Symbolgrafik zum Beitrag „Wetter zum Fensterputzen“ aus dem Thema Fenster, Glas & Licht

Der erste warme Frühlingstag, die Sonne scheint auf die Scheiben, und man sieht jeden Fleck aus dem Winter. Also Eimer holen und los. Eine Stunde später glänzt das Glas – bis die Sonne erneut darauf fällt und jede einzelne Wischspur zeigt. Das liegt nicht an mangelndem Geschick, sondern an Physik: Wasser verdunstet auf warmem Glas so schnell, dass gelöster Schmutz und Reinigerreste antrocknen, bevor der Abzieher sie erreicht.

Der Zeitpunkt entscheidet also mit darüber, wie das Ergebnis aussieht. Dieser Beitrag erklärt, welche Bedingungen ideal sind, was bei Hitze, Kälte, Wind und Regen zu beachten ist und wie Sie über das Jahr planen.

Ideale Bedingungen auf einen Blick

Faktor Günstig Ungünstig Warum
Himmel bedeckt, Hochnebel pralle Sonne auf der Scheibe Wasser trocknet zu schnell, Streifen entstehen
Temperatur etwa 10 bis 20 °C unter 3 °C oder über 25 °C Kälte: Frostgefahr; Hitze: Schlieren
Wind windstill bis leichte Brise böig, stark trocknet ungleichmäßig, trägt Staub heran
Niederschlag ein bis zwei trockene Tage nach Regen Regen angekündigt Regen bringt Staub aus der Luft mit
Luftfeuchte mittel sehr hoch mit Tau Kondensat verschmiert die Fläche
Jahreszeit nach Pollenflug, nach Laubfall während starker Blüte Flächen sind schnell wieder belegt

Warum Sonne der größte Gegner ist

Glas, auf das direkt die Sonne scheint, kann sich deutlich über die Lufttemperatur erwärmen, dunkle Rahmen noch mehr. Auf dieser Fläche verdunstet das Wasser innerhalb von Sekunden. Was im Wasser gelöst war – Staub, Kalk, Tenside aus dem Reiniger –, bleibt als Film zurück. Dazu kommt, dass man bei Gegenlicht die Streifen während der Arbeit schlecht sieht und erst später bemerkt.

Die einfachste Lösung ist, der Sonne aus dem Weg zu gehen. Scheiben nach Osten reinigen Sie am Nachmittag, Scheiben nach Westen am Vormittag, Südseiten am frühen Morgen oder an bedeckten Tagen. Nordseiten sind fast immer im Schatten und damit unkompliziert.

Ist es an einem heißen Tag doch nötig, arbeiten Sie in kleineren Abschnitten, feuchten nur so viel Fläche an, wie Sie sofort abziehen können, und nehmen etwas weniger Reinigungsmittel. Ergänzende Tipps für die heiße Jahreszeit stehen im Beitrag Reinigen bei Berliner Sommerhitze.

Kälte und Frost

Unter etwa drei Grad wird es heikel. Das Wasser kann auf der Außenseite anfrieren, besonders an Kanten, im Falz und auf Fensterbänken aus Metall. Eine vereiste Schicht lässt sich nicht abziehen, und Eisreste auf dem Blech sind eine Rutschgefahr für alle, die darunter vorbeilaufen.

Wenn es im Winter trotzdem sein muss, etwa vor einer Wohnungsübergabe oder bei einem Laden, helfen diese Punkte:

  • Mittagszeit wählen, wenn die Außentemperatur am höchsten ist.
  • Einen Schuss Spiritus ins Wasser geben. Er senkt den Gefrierpunkt und beschleunigt das Abtrocknen. Auf empfindlichen Holzlacken sparsam einsetzen.
  • Kleine Flächen bearbeiten und sofort trocknen.
  • Kein heißes Wasser auf eiskaltes Glas. Bei Einfachverglasung und älteren Scheiben mit Vorschäden ist ein Sprung durch Temperaturspannung nicht auszuschließen. Handwarm reicht.

Innen ist Frost kein Thema, dafür Kondenswasser. Im Winter beschlagen die Scheiben morgens an der Innenseite, besonders in Schlafzimmern und bei Kastenfenstern im Altbau. Warten Sie, bis das Glas abgetrocknet ist, oder lüften Sie zunächst kräftig. Mehr zu den Besonderheiten doppelter Flügel lesen Sie unter Kastenfenster im Altbau reinigen.

Regen, Wind und Staub

Eine verbreitete Annahme lautet, dass Regen die Scheiben sauber spült. Das Gegenteil ist oft der Fall. Regentropfen nehmen auf dem Weg nach unten Staub und Ruß aus der Luft auf und hinterlassen ihn auf dem Glas, wenn sie verdunsten. Gerade an Hauptstraßen sieht man nach einem kurzen Schauer die typischen Punkte. Deshalb gilt: Nach dem Regen ein oder zwei trockene Tage abwarten, dann putzen. Umgekehrt ist ein Tag, an dem am Abend Regen angekündigt ist, kein guter Termin.

Wind hat zwei Nachteile. Er trocknet die Scheibe ungleichmäßig und trägt Staub, Pollen und im Herbst Blätter an die feuchte Fläche. Bei Dachfenstern kommt hinzu, dass Böen einen geöffneten Flügel erfassen können. Hinweise für die Arbeit unter der Schräge finden Sie im Beitrag Dachfenster sicher reinigen.

