Symbolgrafik zum Beitrag „Berliner Hinterhöfe reinigen“ aus dem Thema Berlin & Stadtleben

Wer durch eine Berliner Toreinfahrt geht, landet oft in einer eigenen Welt. Vorderhaus, Seitenflügel und Quergebäude umschließen eine Fläche, die mal mit Kopfsteinpflaster, mal mit Betonplatten oder Kleinpflaster belegt ist. In manchen Höfen steht eine alte Kastanie, in anderen ein Fahrradständer neben dem nächsten. Die Gründerzeit hat solche Höfe in großer Zahl hinterlassen, besonders in Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain, Wedding und Neukölln.

Schön ist das, aber anspruchsvoll. Die Höfe sind eng, schattig und oft feucht. Sonne erreicht den Boden nur wenige Stunden am Tag, Regenwasser trocknet langsam ab, und zwischen den Pflastersteinen wächst Moos. Dazu kommen Mülltonnen für Dutzende Haushalte, Fahrräder, Kinderwagen, Tauben auf den Simsen und Laub aus dem einzigen Baum. Ohne feste Zuständigkeiten verwahrlost ein solcher Hof schneller, als man denkt.

Wer den Hof sauber halten muss

Der Hof gehört zum Grundstück und damit in die Verantwortung des Eigentümers. In Mietshäusern und Eigentümergemeinschaften wird die Pflege meist an einen Dienstleister vergeben, die Kosten laufen als Hausreinigung oder Gartenpflege über die Betriebskosten. Wie das in einer WEG sauber beschlossen und kontrolliert wird, ist ein eigenes Thema mit Beschluss, Vertrag und Kontrolle.

Mieter sind nur dann selbst in der Pflicht, wenn der Mietvertrag oder eine wirksame Hausordnung das vorsieht. Unabhängig davon gilt für alle: Eigener Müll gehört in die Tonne, nicht daneben, und eigene Gegenstände haben im Gemeinschaftshof nichts zu suchen, wenn sie dort nicht ausdrücklich erlaubt sind. Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung.

Die Flächen und was sie brauchen

Bereich Typisches Problem Maßnahme Turnus
Pflaster und Platten Moos, Algen, Kaugummi, Zigarettenkippen kehren, Fugen auskratzen, bei Bedarf Heißwasser wöchentlich kehren, zweimal jährlich intensiv
Mülltonnenplatz Essensreste, Geruch, Fliegen, Ratten Boden nass reinigen, Tonnen auswaschen wöchentlich bis vierzehntäglich
Fahrradständer Laub, Schrottfahrräder, Spinnweben kehren, Rahmen abwischen, Altfahrräder markieren monatlich, Aktion einmal im Jahr
Hofeinläufe und Rinnen Blätter, Sand, Schlamm Rost abnehmen, Sandfang leeren monatlich, im Herbst öfter
Fassadensockel und Fenstersimse Taubenkot, Spritzwasser trocken entfernen, dann feucht, mit Schutz nach Bedarf
Toreinfahrt Streugut, Werbezettel, Hundekot kehren, Wände abwischen wöchentlich

Moos und Grün zwischen den Steinen

In schattigen Höfen sind grüne Fugen fast unvermeidlich. Für die Optik ist das eine Frage des Geschmacks, für die Sicherheit nicht: Nasses Moos auf Pflaster ist rutschig, und Wurzeln heben mit der Zeit einzelne Steine an.

Chemische Unkrautvernichter sind auf gepflasterten und anderen befestigten Flächen nach dem Pflanzenschutzgesetz grundsätzlich nicht erlaubt, weil die Wirkstoffe mit dem Regen in die Kanalisation und ins Grundwasser gelangen. Das gilt auch für Hausmittel wie Salz oder Essig, die als Pflanzenschutz eingesetzt werden. Es bleiben mechanische und thermische Methoden.

