Symbolgrafik zum Beitrag „Feinstaub in der Stadtwohnung“ aus dem Thema Berlin & Stadtleben

Als Feinstaub bezeichnet man Partikel, die so klein sind, dass sie lange in der Luft schweben. Fachleute unterscheiden nach Größe: PM10 für Teilchen unter zehn Mikrometern, PM2,5 für noch kleinere. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa fünfzig bis siebzig Mikrometer dick. Die kleineren Teilchen können tief in die Atemwege gelangen, weshalb Gesundheitsbehörden empfehlen, die Belastung möglichst gering zu halten.

In Berlin denkt man dabei zuerst an den Verkehr. Die Umweltzone innerhalb des S-Bahn-Rings wurde eingeführt, um die Belastung durch Abgase zu verringern. Aber auch Reifen- und Bremsabrieb, Baustellen und im Winter Kaminöfen tragen bei. Weniger bekannt ist, dass in Innenräumen oft eigene Quellen die Werte deutlich erhöhen, manchmal über das Niveau an der Straße hinaus.

Woher die Partikel in Innenräumen kommen

Quelle Wann sie auftritt Was hilft
Straßenverkehr ganzjährig, besonders an Hauptstraßen im Berufsverkehr zur Hofseite lüften, Fensterbänke feucht wischen
Kerzen, Räucherstäbchen, Duftlampen vor allem im Herbst und Winter sparsam einsetzen, danach lüften
Kochen, Braten, Toaster täglich Dunstabzug nutzen, Deckel auf die Pfanne
Kaminofen Heizsaison dichte Tür, trockenes Holz, Asche vorsichtig entnehmen
Laserdrucker, Kopierer beim Drucken Standort nicht direkt am Schreibtisch, gut lüften
Rauchen jederzeit nur draußen
Renovierung, Schleifen zeitweise abschotten, Absaugung, Maske
Staubsauger ohne Feinfilter beim Saugen Gerät mit HEPA-Filter

Wer an einer vielbefahrenen Straße wie einer der großen Ausfallstraßen oder am Innenstadtring wohnt, merkt die Außenquelle besonders deutlich: Fensterbänke sind nach wenigen Tagen grau, Gardinen werden schneller dunkel. Wer in einer stillen Nebenstraße wohnt oder die Schlafräume zum Hof hat, bekommt davon deutlich weniger ab.

Richtig lüften, ohne mehr hereinzuholen

Lüften bleibt wichtig, schon damit Feuchtigkeit und Gerüche abziehen. Die Kunst liegt im Zeitpunkt und in der Richtung.

  1. Zeiten mit wenig Verkehr wählen. Spätabends und frühmorgens vor dem Berufsverkehr ist die Luft an Hauptstraßen meist sauberer.
  2. Zur ruhigen Seite öffnen. Wenn Ihre Wohnung durchgesteckt ist, lüften Sie über die Hof- oder Gartenseite.
  3. Stoßlüften statt Kippen. Fünf bis zehn Minuten weit öffnen, dann schließen. Ein gekipptes Fenster lässt stundenlang Straßenluft herein.
  4. Nach Innenquellen gezielt lüften. Nach dem Braten, nach dem Anzünden von Kerzen, nach längeren Druckaufträgen.
  5. Bei Wetterlagen mit hoher Belastung zurückhalten. Bei windstillem, kaltem Wetter im Winter oder in der Silvesternacht die Fenster lieber geschlossen halten.

Putzen gegen den grauen Film

Staub auf Oberflächen ist nicht dasselbe wie Partikel in der Luft, aber beides hängt zusammen. Jeder Schritt über einen staubigen Boden wirbelt feine Teilchen wieder auf. Deshalb bringt gründliches Reinigen messbar etwas.

Die wichtigste Regel: feucht statt trocken. Ein trockenes Staubtuch oder ein Staubwedel schiebt die feinsten Teilchen nur in die Luft. Ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch bindet sie. Die Hintergründe erklärt unser Beitrag Staubwischen: feucht oder trocken?.

Besonders viel sammelt sich an Stellen, die selten beachtet werden: auf und zwischen Heizkörperlamellen, auf Türrahmen, Schrankoberseiten, Lampenschirmen und hinter dem Fernseher. Heizkörper sind ein Sonderfall, weil die aufsteigende Wärme den Staub im Winter im Raum verteilt. Wie Sie die Rippen gründlich sauber bekommen, zeigt der Beitrag Heizkörper von Staub befreien.

Fläche Methode Empfohlener Rhythmus
Fensterbänke innen und außen feuchtes Mikrofasertuch wöchentlich, an Hauptstraßen öfter
Glatte Böden Flachmopp, nebelfeucht wöchentlich bis zweimal pro Woche
Teppiche Sauger mit HEPA-Filter, langsam ziehen wöchentlich
Heizkörper Heizkörperbürste, dann feucht monatlich in der Heizsaison
Gardinen und Vorhänge Waschen nach Etikett zwei- bis viermal pro Jahr
Lampen, Schrankoberseiten feuchtes Tuch monatlich
Was die Luft eher verschlechtert
  • Trocken fegen mit dem Handbesen: Die feinsten Teilchen steigen auf und verteilen sich im Raum.
  • Beutelwechsel im Wohnzimmer: Den Beutel lieber draußen oder am offenen Fenster wechseln.
  • Viele Duftkerzen „für die gute Luft“: Brennende Kerzen erzeugen selbst Partikel.
  • Duftsprays und Raumbeduftung: Sie überdecken Gerüche, verbessern aber nichts.
  • Luftreiniger mit verstopftem Filter: Das Gerät läuft, filtert aber kaum noch.

