
In Berlin gibt es Bürohäuser aus jeder Epoche: sanierte Gewerbebauten der Gründerzeit mit großen Sprossenfenstern, Verwaltungsbauten der 1960er und 1970er Jahre mit Bandfassaden und Neubauten mit vollverglasten Pfosten-Riegel-Konstruktionen, wie sie in den letzten zwei Jahrzehnten an vielen Uferlagen und Bahnhofsvierteln entstanden sind. Je mehr Glas, desto stärker prägt die Sauberkeit der Außenhaut den Eindruck, den Besucher, Mieter und Passanten vom Gebäude haben.
Gleichzeitig ist die Reinigung einer solchen Außenfläche kein Fensterputz im großen Maßstab. Sie braucht Planung: Wie kommen die Teams sicher an die Scheiben? In welchem Rhythmus? Wer muss informiert werden? Und was gehört neben dem Glas noch dazu? Dieser Beitrag richtet sich an Hausverwaltungen, Eigentümer und Facility-Verantwortliche.
Zugang: die erste und wichtigste Frage
Die Art, wie die Außenflächen erreicht werden, bestimmt Aufwand, Dauer und Kosten stärker als die Quadratmeterzahl. Folgende Möglichkeiten kommen in Frage:
| Zugangstechnik | Typischer Einsatz | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Teleskopstange mit Reinwasser | bis etwa vier Geschosse, gut zugängliche Flächen | schnell, kein Gerüst, arbeitet vom Boden | Vorsprünge, Vordächer, starke Verschmutzung |
| Hubarbeitsbühne | mittlere Höhen, freie Zufahrt | flexibel, auch für Profile und Sonnenschutz | braucht Stellfläche, oft Genehmigung |
| Fassadenbefahranlage (Gondel) | Hochhäuser, fest installiert | sicher, wiederholbar | Prüfpflichten, Wind, Anlagenzustand |
| Seilzugangstechnik | komplexe Geometrien, Innenhöfe | ohne Stellfläche | nur mit geprüften Anschlagpunkten und speziell ausgebildeten Kräften |
| Innenzugang über Dreh-Kipp-Flügel | ältere Bürobauten | kein Außengerät nötig | nur wenn Flügel sicher zu öffnen sind |
Bei Reinwasseranlagen wird das Leitungswasser über Osmose oder Ionentauscher entmineralisiert. Das reine Wasser löst Schmutz, trocknet ohne Kalkflecken ab und muss nicht abgezogen werden. Für stark verschmutzte oder fettige Stellen reicht es aber nicht immer, dort wird von Hand nachgearbeitet.
Genehmigungen und Abstimmung in Berlin
Steht eine Hubarbeitsbühne auf dem Gehweg oder der Fahrbahn, handelt es sich in Berlin in der Regel um eine Sondernutzung öffentlichen Straßenlands. Die Erlaubnis dafür erteilt das zuständige Bezirksamt, bei Eingriffen in den Verkehr kommen verkehrsrechtliche Anordnungen hinzu. Das braucht Vorlauf von mehreren Wochen. Planen Sie die Termine daher nicht kurzfristig, sondern im Jahresplan.
Ebenso wichtig ist die interne Abstimmung:
- Mieter informieren, damit Fenster geschlossen bleiben und niemand erschrickt, wenn jemand vor dem Büro schwebt.
- Innenseiten koordinieren. Ideal ist es, die Innenflächen am selben Tag oder unmittelbar danach zu reinigen. Sonst sehen die Mieter weiterhin Streifen und beschweren sich über die Außenreinigung.
- Sonnenschutz hochfahren lassen. Außenliegende Raffstores müssen für die Dauer der Arbeiten oben bleiben und dürfen nicht automatisch ausfahren.
- Eingänge sichern. Unterhalb der Arbeitsbereiche wird abgesperrt, damit nichts auf Passanten fällt.
