Symbolgrafik zum Beitrag „Gerüche aus dem Sofa entfernen“ aus dem Thema Teppich, Polster & Textil

Polstermöbel sind wahre Geruchsspeicher. Schaumstoff und Fasern nehmen Schweiß, Hautfett, Küchendünste, Rauch und Tiergeruch auf und geben sie langsam wieder ab. Wird die Couch täglich genutzt, gelangt mehr hinein, als durch Lüften wieder herauskommt. Irgendwann riecht man es schon beim Betreten des Zimmers.

Ein Geruch ist dabei immer ein Hinweis. Er entsteht, weil Bakterien organische Reste zersetzen, weil Rauchpartikel in der Faser haften oder weil Feuchtigkeit Schimmel begünstigt. Wer nur parfümiert, überlagert das Problem, und aus der Mischung wird oft etwas noch Unangenehmeres. Deshalb steht am Anfang die Frage: Was genau riecht hier?

Die häufigsten Quellen erkennen

Quelle Typischer Eindruck Wo es sitzt Was hilft
Schweiß und Hautfett säuerlich, abgestanden Sitzflächen, Armlehnen, Kopfbereich Bezug waschen oder Sprühextraktion
Haustiere tierisch, „nach Hund“ Lieblingsplatz, Kissen, Ritzen Haare entfernen, enzymatisch reinigen
Urin stechend, ammoniakartig punktuell, oft tief im Schaum enzymatische Behandlung, Fachreinigung
Zigarettenrauch kalt, beißend gleichmäßig im ganzen Möbel mehrfache Reinigung, Lüften, Fachleute
Feuchtigkeit und Schimmel muffig, erdig Rückseite, Unterseite, Wandnähe Ursache beheben, trocknen, prüfen lassen
Essen und Getränke süßlich oder ranzig Ritzen, Sitzkanten absaugen, punktuell reinigen

Riechen Sie gezielt an Sitzfläche, Rückenkissen, Armlehnen und an der Unterseite. Ziehen Sie das Möbel ein Stück von der Wand weg. Riecht es dort muffig, und ist die Wand kühl oder fleckig, spricht vieles für Feuchtigkeit. Liegt der Geruch nur an einer Stelle, ist wahrscheinlich etwas verschüttet worden oder ein Tier hat markiert.

Grundreinigung in fünf Etappen

  1. Alles Lose entfernen. Kissen, Decken, Überwürfe abnehmen. Abnehmbare Bezüge nach Pflegeetikett waschen, dabei auf Temperatur und Schleudergang achten, damit nichts einläuft.
  2. Gründlich absaugen. Mit Fugendüse in jede Ritze, mit Polsterdüse über alle Flächen. In den Ritzen sammeln sich Krümel, Haare und Staub, die selbst schon riechen.
  3. Natron streuen. Auf die trockene Fläche dünn Natron (Natriumhydrogencarbonat) streuen, leicht mit der Hand einarbeiten und mehrere Stunden, gern über Nacht, einwirken lassen. Es bindet Säuren und damit einen Teil des Geruchs.
  4. Wieder absaugen. Gründlich und langsam, damit keine Reste im Gewebe bleiben. Vorher an einer verdeckten Stelle testen, ob das Material Natron verträgt, bei empfindlichen Naturfasern und dunklen Stoffen können helle Spuren bleiben.
  5. Lüften. Fenster auf, Möbel wenn möglich etwas von der Wand abrücken. Ein Ventilator unterstützt die Luftbewegung.

Reicht das nicht, sitzt die Ursache tiefer im Schaum. Dann hilft nur, sie herauszuspülen, mit einer Nassreinigung, bei der das Wasser sofort wieder abgesaugt wird.

So wird es schlimmer statt besser
  • Große Mengen Duftspray: überlagern den Geruch nur und hinterlassen klebrige Rückstände.
  • Essig pur auf Polster: kann Farben verändern und riecht selbst stark.
  • Zu viel Wasser: durchnässter Schaum trocknet schlecht und beginnt erst recht zu riechen.
  • Chlorhaltige Mittel: bleichen den Stoff und sind für Textilien ungeeignet.
  • Ozongeräte in bewohnten Räumen: Ozon reizt die Atemwege, der Einsatz gehört in Fachhände und in einen leeren Raum.

Sonderfälle: Tiere, Rauch, Nässe

Haustiere. Tierhaare sind selbst ein Geruchsträger. Entfernen Sie sie gründlich, bevor Sie nass arbeiten, sonst verkleben sie. Hilfreiche Tricks stehen in unserem Beitrag zum Entfernen von Tierhaaren. Organische Rückstände wie Speichel oder Urin lassen sich mit enzymatischen Reinigern abbauen. Diese Mittel brauchen Zeit und Feuchtigkeit, halten Sie sich an die Einwirkzeit auf der Flasche. Wie Sie bei Urin konkret vorgehen, erklärt der Beitrag zu Urinflecken auf der Matratze, das Prinzip ist bei Polstern dasselbe.

Zigarettenrauch. Rauchgeruch ist besonders zäh, weil sich feine, klebrige Partikel in Stoff und Schaum festsetzen. Oft sind mehrere Reinigungsgänge nötig, und die Wohnung selbst muss mitbehandelt werden, sonst lädt sich das Möbel sofort wieder auf. Vorhänge, Teppiche und Wände riechen mit.

