Symbolgrafik zum Beitrag „Putzen mit weniger Plastik“ aus dem Thema Nachhaltig & gesund

Wer einmal den Putzschrank ausräumt und alles auf den Küchentisch stellt, erschrickt oft: fünf halbvolle Sprühflaschen, drei Sorten Schwämme, ein Stapel bunter Tücher, eine Klobürste mit verfärbtem Ständer, Einweg-Wischtücher in der Dose. Fast alles davon besteht aus Kunststoff, und vieles landet nach wenigen Wochen im Müll. Putzen mit weniger Plastik heißt aber nicht, alles auf einmal wegzuwerfen und neu zu kaufen. Das wäre die unökologischste Variante. Sinnvoll ist ein schrittweiser Umbau: Verbrauchsartikel zuerst, langlebige Geräte dann, wenn sie ohnehin kaputt sind.

In diesem Beitrag geht es um Haushalte, kleine Büros und Praxen, die ihren Materialverbrauch senken wollen. Wir sagen auch ehrlich, wo Kunststoff seine Berechtigung hat – etwa bei Hygiene in Bad und Küche oder bei Geräten, die zehn Jahre halten.

Wo im Putzschrank der meiste Kunststoff steckt

Der größte Anteil entfällt nicht auf Eimer oder Wischgestelle, sondern auf Dinge, die ständig nachgekauft werden:

  • Flaschen und Kanister für Reiniger, Spülmittel und Waschmittel
  • Schwämme mit Scheuerseite, die in der Küche alle zwei bis drei Wochen getauscht werden sollten
  • Einwegtücher, Feuchttücher und Staubwedel-Nachfüllungen
  • Bürstenköpfe aus Kunststoff mit Kunststoffborsten
  • Handschuhe aus Latex oder Nitril, besonders die dünnen Einmalvarianten

Ein Eimer, der fünfzehn Jahre hält, ist dagegen kaum ein Problem. Den tauschen Sie nicht aus Prinzip gegen einen Zinkeimer.

Die Alternativen im Überblick

Bisher Alternative Worauf achten Haltbarkeit
Schwamm mit Scheuerseite Spülbürste aus Holz mit Wechselkopf, Luffa, Topfkratzer aus Edelstahl Holz nach Gebrauch trocknen lassen, nicht im Wasser stehen lassen Kopf je nach Nutzung einige Monate
Einwegtücher Baumwoll- oder Leinentücher, zugeschnittene alte Handtücher bei 60 °C waschbar, farblich nach Bereich trennen viele Jahre
Flüssiges Spülmittel Spülseife am Stück oder Spülmittel aus dem Nachfüllkanister Seife trocken lagern, bei hartem Wasser etwas mehr Nachspülen ein Stück reicht oft Wochen
Sprühreiniger in der Einwegflasche Konzentrat, Tabs oder Pulver in einer Dauerflasche Flasche klar beschriften Flasche hält Jahre
Kunststoff-Scheuerbürste Bürste mit Holzkörper und Naturborsten (Union, Kokos, Tampico) Naturborsten weicher bzw. wasserempfindlicher, gut trocknen ein bis drei Jahre
Staubwedel mit Einwegfasern Straußenfeder-Wedel, Lammwolle-Wedel oder feuchtes Baumwolltuch Wedel regelmäßig ausschütteln bzw. waschen lange

Die Borstenbezeichnungen lohnen einen zweiten Blick. Union ist eine Mischung aus Tampico und Kokos, robust und für Böden geeignet. Tampico stammt aus Agavenfasern, verträgt Nässe gut und passt zu Spülbürsten. Rosshaar ist weich und eher für Staub gedacht. Kokosfasern sind hart und eignen sich für Außenbereiche, Fußmatten und grobe Stellen.

