Symbolgrafik zum Beitrag „Plattenbau-Wohnanlagen reinigen“ aus dem Thema Berlin & Stadtleben

Die industriell errichteten Wohnblöcke der 1970er und 1980er Jahre prägen große Teile des Berliner Ostens. Typen wie die WBS 70 finden sich in Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen ebenso wie in Teilen von Lichtenberg und Friedrichshain. Sie unterscheiden sich stark vom Gründerzeithaus: gleiche Grundrisse auf vielen Etagen, lange Mittelflure in manchen Hochhäusern, Aufzüge, Kellergänge mit Mieterkellern und weitläufige Außenanlagen mit Wegen, Spielplätzen und Müllstandorten.

Für die Reinigung bedeutet das: Die einzelne Fläche ist selten kompliziert, aber es gibt viel davon, und viele Menschen nutzen sie gleichzeitig. Wenn in einem Aufgang mit vielen Parteien morgens der Aufzug verschmutzt ist oder der Müllraum überläuft, bemerkt das sofort eine große Zahl von Bewohnern. Verwaltungen und Genossenschaften brauchen deshalb klare Abläufe, feste Intervalle und eine gute Dokumentation.

Was diese Häuser besonders macht

Die Bauweise bringt einige Eigenheiten mit sich, die für den Reinigungsplan wichtig sind:

  • Böden aus Kunststein, Betonwerkstein oder PVC. In vielen Treppenhäusern liegen robuste, aber saugfähige Beläge. Sie vertragen Wischpflege gut, werden bei falscher Chemie aber fleckig oder bilden Schichten.
  • Aufzüge als zentrale Wegstrecke. In Häusern mit vielen Geschossen läuft fast der gesamte Verkehr über die Kabine. Sie ist die meistgenutzte Fläche des Hauses.
  • Lange Kellergänge. Mieterkeller, Fahrradräume, Trockenräume und Technikräume liegen oft an einem langen Gang, der selten Tageslicht sieht.
  • Große Glasflächen im Eingang. Die Eingangsbereiche wurden bei Sanierungen häufig mit großen Glastüren und Briefkastenanlagen modernisiert.
  • Außenanlagen mit eigenem Charakter. Grünflächen, Wege und Müllplätze gehören oft zu einer ganzen Anlage und werden von mehreren Häusern gemeinsam genutzt.

Welche Bereiche wie oft dran sind

Der folgende Plan ist eine typische Ausgangsbasis, die an Belegung, Etagenzahl und Lage angepasst wird.

Bereich Leistung Übliches Intervall
Eingang, Windfang, Briefkästen fegen, wischen, Glas und Klingelanlage abwischen zwei- bis dreimal pro Woche
Aufzugskabine Boden wischen, Wände, Spiegel und Bedienfeld reinigen zwei- bis fünfmal pro Woche
Treppenhaus und Flure fegen, nebelfeucht wischen, Handläufe abwischen wöchentlich bis zweimal pro Woche
Kellergänge fegen, bei Bedarf wischen, Spinnweben alle zwei Wochen bis monatlich
Müllraum oder Müllplatz kehren, Flüssigkeiten aufnehmen, Behälter prüfen wöchentlich, im Sommer häufiger
Fenster im Treppenhaus innen und außen soweit zugänglich zwei- bis viermal jährlich, abhängig von Lage und Staub
Grundreinigung der Böden Altschichten entfernen, Pflege neu aufbauen ein- bis zweimal im Jahr

Genossenschaften mit mehreren Blöcken planen oft rollierend: Jede Woche wird ein anderer Teil der Kellergänge und Nebenräume gründlicher bearbeitet, sodass über das Jahr alles abgedeckt ist, ohne dass einzelne Termine aus dem Rahmen fallen. Ein Jahreskalender für das Mehrfamilienhaus hilft, solche Aufgaben sinnvoll zu verteilen.