Rhythmus nach Lage und Nutzung
Einen festen Standard gibt es nicht. Der sinnvolle Rhythmus hängt davon ab, wie schnell sich die Außenflächen zusetzen und wie wichtig das Erscheinungsbild ist.
| Lage des Gebäudes | Außen | Innen | Rahmen, Profile, Sonnenschutz |
|---|---|---|---|
| Hauptverkehrsstraße, Innenstadt | 3–4× jährlich | 2–4× jährlich | 1–2× jährlich |
| Gewerbegebiet, Stadtrand | 2× jährlich | 2× jährlich | 1× jährlich |
| Unter Straßenbäumen (Linden, Ahorn) | 3× jährlich, eine Reinigung nach der Blüte | 2× jährlich | 1–2× jährlich |
| Nähe Großbaustelle | nach Baufortschritt, teils monatlich | nach Bedarf | nach Bedarf |
| Erdgeschoss, Eingänge, Showroom | wöchentlich bis monatlich | wöchentlich | vierteljährlich |
Eine Besonderheit in Berlin sind die vielen Straßenlinden. Im Frühsommer tropft von ihnen klebriger Honigtau, den Blattläuse ausscheiden. Er bildet auf Glas und Profilen einen Film, auf dem Staub haften bleibt. Eine Reinigung kurz nach dieser Phase ist deutlich wirkungsvoller als eine davor. Welche Rolle Temperatur, Sonne und Jahreszeit spielen, vertieft unser Ratgeber zum passenden Wetter für klare Scheiben.
Was außer dem Glas dazugehört
Eine Ausschreibung, die nur „Fensterflächen" nennt, führt oft zu Missverständnissen. Klären Sie im Leistungsverzeichnis ausdrücklich, ob diese Teile enthalten sind:
- Pfosten, Riegel und Deckleisten aus Aluminium
- Sonnenschutzlamellen und deren Führungsschienen
- Brüstungspaneele aus Glas oder Metall
- Vordächer und Glasdächer über Eingängen
- Lüftungsgitter, Lichtschächte und Attiken
- Beschriftungen, Werbeanlagen und Folien auf Glas
Für Letzteres gelten eigene Regeln, siehe Schaufensterfolien und Beschriftung reinigen.
- Nur die Quadratmeter anfragen, ohne Zugang, Höhe und Stellflächen zu beschreiben – das Angebot wird dann entweder teuer oder ungenau.
- Genehmigungen für die Hubbühne zu spät beantragen.
- Innen- und Außenreinigung an weit auseinanderliegenden Tagen beauftragen.
- Glasschaber auf vorgespanntem Sicherheitsglas einsetzen lassen: Auf ESG können dabei Kratzspuren entstehen, für die niemand haften will.
- Wartungs- und Prüfnachweise der Befahranlage oder der Anschlagpunkte nicht bereithalten.
Arbeitsschutz und Verantwortung
Wer Arbeiten in der Höhe beauftragt, trägt als Auftraggeber eine Mitverantwortung. Die ausführende Firma muss eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und geeignete Arbeitsmittel einsetzen. Der Eigentümer sollte Unterlagen bereithalten, die für die sichere Arbeit nötig sind: Pläne der Außenhaut, Angaben zu Anschlagpunkten und deren letzte Prüfung, Betriebsanleitung und Prüfnachweise der Befahranlage. Fehlen diese Unterlagen, kann eine vorhandene Anlage unter Umständen nicht genutzt werden, und es muss auf Bühne oder Seiltechnik ausgewichen werden. Das kostet Zeit und Geld.
Klären Sie außerdem, wer die Absperrung am Boden stellt und wer im Notfall erreichbar ist. Bei größeren Objekten hat sich ein kurzer Ablaufplan bewährt, der allen Beteiligten vorab vorliegt: Zeiten, Bereiche, Ansprechpartner, Zufahrt für die Bühne und Hinweise für die Mieter im Haus.
