
Wer eine Sauna betritt, erwartet warmes, hell duftendes Holz und saubere Bänke. Tatsächlich ist die Kabine ein anspruchsvoller Arbeitsplatz für jede Reinigungskraft. Das Holz ist unbehandelt und offenporig, es arbeitet bei jedem Temperaturwechsel und nimmt Schweiß auf wie ein Schwamm. Um die Kabine herum liegen Duschen, Tauchbecken und Ruheräume, in denen es dauerhaft feucht ist. All das verlangt Mittel und Methoden, die sich deutlich von der normalen Unterhaltsreinigung unterscheiden.
Dieser Beitrag richtet sich an Hotels, Fitnessstudios, Thermen und Tagesspas – und an alle, die eine eigene Heimsauna besitzen.
Warum die Kabine anders funktioniert
Bei 80 bis 100 Grad trocknet die Luft in einer finnischen Sauna stark aus. Keime vermehren sich auf den heißen Flächen während des Betriebs kaum. Das Problem beginnt, wenn die Kabine abkühlt und feucht bleibt: Schweiß, Hautschuppen und Aufgussreste bilden dann eine Nährschicht für Bakterien und Schimmel. Deshalb gehört das gründliche Trocknen nach der Reinigung zu den wichtigsten Arbeitsschritten überhaupt.
Das Saunaholz – häufig Abachi, Espe, Hemlock oder nordische Fichte – ist in der Regel unbehandelt, damit es bei Hitze keine Dämpfe abgibt. Es verträgt weder Lacke noch Öle aus dem Baumarkt, keine aggressiven Reiniger und kein stehendes Wasser.
Holz, Stein, Glas: was womit gepflegt wird
| Bereich | Reinigung | Tabu | Häufigkeit (gewerblich) |
|---|---|---|---|
| Liegebänke und Rückenlehnen | handwarmes Wasser, spezieller Holzreiniger, weiche Bürste in Faserrichtung | Hochdruck, Chlor, Scheuermittel | täglich wischen, wöchentlich schrubben |
| Kopfstützen, Fußroste | herausnehmen, schrubben, im Luftstrom trocknen | nass zurückbauen | täglich |
| Kabinenboden (Fliese) | Sanitärreiniger, danach klar spülen | Säure in Fugen mit Kalkzement stehen lassen | täglich |
| Glastür | Glasreiniger ohne Ammoniak, abziehen | heißes Glas mit kaltem Wasser behandeln | täglich |
| Ofengitter, Steine | nur im kalten Zustand, Steine regelmäßig umschichten, bröselige tauschen | Reiniger auf Ofen oder Steine | nach Herstellerangabe |
| Aufgusskübel, Kelle | heiß spülen, trocknen lassen | Stehenlassen mit Restwasser | täglich |
| Duschen, Nassräume | Sanitärreiniger, bei Bedarf Desinfektion | Kalkreste und Seifenfilm stehen lassen | mehrmals täglich kontrollieren |
Die tägliche Pflege Schritt für Schritt
- Abkühlen lassen. Arbeiten Sie nie in der heißen Kabine. Ofen ausschalten, Tür öffnen, mindestens eine halbe Stunde warten. Das schützt Personal und Holz.
- Einsammeln. Vergessene Handtücher, Aufgussreste, Haare und Fundsachen entfernen.
- Holz abwischen. Mit einem nur leicht angefeuchteten Lappen und einem milden Holzreiniger die Sitz- und Liegeflächen wischen, immer in Richtung der Maserung.
- Boden reinigen. Roste herausnehmen, Boden wischen oder abziehen, Ablauf säubern.
- Trocknen. Tür und Lüftungsschieber offen lassen, bei Bedarf kurz mit niedriger Temperatur nachheizen. Holz muss vor dem Schließen durchgetrocknet sein.
- Umfeld. Duschen, Tauchbecken, Ruhebereich und Barfußwege in den Rundgang aufnehmen.
Schweißflecken und graue Stellen im Holz
Trotz Handtuchpflicht bilden sich mit der Zeit dunkle Ränder dort, wo Köpfe, Hände und Füße aufliegen. Leichte Verfärbungen lassen sich mit einem speziellen Saunareiniger und einer weichen Bürste aufhellen. Tiefer sitzende Flecken verschwinden nur durch Schleifen: Mit feinem Schleifpapier, Körnung um 120, wird die oberste Holzschicht in Faserrichtung abgetragen. Danach gründlich absaugen.
Behandeln Sie das Holz anschließend höchstens mit Produkten, die ausdrücklich für Saunabänke gedacht sind. Normales Möbelöl oder Wachs kann bei Hitze kleben, riechen oder im schlimmsten Fall Dämpfe abgeben.
- Mit dem Hochdruckreiniger die Bänke abspritzen. Das Wasser dringt tief ins Holz, es quillt und reißt.
- Chlorreiniger oder Scheuermilch verwenden. Chlor bleicht und greift Fasern an, Scheuermittel raut die Oberfläche auf.
- Die Kabine nach dem Wischen geschlossen lassen. So entsteht Stockfleckigkeit.
- Duftöle pur auf die Steine geben. Sie sind nicht für den direkten Kontakt mit heißem Material gemacht und können sich entzünden.
- Den Dampfreiniger auf Holzbänke richten. Wo er sinnvoll ist und wo nicht, erklärt unser Text zu Einsatzgrenzen des Dampfreinigers.
