
Wer einmal nach einem großen Putztag abends die Hände betrachtet hat, kennt das Bild: gerötete Knöchel, spannende Haut zwischen den Fingern, vielleicht kleine Risse an den Fingerkuppen. Das ist keine Kleinigkeit. Hautprobleme an den Händen gehören in Reinigungsberufen zu den häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen, und die Ursachen sind im Privathaushalt dieselben, nur seltener.
Die gute Nachricht: Die Haut hat erstaunliche Reparaturfähigkeiten, wenn man sie lässt. Es geht darum, drei Belastungen zu verringern – Kontakt mit Chemikalien, Dauernässe und mechanische Reibung – und sie danach gezielt zu pflegen.
Was Putzen mit den Händen macht
Die äußerste Hautschicht ist durch Fette und Feuchthaltefaktoren geschützt. Tenside in Reinigern sind dazu gebaut, Fett zu lösen. Sie unterscheiden dabei nicht zwischen Bratfett auf dem Herd und dem Schutzfilm Ihrer Hände. Alkalische Reiniger quellen die Hornschicht zusätzlich auf, saure Kalklöser reizen vorhandene kleine Verletzungen.
Hinzu kommt Wasser. Klingt paradox, aber langes Arbeiten mit nassen Händen trocknet die Haut aus, weil die Barriere aufweicht und Feuchtigkeit danach umso schneller verdunstet. Auch das Tragen dichter Handschuhe über lange Zeit führt zu einem Feuchtstau, denn die Hand schwitzt darin. Arbeitsmediziner sprechen deshalb von Feuchtarbeit, auch wenn die Hand in einem Handschuh steckt.
Einzelne Inhaltsstoffe können außerdem Allergien auslösen, etwa bestimmte Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Naturlatex. Mehr dazu, welche Duftstoffe in Reinigern häufig Probleme machen, finden Sie im Beitrag über Duftstoffe und Allergien.
Welcher Handschuh wofür
Nicht jeder Handschuh schützt vor jedem Mittel. Für den Haushalt genügen meist zwei bis drei Typen.
| Material | Geeignet für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Naturlatex, gefüttert | Abwasch, allgemeines Putzen mit milden Mitteln | elastisch, gutes Tastgefühl, günstig | Allergiepotenzial, weniger beständig gegen Fettlöser und manche Lösemittel |
| Nitril | Bad, Küche, Fettlöser, Desinfektion | latexfrei, gut beständig gegen Öle und viele Reiniger | dünne Einwegvarianten reißen leicht |
| Neopren oder Nitril, dick und lang | Backofenreiniger, Rohrreiniger, Grundreinigung | hohe Beständigkeit, langer Stulpen schützt Unterarme | weniger Fingerspitzengefühl |
| Vinyl (Einweg) | kurze, leichte Arbeiten | latexfrei, billig | geringe Dehnbarkeit, begrenzter Chemikalienschutz |
| Baumwolle (Unterziehhandschuh) | unter dichten Handschuhen bei langen Arbeiten | nimmt Schweiß auf, verringert Feuchtstau | kein Schutz allein |
Für stark ätzende Produkte wie Backofen- oder Abflussreiniger lohnt ein Blick auf das Etikett und das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers. Dort steht, ob und welche Schutzhandschuhe empfohlen werden. Die dort genannten Hinweise haben Vorrang vor jeder allgemeinen Tabelle.
Die richtige Reihenfolge an einem Putztag
- Vorher eincremen, aber sparsam. Eine leichte, schnell einziehende Creme etwa eine Viertelstunde vor Beginn. Sie soll eingezogen sein, sonst rutschen Sie im Handschuh.
- Hände trocken und sauber in den Handschuh. Schmutz und Seifenreste unter dem Handschuh reizen zusätzlich.
- Bei langen Einsätzen Baumwolle drunter. Ab etwa einer halben Stunde am Stück lohnen sich dünne Unterziehhandschuhe.
- Pausen einlegen. Zwischen Bad und Küche Handschuhe ausziehen, Hände kurz lüften lassen, mit frischem oder gewendetem Paar weitermachen.
- Richtig ausziehen. Den ersten Handschuh am Stulpen greifen und umgestülpt abziehen, mit der freien Hand in den zweiten fahren. So kommt die Außenseite nicht an die Haut.
- Mild waschen, gründlich abtrocknen. Lauwarmes Wasser, ein pH-hautneutrales Waschstück, besonders zwischen den Fingern trocknen.
- Danach reichhaltig pflegen. Jetzt eine fettreichere Creme, auch über die Nagelhaut und die Knöchel.
- Handschuhe mit Löchern weiterverwenden – eindringende Lauge bleibt dann stundenlang auf der Haut
- Nasse Handschuhe innen nicht trocknen lassen und am nächsten Tag wieder anziehen
- „Nur kurz“ ohne Schutz den Backofenreiniger verteilen
- Mit Desinfektionsmittel die Hände waschen, obwohl Seife genügen würde
- Parfümierte Handcremes auf gereizte Haut – kann Reizungen verstärken
Besondere Situationen im Haushalt
Einige Aufgaben verdienen eigene Aufmerksamkeit. Beim Backofenreiniger entstehen oft Sprühnebel, die auf Unterarme und ins Gesicht gelangen. Hier sind lange Stulpen und das Öffnen des Fensters Pflicht, eine einfache Schutzbrille schadet nicht. Bei Abflussreinigern besteht Spritzgefahr, wenn Wasser nachgegossen wird. Und beim Entkalken von Duschen über Kopf tropft saures Mittel leicht in den Ärmel. Krempeln Sie den Handschuhrand in solchen Fällen einmal nach außen um, dann läuft die Flüssigkeit nicht bis zum Ellbogen.