  1. Trocken vorarbeiten. Den Hof gründlich kehren, damit Blätter und Sand die Fugen nicht verdecken.
  2. Fugen auskratzen. Mit einem Fugenkratzer oder einer Drahtbürste das Grün herausziehen. Bei großen Flächen gibt es elektrische Fugenbürsten.
  3. Heißes Wasser nutzen. Kochendes Wasser oder ein Heißwassergerät lässt Moos und Keimlinge absterben, ohne Rückstände.
  4. Abflammen nur mit Vorsicht. Gasbrenner wirken, sind in engen Höfen mit Fahrrädern, Mülltonnen und trockenem Laub aber riskant. Nie in der Nähe von Fassadendämmung, Kunststoff oder bei Trockenheit einsetzen.
  5. Fugen neu verfüllen. Leere Fugen sind die Einladung für die nächste Generation Moos. Mit Fugensand oder, wo passend, mit einem wasserdurchlässigen Fugenmörtel schließen.
Typische Fehler auf dem Pflaster
  • Mit dem Hochdruckreiniger direkt in die Fugen halten: Der Sand wird ausgespült, die Steine lockern sich, das Moos kommt schneller zurück.
  • Salz oder Essig „gegen Unkraut“ streuen: Verboten, und es schadet Bäumen und Beeten im Hof.
  • Tausalz im Winter großzügig verteilen: In Berlin ist Salz auf Gehwegen grundsätzlich nicht erlaubt, und auch im Hof greift es Pflaster, Fugen und Pflanzen an.
  • Laub in den Hofeinlauf kehren: Beim nächsten Starkregen steht der Hof unter Wasser.
  • Tonnen direkt an die Fassade stellen: Feuchtigkeit und Geruch ziehen ins Mauerwerk.

Wo eine Maschine sinnvoll ist, arbeiten Profis mit Flächenreinigern, die den Wasserstrahl unter einer Haube führen, und mit angepasstem Druck. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigt unsere Seite zur Hochdruckreinigung. Anschließend werden die Fugen neu verfüllt.

Der Platz für die Tonnen

Über keinen Ort im Haus ärgern sich Bewohner so oft wie über den Müllstandort. Überquellende Tonnen, Kartons daneben, Geruch im Sommer und im schlimmsten Fall Ratten. Vieles lässt sich mit Organisation lösen: genug Behälter für die tatsächliche Menge, Papiertonnen, in die gefaltete Kartons passen, und ein Aushang, der zeigt, was in welche Tonne gehört.

Die Reinigung des Platzes selbst gehört in einen festen Turnus. Boden kehren und nass reinigen, Essensreste und ausgelaufene Flüssigkeit entfernen, im Sommer die Tonnen innen auswaschen. Für größere Wohnanlagen bieten wir das als eigene Müllplatzreinigung an. Ein Hinweis zur Leerung selbst: Termine, Behältergrößen und Zusatzleistungen der Abfuhr regelt die BSR, nicht der Reinigungsdienst.

Fahrräder, Kinderwagen und vergessene Dinge

Ein gut genutzter Fahrradständer ist ein Gewinn für jedes Haus. Ein Ständer voller rostiger Rahmen ohne Sattel ist ein Ärgernis. Viele Verwaltungen machen einmal im Jahr eine Aktion: Alle Räder bekommen eine Banderole mit Datum, Bewohner entfernen die Banderole an ihrem eigenen Rad, und was nach einer angemessenen Frist noch markiert ist, wird als herrenlos behandelt. Die Frist und das Vorgehen sollten vorher per Aushang angekündigt werden. Details dazu finden Sie im Beitrag über Fahrradkeller und Abstellräume.

Für abgestellte Möbel, Matratzen und Elektrogeräte gilt: Sie werden nicht einfach mitgenommen, sondern gemeldet und über die geregelten Wege entsorgt. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zu Sperrmüll in Berlin.

Wichtig bei jeder Ordnungsaktion: Rettungswege, Hofdurchfahrten und Feuerwehrzufahrten müssen frei bleiben. Das ist keine Frage der Optik, sondern des Brandschutzes.

