
Pollen sind die männlichen Blütenzellen von Bäumen, Gräsern und Kräutern, die der Wind verbreitet. Sie sind so klein, dass sie durch jeden Fensterspalt kommen, sich in Haaren und Kleidung festsetzen und auf glatten Flächen eine feine Schicht bilden. In einer Großstadt wie Berlin kommt hinzu, dass die Stadt selbst viele Birken, Pappeln, Linden und Platanen hat und dass Rasenflächen in Parks und auf Brachflächen im Frühsommer reichlich Gräser tragen.
Dieser Beitrag gibt keine medizinischen Ratschläge. Ob und wie Sie Beschwerden behandeln, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wir beschäftigen uns mit dem, was wir als Reinigungsfirma beitragen können: weniger Blütenstaub in Innenräumen.
Der Jahreskalender der Blüher
Die Blühzeiten schwanken mit dem Wetter. Ein milder Winter kann die ersten Frühblüher schon im Januar in Gang setzen. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Zeiträume in Norddeutschland.
| Zeitraum | Hauptverursacher | Was das für die Wohnung bedeutet |
|---|---|---|
| Januar bis März | Hasel, Erle | erste Belastung, oft unterschätzt, weil es noch kalt ist |
| März bis Mai | Birke, Esche, Pappel | stärkste Zeit für viele Betroffene, sichtbarer gelber Belag |
| Mai bis Juli | Gräser, Roggen | lange Phase, besonders bei trockenem, windigem Wetter |
| Juli bis September | Beifuß, Ambrosia | Spätsaison, Kräuter an Wegrändern und auf Brachen |
Aktuelle Vorhersagen für Berlin veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst. Ein Blick darauf hilft, Putz- und Lüftungszeiten zu planen.
Lüften mit Verstand
Frische Luft muss sein, schon wegen Feuchtigkeit und Schimmelgefahr. Die Frage ist nur, wann. In Städten ist die Konzentration in der Luft in den frühen Morgenstunden meist niedriger als am Abend; auf dem Land ist es oft umgekehrt. Allergikerverbände empfehlen deshalb für die Stadt, morgens kurz und kräftig zu lüften. Nach einem kräftigen Regenschauer ist die Luft ebenfalls vorübergehend sauberer.
Stoßlüften für fünf bis zehn Minuten ist besser als ein dauerhaft gekipptes Fenster. Wer an einer Hauptstraße wohnt, lüftet besser zur Hofseite. Warum Lüften trotzdem nicht ausfallen darf, erklären wir ausführlich im Text über Lüften, Heizen und Schimmelvorbeugung.
Schutzgitter oder Vliese, die in den Fensterrahmen gespannt werden, halten einen Teil der Partikel zurück. Sie funktionieren aber nur, wenn sie regelmäßig abgesaugt oder gewaschen werden. Ein zugesetztes Gitter lässt kaum noch Luft durch und gibt beim nächsten Windstoß den gesammelten Staub ab. Wie Sie Fliegengitter und Vliese reinigen, erklärt der Beitrag über Insektenschutzgitter.
Schritt für Schritt: die Wohnung durch die Hauptsaison bringen
- Draußen bleibt draußen. Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen, sondern im Flur. Eine Garderobe mit Tür oder ein Vorhang verhindert, dass der Staub sich verteilt.
- Haare waschen am Abend. Was sich tagsüber in den Haaren sammelt, landet sonst auf dem Kopfkissen.
- Wäsche drinnen trocknen. Auf dem Balkon aufgehängte Handtücher und Bettwäsche wirken wie ein Filter und holen den Blütenstaub ins Haus.
- Fensterbänke und Rahmen feucht abwischen. Innen und außen, mindestens zweimal pro Woche in der Hauptzeit. Ein trockenes Staubtuch wirbelt die Partikel nur auf.
- Böden feucht wischen, nicht nur saugen. Glatte Böden mit einem Flachmopp nebelfeucht aufnehmen. Bei Teppichen einen Staubsauger mit HEPA-Filter nutzen.
- Bettwäsche öfter wechseln. Einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad, sofern das Material es zulässt.
- Polster abdecken. Auf Sofas und Sesseln, die nicht waschbar sind, helfen waschbare Überwürfe.
- Mit dem Staubwedel arbeiten: Er verteilt die Partikel im Raum, statt sie aufzunehmen.
- Staubsauger ohne Feinfilter: Kleinste Teilchen gehen durch den Beutel und kommen hinten wieder heraus.
- Den Beutel in der Wohnung wechseln: Am besten draußen oder am offenen Fenster mit Maske.
- Duftsprays gegen den „muffigen“ Geruch: Sie reizen die Atemwege zusätzlich, wie unser Artikel zu Duftstoffen und Allergien zeigt.
- Fenster bei Sonnenschein und Wind stundenlang kippen: Genau dann ist die Belastung oft am höchsten.
Welche Mittel und Geräte sich bewähren
| Aufgabe | Werkzeug | Häufigkeit in der Hauptzeit |
|---|---|---|
| Glatte Böden | Flachmopp mit Mikrofaser, nebelfeucht | zwei- bis dreimal pro Woche |
| Teppiche und Läufer | Staubsauger mit HEPA-Filter | zwei- bis dreimal pro Woche |
| Fensterbänke, Rahmen, Regale | feuchtes Mikrofasertuch | alle zwei bis drei Tage |
| Bettwäsche, Kissenbezüge | Waschmaschine, 60 Grad | wöchentlich |
| Vorhänge | Waschmaschine nach Pflegeetikett | im März und noch einmal im Spätsommer |
| Polster und Matratzen | Absaugen, bei Bedarf Tiefenreinigung | monatlich absaugen |
Bei der Wahl der Reinigungsmittel gilt: so wenig wie möglich, so mild wie möglich. Wasser mit einem Tropfen pH-neutralem Reiniger reicht für die meisten Flächen. Allergiker profitieren von parfümfreien Produkten.