Ein Einsatztag im Hochhaus

So läuft ein typischer Termin in einem Wohnhaus mit vielen Etagen ab, wenn er gut organisiert ist:

  1. Start im Erdgeschoss. Eingangsbereich und Windfang zuerst, denn dort ist die Belastung am höchsten und der Eindruck für alle am wichtigsten.
  2. Aufzugskabine reinigen. Am besten, bevor die Etagen gewischt werden, damit das Team anschließend mit dem Aufzug nach oben fahren kann, ohne neuen Schmutz in die Kabine zu tragen.
  3. Oben beginnen. Das Team fährt ins oberste Geschoss und arbeitet sich über das Treppenhaus nach unten. Handläufe, Fensterbänke, Etagentüren und Lichtschalter werden mitgenommen.
  4. Wischwasser rechtzeitig wechseln. Bei elf oder mehr Etagen reicht ein Eimer nie. Wer das Wasser nicht erneuert, verteilt Schmutz gleichmäßig über das ganze Haus.
  5. Keller und Nebenräume. Zum Schluss Kellergänge, Fahrradraum und Müllraum. Hier kommt ein getrenntes Tuch- und Moppsystem zum Einsatz.
  6. Kontrolle und Nachweis. Ein kurzer Rundgang, Mängel wie defekte Beleuchtung oder Sperrmüll im Keller werden notiert und an die Verwaltung gemeldet.
Was im Reinigungsnachweis stehen sollte
  • Datum, Uhrzeit und bearbeitete Bereiche
  • Besonderheiten: Graffiti, Verschmutzungen durch Umzug, Sperrmüll
  • Technische Mängel: Licht, Türschließer, Aufzugstörung
  • Hinweise für die nächste Begehung

Ein Wort zu den Treppenhausfenstern: In vielen sanierten Blöcken lassen sie sich nur nach innen kippen oder gar nicht öffnen. Die Außenseite erreicht man dann nur mit Teleskopstange, Hubsteiger oder über die Fassadenreinigung. Das sollte im Leistungsverzeichnis klar geregelt sein, damit keine Erwartung enttäuscht wird.

Häufige Probleme und ihre Ursachen

Aus der Praxis kennen wir wiederkehrende Muster. Oft liegen sie weniger an der Reinigung selbst als an der Nutzung des Hauses.

Problem Häufige Ursache Was hilft
Aufzug riecht unangenehm verschüttete Getränke, Haustiere, Müll auf dem Weg nach unten häufigere Reinigung, Bodenfugen der Kabine gezielt säubern
Grauschleier auf dem Treppenhausboden Pflegemittel zu hoch dosiert, Schichten über Jahre Grundreinigung, danach sparsame Dosierung
Sperrmüll im Keller Auszüge, fehlende Information zu Abholterminen Aushang, Abstimmung mit Verwaltung
Spuren an Wänden und Türen Umzüge, Kinderwagen, Fahrräder Wandschutzleisten, Reinigung mit geeigneten Schwämmen
Verschmutzter Müllplatz falsch befüllte Tonnen, Tiere Behälter öfter leeren lassen, Platz regelmäßig waschen

Auffällig ist, dass viele dieser Punkte sich mit wenig Aufwand entschärfen lassen, sobald jemand sie regelmäßig beobachtet. Ein Team, das jede Woche dieselben Häuser betreut, bemerkt eine defekte Kellerleuchte oder eine neue Schmiererei am Eingang sofort und kann sie melden, bevor sich andere daran orientieren. Verwahrloste Ecken ziehen erfahrungsgemäß weitere Verschmutzung an, gepflegte Flächen dagegen werden auch von den Bewohnern eher respektiert.

Ein Sonderfall ist der Fahrradkeller. In großen Anlagen sammeln sich dort herrenlose Räder und Gerümpel, die die Reinigung behindern. Wie Verwaltungen hier aufräumen dürfen, erklärt unser Beitrag zur Ordnung im Fahrradkeller.