Feuchtigkeit. Steht die Couch an einer kalten Außenwand, etwa im Erdgeschoss eines Berliner Altbaus oder im Souterrain, bildet sich hinter der Rückenlehne leicht Kondenswasser. Das Ergebnis ist muffiger Geruch und im schlimmsten Fall Schimmel. Rücken Sie das Möbel einige Zentimeter von der Wand ab und prüfen Sie Wand und Rückseite. Sehen Sie Stockflecken, lesen Sie unseren Beitrag zu Schimmel an Textilien. Liegt die Ursache in der Wand, ist eine Schimmelentfernung durch Fachleute der richtige Weg.

Bezüge, Kissen, Füllung: Was in die Maschine darf

Viele Polstermöbel haben abnehmbare Bezüge, doch nicht jeder davon verträgt die Waschmaschine. Schauen Sie auf das Pflegeetikett, das meist an einer Innennaht oder unter dem Reißverschluss sitzt. Steht dort eine Temperatur, halten Sie sich daran und wählen Sie ein Schonprogramm mit niedriger Schleuderzahl. Ziehen Sie die Bezüge noch leicht feucht wieder auf, dann lassen sie sich besser über den Schaum ziehen und laufen nicht ein. Waschen Sie alle Bezüge eines Möbels gleichzeitig, sonst unterscheiden sich die Farben später.

Lose Kissenfüllungen aus Faserbällchen lassen sich häufig bei 40 oder 60 Grad waschen, Schaumstoffkerne dagegen nicht. Diese werden nur abgesaugt und bei Bedarf mit einer Sprühextraktion gereinigt. Federfüllungen brauchen viel Zeit zum Trocknen, sonst entsteht genau der muffige Geruch, den Sie eigentlich loswerden wollten. Mehr zu Füllungen aus Daunen und Federn lesen Sie in unserem Beitrag über das Waschen von Kopfkissen und Bettdecken.

Ein Hinweis zum Trockner: Hohe Temperaturen lassen viele Bezugsstoffe schrumpfen. Lufttrocknen auf der Leine oder dem Wäscheständer ist die sicherere Wahl, gern bei offenem Fenster.

Was wir bei Hausbesuchen beobachten

Bei Polstereinsätzen fällt uns immer wieder auf, dass der Geruch nicht vom Sitz, sondern von den Rückenkissen kommt. Dort liegt der Kopf, dort sammeln sich Haarfett und Schweiß, und genau diese Kissen werden am seltensten gewaschen. Ein Kissenbezug, der sich abziehen lässt, sollte deshalb alle paar Monate in die Maschine.

Ein zweiter Punkt: Riecht das Wohnzimmer insgesamt, liegt es selten nur an einem Möbelstück. Teppich, Vorhänge und Matratzen tragen mit. Es lohnt sich, alle Textilien gemeinsam zu behandeln, sonst kehrt der Geruch aus der Umgebung zurück. Deshalb kombinieren wir die Polsterreinigung oft mit der Matratzenreinigung oder einer gründlichen Wohnungsreinigung.

Vorbeugen im Alltag
  • Überwurf oder waschbare Decke auf den Lieblingsplatz legen
  • Abnehmbare Bezüge und Kissenhüllen regelmäßig waschen
  • Wöchentlich absaugen, auch die Ritzen
  • Nicht direkt an kalte Außenwände stellen
  • Täglich kurz stoßlüften

Professionelle Hilfe

Wenn eigene Versuche nichts bringen, wenn Urin tief eingezogen ist, bei starkem Rauchgeruch oder wenn Schimmel im Spiel ist, lohnt sich eine Fachreinigung. Eine Sprühextraktion spült Rückstände aus dem Schaum heraus und nimmt die Feuchtigkeit sofort wieder auf. Bei biologischen Ursachen setzen wir passende Mittel ein und lassen ihnen die nötige Zeit. Putzfirma Berlin sagt Ihnen nach einer Besichtigung auch ehrlich, wenn ein Polster so stark belastet ist, dass sich die Reinigung wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Ist der Bezug aus Velours oder Mikrofaser, reagiert er empfindlich auf Nässe. Lesen Sie vorher den Beitrag über Flecken ohne Wasserränder.

Kurz beantwortet

Hilft Natron wirklich?

Bei leichten, säuerlichen Gerüchen ja. Natron bindet einen Teil der Geruchsstoffe, wenn es mehrere Stunden auf der trockenen Fläche liegt. Tiefe Ursachen im Schaum erreicht es nicht.

Kann ich die Couch mit Essigwasser besprühen?

Stark verdünnter Essig kann bei manchen Gerüchen helfen, aber er kann Farben verändern und riecht selbst. Testen Sie immer an einer verdeckten Stelle und sprühen Sie nur leicht. Auf Naturfasern und empfindlichen Bezügen verzichten Sie besser darauf.

Warum riecht es nach der Reinigung manchmal stärker?

Feuchtigkeit aktiviert Geruchsstoffe kurzfristig. Solange das Polster trocknet, kann der Eindruck stärker sein. Ist es nach dem Trocknen immer noch da, war die Reinigung nicht tief genug oder die Quelle sitzt noch im Schaum.

Wie lange dauert es, bis kalter Rauch verschwunden ist?

Das hängt davon ab, wie lange im Raum geraucht wurde. Oft braucht es mehrere Durchgänge und die Behandlung aller Textilien im Raum. Bei jahrelanger Belastung ist ein vollständiges Entfernen nicht immer möglich.

Sind Ozongeräte eine gute Idee?

Ozon kann Gerüche abbauen, ist aber für Menschen, Tiere und Pflanzen reizend. Die Geräte dürfen nur in leeren Räumen laufen, danach muss gründlich gelüftet werden. Das gehört in erfahrene Hände.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.