Tauchbecken, Duschen und Wasserleitungen
Kaltwasserbecken und Erlebnisduschen gehören zu den Stellen, an denen Hygiene besonders ernst genommen werden muss. Stehendes, lauwarmes Wasser in Leitungen und Duschköpfen begünstigt Legionellen, vor allem, wenn einzelne Duschen selten benutzt werden. Die technische Überwachung der Trinkwasseranlage ist Sache des Betreibers und seiner Fachfirmen; unser Beitrag über Legionellen in wenig genutzten Duschen erklärt die Zusammenhänge. Die Reinigung kann helfen, indem sie Duschköpfe entkalkt und selten genutzte Brausen beim Rundgang kurz laufen lässt, sofern das so vereinbart ist.
Auf den Barfußwegen zwischen Kabine, Dusche und Ruheraum sammeln sich Hautschuppen und Wasser – ideale Bedingungen für Fußpilz. Wie Sie hier vorbeugen, lesen Sie im Beitrag zu Pilzprävention in Nassbereichen. Natursteinböden in Spa-Bereichen reagieren zudem empfindlich auf saure Kalklöser; für sie bieten wir eine eigene Steinreinigung an.
Die private Kabine im Keller oder Garten
Private Kabinen werden seltener genutzt, aber oft länger nicht gelüftet. Nach jedem Saunagang sollten Sie die Tür offen lassen, bis das Holz vollständig trocken ist. Einmal im Monat genügt meist eine gründliche Reinigung der Bänke mit lauwarmem Wasser und etwas Saunareiniger. Der Boden unter den Rosten wird dabei gern vergessen; dort sammeln sich Haare und Staub, die beim Aufheizen unangenehm riechen.
Steht die Kabine im Keller, lohnt ein Blick auf die Raumfeuchte. Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob der Raum zwischen den Nutzungen ausreichend abtrocknet. Dauerhaft hohe Werte begünstigen Schimmel an Kabinenaußenwänden und Mauerwerk.
Handtücher, Bademäntel und Textilien
Alles, was Gäste mit in die Kabine nehmen, bringt Schweiß und Hautfette mit. Handtücher und Liegetücher werden deshalb nach jeder Nutzung gewaschen, in gewerblichen Anlagen bei mindestens 60 Grad. Sammelbehälter für benutzte Wäsche sollten einen Deckel haben und täglich geleert werden. Feuchte Textilien, die über Nacht in einem Wäschesack liegen, riechen am nächsten Morgen und fördern Keimwachstum.
Der Ruheraum wird oft unterschätzt
Hier liegen Gäste in Bademänteln auf Liegen, lesen und dösen. Polster und Decken nehmen Feuchtigkeit und Schweiß auf. Liegenauflagen sollten abnehmbar und waschbar sein, am besten bei 60 Grad. Kunstlederbezüge werden täglich feucht gewischt. Beistelltische, Teebar und Leselampen gehören ebenso in die Runde wie die Fensterbänke und die Böden unter den Liegen, wo sich Staub und Fussel sammeln.
Aus der Arbeit unserer Teams
In Hotels mit Spa-Bereich stellen wir die Saunareinigung meist auf den frühen Morgen, bevor der Ofen angeheizt wird. So hat das Holz nach der Reinigung ausreichend Zeit zum Trocknen. Ein Punkt, den wir bei der Übernahme neuer Objekte oft antreffen: Die Kabine selbst ist gepflegt, die Lüftungsschlitze unter den Bänken aber voller Staub und Haare. Sie gehören mindestens einmal pro Woche in den Plan, weil sie für den Luftaustausch wichtig sind.
Fachleute für Kabine und Spa
Eine private Heimsauna pflegen Sie mit etwas Routine gut selbst. Für Hotels, Studios und Tagesspas lohnt sich ein Team, das Holz, Stein und Sanitär gleichermaßen beherrscht. Putzfirma Berlin übernimmt die Pflege von Spa-Bereichen im Rahmen der Hotelreinigung und der Fitnessstudioreinigung, auf Wunsch mit festen Rundgängen für Duschen und Toiletten über unsere Sanitärreinigung. Wer Kraftraum und Kabine unter einem Dach betreibt, findet Hinweise zur Pflege von Trainingsgeräten.
Häufige Fragen
Muss die Kabine nach jedem Durchgang gereinigt werden?
Nein. Bei Handtuchpflicht genügt in gewerblichen Anlagen eine tägliche Reinigung, ergänzt durch Sichtkontrollen während des Betriebs. Stark verschmutzte Stellen werden sofort gewischt.
Wie bekomme ich den muffigen Geruch aus der eigenen Kabine?
Meist wurde die Kabine nach der Nutzung nicht ausreichend getrocknet. Lassen Sie Tür und Lüftung nach jedem Saunagang offen. Hilft das nicht, Bänke gründlich reinigen, leicht anschleifen und die Kabine bei offener Tür kurz aufheizen.
Darf ich die Bänke mit Essig abwischen?
In stark verdünnter Form ist das bei Heimsaunen verbreitet, allerdings riecht es beim nächsten Aufheizen. Ein spezieller Saunareiniger ist die bessere Wahl, weil er auf das Holz abgestimmt ist.
Wann müssen die Ofensteine ersetzt werden?
Wenn sie bröckeln, Risse zeigen oder sich zersetzen. Viele Hersteller empfehlen, die Steine regelmäßig umzuschichten und bei gewerblicher Nutzung häufiger zu erneuern. Genaue Angaben finden Sie in der Anleitung Ihres Ofens.
Brauche ich für den Spa-Bereich Desinfektion?
Im Kabinenholz in der Regel nicht. In Duschen, auf Barfußwegen und in Umkleiden kann sie je nach Hygieneplan sinnvoll sein. Wichtiger als das Mittel ist dort das tägliche gründliche Reinigen und Trocknen.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