Profi-Tipps für Verwaltungen

In unseren Einsätzen in großen Wohnanlagen machen einige Punkte den Unterschied zwischen einem Plan, der funktioniert, und einem, der ständig nachgebessert werden muss:

  • Feste Teams pro Anlage. Wer die Häuser kennt, sieht Veränderungen sofort und weiß, wo es regelmäßig hakt. Putzfirma Berlin arbeitet deshalb mit festen, eigenen Teams ohne Subunternehmer.
  • Aufzug eigenständig betrachten. Die Kabine sollte im Leistungsverzeichnis als eigene Position stehen, mit eigenem Intervall. Sonst wird sie nebenbei miterledigt – oder vergessen. Was Edelstahlwände und Spiegel in der Kabine brauchen, steht im Beitrag über die Kabinenpflege im Aufzug.
  • Zeiten mit dem Hausalltag abstimmen. Wer um acht Uhr morgens das Treppenhaus wischt, erwischt Berufsverkehr und Schulweg. Späterer Vormittag ist oft günstiger.
  • Mieter informieren. Ein Aushang mit Reinigungstagen und Ansprechpartner verringert Beschwerden deutlich, weil Bewohner wissen, wann was passiert.
  • Außenflächen mitdenken. Wege, Müllplätze und Grünflächen gehören in denselben Plan wie das Haus. Eine Hand für alles vereinfacht die Abstimmung.

Vergabe an eine Fachfirma

Viele Genossenschaften und Wohnungsunternehmen arbeiten mit eigenen Hauswarten und externen Reinigungsfirmen zusammen. Sinnvoll ist eine Vergabe besonders dann, wenn mehrere Häuser mit unterschiedlichen Intervallen koordiniert werden müssen oder wenn Spezialaufgaben wie Grundreinigung, Tiefgaragenpflege oder Graffitientfernung anfallen. Wir übernehmen die laufende Treppenhausreinigung, den Hausmeisterservice für Außenanlagen und die Tiefgaragenreinigung. Unsere Teams sind regelmäßig in Marzahn und Hohenschönhausen im Einsatz, aber auch in allen anderen Berliner Bezirken.

Wer eine Vergabe plant, sollte das Leistungsverzeichnis sorgfältig vorbereiten; Hinweise dazu stehen im Beitrag über die Ausschreibung der Hausreinigung.

Häufige Fragen

Wie oft braucht ein Aufzug im Hochhaus Pflege?

Bei großer Belegung mindestens zwei- bis dreimal pro Woche, in stark belegten Anlagen auch täglich an Werktagen. Die Kabine ist die meistgenutzte Fläche des Hauses und prägt den Eindruck der Bewohner.

Welche Pflege brauchen Kunststeinböden im Treppenhaus?

Regelmäßiges Wischen mit einem passenden, nicht zu hoch dosierten Reiniger. Ein- bis zweimal im Jahr lohnt eine Grundreinigung, um Rückstände zu entfernen. Stark saure Mittel sind bei zementgebundenen Belägen ungeeignet.

Zahlen die Bewohner die Hausreinigung mit?

In aller Regel ja: Die Gebäudereinigung zählt zu den umlagefähigen Betriebskosten, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Einzelheiten und Grenzen beschreibt unser Beitrag zur Nebenkostenabrechnung. Dies ist keine Rechtsberatung.

Was tun gegen Sperrmüll im Kellergang?

Zunächst die Verwaltung informieren und mit Aushang und Frist auf die Beseitigung hinweisen. Bleibt der Müll stehen, organisiert die Verwaltung die Entsorgung. Das Reinigungsteam sollte Fundstellen dokumentieren, aber nicht eigenmächtig räumen.

Wie finde ich den passenden Rhythmus?

Am besten nach einer Begehung, bei der Belegung, Nutzung und Problemzonen erfasst werden. Nach einigen Wochen wird der Plan anhand der Erfahrungen nachjustiert. Eine kostenlose Besichtigung vor Ort gehört bei uns dazu.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.