
Schmierseife ist eine Kaliseife: Pflanzliche Öle, traditionell Leinöl, werden mit Kalilauge verseift. Das Ergebnis ist eine weiche, pastöse Masse, die sich gut in Wasser löst. Anders als die feste Kernseife, die mit Natronlauge hergestellt wird, bleibt sie geschmeidig und verteilt sich gleichmäßig im Wischwasser.
Beim Wischen passiert zweierlei: Die Seife löst Schmutz und Fett, und ein hauchdünner Film aus Fettsäuren bleibt auf der Oberfläche zurück. Dieser Film ist bei manchen Böden erwünscht, weil er sie vor Feuchtigkeit schützt und ihnen einen seidigen Glanz gibt. Auf anderen Flächen stört er, weil er Schlieren bildet oder Schmutz anzieht. Deshalb ist Schmierseife kein Allzweckmittel, sondern ein Spezialist für bestimmte Untergründe.
Wofür sie sich eignet – und wofür nicht
| Untergrund | Eignung | Worauf achten |
|---|---|---|
| Unversiegelte oder geseifte Holzdielen | sehr gut | regelmäßig anwenden, damit sich eine schützende Schicht aufbaut |
| Linoleum | gut | sparsam dosieren, stark alkalische Mittel meiden |
| Terracotta, Cotto, Klinker | gut | pflegt und macht die Oberfläche fleckenunempfindlicher |
| Naturstein wie Schiefer, Solnhofer, Sandstein | gut | pH-neutral bis mild alkalisch ist hier ohnehin besser als Säure |
| Terrazzo | gut | Seifenfilm schützt, keine Säure verwenden |
| Geöltes Parkett | mit Einschränkung | besser spezielle Holzbodenseife des Ölherstellers |
| Versiegeltes Parkett, Laminat, Vinyl | wenig geeignet | Film macht Oberfläche stumpf und rutschig, Laminat verträgt kaum Nässe |
| Glasierte Fliesen, Feinsteinzeug | wenig geeignet | Schlieren, bei hartem Wasser Grauschleier |
| Glas, Spiegel, Hochglanz | ungeeignet | deutliche Schlieren |
Bei hartem Wasser wie in Berlin reagiert ein Teil der Seife mit Calcium- und Magnesiumionen zu sogenannter Kalkseife. Das ist der graue, stumpfe Belag, den man vom Rand der Badewanne kennt. Auf saugfähigen Böden wie Holz oder Terracotta fällt das kaum auf, auf glatten Fliesen dagegen deutlich. Umso wichtiger ist die richtige Menge.
Richtig dosieren
Der häufigste Fehler ist zu viel Seife. Als Richtwert genügen ein bis zwei Esslöffel auf einen Eimer mit acht bis zehn Litern warmem Wasser. Löst sich die Masse schlecht, rühren Sie sie zuerst in einem Becher mit etwas heißem Wasser an und geben die Lösung dann in den Eimer.
- Zu wenig ist unkritisch – der Boden wird trotzdem sauber, nur der Pflegeeffekt ist schwächer.
- Zu viel hinterlässt einen klebrigen, rutschigen Film, der Schmutz anzieht und Fußabdrücke zeigt.
- Konzentriert eingesetzt, etwa als Paste auf einem Fleck, sollte die Stelle danach mit klarem Wasser nachgewischt werden.
Holzdielen pflegen – Schritt für Schritt
Geseifte Dielen sind vor allem in skandinavisch eingerichteten Wohnungen und in Altbauten mit unbehandeltem Kiefern- oder Fichtenholz beliebt. So gehen Sie vor:
- Trocken vorreinigen. Staub, Sand und Krümel gründlich entfernen. Jedes Sandkorn, das unter dem Wischbezug mitläuft, hinterlässt feine Kratzer im weichen Holz.
- Zwei Eimer bereitstellen. Einen mit Seifenlösung, einen mit klarem Wasser zum Auswaschen des Wischbezugs.
- Nebelfeucht wischen. Den Bezug gut auswringen. Holz verträgt keine stehende Nässe, Wasser in den Fugen führt zu Quellung.
- In Faserrichtung arbeiten. So verteilt sich die Seife gleichmäßig in der Maserung.
- Nicht nachwischen. Anders als bei anderen Böden bleibt der Seifenfilm auf den Dielen, das ist gewollt.
- Trocknen lassen. Etwa eine halbe Stunde, bis der Boden wieder begehbar ist; Fenster kippen hilft.
- Regelmäßig wiederholen. Wöchentlich bis vierzehntäglich, je nach Nutzung. Mit der Zeit baut sich eine geschlossene Schutzschicht auf.
Welche Pflege alte Dielen sonst noch brauchen, beschreibt der Beitrag zur Dielenpflege im Altbau. Für geölte Holzböden gelten eigene Regeln, die im Beitrag über geölte Holzböden stehen.
- Boden klebt oder wirkt schmierig: zu hohe Dosierung – ein, zwei Durchgänge mit klarem Wasser bringen Besserung.
- Grauschleier auf Fliesen: Kalkseife durch hartes Wasser – seltener seifen, zwischendurch mit neutralem Reiniger wischen.
- Dunkle Ränder an Dielenfugen: zu nass gewischt, Wasser ist eingedrungen.
- Fußabdrücke sichtbar: Seifenfilm zu dick oder noch nicht ganz getrocknet.
- Rutschiger Boden: zu viel Seife auf glatten, versiegelten Flächen.