Schritt für Schritt umstellen

  1. Bestand aufnehmen. Alles aus dem Schrank holen, sortieren: Was wird benutzt, was steht seit einem Jahr herum? Angebrochene Mittel werden aufgebraucht, nicht weggeschüttet.
  2. Verbrauchsartikel zuerst. Sobald der nächste Schwamm fällig ist, kommt eine Holzbürste mit Wechselkopf. Sobald die Küchenrolle alle ist, liegen Tücher bereit.
  3. Eine Dauerflasche pro Mittel. Statt fünf Sprühflaschen genügen meist zwei bis drei: ein milder Allzweckreiniger, ein saures Mittel für Bad und Kalk, gegebenenfalls ein Glasreiniger. Wie viele Mittel man tatsächlich braucht, steht im Beitrag über die Grenzen von Allzweckreinigern.
  4. Tücher-System festlegen. Farben oder Stoffarten den Bereichen zuordnen: Küche, Bad, WC, Staub. Das ist wichtiger als das Material selbst.
  5. Waschrhythmus einrichten. Ein Beutel oder Korb für benutzte Tücher, einmal pro Woche bei 60 °C in die Maschine.
  6. Geräte erst bei Verschleiß tauschen. Wischmopp, Eimer, Kehrschaufel bleiben, bis sie wirklich hinüber sind.
Kleine Einkaufsliste für den Anfang
  • zwei Spülbürsten mit Holzgriff und Wechselkopf
  • zehn bis fünfzehn Baumwoll- oder Leinentücher
  • ein Stück Kernseife oder Spülseife mit Seifenschale
  • eine Glas- oder Metallsprühflasche
  • Natron und Zitronensäure als Pulver im Papierbeutel oder Glas

Die ehrliche Seite: wo Kunststoff sinnvoll bleibt

Ganz ohne Kunststoff geht es in der Reinigung kaum, und das ist in Ordnung. Drei Beispiele aus unserer Praxis:

Mikrofasertücher bestehen aus Polyester und Polyamid. Beim Waschen lösen sich feine Fasern. Gleichzeitig reinigen sie mit wenig oder ganz ohne Mittel, halten Hunderte Wäschen und sparen dadurch Chemie und Wasser. Wer sie behält, sollte sie richtig pflegen und kann einen Waschbeutel verwenden, der Fasern zurückhält. Mehr dazu im Beitrag Mikrofaser waschen ohne Weichspüler.

Klobürsten und Toilettenzubehör aus Kunststoff lassen sich heiß abspülen und trocknen schnell. Holzvarianten gibt es, sie brauchen aber einen gut belüfteten Ständer, sonst entsteht ein feuchter, muffiger Bodensatz.

Handschuhe schützen die Haut vor Reinigern und Schmutz. Wiederverwendbare Haushaltshandschuhe aus dickerem Material halten Monate und ersetzen viele Paar Einmalhandschuhe. Hinweise zum Schutz der Haut finden Sie im Beitrag über Handschuhe und Hautschutz beim Putzen.

Typische Fehler beim Umstieg
  • Alles auf einmal wegwerfen und komplett neu kaufen – das erzeugt mehr Abfall, als es spart.
  • Selbst gemischte Reiniger in alte Getränkeflaschen füllen: Verwechslungsgefahr, besonders mit Kindern im Haus.
  • Holzbürsten dauerhaft nass im Spülbecken liegen lassen – der Kopf wird schwarz und riecht.
  • Einen einzigen Lappen für Küche und Bad benutzen, weil es nur noch „die guten Baumwolltücher“ gibt.
  • Zu viel Seife dosieren: Auf Fliesen und Glas bleiben dann Schlieren, die man mit noch mehr Wasser nachwischen muss.

Mittel ohne Einwegverpackung

Beim Mittel selbst lohnt es sich, auf Form und Menge zu achten. Pulver und feste Seifen kommen oft im Karton oder Papier. Konzentrate sparen Transportgewicht, weil kein Wasser mitgeliefert wird. Unverpackt-Läden in vielen Berliner Kiezen füllen Spülmittel, Waschmittel und Allzweckreiniger in mitgebrachte Behälter ab. Und wer ohnehin ein Dauerfläschchen hat, kann auf Nachfüllbeutel umsteigen, die deutlich weniger Material brauchen als eine neue Sprühflasche mit Pumpkopf. Einen genaueren Vergleich bietet der Beitrag über Nachfüllsysteme und Konzentrate.

Einfache Hausmittel wie Natron, Zitronensäure und Schmierseife decken einen großen Teil der Arbeit ab. Wichtig ist, sie richtig einzusetzen: Säure gehört nicht auf Marmor, Seife nicht in hohem Maß auf Glas. Unsere Beiträge zu Natron im Haushalt und Schmierseife erklären die Details.

