
In vielen Haushalten liegt irgendwo ein Stapel Textilien, der zu schade zum Wegwerfen, aber zu abgetragen zum Tragen ist. Gleichzeitig werden Küchenrollen, Einwegtücher und Schwammtücher gekauft. Das lässt sich verbinden. Aus alten Stoffen entstehen brauchbare Reinigungstücher, die mehrfach gewaschen und am Ende ohne schlechtes Gewissen entsorgt werden können.
Allerdings taugt nicht jeder Stoff für jede Aufgabe. Ein Polyesterhemd schiebt Wasser eher hin und her, als es aufzunehmen, und ein dicker Wollpullover fusselt auf dem Fenster. In diesem Beitrag sortieren wir die typischen Textilien nach ihren Stärken, erklären das Zuschneiden und nennen die Fehler, die im Haushalt am häufigsten passieren.
Welche Eigenschaften ein gutes Tuch braucht
Ein Reinigungstuch soll drei Dinge können: Wasser aufnehmen, Schmutz festhalten und ihn beim Auswaschen wieder abgeben. Dazu kommt je nach Aufgabe eine vierte Eigenschaft – es darf keine Fussel hinterlassen, etwa auf Glas oder dunklen Hochglanzflächen.
- Baumwolle saugt gut, ist heiß waschbar und robust. Je dichter gewebt, desto weniger fusselt sie.
- Leinen und Halbleinen sind glatt, nehmen Feuchtigkeit schnell auf und hinterlassen praktisch keine Fasern. Ideal für Glas und zum Polieren.
- Frottee hat durch die Schlingen viel Oberfläche und nimmt große Mengen Wasser auf. Gut für Böden, grobe Arbeiten und zum Trocknen.
- Viskose saugt stark, verliert nass aber an Festigkeit und reißt leichter.
- Synthetik ohne Mikrofaserstruktur, etwa Polyester-Satin oder Futterstoff, nimmt kaum Wasser auf und ist als Putztuch wenig geeignet.
- Wolle fusselt und verfilzt beim heißen Waschen; nur als Staubtuch für trockene Flächen brauchbar.
Stoff und Einsatzbereich im Überblick
| Altes Textil | Geeignet für | Weniger geeignet für | Waschtemperatur |
|---|---|---|---|
| T-Shirt aus Baumwolle (Jersey) | Staubwischen, Möbel, Armaturen trocken reiben | stark fettige Küchenflächen | bis 60 °C |
| Frotteehandtuch | Bodenwischen von Hand, Bad, Nachtrocknen, Autowäsche | Glas, Spiegel | 60–90 °C |
| Geschirrtuch aus Leinen oder Halbleinen | Fenster, Spiegel, Gläser polieren | grobe Scheuerarbeiten | bis 60 °C |
| Bettlaken aus Baumwolle | große Flächen, Abdecken beim Renovieren, Staubtuch | Scheuern | 60 °C |
| Flanellhemd | Schuhe, Leder, Holzmöbel polieren | nasse Arbeiten im Bad | 40–60 °C |
| Jeans | grobe Arbeiten in Keller, Garage, Werkstatt | feine Oberflächen | 40–60 °C |
| Alte Socken aus Baumwolle | Jalousien, Heizkörperlamellen, über die Hand gezogen | Böden | 60 °C |
Zuschneiden und vorbereiten: Schritt für Schritt
- Waschen. Alles, was zu Tüchern werden soll, zuerst heiß waschen. So beginnen Sie mit sauberem Material und sehen, ob der Stoff stark fusselt.
- Knöpfe, Reißverschlüsse und Drucke entfernen. Metallteile verkratzen Oberflächen. Dicke Aufdrucke aus Kunststoff saugen nicht und können abfärben.
- Nähte großzügig abschneiden. Die verstärkten Nähte an Schultern und Seiten werden hart und hinterlassen Streifen.
- Handliche Größe wählen. Etwa 30 mal 30 Zentimeter passen gut in die Hand und lassen sich mehrfach falten, sodass Sie immer eine frische Seite haben. Für Böden darf es größer sein.
- Kanten sichern, wo nötig. Jersey rollt sich ein, franst aber kaum aus. Gewebte Stoffe wie Leinen oder Hemden fransen dagegen; hier hilft ein Zickzackstich mit der Nähmaschine oder ein Zuschnitt mit der Zackenschere.
- Nach Bereichen kennzeichnen. Zum Beispiel per Farbe des Stoffs oder mit einer Ecke, die Sie mit wasserfestem Textilstift markieren.
Farben trennen: Hygiene mit einfachen Mitteln
Profis arbeiten mit farbigen Tüchern, damit nichts vom WC in die Küche wandert. Das lässt sich auch mit Stoffresten umsetzen. Legen Sie zum Beispiel fest: Frottee in Blau für das Bad, weiße Baumwolle für die Küche, alles Gemusterte für Wohnräume. Ein kleiner Knoten in einer Ecke kann das WC kennzeichnen. Entscheidend ist, dass jede Person im Haushalt die Zuordnung kennt und einhält. Wie Profis ihre Farben verteilen, lesen Sie im Beitrag Farbige Tücher auch zuhause.
- Mit Leinöl oder Holzpflegeöl getränkte Lappen zusammengeknüllt in den Mülleimer werfen – trocknende Öle können sich dabei erhitzen und im Extremfall entzünden. Diese Lappen gehören flach ausgelegt nach draußen zum Trocknen oder bis zur Entsorgung in eine dicht schließende, mit Wasser gefüllte Blechdose.