Balkon, Auto und Haustiere
Balkone und Terrassen sind in der Hauptzeit regelrechte Sammelbecken. Auf Tischplatten, Stuhlkissen und dem Boden liegt nach ein paar trockenen Tagen eine sichtbare Schicht. Kissen und Auflagen bringen Sie deshalb besser nach drinnen, wenn Sie sie gerade nicht nutzen, und wischen den Tisch vor dem Essen feucht ab. Den Balkonboden kehren Sie nicht trocken, sondern wischen ihn nass oder spritzen ihn ab, sofern das ohne Belästigung der Nachbarn unten möglich ist.
Wer ein Auto hat, sollte den Innenraumfilter prüfen lassen. Ein Filter mit Pollenschutz hält beim Fahren viel zurück, verliert aber mit der Zeit an Wirkung.
Hunde und Katzen mit Freigang tragen Blütenstaub im Fell in die Wohnung. Ein feuchtes Tuch oder Abbürsten an der Tür, bevor das Tier aufs Sofa springt, hilft mehr als man denkt. Schlafplätze und Decken der Tiere gehören in der Saison öfter in die Waschmaschine.
Fenster und Glasflächen
Die Außenseite der Scheiben, Fensterbänke aus Blech und Rollladenkästen sammeln in der Blütezeit besonders viel. Ein gelblicher Film auf dem Glas ist ein typisches Bild im April. Wer die Fenster in dieser Zeit putzt, sollte das an einem windstillen, bewölkten Tag tun und erst die Rahmen und die Fensterbank reinigen, dann das Glas. Sonst läuft der gelöste Staub über die frisch geputzte Scheibe.
Eine gründliche Fensterreinigung zum Ende der Birkenblüte ist in vielen Haushalten sinnvoller als eine zu Beginn. Gleiches gilt für einen Frühjahrsputz: Wer ihn auf Mitte Mai legt, räumt den Großteil der ersten Welle mit ab.
- Bei Allergikerhaushalten arbeiten wir mit Staubsaugern mit HEPA-Filter und wechseln Beutel und Filter außerhalb der Wohnung.
- Mikrofasertücher kommen nur nebelfeucht zum Einsatz und werden nach jedem Raum gewechselt.
- Wer es wünscht, bekommt eine Reinigung ganz ohne Duftstoffe; dieser Wunsch steht dann fest auf dem Einsatzzettel.
- Polstermöbel, die nicht waschbar sind, bearbeiten wir mit einem Sauger mit Polsterdüse, bei stärkerer Belastung als Polsterreinigung mit Sprühextraktion.
Wann eine regelmäßige Unterstützung hilft
Wer selbst unter starken Beschwerden leidet, steht vor einem Dilemma: Gerade das Putzen setzt die Partikel frei, die man loswerden will. Hier kann es sinnvoll sein, die laufende Pflege während der Hauptsaison abzugeben. Eine Wohnungsreinigung im wöchentlichen Rhythmus mit Schwerpunkt auf Böden, Fensterbänken und Polstern nimmt diese Arbeit ab. Viele Hinweise zum ganzjährigen Umgang mit Hausstaub finden Sie außerdem im Beitrag über Hausstaubmilben.
Putzfirma Berlin stimmt den Einsatzplan so ab, dass die Reinigung stattfindet, während Sie außer Haus sind. So atmen Sie den aufgewirbelten Staub gar nicht erst ein.
Kurz beantwortet
Wann sollte man in Berlin in der Blütezeit lüften?
In der Stadt meist frühmorgens, weil die Konzentration dann in der Regel niedriger ist als am Abend. Nach einem Regenschauer ist ebenfalls ein guter Moment. Kurzes Stoßlüften ist besser als ein dauerhaft gekipptes Fenster.
Reicht normales Staubsaugen aus?
Nur mit einem Gerät, das einen Feinstaubfilter hat, etwa nach HEPA-Standard. Ohne diesen Filter gelangen kleine Partikel durch die Abluft zurück in den Raum. Glatte Böden zusätzlich feucht wischen.
Bringen Luftreiniger etwas?
Ein Gerät mit geeignetem Filter holt einen Teil des Blütenstaubs aus der Raumluft, sofern es zur Zimmergröße passt und die Filter regelmäßig gewechselt werden. Sie ersetzen aber kein Putzen, weil sich viel auf Böden und Textilien ablagert. Lassen Sie sich im Fachhandel zur Raumgröße beraten.
Wie oft muss die Bettwäsche gewechselt werden?
Während der Hauptsaison ist ein wöchentlicher Wechsel bei 60 Grad sinnvoll, sofern das Material es verträgt. Das Kopfkissen ist die Stelle, an der sich über Nacht am meisten aus den Haaren sammelt.
Kann eine Reinigungsfirma allergikergerecht arbeiten?
Ja, wenn Geräte, Mittel und Abläufe darauf ausgerichtet sind: Feinfilter im Sauger, feuchte Tücher, parfümfreie Produkte und Beutelwechsel außerhalb der Wohnung. Nennen Sie Ihre Anforderungen beim ersten Termin vor Ort; wir notieren sie schriftlich für jeden weiteren Einsatz.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