Beobachtungen aus dem Reinigungsalltag

In unseren Einsätzen in Wohnungen und kleinen Büros sehen wir oft, dass nicht das Material entscheidet, sondern die Ordnung dahinter. Ein paar Beobachtungen:

  • Weniger Mittel, sauber getrennt. Haushalte mit drei klar beschrifteten Flaschen putzen schneller und sicherer als solche mit zwölf Spezialprodukten.
  • Holzbürsten hängen, nicht liegen. Ein kleiner Haken über der Spüle verlängert die Lebensdauer spürbar.
  • Tücher in ausreichender Zahl. Wer nur fünf Stofftücher hat, greift nach drei Tagen wieder zur Küchenrolle. Zehn bis fünfzehn Stück pro Haushalt sind realistisch.
  • Alte Textilien nutzen. Ausrangierte Handtücher, Baumwoll-T-Shirts und Geschirrtücher werden zu Putzlappen. Wie man sie zuschneidet und kennzeichnet, steht im Beitrag über Putzlappen aus alten Textilien.

Auch Putzfirma Berlin bringt bei Privatreinigungen Mittel und Geräte selbst mit. Auf Wunsch verwenden wir umweltschonende Mittel und stimmen mit Ihnen ab, welche Ihrer eigenen Utensilien genutzt werden sollen – etwa wenn Sie bewusst auf Holzbürsten und Baumwolltücher umgestellt haben.

Wann Unterstützung sinnvoll ist

Die meisten Umstellungen schaffen Sie gut allein. Unterstützung lohnt sich, wenn im Alltag die Zeit für regelmäßige Pflege fehlt oder wenn ein größerer Schritt ansteht, etwa ein gründlicher Neustart nach dem Winter. Für die laufende Pflege bieten wir eine regelmäßige Wohnungsreinigung mit fester Reinigungskraft an, für Einzeltermine den Frühjahrsputz. Sagen Sie uns vorab, welche Mittel und Werkzeuge Sie bevorzugen, dann arbeiten wir damit.

Kurz beantwortet

Sind Holzbürsten hygienisch genug für die Küche?

Ja, wenn sie nach Gebrauch ausgespült, ausgeschüttelt und aufgehängt werden. Holz trocknet an der Luft, und in trockenem Zustand vermehren sich Keime deutlich schlechter. Problematisch wird es, wenn der Bürstenkopf dauerhaft nass liegt. Wechselköpfe sollten Sie tauschen, sobald die Borsten stark abgenutzt oder verfärbt sind.

Kann ich auf Mikrofasertücher ganz verzichten?

Das ist möglich, bedeutet aber meist etwas mehr Mittel und Kraft. Baumwolle und Leinen nehmen Wasser gut auf, lösen fettige Filme aber schlechter. Viele Haushalte fahren gut mit einer Mischung: Baumwolle für Küche und grobe Arbeiten, wenige gut gepflegte Mikrofasertücher für Glas und Armaturen.

Wie lagere ich Pulver und feste Seifen richtig?

Trocken, verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern. Natron und Zitronensäure klumpen bei Feuchtigkeit, daher eignen sich Schraubgläser mit Etikett. Seifenstücke sollten auf einer Schale mit Ablauf liegen, damit sie nicht im Wasser aufweichen.

Ist Spülseife am Stück genauso ergiebig wie flüssiges Spülmittel?

Für normales Geschirr reicht sie gut aus. Bei stark fettigem Geschirr oder sehr hartem Wasser braucht man etwas mehr Geduld und warmes Wasser. In Berlin mit seinem eher harten Leitungswasser kann ein kurzer Nachspülgang mit klarem Wasser Kalkflecken auf Gläsern vermeiden.

Was mache ich mit den alten Plastikflaschen?

Weiterverwenden, solange sie funktionieren. Gut ausgespülte Sprühflaschen lassen sich mit Konzentrat neu befüllen. Wichtig ist nur ein eindeutiges Etikett. Leere, nicht mehr genutzte Flaschen gehören ausgespült in die Wertstofftonne.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.