Symbolgrafik zum Beitrag „Kautschukboden in Praxis und Schule“ aus dem Thema Böden & Oberflächen

Ein Belag, der ohne Beschichtung auskommt

Elastomer-Beläge bestehen aus Natur- und Synthesekautschuk, mineralischen Füllstoffen und Farbpigmenten, die unter Hitze und Druck vulkanisiert werden. Die Oberfläche ist sehr dicht. Anders als bei vielen PVC- oder Linoleumbelägen ist deshalb in der Regel keine Beschichtung mit Polymerdispersion nötig; viele Hersteller raten sogar ausdrücklich davon ab. Das spart dauerhaft Kosten, denn eine Beschichtung müsste regelmäßig erneuert und irgendwann aufwendig entfernt werden.

Das Material hat eine eigene Dynamik: Es ist leicht elastisch, dämpft Trittschall und bleibt auch nach Jahren formstabil. Gleichzeitig reagiert es auf bestimmte Stoffe empfindlich. Öle, Fette und viele Lösemittel können die Oberfläche quellen lassen oder verfärben. Deshalb ist die Wahl des Reinigers wichtiger als bei vielen anderen Belägen.

Der wichtigste Schritt: die Bauschlussreinigung

Neue Beläge tragen oft Rückstände aus der Produktion, etwa Trennmittel oder eine werkseitige Schutzschicht. Viele Hersteller schreiben deshalb eine gründliche Erstreinigung vor, bevor der Raum genutzt wird. Dabei wird die Fläche nach Anleitung mit einem Reiniger und einem Pad maschinell bearbeitet, die Schmutzflotte aufgenommen und klar nachgewischt. Wird dieser Schritt ausgelassen, wirkt der Belag monatelang fleckig und nimmt Schmutz schneller an. Bei Neubauten und Renovierungen gehört das in die Bauendreinigung; wichtig ist, dass die ausführende Firma das Merkblatt des Belagherstellers kennt.

Woran Sie den Belag erkennen

Oft weiß niemand mehr genau, was vor Jahren verlegt wurde. Einige Merkmale helfen: Die Oberfläche fühlt sich leicht gummiartig und warm an und gibt unter Druck minimal nach. Häufig ist sie mit einem feinen Noppen- oder Hammerschlagrelief versehen, in Fluren auch mit runden oder quadratischen Noppen. Das Material riecht in neuen Räumen leicht nach Gummi. Linoleum dagegen ist härter, hat oft eine marmorierte Musterung und riecht eher nach Leinöl, PVC fühlt sich glatter und kühler an. Wer ganz sicher gehen möchte, fragt bei der Hausverwaltung oder dem Architekten nach dem Produktdatenblatt. Es enthält die Reinigungs- und Pflegeanleitung des Herstellers, an die sich jede Firma halten sollte.

Laufende Reinigung nach Bereich

Bereich Turnus Verfahren Mittel
Flure und Wartebereiche täglich Feuchtwischen mit Flachmopp, im Eingang maschinell Neutralreiniger für Elastomerbeläge
Behandlungsräume täglich, zusätzlich nach Bedarf Wischdesinfektion nach Hygieneplan vom Hersteller freigegebenes Flächendesinfektionsmittel
Klassenräume täglich oder nach Plan Feuchtwischen, Kaugummi und Striche gezielt Neutralreiniger, weißes Pad
Turnhallen und Mensen täglich Scheuersaugmaschine mit rotem oder weißem Pad Neutral- oder leicht alkalischer Reiniger nach Freigabe
Gesamtfläche wöchentlich bis monatlich Trockenpolieren mit Hochgeschwindigkeitsmaschine ohne Mittel oder mit Pflegezusatz nach Herstellerangabe
Grundreinigung nach Bedarf, meist selten maschinell mit Pad, Nassaufnahme Grundreiniger laut Herstellerliste

Die Pad-Farben unterscheiden sich zwischen Herstellern leicht. Im Zweifel beginnen Sie mit dem weicheren Pad.

Schritt für Schritt: vom stumpfen zum seidig glänzenden Belag

Viele Nutzer wünschen sich einen gleichmäßigen, seidenmatten Glanz. Den erreichen Sie bei diesem Material nicht mit Pflegefilm, sondern durch Polieren.

  1. Fläche gründlich reinigen. Mit Neutralreiniger und Scheuersaugmaschine oder Mopp; kein Schmutz darf zurückbleiben.
  2. Vollständig trocknen lassen. Feuchte Stellen werden beim Polieren streifig.
  3. Trocken polieren. Mit einer Hochgeschwindigkeitsmaschine und einem geeigneten Pad. Die Reibungswärme verdichtet die Oberfläche, sie wird glatter und schmutzabweisender.
  4. Staub aufnehmen. Nach dem Polieren trocken wischen oder saugen.
  5. Regelmäßig wiederholen. Je häufiger poliert wird, desto weniger Nassreinigung ist nötig.

Wer keine Hochgeschwindigkeitsmaschine hat, kann auch mit einer normalen Einscheibenmaschine und weißem Pad arbeiten; der Effekt ist geringer, aber sichtbar.

Ein Hinweis zur Arbeitssicherheit: Auch ein frisch polierter Elastomerbelag bleibt in der Regel rutschhemmend, weil kein Film aufgetragen wird. Anders sieht es aus, wenn Reinigerreste antrocknen oder zu viel Mittel verwendet wurde. Dann entsteht ein schmieriger Belag, der bei Nässe glatt wird. Wer richtig dosiert und bei Bedarf mit klarem Wasser nachwischt, sorgt also gleichzeitig für ein gutes Bild und für sichere Wege, gerade in Schulfluren, in denen Kinder rennen.