Der Jahresplan für Berlin

Die Jahreszeiten bringen jeweils eigene Verschmutzungen. Wer den Termin danach ausrichtet, hat länger etwas von klaren Scheiben.

Zeitraum Typische Verschmutzung Empfehlung
Januar bis Februar Streugut, Ruß aus Heizungen, Silvesterreste nur bei Bedarf, frostfreie Tage
März bis April Birkenpollen, Staub aus dem Winter nach der Hauptblüte gründlich reinigen
Mai bis Juni Gräser- und Lindenpollen, Honigtau unter Linden Zwischenreinigung, besonders unter Bäumen
Juli bis August Staub, Insekten, Hitze früh morgens oder abends arbeiten
September bis Oktober Spinnweben, Tau guter Termin, milde Temperaturen
November Laub, Blütenstaub ist vorbei nach dem Laubfall zweiter Haupttermin

Viele Haushalte kommen mit zwei gründlichen Terminen im Jahr gut aus: einem im späten Frühjahr, einem im Herbst. Wann in Berlin welche Pollen fliegen, beschreibt der Beitrag Pollen im Berliner Frühjahr.

Die häufigsten Fehler bei der Terminwahl
  • Den sonnigsten Tag der Woche wählen, weil man den Schmutz dann gut sieht.
  • Direkt nach einem Regenschauer beginnen.
  • Mitten in der Birkenblüte gründlich putzen – drei Tage später liegt der gelbe Film wieder da.
  • Bei Frost mit viel Wasser arbeiten, das auf Blechen und Gehwegen gefriert.
  • Außen bei Wind mit geöffnetem Flügel arbeiten, der plötzlich zuschlagen kann.

Tageszeit und Licht bei der Kontrolle

Ein guter Moment zum Arbeiten ist nicht unbedingt ein guter Moment zum Prüfen. Streifen erkennen Sie am besten, wenn Sie schräg gegen das Licht schauen. Ein Trick aus der Praxis: Arbeiten Sie im Schatten und kontrollieren Sie das Ergebnis danach mit einer Taschenlampe, die Sie flach über die Scheibe halten. So sehen Sie Wischspuren, bevor die Sonne sie zeigt. Wie die Handbewegung selbst gelingt, steht in der Anleitung zum Abziehen im S-Schwung.

Wie unsere Teams planen

In unseren Einsätzen richten wir die Reihenfolge nach dem Sonnenstand aus. Bei einem Wohnhaus mit Fenstern zu mehreren Seiten beginnen die Teams morgens an der Ost- oder Südseite, solange sie noch im Schatten liegt, und wechseln im Tagesverlauf auf die jeweils abgewandte Seite. Bei Frost verschieben wir Außenarbeiten in Absprache mit den Kunden, Innenarbeiten laufen weiter. Für Gewerbeobjekte mit festem Turnus planen wir Puffer ein, damit ein Regentag nicht den ganzen Rhythmus verschiebt.

Wann sich Fachleute lohnen

Wer seine Fenster zu Fuß erreicht, kann sich den Tag frei aussuchen. Bei vielen Scheiben, hohen Fenstern, Wintergärten oder Gewerbeflächen hilft ein Dienstleister, der Wetter und Termin flexibel abstimmt. Putzfirma Berlin übernimmt die Fensterreinigung für Haushalte und Unternehmen, die Glasreinigung für Gewerbeflächen und die Wintergartenreinigung. Wer ohnehin gründlich durch die Wohnung will, verbindet die Scheiben mit einem Frühjahrsputz nach der Pollenzeit.

Häufige Fragen

Welche Temperatur ist ideal?

Zwischen etwa zehn und zwanzig Grad trocknet Wasser weder zu schnell noch zu langsam. Wichtiger als die Lufttemperatur ist aber, dass keine Sonne direkt auf die Scheibe fällt. Ein bedeckter Tag im Frühjahr oder Herbst ist nahezu perfekt.

Kann man bei Minusgraden die Scheiben säubern?

Innen ja, außen nur mit Vorsicht. Ein Schuss Spiritus im Wasser verhindert Anfrieren, kleine Flächen und sofortiges Trocknen helfen. Bei strengem Frost ist es besser, auf einen milderen Tag zu warten.

Warum sind nach Regen Punkte auf dem Glas?

Regentropfen sammeln Staub und Ruß aus der Luft. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben diese Partikel auf der Scheibe zurück. Reinigen Sie deshalb erst ein bis zwei trockene Tage nach dem Regen.

Wann ist der beste Zeitpunkt im Jahr?

Für die meisten Haushalte sind zwei Termine sinnvoll: im späten Frühjahr nach der Birkenblüte und im Herbst nach dem Laubfall. Unter Straßenbäumen oder an Hauptstraßen kann ein dritter Termin im Sommer nötig sein.

Welche Tageszeit ist am günstigsten?

Die Zeit, in der die jeweilige Seite im Schatten liegt. Ostfenster am Nachmittag, Westfenster am Vormittag, Südfenster früh am Morgen oder an bedeckten Tagen. Nordfenster sind fast jederzeit gut.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.