
Sechs bis acht Mal am Tag landet ein Säugling auf der Wickelauflage. Jedes Mal kommen Hände, Po, Feuchttücher, Cremetube und Windel zusammen, oft in wenigen Minuten und mit einem strampelnden Kind. Kein Wunder, dass dieser Ort schnell zur Keimdrehscheibe wird. Die gute Nachricht: Für einen sauberen Wickelbereich brauchen Sie weder Chlor noch Sprühdesinfektion. Wichtiger sind glatte Flächen, feste Handgriffe und eine sinnvolle Anordnung.
Was sich an diesem Platz ansammelt
Stuhl enthält eine große Menge Darmbakterien und kann, je nach Situation, auch Viren wie Noro- oder Rotaviren tragen. Urin ist meist harmloser, riecht aber schnell, wenn er in Nähte und Ritzen zieht. Dazu kommen Cremereste, Puder und Fasern aus Feuchttüchern. Sie bilden einen schmierigen Film, in dem sich Keime wohlfühlen.
Die typischen Kontaktpunkte:
- Oberfläche der Auflage und besonders ihre Ränder und Nähte
- Kanten des Tisches, an denen sich Erwachsene festhalten
- Deckel und Pedal des Windeleimers
- Griffe von Schubladen mit Windeln und Wechselkleidung
- Cremetuben, Spender für Feuchttücher, Wasserhahn
Die richtige Ausstattung spart Arbeit
Vieles entscheidet sich schon beim Einrichten. Eine Auflage mit abwaschbarem, fugenlosem Bezug lässt sich in Sekunden abwischen. Stoffbezüge sehen gemütlich aus, müssen aber ständig gewaschen werden. Ein Handtuch oder eine Einmalunterlage obenauf schützt die Auflage und wird nach jedem Kind gewechselt.
Der Windeleimer gehört in greifbare Nähe, aber nicht direkt unter die Auflage, damit beim Öffnen nichts nach oben wirbelt. Ein Modell mit Fußpedal hält die Hände frei. Ideal ist ein Waschbecken im selben Raum, damit Erwachsene sich direkt danach die Hände waschen können, ohne Türklinken anzufassen.
| Bestandteil | Zuhause | Kita / Krippe | Gastronomie, Handel |
|---|---|---|---|
| Auflage | abwaschbar, Handtuch obenauf | abwaschbar, Einmalunterlage je Kind | abwaschbar, Klappwickeltisch mit glatter Fläche |
| Reinigung Auflage | nach Verschmutzung, täglich feucht | nach jedem Kind wischen oder Unterlage wechseln | bei jedem Rundgang, mindestens mehrmals täglich |
| Windeleimer | täglich leeren | mehrmals täglich, geschlossen | Hygienebehälter mit Deckel, täglich |
| Handwaschplatz | Bad nebenan genügt | direkt am Platz, Seifen- und Papierspender | im Raum, Spender regelmäßig befüllen |
| Wischtücher | eigenes Tuch nur für diesen Zweck | farbcodiert, Einweg oder täglich waschen | farbcodiert wie Sanitär |
Der Ablauf nach jedem Wechsel
- Alles bereitlegen, bevor das Kind liegt. Frische Windel, Tücher, Creme, Kleidung. So müssen Sie nicht mit schmutzigen Händen in Schubladen greifen – und das Kind bleibt nie allein auf dem Tisch. Hier geht die Sicherheit des Kindes sogar noch vor jede Reinigungsregel.
- Windel geschlossen entsorgen. Einrollen, mit den Klebestreifen verschließen, direkt in den Eimer.
- Kind anziehen und sicher ablegen. Erst dann um die Fläche kümmern.
- Unterlage entfernen oder Auflage wischen. Mit einem Tuch, warmem Wasser und einem Tropfen mildem Reiniger. Ränder und Nähte nicht vergessen.
- Trocknen lassen oder nachtrocknen. Eine feuchte Fläche nimmt Schmutz schneller auf.
- Hände waschen. Dreißig Sekunden mit Seife, auch nach Handschuhen.
In einer Krippe kommt meist ein Schritt hinzu: Nach Kontakt mit Stuhl oder bei Durchfallerkrankungen in der Gruppe sieht der Hygieneplan häufig eine Wischdesinfektion der Auflage vor. Hier gilt der Plan der Einrichtung, nicht das Gefühl im Moment.
Mild, aber wirksam: welche Mittel
Für den Alltag in Familien genügen warmes Wasser und ein pH-neutraler Reiniger ohne Duftstoffe. Duft, Farbstoffe und ätherische Öle haben am Wickelplatz nichts verloren; sie können Babyhaut reizen und allergische Reaktionen fördern. Hintergründe dazu stehen im Beitrag Duftstoffe in Reinigern: Risiko für Allergiker.
Desinfektionsmittel sind zuhause nur in besonderen Situationen sinnvoll, etwa wenn ein Familienmitglied an einer ansteckenden Magen-Darm-Infektion erkrankt ist. Ob und wann sich das lohnt, erklärt der Beitrag Biozide vermeiden. Wenn Sie ein Mittel verwenden, wählen Sie eines, das für Flächen mit Hautkontakt freigegeben ist, halten Sie die Einwirkzeit ein und wischen Sie danach mit klarem Wasser nach.
- Mit demselben Tuch erst die Auflage und dann das Waschbecken wischen – oder umgekehrt.
- Duftende Allzweckreiniger oder Sprühdesinfektion auf die Liegefläche geben, auf der kurz darauf nackte Haut liegt.
- Den Windeleimer nur leeren, wenn er voll ist. Der Geruch zieht in Kunststoff und lässt sich später kaum entfernen.