Luftreiniger, Messgeräte, Filter

Mobile Luftreiniger mit HEPA-Filter holen einen Teil der schwebenden Teilchen aus der Luft. Damit das funktioniert, muss die Leistung zur Raumgröße passen und das Gerät auf einer Stufe laufen, die man im Alltag auch aushält. Filter müssen nach Herstellerangabe gewechselt werden. Ein Luftreiniger ersetzt weder Lüften noch Putzen, er ergänzt beides.

Einfache Messgeräte für den Hausgebrauch geben einen groben Eindruck. Sie zeigen vor allem Veränderungen gut: Wie stark steigt der Wert beim Braten, wie schnell sinkt er nach dem Lüften? Für genaue Messungen sind sie nicht gedacht.

In Wohnungen mit kontrollierter Wohnraumlüftung sitzen Filter in der Anlage. Sie werden gern vergessen und sollten nach Vorgabe des Herstellers gewechselt werden. Ein verschmutzter Filter bremst den Luftstrom und kann selbst zur Staubquelle werden.

Wie unsere Teams in Stadtwohnungen vorgehen
  • In unseren Einsätzen reinigen wir Fensterbänke immer zuerst von außen nach innen, damit der Straßenstaub nicht in den Raum gezogen wird.
  • Heizkörper, Türrahmen und Schrankoberseiten stehen auf einer festen Monatsliste, damit sie nicht untergehen.
  • Unsere Sauger arbeiten mit Feinfilter; Beutel werden außerhalb der Wohnung gewechselt.
  • Bei Kunden an Hauptstraßen planen wir die Fensterreinigung in kürzeren Abständen als üblich.

Textilien als Staubspeicher

Vorhänge, Polster, Teppiche und Kissen nehmen Partikel auf und geben sie bei jeder Bewegung wieder ab. An Hauptstraßen erkennt man das an Gardinen, die nach wenigen Monaten einen grauen Schimmer bekommen, besonders im oberen Bereich, wo die Luft vom gekippten Fenster entlangstreicht. Waschen Sie diese Textilien deshalb öfter, als es der Blick vermuten lässt. Schwere Vorhänge, die sich nicht waschen lassen, können abgesaugt oder in eine Textilreinigung gegeben werden.

Bei Teppichen hilft langsames Saugen in mehreren Bahnen, damit die Bürste auch den Staub tief im Flor erreicht. Hochflorige Läufer in Fensternähe sammeln besonders viel; in stark belasteten Wohnungen sind glatte Böden mit kleinen, waschbaren Teppichen oft die pflegeleichtere Wahl.

Bücherregale, offene Regalsysteme und viele Deko-Gegenstände vergrößern die Fläche, auf der sich Staub ablagert. Geschlossene Schränke oder Glasvitrinen reduzieren die Putzarbeit spürbar. Das ist keine Aufforderung zum Minimalismus, sondern ein praktischer Hinweis für Haushalte, die das Thema stört.

Renovierung und Baustaub

Eine besondere Belastung entsteht beim Renovieren. Schleifen, Bohren und Stemmen erzeugen große Mengen sehr feiner Partikel, die sich in der ganzen Wohnung verteilen, wenn der Arbeitsbereich nicht abgeschottet ist. Wie Sie sich dabei schützen, erklärt der Beitrag über Baustaub und Gesundheit. Nach den Arbeiten ist eine Grundreinigung sinnvoll, bei der auch Oberseiten, Leisten, Schalter und Lüftungsgitter gereinigt werden.

Hilfe für stark belastete Haushalte

Wer an einer Hauptstraße wohnt, kleine Kinder hat oder selbst empfindlich reagiert, hat meist mehr Staubarbeit als andere Haushalte. Eine regelmäßige Wohnungsreinigung mit Feinfiltergeräten und feuchten Methoden hält die Grundbelastung niedrig. Ergänzend sorgt eine Fensterreinigung mehrmals im Jahr für klare Scheiben und saubere Rahmen. Allgemeine Tipps für ein besseres Raumklima fasst der Beitrag Bessere Raumluft durch richtiges Putzen zusammen.

Putzfirma Berlin bespricht mit Ihnen bei der Besichtigung, welche Flächen in Ihrer Wohnung am stärksten betroffen sind, und legt den Rhythmus entsprechend fest.

Häufige Fragen

Ist die Luft in der Wohnung wirklich schlechter als draußen?

Das kann vorkommen, vor allem beim Kochen, beim Abbrennen von Kerzen oder beim Rauchen. Ohne diese Innenquellen liegt die Belastung drinnen meist in der Nähe der Außenwerte oder darunter. Regelmäßiges Lüften sorgt für Ausgleich.

Welche Seite der Wohnung sollte ich zum Lüften nutzen?

Wenn möglich die ruhige Seite zum Hof oder Garten. An Hauptstraßen sind die Werte während des Berufsverkehrs am höchsten. Spätabends oder frühmorgens lüften bringt dort die sauberste Luft herein.

Hilft es, öfter Staub zu saugen?

Ja, wenn der Sauger einen Feinfilter hat. Ein Gerät ohne passenden Filter bläst die kleinsten Teilchen mit der Abluft wieder in den Raum. Glatte Böden zusätzlich nebelfeucht wischen.

Sind Duftkerzen schädlich?

Brennende Kerzen erzeugen Partikel und Ruß. Gelegentlich eine Kerze ist kein Problem, dauerhaftes Abbrennen mehrerer Kerzen erhöht die Belastung spürbar. Nach dem Löschen kurz lüften.

Bringt ein Luftreiniger etwas in der Stadtwohnung?

Ein richtig dimensioniertes Gerät mit HEPA-Filter kann die Partikelmenge in einem Raum senken. Voraussetzung sind regelmäßige Filterwechsel und ein Betrieb auf ausreichender Stufe. Putzen und Lüften bleiben trotzdem nötig.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.