Symbolgrafik zum Beitrag „Urinflecken auf der Matratze“ aus dem Thema Teppich, Polster & Textil

Kinder im Übergang zur trockenen Nacht, ein Hund, der aufs Bett darf, ein Angehöriger, der gepflegt wird: Es gibt viele Gründe, warum eine Liegefläche nass wird. Frischer Urin ist zunächst nahezu geruchlos und lässt sich gut herausholen. Das Problem beginnt, wenn er eintrocknet. Dann zersetzen Bakterien den enthaltenen Harnstoff, es entsteht Ammoniak, und die Stelle beginnt stechend zu riechen. Gleichzeitig bleibt ein gelber Rand, weil Farbstoffe und Salze an der Oberfläche zurückbleiben.

Eine Matratze ist dabei ein schwieriger Fall. Ihr Kern aus Kaltschaum, Latex, Federkern oder viskoelastischem Schaum saugt Flüssigkeit tief auf und gibt sie nur langsam wieder ab. Deshalb gilt der Grundsatz: so viel wie möglich von oben herausholen, so wenig wie möglich nachgießen.

Sofort handeln: die ersten Minuten

  1. Bettzeug abziehen. Laken, Bezug und Schutzauflage runter und in die Wäsche. Den Bezug der Matratze, wenn abnehmbar, gleich mit.
  2. Flüssigkeit aufnehmen. Mehrere Lagen Küchenpapier oder ein dickes Handtuch fest auf die nasse Stelle drücken, am besten mit dem ganzen Körpergewicht. Wiederholen, bis kaum noch Feuchtigkeit übergeht. Nicht reiben.
  3. Kalt nachtupfen. Ein Tuch mit kaltem Wasser anfeuchten, gut auswringen und die Stelle abtupfen, um Reste zu verdünnen. Danach wieder trocken drücken.
  4. Enzymreiniger auftragen. Ein Reiniger mit Enzymen spaltet die organischen Bestandteile, die später riechen würden. Sparsam aufsprühen und die Einwirkzeit einhalten, die auf der Flasche steht.
  5. Trocken tupfen und lüften. Fenster auf, Matratze wenn möglich hochkant stellen, damit Luft von beiden Seiten herankommt.

Ist die Nässe gerade erst passiert, reicht das oft schon. Der Rest trocknet über den Tag, und abends ist die Liegefläche wieder benutzbar.

Welche Mittel taugen etwas?

Mittel Wirkung Geeignet für Achtung
Kaltes Wasser verdünnt, spült an frische Stellen sparsam einsetzen
Enzymreiniger baut organische Reste ab frische und ältere Stellen Einwirkzeit einhalten, nicht mit anderen Mitteln mischen
Essiglösung, etwa 1 zu 1 mit Wasser neutralisiert Ammoniak ältere, riechende Stellen Eigengeruch, vorher Farbe testen
Natron bindet Feuchte und Gerüche nach der Nassbehandlung vollständig absaugen
Wasserstoffperoxid 3 Prozent hellt gelbe Ränder auf nur helle Bezüge kann bleichen, immer testen
Heißes Wasser oder Dampf fixiert Eiweiß, treibt Nässe tief nicht geeignet Geruch wird eher stärker

Enzymreiniger und Essig bitte nicht gleichzeitig verwenden. Die Säure kann die Enzyme hemmen. Entscheiden Sie sich für ein Verfahren und bleiben Sie dabei.

Eingetrocknete Stellen und gelbe Ränder

Ist der Fleck schon älter, wird er zunächst wieder angelöst. Sprühen Sie die Stelle leicht mit Wasser ein und lassen Sie es einige Minuten einziehen. Tupfen Sie dann ab. Danach kommt je nach Situation Enzymreiniger oder Essiglösung zum Einsatz. Nach dem Trocknen streuen Sie Natron dünn auf die Stelle, lassen es mehrere Stunden liegen und saugen es gründlich ab.

Gegen gelbe Ränder auf hellen Bezügen hilft oft eine Paste aus dreiprozentigem Wasserstoffperoxid, etwas Natron und einem Tropfen Spülmittel. Auftragen, eine Stunde einwirken lassen, abtupfen, mit einem feuchten Tuch nachwischen. Das Mittel bleicht, deshalb bitte nur auf weißen oder sehr hellen Stoffen und immer nach einem Test an der Unterseite.

Was die Sache verschlimmert
  • Viel Wasser auf die Stelle gießen: der Urin wandert tiefer in den Kern.
  • Duftspray statt Reinigung: der Geruch kommt nach kurzer Zeit zurück, gemischt mit Parfüm.
  • Mit Heizlüfter oder Föhn auf höchster Stufe trocknen: Hitze fixiert die Rückstände, manche Schäume vertragen sie nicht.
  • Die Matratze feucht wieder beziehen: im Inneren bildet sich Stockgeruch oder sogar Schimmel.
  • Chlorbleiche: greift Bezug und Schaum an und hilft nicht gegen den Geruch.

Trocknen ist die halbe Miete

Die meisten Probleme mit Matratzen entstehen nicht durch den Urin selbst, sondern durch Restfeuchte. Ein Kern, der innen feucht bleibt, riecht nach einigen Tagen muffig, auch wenn der Fleck an der Oberfläche längst weg ist. Stellen Sie die Matratze deshalb aufrecht, sorgen Sie für Durchzug und lassen Sie einen Ventilator auf die Stelle blasen. Ein Föhn auf kalter oder niedriger Stufe kann bei kleinen Stellen helfen. Drücken Sie nach einigen Stunden mit der flachen Hand auf die Stelle. Fühlt sie sich kühler an als die Umgebung, ist sie noch feucht.