- Tücher aus Kunstfaserstoffen für Glas verwenden und sich über Schlieren wundern.
- Feuchte Lappen zusammengeknüllt liegen lassen – nach einem Tag riechen sie, nach zwei Tagen wachsen Keime.
- Denselben Lappen für WC und Waschbecken nehmen.
- Weichspüler beim Waschen zugeben; die Fasern werden dadurch glatt und saugen merklich schlechter.
Pflege, damit die Tücher lange halten
Selbst gemachte Tücher brauchen dieselbe Pflege wie gekaufte. Nach Gebrauch gründlich ausspülen und ausgebreitet über den Eimerrand oder eine Stange hängen. Gewaschen wird in einem Netz oder Wäschesack, damit kleine Teile nicht in der Maschine verschwinden. Küchen- und Badtücher waschen Sie bei 60 Grad mit Vollwaschmittel, Staubtücher reichen bei 40 Grad.
Waschen Sie Putztücher nicht zusammen mit Kleidung, sondern sammeln Sie sie, bis eine volle Maschine zusammenkommt. Volle Trommeln sparen Wasser und Strom; wie Sie Temperatur und Programm klug wählen, steht in unseren Spartipps für Waschmaschine und Trockner. Mischen Sie auch keine Mikrofasertücher mit Baumwolllappen, da sich Flusen in der Mikrofaser festsetzen. Warum, erklärt unser Ratgeber Mikrofaser waschen ohne Weichspüler.
Wann ein Tuch ausgedient hat
Irgendwann ist auch das beste Stück Stoff am Ende. Das erkennen Sie daran, dass es nach dem Waschen noch riecht, dauerhaft grau bleibt, Löcher hat oder beim Wischen Fasern verliert. Dann gehört es in den Restmüll. In den Altkleidercontainer passen solche Stücke nicht, dort werden nur tragbare oder zumindest saubere, trockene Textilien angenommen.
Tücher, mit denen Lösemittel, Farben oder Öle aufgenommen wurden, gelten als Problemfall. Wie Sie mit solchen Resten umgehen, beschreibt unser Beitrag Reste von Putzmitteln richtig entsorgen.
Grenzen der Wiederverwertung
Selbst geschnittene Lappen sind eine gute Ergänzung, ersetzen aber nicht in jedem Fall spezielle Tücher. Für streifenfreie Glasflächen in großen Mengen arbeiten Profis mit Einwascher und Abzieher. Mikrofasertücher lösen feinen Fettfilm auf Hochglanzfronten mit wenig Wasser, was Baumwolle nicht immer schafft. In Arztpraxen und Lebensmittelbereichen gelten eigene Vorgaben für Material und Aufbereitung. Im Haushalt spricht aber nichts dagegen, die meisten Arbeiten mit Stoffresten zu erledigen. Wer ohnehin den Plastikanteil im Putzschrank senken will, findet weitere Ideen im Beitrag Putzen mit weniger Plastik.
- Für Fensterrahmen und Falze nehmen wir gern alte Baumwolltücher, weil dort viel Schmutz sitzt und das Tuch danach ohnehin kräftig gewaschen werden muss.
- Leinen ist bei uns zum Nachpolieren von Spiegeln und Glastüren beliebt, weil es kaum Fasern abgibt.
- Eine über die Hand gezogene Baumwollsocke erreicht Heizkörperzwischenräume und Jalousielamellen besser als jedes Tuch.
- Wir legen pro Einsatz genug Tücher bereit, damit kein Tuch zu lange benutzt wird.
Wann Profis übernehmen sollten
Wenn der Frühjahrsputz ansteht und neben Fenstern auch Rahmen, Rollläden und Heizkörper dran sind, wird es schnell mehr Arbeit als ein Wochenende hergibt. Unser Frühjahrsputz übernimmt diese Aufgaben gründlich. Glas bis in höhere Stockwerke erledigt unsere Fensterreinigung; wer Woche für Woche entlastet werden möchte, bucht eine Wohnungsreinigung. Putzfirma Berlin bringt dafür eigene, nach Bereichen getrennte Tücher mit.
Kurz beantwortet
Welches alte Kleidungsstück eignet sich am besten als Putztuch?
Ein T-Shirt aus reiner Baumwolle ist der Allrounder: saugfähig, weich und kaum fusselnd. Für Glas eignet sich altes Leinen, für Böden ein Frotteehandtuch.
Muss ich die Kanten umnähen?
Bei Jersey aus T-Shirts meist nicht, weil der Stoff kaum ausfranst. Gewebte Stoffe wie Hemden oder Leinen sollten Sie mit einem Zickzackstich sichern, sonst lösen sich nach einigen Wäschen Fäden.
Sind selbst gemachte Tücher hygienisch?
Ja, wenn Sie sie nach Bereichen trennen, nach dem Gebrauch trocknen lassen und bei 60 Grad waschen. Dann sind sie genauso hygienisch wie gekaufte Baumwolltücher.
Kann ich alte Mikrofaserkleidung verwenden?
Sportkleidung aus Polyester ist nicht dasselbe wie ein Mikrofasertuch mit spezieller Faserstruktur. Sie reinigt meist schlechter. Als Tuch für trockene, grobe Arbeiten ist sie aber verwendbar.
Warum sind ölgetränkte Tücher gefährlich?
Trocknende Öle wie Leinöl reagieren mit Sauerstoff und geben dabei Wärme ab. In einem zusammengeknüllten Lappen kann sich diese Wärme stauen und im ungünstigen Fall einen Brand auslösen. Daher immer ausgebreitet im Freien trocknen lassen.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