Weitere Einsätze im Haushalt
Neben Böden gibt es einige Aufgaben, bei denen die weiche Kaliseife gute Dienste leistet:
- Fettige Arbeitsflächen und Dunstabzugsfilter: Eine warme Lösung löst Küchenfett gut. Metallfilter können eingeweicht und ausgebürstet werden. Danach klar nachspülen.
- Flecken auf robusten Textilien: Etwas Seife auf Kragenränder oder Fettflecken reiben, kurz einwirken lassen, dann normal waschen. Bei Wolle, Seide und farbempfindlichen Stoffen vorher an verdeckter Stelle testen.
- Gartenmöbel aus Holz oder Kunststoff: Mit Bürste und Seifenlösung schrubben, mit dem Gartenschlauch abspülen.
- Pinsel nach Ölfarbe: Nach dem Vorreinigen mit Lösemittel lässt sich der Pinsel mit Seife und warmem Wasser ausarbeiten.
- Pflanzenpflege: Eine stark verdünnte Lösung wird traditionell gegen Blattläuse gesprüht. Achten Sie hier auf Produkte, die für diesen Zweck ausgewiesen sind, und auf die empfohlene Konzentration.
Warum Steinböden davon profitieren
Poröse Böden wie Cotto, Sandstein oder unbehandelter Schiefer saugen alles auf, was darauf landet: Rotwein, Öl, Kaffee. Die Seifenpflege lagert Fettsäuren in den oberen Poren ein und macht sie wasserabweisender. Flecken dringen dann weniger tief ein und lassen sich leichter entfernen. Dieser Effekt baut sich über viele Wischgänge auf; ein einzelner Durchgang bringt wenig. Säurehaltige Reiniger würden dagegen die Schutzschicht wieder abtragen und bei kalkhaltigem Gestein zusätzlich das Material selbst angreifen. Wer auf seinem Steinboden Seife verwendet, sollte also konsequent dabei bleiben und nicht zwischendurch zu Essig oder Zitrone greifen.
Bei Terrazzo, der aus Zement und Marmorkörnern besteht, gilt dasselbe. Hintergründe zur Pflege finden Sie im Beitrag über Terrazzo.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Im Handel finden Sie Schmierseife in Dosen, Eimern und Flaschen. Bevorzugen Sie Produkte ohne zugesetzte Duftstoffe und Farbstoffe, besonders, wenn Kinder oder Allergiker im Haushalt leben. Informationen zu Duftstoffen gibt der Beitrag über Duftstoffe und Allergien. Flüssige Varianten sind leichter zu dosieren, pastöse sind ergiebiger. Eine Dose mit einem Kilogramm reicht in einem durchschnittlichen Haushalt oft viele Monate, was auch Verpackung spart.
Aus der Arbeit einer Berliner Reinigungsfirma
In Berliner Altbauten treffen wir oft auf Dielenböden, die über Jahrzehnte ganz unterschiedlich behandelt wurden: stellenweise lackiert, stellenweise geölt, dazwischen abgeschliffene Flächen. Bevor wir Seife einsetzen, prüfen wir mit einem Wassertropfen, wie das Holz reagiert. Perlt das Wasser ab, ist die Oberfläche versiegelt, und wir greifen zu einem neutralen Wischpflegemittel. Zieht es ein, ist das Holz offenporig und nimmt Seife dankbar an.
Auch bei Stein- und Terracottaböden in Treppenhäusern und Hausfluren ist Seifenpflege ein bewährtes Mittel, weil sie die Oberfläche schrittweise dichter macht. Für gründliche Aufarbeitungen oder wenn ein Boden durch falsche Pflege verschmiert ist, bieten wir eine professionelle Bodenreinigung und die Parkettpflege an. Natursteinflächen übernimmt die Steinreinigung von Putzfirma Berlin mit passenden, materialgerechten Mitteln.
Häufige Fragen
Eignet sich das Mittel auch für Laminat?
Davon raten wir ab. Laminat hat eine versiegelte Oberfläche, auf der der Seifenfilm Schlieren bildet und die Oberfläche rutschig macht. Außerdem verträgt Laminat kaum Feuchtigkeit an den Fugen. Besser ist ein milder, für Laminat vorgesehener Reiniger in niedriger Dosierung.
Wie entferne ich einen zu dicken Seifenfilm?
Wischen Sie den Boden mehrmals mit warmem, klarem Wasser und wechseln Sie das Wasser häufig. Bei hartnäckigem Film hilft ein Grundreiniger, der zum Material passt. Bei Holz ist danach meist ein neuer, dünner Pflegeauftrag nötig.
Taugt ein festes Stück aus der Drogerie als Ersatz?
Kernseife ist fest und löst sich langsamer, eignet sich aber für Handwäsche und Fleckenbehandlung. Für das Wischwasser ist die weiche Variante praktischer, weil sie sich besser verteilt. Chemisch sind beide Seifen, unterscheiden sich aber in der verwendeten Lauge.
Wie oft sollte ein geseifter Dielenboden behandelt werden?
In Wohnräumen genügt es in der Regel, den Boden wöchentlich oder vierzehntäglich mit der Lösung zu wischen. In stark genutzten Bereichen wie Flur oder Küche kann wöchentliches Seifen sinnvoll sein. Zwischendurch genügt trockenes Reinigen mit Besen oder Staubsauger.
Ist das Mittel für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet?
Die meisten vertragen die verdünnte Lösung gut. Da Seife alkalisch ist, kann sie die Haut bei längerem Kontakt austrocknen. Handschuhe und eine unparfümierte Variante sind die sichere Wahl.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