Wer Angehörige pflegt oder kleine Kinder hat, wäscht und desinfiziert ohnehin häufiger die Hände. In diesen Lebensphasen ist die Haut schon vorbelastet, und zusätzliche Putzarbeit ohne Schutz wirkt sich deutlich stärker aus.
Mildere Mittel entlasten mehr als jeder Handschuh
Der beste Schutz ist, die Belastung von vornherein klein zu halten. Viele Haushalte verwenden stärkere Produkte als nötig. Für den Alltag reicht oft ein neutraler Reiniger, und statt Desinfektionsspray tut es im Normalfall gründliches Reinigen. Wann Desinfektion zuhause wirklich angebracht ist, erklärt unser Beitrag über verträgliche Flächendesinfektion.
Dosieren Sie genau. Ein doppelter Schuss Reiniger macht selten sauberer, aber die Lösung wird aggressiver und hinterlässt mehr Rückstände. Arbeiten Sie mit Sprühflaschen möglichst auf das Tuch statt direkt auf die Fläche, dann atmen Sie weniger Nebel ein und benetzen nicht versehentlich die Unterarme. Und mischen Sie nie Produkte, auch nicht „zur Verstärkung“ – warum, steht in unserem Text über Reiniger, die man nicht mischen darf.
Handschuhe pflegen und rechtzeitig ersetzen
Mehrweghandschuhe außen unter fließendem Wasser abspülen, solange Sie sie noch anhaben, dann ausziehen und mit der Öffnung nach unten zum Trocknen aufhängen. Innen feucht gewordene Paare umstülpen. Kontrollieren Sie regelmäßig auf Risse, indem Sie Luft hineinpusten und die Öffnung zuhalten. Wird das Material klebrig, brüchig oder hart, ist es verbraucht. Wie Sie Handschuhe und anderes Material geordnet lagern, zeigt der Beitrag Putzzeug richtig aufbewahren.
Was wir aus dem Berufsalltag weitergeben
Für unsere Mitarbeitenden gehören Schutzhandschuhe, Hautschutzmittel und Pflegecremes zur Grundausstattung, abgestimmt auf die Tätigkeit. In der Unterhaltsreinigung arbeiten die Teams von Putzfirma Berlin mit Nitril, für intensive Arbeiten mit längeren, dickeren Modellen. Drei Punkte fallen dabei immer wieder auf:
- Passform zählt. Zu große Handschuhe rutschen und falten sich, zu kleine ermüden die Hand. Größen gibt es von XS bis XL, und es lohnt, die richtige zu kennen.
- Farbe hilft. Wer ein Paar für Bad und WC und eines für die Küche in unterschiedlichen Farben nutzt, trennt auch hier sauber. Das Prinzip dahinter beschreibt unser Beitrag über farbige Tücher im Haushalt.
- Früh reagieren. Gerötete, juckende Stellen sind ein Warnsignal. Wer dann die Belastung reduziert, vermeidet oft, dass daraus ein hartnäckiges Ekzem wird.
Wann Sie ärztlichen Rat oder Entlastung brauchen
Heilen Risse trotz Pflege nicht ab, nässt oder schuppt die Haut, oder bilden sich Bläschen, gehört das in ärztliche Hände, am besten dermatologische. Dort lässt sich klären, ob eine Reizung oder eine Allergie dahintersteckt. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.
Manchmal ist es auch schlicht vernünftig, belastende Arbeiten abzugeben. Die gründliche Badreinigung mit Kalklöser oder das Entfetten einer Küche übernehmen unsere Teams im Rahmen der Wohnungsreinigung oder regelmäßig als Haushaltshilfe. Für Gewerbe und Praxen, in denen häufig desinfiziert werden muss, bieten wir die Desinfektionsreinigung mit geschultem Personal an.
Häufige Fragen
Sind Einweghandschuhe aus Nitril für den Haushalt sinnvoll?
Für kurze Arbeiten wie das WC oder das Auswischen des Mülleimers ja. Für längeres Putzen sind wiederverwendbare, dickere Handschuhe haltbarer und erzeugen weniger Abfall. Achten Sie bei Einwegware auf die Kennzeichnung für Chemikalienschutz, wenn Sie mit Reinigern arbeiten.
Welche Creme ist vor der Arbeit richtig?
Vor der Arbeit eignet sich eine leichte, schnell einziehende Creme ohne Duftstoffe. Nach der Arbeit darf es reichhaltiger sein, damit die Barriere sich regeneriert. Spezielle Hautschutzcremes für Feuchtarbeit gibt es auch im Fachhandel.
Kann ich trotz Latexallergie putzen?
Ja, mit latexfreien Handschuhen aus Nitril oder Neopren. Achten Sie darauf, dass auch andere Gegenstände wie Spülschwämme mit Gummibeschichtung keinen Latex enthalten. Im Zweifel hilft die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.
Warum schwitzen meine Hände im Handschuh so stark?
Dichte Materialien lassen keinen Dampf nach außen. Dünne Baumwollhandschuhe darunter nehmen Feuchtigkeit auf und verringern das Aufweichen der Haut. Kurze Pausen, in denen die Hände an der Luft trocknen, helfen zusätzlich.
Muss ich beim Glasreiniger auch Handschuhe tragen?
Milde Glasreiniger sind für gesunde Haut bei kurzem Kontakt meist unproblematisch. Wer ohnehin empfindliche oder vorgeschädigte Hände hat, sollte aber auch hier schützen. Die Summe vieler kleiner Kontakte macht den Unterschied.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