Tauben auf Simsen und Vordächern

In vielen Altbauhöfen nisten Tauben auf Gesimsen, Fensterbänken und in Nischen des Quergebäudes. Ihr Kot verschmutzt Pflaster, Fahrräder und Fensterbänke und kann Krankheitserreger enthalten. Beim Entfernen gilt: nicht trocken abkratzen und dabei Staub einatmen, sondern befeuchten, mit Handschuhen und Atemschutz arbeiten. Größere Mengen, etwa auf Dachböden oder unter Vordächern, gehören in die Hände einer Taubenkotentfernung mit entsprechender Schutzausrüstung. Was rechtlich und praktisch gegen die Tiere getan werden darf, steht im Beitrag Tauben in Berlin.

Wie wir Höfe betreuen
  • In unseren Einsätzen gehen wir den Hof zuerst ab und notieren Schäden, lose Steine, defekte Beleuchtung und volle Einläufe. Das bekommt der Verwalter als kurze Meldung.
  • Wir kehren von den Rändern zur Mitte und von hinten zur Einfahrt, damit der Schmutz nicht in den frisch gekehrten Bereich zurückgetragen wird.
  • Der Müllplatz wird immer zuletzt gereinigt, mit eigenen Handschuhen und eigenem Gerät.
  • Im Herbst verdichten wir den Turnus, im Winter übernimmt der Winterdienst die Wege.

Ein Plan fürs ganze Jahr

Ein Hof bleibt nicht durch eine große Aktion sauber, sondern durch einen verlässlichen Rhythmus. Im Frühjahr stehen Moos, Fugen und die Fahrradaktion an. Im Sommer braucht der Müllplatz mehr Aufmerksamkeit, weil Geruch und Insekten zunehmen. Im Herbst geht es um Blätter und freie Einläufe; Hinweise dazu stehen im Beitrag über Straßenlaub in Berlin. Im Winter kommen Streugut und Glätte dazu. Eine Vorlage für die regelmäßige Kontrolle bietet unsere Checkliste für die Hofbegehung.

Wann ein Dienstleister sinnvoll ist

In einem kleinen Haus mit engagierter Hausgemeinschaft kann ein Hof auch in Eigenregie gepflegt werden. Bei größeren Anlagen mit mehreren Höfen, vielen Mietparteien und wechselnden Bewohnern ist ein fester Dienstleister meist die verlässlichere Lösung. Ein Hausmeisterservice verbindet Hofreinigung, Kontrolle der Technik und kleinere Reparaturen. Putzfirma Berlin betreut Höfe in ganz Berlin, von der Wohnanlage bis zum einzelnen Altbau. Nach einer kostenlosen Begehung schlagen wir einen Turnus vor, der zu Größe, Nutzung und Budget passt.

Häufige Fragen

Darf ich das Moos zwischen den Pflastersteinen mit Essig bekämpfen?

Nein. Auf befestigten Flächen sind Pflanzenschutzmittel und auch Hausmittel, die zu diesem Zweck eingesetzt werden, grundsätzlich nicht erlaubt. Mechanisches Auskratzen und heißes Wasser sind die zulässigen Wege.

Wer bezahlt die Reinigung des Hofs?

In der Regel der Eigentümer, der diese Ausgaben über die Nebenkostenabrechnung weitergeben darf, wenn der Mietvertrag das vorsieht. In Eigentümergemeinschaften entscheidet die Versammlung über Umfang und Dienstleister.

Was passiert mit herrenlosen Fahrrädern im Hof?

Üblich ist eine angekündigte Markierungsaktion mit Frist. Räder, die danach noch markiert sind, werden als herrenlos behandelt. Das genaue Vorgehen sollte die Verwaltung festlegen und dokumentieren.

Wie oft sollte der Müllplatz gereinigt werden?

In den meisten Häusern ist ein wöchentlicher bis vierzehntäglicher Turnus sinnvoll, im Sommer eher häufiger. Entscheidend ist, dass ausgelaufene Flüssigkeiten und Essensreste nicht tagelang liegen bleiben.

Schadet ein Hochdruckreiniger dem Pflaster?

Falsch eingesetzt ja, weil er Fugensand ausspült und empfindliche Steine aufraut. Mit Flächenreiniger, angepasstem Druck und anschließendem Verfugen ist er ein sinnvolles Werkzeug.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.