Symbolgrafik zum Beitrag „Schulmensa reinigen“ aus dem Thema Gesundheit & Hygiene

Um 11:45 Uhr kommen die ersten und zweiten Klassen, um 12:30 Uhr die dritten und vierten, um 13:15 Uhr die Großen. Zwischen diesen Durchgängen bleiben oft nur zehn bis fünfzehn Minuten. In dieser Zeit sollen Tische abgewischt, verschüttete Soße beseitigt, Stühle gerichtet und die Ausgabe nachgefüllt werden. Wer die Schulmensa sauber halten will, braucht daher weniger Muskelkraft als einen durchdachten Ablauf.

Seit in Berlin das Mittagessen an Grundschulen für die Familien kostenfrei ist, essen dort deutlich mehr Kinder als früher. Viele Speisesäle sind dafür eigentlich zu klein, und die Zahl der Durchgänge ist gestiegen. Umso wichtiger ist, dass die Übergaben funktionieren.

Wer ist wofür zuständig?

In kaum einem Bereich einer Schule treffen so viele Beteiligte aufeinander. Der Caterer liefert oder kocht, der Schulträger stellt Räume und Geräte, die Schule organisiert die Aufsicht, und eine Reinigungsfirma sorgt für die Grundreinigung. Wenn die Grenzen nicht schriftlich festgelegt sind, bleibt garantiert etwas liegen.

Bereich Typisch zuständig Wann
Ausgabetheke, Warmhaltebehälter, Besteckspender Personal des Caterers vor, während und nach der Ausgabe
Geschirrrückgabe, Spülküche Caterer oder Küchenpersonal laufend und nach Ende
Tische und Stühle zwischen den Durchgängen Küchen- oder Ausgabepersonal, teils Aufsicht mit Kindern nach jedem Durchgang
Boden punktuell (Verschüttetes) wer gerade vor Ort ist, Material bereitstellen sofort
Boden vollständig, Stühle unterseitig, Heizkörper, Fensterbänke Reinigungsfirma täglich nach Ende der Essenszeit
Grundreinigung, Fugen, Beschichtung Reinigungsfirma in Ferien oder mehrmals im Jahr

Diese Aufteilung ist ein häufiges Modell, nicht das einzig richtige. Wichtig ist, dass sie im Leistungsverzeichnis steht und alle Beteiligten sie kennen.

Lebensmittelhygiene gilt auch hier

Überall, wo Lebensmittel ausgegeben werden, greift das europäische Lebensmittelhygienerecht mit dem HACCP-Gedanken, ergänzt durch die deutsche Lebensmittelhygiene-Verordnung. Für die Küche und die Ausgabe ist der Betreiber der Verpflegung verantwortlich, meistens also der Caterer. Er legt fest, welche Mittel an Flächen mit Lebensmittelkontakt verwendet werden, und dokumentiert die Reinigung.

Für den Speisesaal selbst bedeutet das: Tische, an denen Kinder direkt vom Teller essen, werden mit einem sauberen, feuchten Tuch und einem geeigneten Reiniger gewischt. Desinfektion ist dort im Normalfall nicht nötig. Anders bei gehäuften Magen-Darm-Erkrankungen: Dann kann das Gesundheitsamt zusätzliche Maßnahmen anordnen, und die Tische bekommen zeitweise ein wirksames Mittel mit Einwirkzeit. Wie man in Erkältungs- und Grippezeiten gezielt nachsteuert, beschreibt unser Text zu Kontaktflächen in der Grippezeit.

Die zehn Minuten zwischen zwei Gruppen

Ein erprobter Ablauf für den Wechsel sieht so aus:

  1. Aufstehen mit System. Die Kinder bringen Tabletts oder Geschirr selbst zur Rückgabe und schieben Stühle an. Das spart dem Personal Zeit und gehört vielerorts zur Pädagogik.
  2. Grobes zuerst. Mit einem Handfeger oder einer Kehrschaufel Reis, Nudeln und Brotreste von den Tischen in einen Eimer streichen – nicht auf den Boden.
  3. Tische wischen. Mit einem gut ausgewrungenen Tuch aus der Lösung, von sauber nach schmutzig, pro Tischreihe ein frisches Tuch. Ein triefendes Tuch verteilt nur Wasser und Krümel.
  4. Verschüttetes am Boden. Flüssigkeiten sofort aufnehmen, eventuell kurz einen Warnaufsteller aufstellen. Rutschunfälle beim Mittagessen sind vermeidbar.
  5. Kontrollblick. Serviettenspender, Wasserkaraffen, Besteck auffüllen, Abfalleimer prüfen.

Ein Satz Tücher für jeden Durchgang ist Pflicht. Wer mit demselben Tuch drei Gruppen lang wischt, verteilt am Ende mehr, als er entfernt. Mikrofasertücher in einer Farbe, die ausschließlich für Esstische gedacht ist, verhindern Verwechslungen mit dem Sanitärbereich – wie das Farbprinzip funktioniert, steht unter getrennte Tücher nach Farben.

Was im Speisesaal oft schiefgeht
  • Tische mit einem Sprühreiniger einnebeln, während schon die nächste Klasse hereinkommt.
  • Den Boden zwischen den Durchgängen nass wischen – er ist dann in der nächsten Pause noch feucht und glatt.
  • Stühle nur von oben abwischen. Unter der Sitzfläche kleben Kaugummi, Joghurt und Saft.
  • Die Abfalltrennung aufgeben, weil es schnell gehen muss.
  • Reinigungseimer mit Lösung offen im Raum stehen lassen, wo Kinder vorbeilaufen.

