
Ein Kleinkind steckt fast alles in den Mund, was es in die Finger bekommt. Das ist keine Unart, sondern ein normaler Teil der Entwicklung. Für Eltern und Erzieherinnen bedeutet es aber: Was auf dem Teppich herumliegt, landet früher oder später zwischen Zähnen und Zunge. Gleichzeitig soll Kinderspielzeug nicht nach Chlor riechen und keine Rückstände tragen, die ein Kind dann ableckt. Der richtige Weg liegt dazwischen – regelmäßig, gründlich, aber ohne Chemiekeule.
Warum Sauberkeit hier wichtiger ist als anderswo
Kinder unter drei Jahren haben ein Immunsystem, das noch lernt. Viele Infekte gehören dazu und lassen sich nicht vermeiden. Einige Erreger aber verbreiten sich besonders gern über gemeinsam genutzte Gegenstände: Noroviren, Rotaviren, Erreger von Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder Bindehautentzündung. Sie haften auf glatten Kunststoffflächen oft tagelang und werden über Speichel und Hände weitergereicht.
In der Familie ist das Risiko überschaubar, weil nur wenige Kinder dieselben Sachen benutzen. In einer Krippengruppe mit zehn oder zwölf Kindern sieht das anders aus. Deshalb verpflichtet das Infektionsschutzgesetz Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, einen Hygieneplan zu führen. Darin steht, welche Spielsachen wie oft gesäubert werden und wer dafür zuständig ist.
Material bestimmt die Methode
Nicht jedes Teil verträgt Wasser, Hitze oder Spülmaschine. Bevor Sie loslegen, sortieren Sie grob nach Werkstoff. Die folgende Übersicht hilft dabei.
| Material | Geeignete Reinigung | Nicht geeignet | Richtwert Häufigkeit (Krippe) |
|---|---|---|---|
| Hartplastik ohne Elektronik (Duplo, Becher, Formen) | Spülmaschine oberer Korb oder warmes Spülwasser | Kochen, Backofen | wöchentlich, bei Krankheit öfter |
| Holz, lackiert oder geölt | nebelfeuchtes Tuch, milde Seifenlauge, sofort trocknen | Einweichen, Spülmaschine | alle zwei bis vier Wochen |
| Plüsch und Stoff | Waschmaschine, möglichst 60 °C, Wäschenetz | Heißdampf auf Klebeaugen | nach Etikett, meist monatlich |
| Batteriebetriebene Teile | Batterien raus, nur feucht abwischen | Untertauchen, Sprühflasche | wöchentlich abwischen |
| Badefiguren mit Loch | ausdrücken, heiß spülen, offen trocknen lassen | geschlossen in feuchter Wanne liegen lassen | nach jedem Bad trocknen, regelmäßig tauschen |
| Bücher aus Pappe | trocken oder kaum feucht wischen | Nässe | bei sichtbarem Schmutz |
Die Häufigkeiten sind Orientierung aus der Praxis. In Kitas gilt, was Ihr eigener Hygieneplan festlegt; zuhause reicht meist weniger.
So gehen Sie vor – Schritt für Schritt
- Einsammeln und sortieren. Legen Sie drei Kisten bereit: spülmaschinenfest, handwäsche, Waschmaschine. Kaputtes wird gleich aussortiert – Risse und abgeplatzter Lack lassen sich nie richtig säubern.
- Grob vorreinigen. Sand, Knete und Essensreste mit einer weichen Bürste entfernen. Eine alte Zahnbürste kommt gut in Rillen und Noppen.
- Hartteile spülen. Im oberen Korb der Spülmaschine, am besten in einem Besteckkorb oder Wäschenetz, damit nichts in die Heizspirale fällt. Ohne Spülmaschine: warmes Wasser, ein Spritzer Spülmittel, gründlich nachspülen.
- Holz behutsam behandeln. Nur ein ausgedrücktes Tuch mit etwas Schmierseifenlösung verwenden, danach mit klarem Wasser nachwischen und sofort abtrocknen. Holz, das nass stehen bleibt, quillt und wird rau.
- Textilien waschen. Kuscheltiere in ein Netz oder einen Kissenbezug, dazu ein paar Handtücher als Polster. Weichspüler weglassen, gut schleudern und vollständig trocknen lassen – innen feuchte Füllung riecht schnell muffig.
- Trocknen an der Luft. Alles auf einem sauberen Handtuch ausbreiten, nicht in Kisten stapeln, solange noch Wasser in Hohlräumen steht.
- Stauraum gleich mit säubern. Die Spielkiste selbst sammelt Krümel und Staub. Einmal auswischen, trocknen lassen, dann wieder befüllen.
Wann Desinfizieren dazukommt
Im Alltag genügt gründliches Säubern mit Wasser, Tensid und Mechanik. Die meisten Keime werden dabei abgelöst und weggespült. Desinfektionsmittel sind im Kinderzimmer in aller Regel überflüssig – warum das so ist, steht in unserem Text über Desinfektion im Haushalt und ihre Grenzen.
Anders sieht es aus, wenn in einer Kita ein Magen-Darm-Ausbruch läuft. Dann legt der Hygieneplan meist fest, dass Spielsachen aus der betroffenen Gruppe mit einem Mittel behandelt werden, das auch gegen unbehüllte Viren wie Noroviren wirkt. Viele rein alkoholische Präparate reichen dafür nicht aus – achten Sie auf die Angabe „viruzid“ oder „begrenzt viruzid PLUS“ und halten Sie die Einwirkzeit ein. Danach mit klarem Wasser nachspülen, was in den Mund kommt. Welche Mittel welche Materialien angreifen, zeigt unsere Übersicht zur Materialverträglichkeit von Desinfektionsmitteln.