Kosten realistisch einschätzen
Den größten Kostenblock bildet selten das Waschen selbst, sondern die Technik für den Zugang. Eine Bühne mit Fahrer, eine Sondernutzungserlaubnis und die Absperrung summieren sich schnell. Wer klug plant, fasst die Arbeiten zusammen: Glas, Profile und Sonnenschutz in einem Durchgang, statt die Bühne zweimal zu bestellen. Wer seinen gesamten Bedarf einmal strukturiert erfasst, hat es bei Vergleichen leichter; eine Hilfe dazu bietet der Beitrag Reinigungsbedarf im Büro berechnen.
Aus der Praxis unserer Teams
In unseren Einsätzen an Bürogebäuden beginnen wir fast immer mit einer Begehung. Dabei sehen wir uns die Zugänge an, prüfen, wo eine Bühne stehen kann, und halten Besonderheiten fest: empfindliche Beschichtungen, alte Silikonfugen, Taubenkot auf Vorsprüngen. Das Ergebnis ist ein Plan mit Flächen, Zugangstechnik und Terminen, auf dessen Basis wir einen Festpreis nennen. Wie Sie ein solches Angebot bewerten, erläutert der Beitrag Reinigungsangebote richtig lesen.
Ein Detail, das häufig unterschätzt wird: Die erste Reinigung nach langer Pause ist aufwendiger als alle folgenden. Hat sich über Jahre Belag aus Ruß, Kalk und Pflanzenresten festgesetzt, wird zunächst gründlich von Hand gearbeitet, erst danach lohnt der schnelle Rhythmus mit Reinwasser.
Wann welche Fachleute gefragt sind
Die Pflege der Glasflächen übernimmt Putzfirma Berlin im Rahmen der Glasreinigung, Profile, Paneele und Naturstein im Sockel über die Fassadenreinigung. Viele Verwaltungen verbinden beides mit der laufenden Gebäudereinigung, damit ein Ansprechpartner für alles zuständig ist. Für Gebäude in der Innenstadt, etwa im Bezirk Mitte, planen wir Genehmigungen und Randzeiten von Anfang an mit ein. Schäden an Dichtungen, gesprungene Scheiben oder Mängel an der Befahranlage gehören dagegen zu Glaser, Metallbauer oder Anlagenhersteller.
Häufige Fragen
Welcher Turnus ist für Glasfronten üblich?
Für die Außenseite sind zwei bis vier Termine pro Jahr verbreitet, abhängig von Standort und gewünschtem Erscheinungsbild. Eingangsbereiche und Showrooms deutlich öfter. Für die Innenflächen legen Verwaltung und Mieter den Abstand gemeinsam fest.
Braucht man für die Hubbühne eine Genehmigung?
Steht sie auf öffentlichem Straßenland, in der Regel ja. In Berlin entscheidet darüber das Bezirksamt. Rechnen Sie mit einigen Wochen Bearbeitungszeit und legen Sie den Reinigungstermin erst fest, wenn die Erlaubnis absehbar ist.
Was ist Reinwasserreinigung?
Das Wasser wird vor Ort entmineralisiert und über Teleskopstangen mit Bürste auf das Glas gebracht. Es trocknet ohne Kalkflecken, ein Abziehen ist nicht nötig. Für starken oder fettigen Schmutz ist zusätzlich Handarbeit erforderlich.
Kann bei laufendem Bürobetrieb gearbeitet werden?
Ja, die Außenreinigung stört den Betrieb meist kaum. Mieter sollten informiert sein und Fenster geschlossen halten. Innenreinigung legt man oft auf Randzeiten oder Wochenenden.
Wovon hängt der Preis ab?
Vor allem von der Zugangstechnik, der Höhe, dem Verschmutzungsgrad und der Zahl der Teile neben dem Glas. Genehmigungen und Absperrungen kommen hinzu. Eine Besichtigung vor Ort ist die Grundlage für einen verlässlichen Festpreis.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