Wie Sie Schimmelspuren an Stoffen erkennen, falls es doch einmal zu spät war, steht in unserem Text über stockige Stellen und Schimmelbefall an Stoffen.

Schaum, Latex, Federkern: Unterschiede beim Trocknen

Nicht jeder Kern verhält sich gleich. Kaltschaum hat offene Poren und lässt Feuchtigkeit vergleichsweise gut wieder heraus, wenn Luft an beide Seiten kommt. Viskoelastischer Schaum, oft als Memoryschaum verkauft, ist dichter und reagiert auf Wärme. Er trocknet langsamer, und ein Föhn auf warmer Stufe verändert unter Umständen seine Struktur. Latex nimmt wenig Wasser auf, aber was hineingelangt, bleibt lange drin, weil das Material kaum Luft durchlässt. Beim Federkern wiederum sitzt die Nässe vor allem in den Polsterlagen über den Federn. Dort trocknet sie zwar schneller, doch die Metallfedern können bei häufiger Feuchtigkeit Rost ansetzen.

Kennen Sie den Typ Ihrer Liegefläche nicht, hilft ein Blick auf das Etikett am Bezug oder in die Kaufunterlagen. Im Zweifel gilt immer: wenig Flüssigkeit, viel Luft, keine Hitze.

Vorbeugen mit dem richtigen Schutz

Ein wasserdichter, atmungsaktiver Matratzenschoner ist die beste Investition, wenn Kinder im Bett schlafen, Haustiere mitliegen oder ein Mensch gepflegt wird. Er lässt sich bei 60 Grad waschen und schützt den Kern vollständig. Für Kinderbetten lohnt es sich, zwei Schoner im Wechsel zu haben, damit nachts schnell getauscht werden kann. Auch Decken und Kopfkissen bekommen bei solchen Missgeschicken etwas ab. Wie Sie sie richtig waschen, beschreibt unser Beitrag über Kopfkissen und Bettdecken.

Nachtset für schnelle Hilfe
  • Ersatzlaken und zweiter Matratzenschoner griffbereit
  • Rolle Küchenpapier und ein altes Handtuch
  • Enzymreiniger in der Sprühflasche
  • Beutel für nasse Wäsche

Erfahrungen aus Pflege und Wohnungsübergaben

Bei Einsätzen in Haushalten mit Pflegebedarf sehen wir oft Matratzen, die über längere Zeit immer wieder nass geworden sind. Hier ist eine Hausmittelbehandlung meist nicht mehr ausreichend, weil sich die Rückstände in vielen Schichten übereinander abgelagert haben. Eine gründliche Sprühextraktion kann das deutlich verbessern, bei stark belasteten Kernen ist ein Austausch manchmal die ehrlichere Lösung.

Auch bei Wohnungsübergaben möblierter Apartments ist das Thema häufig. Eine Matratze mit gelbem Rand fällt bei der Abnahme sofort auf. Wer rechtzeitig eine Reinigung einplant, spart sich den Ärger. Wir verbinden das auf Wunsch mit einer Wohnungsreinigung.

Wann Fachleute helfen

Eine professionelle Reinigung ist sinnvoll bei großen oder wiederholt nassen Stellen, bei starkem Geruch, bei Matratzen in Pflegehaushalten und wenn Sie den Kern nicht selbst trocken bekommen. Wir arbeiten mit einem Sprühextraktionsgerät, das eine Reinigungslösung einsprüht und sofort wieder absaugt, und setzen auf Wunsch geruchsneutralisierende Mittel ein. Die Matratzenreinigung von Putzfirma Berlin lässt sich gut mit der Polsterreinigung kombinieren, wenn auch ein Sessel oder die Couch betroffen ist. Für Gerüche im Sofa finden Sie Tipps in unserer Anleitung gegen muffige Polstermöbel. In Pflegeeinrichtungen und bei Infektionsgeschehen ist zusätzlich eine fachgerechte Desinfektionsreinigung möglich.

Kurz beantwortet

Wie bekomme ich den Geruch dauerhaft weg?

Der Geruch kommt von Bakterien, die Harnstoff zu Ammoniak abbauen. Ein Enzymreiniger oder eine Essiglösung greift die Ursache an, Duftsprays nicht. Wichtig ist außerdem, den Kern vollständig trocknen zu lassen.

Hilft es, die Liegefläche in die Sonne zu stellen?

Kurz lüften im Freien an einem trockenen Tag hilft beim Trocknen. Lange direkte Sonne kann Bezüge ausbleichen und manche Schäume altern lassen. Ein schattiger, luftiger Platz ist besser.

Gilt das auch, wenn die Katze markiert hat?

Das Vorgehen ist gleich, Katzenurin riecht aber intensiver und markiert gern dieselbe Stelle erneut. Deshalb ist ein Enzymreiniger hier besonders wichtig. Bleibt ein Rest Geruch, sucht das Tier den Platz oft wieder auf.

Wie lange dauert das Trocknen?

Bei kleinen Stellen und gutem Luftzug oft einige Stunden. Ist viel Flüssigkeit eingezogen, kann es einen ganzen Tag oder länger dauern. Erst beziehen, wenn sich die Stelle nicht mehr kühl anfühlt.

Lohnt sich die Reinigung bei älteren Modellen?

Bei einer einmaligen Nässe fast immer. Wurde die Matratze über lange Zeit immer wieder nass und riecht auch nach der Reinigung, ist ein Austausch oft sinnvoller. Wir sagen Ihnen nach einem Blick darauf offen, was realistisch ist.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.