Noppen und Strukturen

Genoppte Beläge sind in Treppenhäusern, Eingängen und Fluren von Schulen beliebt, weil sie Schmutz und Nässe zwischen den Erhebungen halten. Genau dort liegt aber das Problem: Ein Flachmopp gleitet über die Noppen, der Schmutz dazwischen bleibt. Für solche Flächen eignen sich Scheuersaugmaschinen mit Walzen- oder Tellerbürste deutlich besser als Pads. Auf Treppenstufen mit Noppenbelag arbeiten wir mit Handbürste und Nasssauger. Wer im Haus viele solche Flächen hat, sollte bei der Planung der Reinigungszeiten einen höheren Aufwand einrechnen als für glatte Beläge.

Häufige Fehler
  • Polymerdispersion oder Glanzwachs auftragen: Der Film haftet schlecht, blättert in Laufwegen ab und macht spätere Grundreinigungen nötig.
  • Öl- oder lösemittelhaltige Mittel: können quellen und Flecken hinterlassen.
  • Stark alkalische Grundreiniger in hoher Konzentration: machen den Belag spröde und hell.
  • Scheuerpulver und schwarze Pads: zerkratzen die dichte Oberfläche.
  • Desinfektionsmittel ohne Freigabe: manche Wirkstoffe verfärben den Belag gelblich oder lassen ihn stumpf werden.

Praxis: Desinfektion und Hygieneplan

In Arztpraxen und Physiotherapien ist eine regelmäßige Wischdesinfektion Pflicht, wo der Hygieneplan sie vorsieht. Die großen Hersteller von Elastomerbelägen veröffentlichen Listen mit Desinfektionsmitteln, die ihren Belag nicht angreifen. Stimmen Sie die Auswahl mit der Praxis und dem Hygieneplan ab, bevor ein neues Produkt eingeführt wird. Ein häufiger Fall: Nach einem Wechsel des Desinfektionsmittels wird der Belag im Behandlungsraum innerhalb weniger Wochen fleckig, weil der neue Wirkstoff nicht zum Material passt. Welche Materialien welche Wirkstoffe schlecht vertragen, fasst der Beitrag zur Verträglichkeit von Desinfektionsmitteln zusammen, die Arbeitsfolge zwischen zwei Patienten zeigt der Text zur Wischdesinfektion im Behandlungsraum. Unsere Teams in der Praxisreinigung arbeiten nach dem Hygieneplan der jeweiligen Praxis.

Schule und Kita: Kaugummi, Striche, Stühle

In Schulgebäuden sind die Probleme handfester. Schwarze Absatzstriche verschwinden meist, wenn man sie mit einem weißen Handpad und verdünnter Reinigerlösung kurz bearbeitet. Kaugummi wird mit Kältespray vereist und dann mit einem Kunststoffspatel abgehoben; Lösemittel sind tabu. Mehr zum Vorgehen bei klebrigen Resten steht im Beitrag über das Entfernen von Kaugummi.

Stühle mit harten Kunststoffkappen und rutschende Tische verursachen feine Kratzer und graue Streifen. Hier helfen passende Gleiter, die regelmäßig kontrolliert werden. Welche Gleiter und Rollen zu welchem Belag passen, erklärt der Beitrag über Gleiter, Matten und Stuhlrollen. Bei der Schulreinigung und der Kitareinigung planen wir die Grundreinigung in die Ferien, damit die Fläche vor dem Polieren vollständig trocknen kann.

Wann sich Fachleute lohnen

Die laufende Reinigung kann ein gut eingewiesenes Team erledigen. Für Bauschlussreinigung, Grundreinigung und das regelmäßige Polieren braucht es Maschinen und Erfahrung mit dem jeweiligen Produkt. Putzfirma Berlin übernimmt diese Arbeiten im Rahmen der Bodenreinigung und richtet sich dabei nach dem Merkblatt des Belagherstellers. Sind Nähte offen, Fugen gerissen oder Stellen hohl, ist ein Bodenleger zuständig.

Häufige Fragen

Muss der Belag beschichtet werden, damit er glänzt?

Nein. Die meisten Hersteller empfehlen, den Glanz durch regelmäßiges Trockenpolieren zu erzeugen. Eine Beschichtung ist nur sinnvoll, wenn der Hersteller sie ausdrücklich freigibt.

Welche Reinigungsmittel sind ungeeignet?

Öl- und lösemittelhaltige Mittel, Scheuerpulver sowie stark alkalische Reiniger in hoher Dosierung. Auch Schmierseife ist ungeeignet, weil sie einen Film hinterlässt. Maßgeblich ist die Mittelliste des Belagherstellers.

Wie entferne ich gelbe Flecken unter Gummifüßen?

Solche Verfärbungen entstehen durch Weichmacher oder Alterungsschutzmittel in Gummifüßen und Mattenrücken, die in den Belag wandern. Sie lassen sich oft nicht mehr entfernen. Vorbeugend verwenden Sie Gleiter aus Filz oder Kunststoff statt Gummi.

Ist Dampfreinigung sinnvoll?

In der Regel nicht. Hitze und Feuchte bringen hier keinen Vorteil gegenüber Wischen und Polieren und können Nähte belasten. Halten Sie sich an die Empfehlungen des Herstellers.

Wie oft sollte in einer Praxis poliert werden?

Entscheidend ist, wie viele Menschen täglich über die Fläche gehen. In stark genutzten Wartebereichen hat sich wöchentliches Polieren bewährt, in Behandlungsräumen reicht oft ein monatlicher Durchgang. Sprechen Sie das im Rahmen der Besichtigung mit uns ab.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.