzahl.
  5. Extra spülen. Ein zusätzlicher Spülgang holt Waschmittelreste aus der dichten Füllung. Das ist wichtiger als bei normaler Wäsche.
  6. Schonend schleudern. Mittlere Drehzahl, damit die Füllung nicht zu Klumpen gepresst wird, aber genug Wasser herauskommt.
  7. Sofort trocknen. Nicht nass in der Maschine liegen lassen, sonst beginnt die Füllung zu riechen.

Ohne Klumpen trocken bekommen

Das Trocknen ist der heikelste Teil. Eine Daunendecke, die innen noch feucht ist, entwickelt innerhalb weniger Tage einen muffigen Geruch und kann stockig werden. Am besten gelingt es im Trockner bei niedriger Temperatur, sofern das Etikett ihn erlaubt. Zwei oder drei saubere Tennisbälle oder spezielle Trocknerbälle in der Trommel schlagen die Füllung immer wieder auf und verhindern Klumpen. Planen Sie mehrere Durchgänge ein und schütteln Sie die Decke zwischendurch kräftig auf.

Ohne Trockner wird die Decke flach auf einem Wäscheständer ausgebreitet, an einem warmen, luftigen Ort. Mehrmals am Tag aufschütteln und die Füllung mit den Händen auflockern. Das kann bei Daunen zwei bis drei Tage dauern. Ob alles trocken ist, merken Sie am Gewicht, am Geruch und daran, dass sich keine Klümpchen mehr ertasten lassen.

Typische Fehler mit Füllungen
  • Trommel zu klein: die Füllung wird nicht durchgespült, Waschmittelreste bleiben.
  • Vollwaschmittel bei Daunen: das natürliche Fett geht verloren, die Füllung verklumpt.
  • Weichspüler: verklebt Fasern und hemmt die Bauschkraft.
  • Zu früh beziehen: Restfeuchte führt zu Geruch und im schlimmsten Fall zu Stockflecken.
  • Wolle wie Polyester behandelt: sie verfilzt und schrumpft.

Zwischen den Wäschen: lüften und aufschütteln

Nicht jede Füllung muss oft in die Maschine. Tägliches Aufschütteln und das Bett morgens offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, bringt schon viel. An trockenen, sonnigen Tagen tut ein paar Stunden Lüften auf dem Balkon oder im Hof gut, aber nicht bei Nebel oder hoher Luftfeuchte. Wolle und Kamelhaar profitieren besonders davon, weil sie ohnehin selten gewaschen werden sollen.

Ist nach einem Missgeschick etwas in die Füllung gelangt, etwa bei kleinen Kindern oder Haustieren, lohnt sich schnelles Handeln. Die Stelle zunächst von außen aufnehmen, dann die ganze Decke waschen. Mehr zum Vorgehen bei Nässe im Bett lesen Sie im Beitrag über Urinflecken auf der Matratze. Wenn sich trotz Pflege Stockflecken zeigen, hilft der Beitrag zu Schimmel an Textilien.

Hülle, Nähte, Kammern: vorher genau hinsehen

Vor jeder Wäsche lohnt ein prüfender Blick auf die Hülle. Daunendecken sind meist in Kammern oder Karos abgesteppt, damit die Füllung nicht verrutscht. Reißt eine dieser Nähte, wandert die Füllung in der Trommel in eine Ecke und lässt sich danach kaum wieder verteilen. Kleine Löcher im Inlett, aus denen Federkiele herausschauen, werden vorher mit ein paar Stichen geschlossen. Ist das Gewebe insgesamt dünn und brüchig geworden, übersteht es die Wäsche vielleicht nicht mehr. Dann ist eine Fachreinigung mit Umfüllung in ein neues Inlett die bessere Wahl.

Achten Sie außerdem auf gelbliche Verfärbungen. Sie entstehen durch Schweiß und Hautfett und gehen bei einer normalen Wäsche oft nur teilweise heraus. Das ist ein Schönheitsfehler, kein Hygieneproblem, solange die Füllung sauber riecht und gut aufbauscht.

Praxis in Ferienwohnungen und Gästezimmern

Bei der Betreuung von Ferienwohnungen und möblierten Apartments sehen wir, wie schnell Bettwaren leiden, wenn viele Gäste wechseln. Bewährt hat sich ein fester Plan: Schutzbezüge unter dem Bettbezug, Kissen im Wechsel alle paar Wochen waschen, Decken im Frühjahr und Herbst. Wer mehrere Garnituren vorhält, kann immer eine trocknen lassen, während die andere im Einsatz ist. Im Rahmen der Ferienwohnungsreinigung übernehmen wir den Bettenwechsel und behalten den Zustand der Bettwaren im Blick.

Auch im Privathaushalt ist ein fester Termin hilfreich. Wer ohnehin eine Haushaltshilfe hat, kann das Waschen von Kissen in den regelmäßigen Ablauf aufnehmen, große Daunendecken bleiben wegen der langen Trocknung eher ein Wochenendprojekt.

Wann eine Fachreinigung besser ist

Kamelhaar, Kaschmir, Seide und viele Schurwolldecken sind nicht für die Haushaltsmaschine gedacht. Auch sehr große Daunendecken, die in keine verfügbare Trommel passen, gehören in eine Textilreinigung mit Spezialgeräten. Die Matratze darunter bleibt bei alledem oft vergessen. Sie lässt sich nicht waschen, aber mit einer Matratzenreinigung durch Putzfirma Berlin gründlich von Staub, Milbenrückständen und Flecken befreien. Riecht das Schlafzimmer insgesamt abgestanden, lohnt sich auch ein Blick auf die Polstermöbel, Hinweise dazu gibt unser Text über Mief in Polstermöbeln.

Kurz beantwortet

Welcher Rhythmus ist für das Kopfteil sinnvoll?

Kissen mit Faserfüllung etwa alle drei Monate, Daunenkissen ein- bis zweimal jährlich. Wer Allergien hat, nachts stark schwitzt oder krank war, wäscht häufiger. Ein Schutzbezug unter dem Kissenbezug verlängert die Abstände.

Tötet eine Wäsche bei 40 Grad Milben ab?

Nicht zuverlässig. Um Hausstaubmilben sicher abzutöten, sind 60 Grad nötig. Viele Faserdecken und manche Daunenprodukte vertragen das. Was nicht so heiß gewaschen werden darf, hilft oft ein Encasing für Allergiker.

Wozu Tennisbälle im Trockner?

Sie schlagen die Füllung während des Trocknens immer wieder auf und verhindern, dass Daunen oder Fasern verklumpen. Die Bälle sollten sauber und nicht abfärbend sein, alternativ gibt es spezielle Trocknerbälle.

Wann ist ein Austausch fällig?

Wenn es nach dem Waschen nicht mehr aufbauscht, sich dauerhaft Klumpen bilden oder es gelbliche Stellen hat, die nicht mehr herausgehen. Ein einfacher Test: Kissen in der Mitte falten. Klappt es nicht von selbst wieder auf, hat es seine Stützkraft verloren.

Passt eine große Daunenfüllung in jede Haushaltsmaschine?

Nur wenn die Trommel groß genug ist, damit sich die Decke frei bewegen kann. Eine zu kleine Trommel wäscht nicht gründlich und kann die Hülle beschädigen. Im Waschsalon gibt es Großgeräte, die dafür gut geeignet sind.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.