- Risse im Bezug der Auflage ignorieren. Darunter saugt sich der Schaumstoff voll.
- Feuchttücher offen liegen lassen – sie trocknen aus und werden zum Staubfänger.
Stoffwindeln und Waschplan
Immer mehr Familien wickeln mit Stoffwindeln. Das spart Müll, verlagert die Hygienefrage aber in die Waschküche. Benutzte Windeln kommen in einen trockenen Eimer mit Deckel, feste Bestandteile werden vorher in die Toilette gegeben. Einweichen in Wasser ist nicht nötig und fördert eher Gerüche. Gewaschen wird alle zwei bis drei Tage, zuerst ein kurzer Vorspülgang, danach ein Hauptwaschgang bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel. Weichspüler verklebt die Fasern und mindert die Saugkraft, er bleibt also im Schrank.
Wichtig für den Wickelplatz selbst: Der Eimer mit den gebrauchten Stoffwindeln steht nicht direkt neben den sauberen. Schon ein getrenntes Regalfach reicht, damit keine Hand von der einen Seite zur anderen wandert, ohne vorher gewaschen zu werden.
Unterwegs und bei Besuch
Auf Reisen, bei Großeltern oder im Park fehlt oft eine feste Wickelfläche. Eine eigene, abwischbare Reiseunterlage schützt das Kind vor fremden Oberflächen und diese vor dem Kind. Sie wird nach dem Gebrauch zusammengelegt, mit der benutzten Seite nach innen, und zuhause mit Seifenwasser gewischt. Für die Hände unterwegs eignen sich Feuchttücher als Notlösung; sobald ein Waschbecken in Sicht ist, sollten Sie es trotzdem nutzen.
Kita, Café, Laden: wenn viele Familien denselben Platz nutzen
In öffentlichen Einrichtungen teilen sich zahlreiche Kinder denselben Tisch. Das verlangt mehr Routine. In Kitas empfiehlt sich ein Aushang am Platz mit den wichtigsten Schritten, ergänzt durch einen Handwaschplan. Bei der Kitareinigung übernehmen unsere Teams die Grundreinigung des Raums, der Fliesen, Armaturen und Abfallbehälter. Die Wischdesinfektion zwischen zwei Kindern bleibt Sache der Fachkräfte vor Ort, weil sie direkt nach jedem Wechsel passieren muss.
In Restaurants, Cafés und Geschäften hängt der Klappwickeltisch meist in einer Kundentoilette. Er wird oft vergessen, weil er zugeklappt sauber aussieht. Bei unserer Gastronomiereinigung und Ladenreinigung klappen wir ihn bei jedem Durchgang auf, wischen die Liegefläche und den Scharnierbereich und prüfen, ob der Hygienebehälter geleert werden muss. Eltern merken sich, wo das ordentlich klappt.
Tücher trennen wie die Profis
Reinigungsteams trennen ihre Tücher nach Farben. Das rote Tuch ist dem WC vorbehalten, das gelbe dem übrigen Sanitärbereich, das blaue den Möbeln und Tischen, ein grünes oft der Küche. Den Wickelplatz ordnen viele Einrichtungen dem Sanitärbereich zu, bekommen aber ein eigenes Tuch, das nirgendwo sonst verwendet wird. Wer so ein Farbsystem in der eigenen Wohnung einführen will, findet eine Anleitung unter Tuchfarben für Bad und Küche.
Wann eine Reinigungsfirma sinnvoll ist
Für die Wohnung reicht die eigene Routine. Eine Firma lohnt sich, wenn Sie einen Betrieb mit Kundentoiletten führen, eine Kita oder Tagespflege leiten oder in einer Praxis mit vielen Familien arbeiten. Dann geht es um feste Rundgänge, dokumentierte Checklisten und Nachschub bei Seife und Papier. Unsere Sanitärreinigung deckt genau diese Bereiche ab. Putzfirma Berlin arbeitet dabei mit eigenen Teams und bringt Mittel und Geräte mit – auf Wunsch auch duftstofffreie Produkte.
Kurz beantwortet
Muss ich die Auflage nach jedem Windelwechsel abwischen?
Wenn Sie ein Handtuch oder eine Einmalunterlage nutzen und diese wechseln, reicht es zuhause, die Auflage einmal täglich feucht zu wischen. Ist etwas danebengegangen, wischen Sie sofort. In Kitas gelten die Vorgaben des Hygieneplans.
Sind Babyfeuchttücher zum Reinigen der Fläche geeignet?
Nur bedingt. Sie enthalten Pflegestoffe, die einen Film hinterlassen. Für die Fläche besser ein eigenes Tuch mit Wasser und etwas mildem Reiniger verwenden.
Wie bekomme ich den Geruch aus dem Windeleimer?
Leeren Sie ihn täglich, waschen Sie ihn wöchentlich mit heißem Wasser und Spülmittel aus und lassen Sie ihn offen trocknen. Etwas Natron auf dem Boden des trockenen Eimers bindet Gerüche.
Brauche ich beim Windelwechsel Handschuhe?
Zuhause meist nicht, gründliches Händewaschen genügt. In Kitas sind Einmalhandschuhe oft vorgeschrieben, vor allem bei Durchfall. Danach trotzdem die Hände waschen.
Welche Oberfläche eignet sich für den Klapptisch in der Kundentoilette?
Glatter, porenfreier Kunststoff ohne Rillen. Er verträgt tägliches Wischen und lässt sich bei Bedarf desinfizieren, ohne dass sich Schmutz in Strukturen festsetzt.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