Nach dem letzten Essen: die tägliche Hauptreinigung

Wenn alle gegessen haben, beginnt die gründliche Arbeit. Stühle hochstellen, den Boden kehren oder saugen, dann nass wischen. Auf Linoleum oder Kautschuk genügt meist ein neutraler Unterhaltsreiniger. Bei Fettfilm – und der entsteht in jedem Speisesaal – hilft ein leicht alkalisches Mittel, danach gut mit klarem Wasser nachwischen. Welche Verschmutzung welche Chemie braucht, beschreibt der Beitrag Fett, Kalk, Eiweiß, Staub: Schmutzarten erkennen.

Weitere Punkte der Tagesreinigung: Stuhlbeine und Unterseiten der Sitzflächen, Heizkörper, Fensterbänke, Türgriffe und die Wand neben der Geschirrrückgabe, an der sich Spritzer sammeln. Einmal pro Woche kommen Lampen, Stuhlgleiter und Sockelleisten hinzu.

Lärm, Luft und Licht im Speisesaal

Sauberkeit hängt auch von Dingen ab, die auf den ersten Blick nichts mit Putzen zu tun haben. In einem lauten, stickigen Raum essen Kinder hastig, und entsprechend mehr landet auf Tisch und Boden. Regelmäßiges Stoßlüften zwischen den Durchgängen senkt nicht nur die Luftfeuchte, sondern hilft auch, dass Wischflächen schneller abtrocknen. Wer den Raum ohnehin kurz leer hat, öffnet die Fenster für fünf Minuten weit.

Auch Schallschutzelemente an Decke und Wänden sind ein Thema: Akustikplatten sammeln Staub und Fettnebel, vor allem in der Nähe der Ausgabe. Sie brauchen ein- bis zweimal im Jahr eine vorsichtige Trockenreinigung mit Bürste oder Sauger, keinesfalls Nässe. Leuchten über den Tischen bekommen einen klebrigen Film, der das Licht dämpft. Beides gehört in den Jahresplan, nicht in die tägliche Routine.

Allergene und Sonderkost

Viele Schulen geben neben dem Standardessen vegetarische, schweinefleischfreie oder allergenarme Gerichte aus. Für Kinder mit Lebensmittelallergien sind Rückstände am Tisch ein echtes Thema. Hier hilft es, einen festen Platz für diese Kinder vorzusehen, der vor jedem Durchgang mit einem frischen Tuch gewischt wird, das vorher an keinem anderen Tisch war. Die Absprache darüber gehört zum Caterer und zur Schule; die Reinigungskraft muss sie aber kennen.

Erfahrungen von Berliner Schulen

Bei Schulen, die wir betreuen, hat sich eine Sache besonders bewährt: ein kurzes gemeinsames Treffen mit Caterer, Hausmeister und Schulleitung zu Beginn des Schuljahres. Dabei klären wir, wo Reinigungsmittel lagern dürfen, wer die Spülmaschine der Ausgabe reinigt und wie wir Fundstücke oder Schäden melden. Das spart über das Jahr viele Missverständnisse.

Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle. Kommt die Reinigung erst am Abend, trocknen Essensreste an und kosten doppelt so viel Zeit. Wo es möglich ist, beginnen wir mit dem Speisesaal direkt nach der letzten Essensgruppe und gehen danach in die Klassenräume.

Ein weiterer Tipp: Hängen Sie neben der Geschirrrückgabe einen einfachen Plan mit Fotos aus, der zeigt, wo Besteck, Teller, Essensreste und Servietten hingehören. Kinder im Grundschulalter halten sich erstaunlich gut an Bilder. Das Ergebnis sieht man sofort – weniger Sortierarbeit für das Personal, weniger Soßenspritzer auf dem Boden vor der Rückgabe.

Wann Fachleute sinnvoll sind

Die täglichen Handgriffe zwischen den Durchgängen bleiben beim Personal vor Ort. Für alles Weitere lohnt sich eine Firma mit Erfahrung in Bildungseinrichtungen. Unsere Schulreinigung übernimmt die tägliche Unterhaltsreinigung des Speisesaals. Für die Küche selbst gibt es die Großküchenreinigung mit Dunstabzug, Kühlzellen und Geräten. In den Sommerferien sorgt eine Bodenreinigung mit Maschine dafür, dass der Belag wieder griffig und ansehnlich wird. Putzfirma Berlin erstellt Ihnen nach einer Besichtigung ein Angebot, das die Zuständigkeiten klar benennt.

Kurz beantwortet

Müssen die Tische im Speisesaal desinfiziert werden?

Im Normalbetrieb nein. Gründliches feuchtes Wischen mit frischen Tüchern reicht. Bei Ausbrüchen von Magen-Darm-Erkrankungen können das Gesundheitsamt oder der Hygieneplan der Schule mehr verlangen.

Dürfen Kinder beim Abwischen helfen?

Das ist in vielen Schulen üblich und pädagogisch gewollt. Verwenden Sie dann nur Wasser mit mildem Reiniger aus einem gekennzeichneten Behälter, keine konzentrierten Mittel.

Wie oft braucht der Boden eine Grundreinigung?

Das hängt vom Belag und der Nutzung ab. In stark genutzten Speisesälen hat sich eine maschinelle Grundreinigung in den großen Ferien bewährt, bei Bedarf eine zweite in den Winterferien.

Wer haftet, wenn jemand auf Verschüttetem ausrutscht?

Das ist eine Rechtsfrage, die vom Einzelfall abhängt; dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Praktisch hilft es, Zuständigkeiten schriftlich festzulegen und Material für schnelles Aufwischen bereitzustellen.

Was gehört in ein Leistungsverzeichnis für den Speisesaal?

Flächen, Turnus, Uhrzeit, Abgrenzung zum Caterer, eingesetzte Mittel und Regeln für Abfall. Je konkreter, desto weniger Diskussionen gibt es später.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.