- Holzklötze über Nacht in einer Schüssel einweichen – sie quellen, reißen und bilden Schimmel in den Fasern.
- Badefiguren mit Loch nass in der Wanne liegen lassen. Innen wächst ein schwarzer Belag, den niemand sieht.
- Reiniger mit starkem Duft verwenden. Kinder atmen und lecken, was auf den Teilen zurückbleibt.
- Desinfektionstücher aus der Drogerie routinemäßig nutzen, obwohl kein Anlass besteht.
- Kuscheltiere halbfeucht zurück ins Bett legen.
Kuscheltiere, die nicht in die Maschine dürfen
Manche Lieblingsstücke sind so alt oder haben eine Spieluhr eingenäht, dass die Waschmaschine ausfällt. Dann helfen drei Wege:
- Oberflächlich säubern: Eine milde Wollwaschmittellösung aufschäumen, nur den Schaum mit einem Tuch auftragen, abtupfen und trocknen lassen.
- Kälte gegen Milben: Das Tier in einem Beutel ein bis zwei Tage ins Gefrierfach legen. Hausstaubmilben überleben das nicht zuverlässig; danach gut ausschütteln. Hinweise für Allergikerhaushalte stehen im Beitrag über Hausstaubmilben reduzieren.
- Absaugen: Mit der Polsterdüse bei geringer Leistung, damit keine Knopfaugen abreißen.
Aufbewahrung und Rotation
Weniger im Umlauf heißt weniger zu säubern. Viele Familien und Kitas arbeiten mit einem Rotationsprinzip: Ein Teil der Spielsachen ist im Einsatz, der Rest steht sauber verpackt im Schrank. Nach zwei oder drei Wochen wird getauscht – und die zurückgelegte Kiste wird dabei gleich gereinigt. Für Kinder wirkt das Wiederentdeckte fast wie neu.
Putzmittel gehören übrigens nie in Reichweite der Spielecke. Tipps zur sicheren Lagerung finden Sie im Beitrag Putzmittel kindersicher aufbewahren.
Aus unserer Arbeit in Kitas
In unseren Einsätzen in Berliner Kitas zeigt sich immer wieder dasselbe Muster: Die Böden und Sanitärräume sind top, doch die Spielregale selbst werden vergessen. Unter den Kisten sammelt sich eine graue Schicht aus Staub, Krümeln und Knetresten. Wir nehmen deshalb bei der Kitareinigung die Regalböden, Fensterbänke und Sitzpodeste bewusst in den Plan auf – mit eigenen Tuchfarben für diesen Bereich, die nie im Waschraum verwendet werden.
Die eigentlichen Spielsachen säubert in den meisten Einrichtungen das pädagogische Personal, weil es weiß, was gerade gebraucht wird und was in die Spülmaschine der Küche darf. Unsere Teams kümmern sich um alles darum herum. Diese Arbeitsteilung sollte schriftlich im Leistungsverzeichnis stehen, damit nichts zwischen die Stühle fällt.
Auch Arztpraxen mit Spielecke im Warteraum kennen das Thema. Wie man dort vorgeht, lesen Sie im Beitrag über Hygiene im Wartezimmer; passende Unterstützung bietet unsere Praxisreinigung.
Unterstützung für Familien und Einrichtungen
Zuhause schaffen Sie die Pflege der Spielsachen gut selbst. Lohnend wird Unterstützung, wenn das Umfeld mitwachsen soll: Teppiche, auf denen Kinder krabbeln, Polster, auf denen sie toben, und Fenster auf Kinderhöhe voller Fingerabdrücke. Eine regelmäßige Wohnungsreinigung nimmt Ihnen diese Flächen ab, sodass Sie sich auf die Kiste mit den Bauklötzen konzentrieren können.
Für Kitas, Tagespflegestellen und Eltern-Kind-Gruppen erstellt Putzfirma Berlin nach einer kostenlosen Besichtigung einen Reinigungsplan, der zu Ihrem Hygieneplan passt.
Kurz beantwortet
Darf ich Plastikteile in die Spülmaschine geben?
Ja, sofern sie keine Batterien, keine Aufkleber und keine Hohlräume haben, in denen Wasser stehen bleibt. Legen Sie sie in den oberen Korb, weil es dort weniger heiß ist. Kleinteile kommen in ein Wäschenetz oder den Besteckkorb.
Wie oft sollte ich Spielsachen zuhause säubern?
Eine feste Regel gibt es nicht. Teile, die ein Baby häufig in den Mund nimmt, sind etwa wöchentlich dran, alles andere bei sichtbarem Schmutz oder nach einer Erkältungswelle. Plüschtiere reichen meist einmal im Monat.
Ist Essig eine gute Idee für Holzklötze?
Eher nicht. Essig kann Lacke und Farben angreifen und hinterlässt einen Geruch, den Kinder nicht mögen. Milde Seifenlauge, sparsam aufgetragen und sofort abgetrocknet, ist schonender.
Was tun mit schwarzen Flecken in der Badeente?
Das ist ein Belag aus Schimmel und Bakterien im Inneren. Er lässt sich kaum vollständig entfernen. Ersetzen Sie das Teil und wählen Sie künftig Modelle ohne Loch oder solche, die sich aufschrauben lassen.
Müssen Kitas Spielsachen desinfizieren?
Routinemäßig meist nicht. Vorgaben dazu stehen im Hygieneplan der Einrichtung, oft angelehnt an Empfehlungen der Gesundheitsbehörden. Bei Ausbrüchen, etwa von Noroviren, kann das zuständige Gesundheitsamt zusätzliche Maßnahmen anordnen.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




