Symbolgrafik zum Beitrag „Vorhänge und Gardinen waschen“ aus dem Thema Fenster, Glas & Licht

Stoffbahnen am Fenster sind ein Staubfilter, den kaum jemand als solchen wahrnimmt. Jeder Luftzug vom gekippten Fenster trägt feine Partikel herein, die sich im Gewebe festsetzen. In einer Stadtwohnung an einer belebten Straße sieht man das nach einem Jahr deutlich: Weiße Stores wirken grau, die Kanten zum Fensterrahmen sind dunkler als die Mitte, und beim Zuziehen staubt es. Wie viel Staub von draußen tatsächlich in Berliner Räumen landet, zeigt unser Ratgeber zu Feinstaub in der Stadtwohnung.

Das Waschen selbst ist kein Hexenwerk. Schwierig wird es erst, wenn das Material falsch eingeschätzt wird. Dann schrumpft Leinen um mehrere Zentimeter, Verdunkelungsstoffe bekommen Knicke in der Beschichtung, und Voile kommt verknittert aus der Maschine.

Das Material bestimmt alles

Werfen Sie vor dem Abnehmen einen Blick auf das Pflegeetikett. Fehlt es, hilft diese Übersicht bei der Einschätzung.

Stoff Typische Verwendung Temperatur Schleudern Besonderheit
Polyester-Voile, Batist Stores, Scheibengardinen 30–40 °C 400–600 U/min knittert kaum, nass aufhängen
Baumwolle Landhaus- und Dekostoffe 30–40 °C niedrig kann einlaufen
Leinen, Halbleinen Dekoschals 30 °C sehr niedrig schrumpft leicht, nicht in den Trockner
Samt, Velours schwere Übergardinen meist chemische Reinigung – Flor drückt sich
Verdunkelungsstoff, beschichtet Schlafzimmer, Hotel 30 °C, Schonprogramm kaum Beschichtung bricht bei Knicken
Schwer entflammbare Textilien Praxis, Hotel, Veranstaltung laut Hersteller niedrig Ausrüstung beachten

Bei schwer entflammbaren Stoffen gibt es einen wichtigen Unterschied: Bei manchen Geweben steckt die Flammhemmung in der Faser selbst und bleibt beim Waschen erhalten. Bei anderen ist sie nur aufgetragen und kann sich auswaschen. Für Gewerbeflächen, in denen solche Textilien vorgeschrieben sind, sollten Sie die Unterlagen des Herstellers kennen, bevor Sie waschen.

Vorbereitung: abnehmen ohne Chaos

  1. Fenster gleich mit einplanen. Solange die Stoffe ab sind, ist die Scheibe frei zugänglich. Viele verbinden beides zu einem Arbeitstag.
  2. Trocken ausschütteln. Am besten auf dem Balkon oder im Hof. Das nimmt den losen Staub heraus, bevor er in der Trommel zu grauem Schlamm wird.
  3. Röllchen, Haken und Bleiband prüfen. Metallhaken rosten in der Maschine und hinterlassen braune Flecken. Kunststoffröllchen können dranbleiben, wenn sie fest sitzen. Ein Wäschenetz schützt Stoff und Trommel.
  4. Schiene und Stange reinigen. Oben auf der Schiene liegt oft eine Staubschicht. Ein feuchtes Tuch, zweimal durchgezogen, genügt.

In der Maschine: weniger ist mehr

Die Trommel nur halb füllen

Stoffbahnen brauchen Platz, um sich im Wasser zu bewegen.

Eine überfüllte Trommel führt zu Knitterfalten und ungleichmäßig sauberen Stellen. Als Faustregel gilt: Zwei mittelgroße Stores oder ein schwerer Schal pro Waschgang.

Programm und Temperatur

Ein Fein- oder Gardinenprogramm mit viel Wasser und sanfter Bewegung ist ideal.

Höhere Temperaturen bringen bei den meisten Stoffen keinen Vorteil, sie erhöhen nur das Risiko von Einlaufen und Knitterfalten. Wie Sie Energie beim Waschen sparen, ohne auf Sauberkeit zu verzichten, zeigt der Beitrag Energie sparen beim Waschen.

Vergrauung und Vergilbung

Weiße Stores vergrauen durch Staub und Ruß, gelbliche Töne kommen meist von Nikotin oder Küchendunst.

Spezielle Gardinenwaschmittel enthalten Aufheller und Bleichmittel, die das ausgleichen. Bei starker Vergilbung hilft Einweichen über mehrere Stunden in lauwarmer Waschlauge. Gegen Rauchgeruch in der ganzen Wohnung ist das Waschen allein oft nicht genug. Mehr dazu im Beitrag Zigarettenrauch in der Wohnung.

Schleudern nur kurz

Leichte Stores sollten kaum geschleudert werden.

Sie hängen nass am besten, weil ihr Eigengewicht die Falten glattzieht. Schwerere Stoffe dürfen etwas mehr Schleudern vertragen, aber nie das Maximum.

Trocknen ohne Bügeleisen

Das Wichtigste zuerst: Die meisten Stores und Schals gehören nicht in den Trockner. Hitze und Bewegung erzeugen tiefe Knitterfalten und lassen Naturfasern einlaufen.

So gehen Sie stattdessen vor:

  • Leichte Stores feucht aufhängen. Direkt nach dem Waschen an die Schiene, Fenster auf Kipp, Boden mit einem Handtuch schützen. Nach wenigen Stunden hängen sie glatt.
  • Schwere Schals auf einem Wäscheständer mit viel Abstand oder über einer Tür trocknen lassen. Dann bei niedriger Stufe von der Rückseite bügeln, falls nötig.
  • Verdunkelungsstoffe flach oder hängend, niemals zusammengelegt trocknen, damit die Beschichtung keine Knicke bekommt.
  • Leinen leicht feucht bügeln, dann glättet es sich am besten.
Was beim Waschen oft schiefgeht
  • Zu viel Waschmittel: Rückstände machen den Stoff steif und ziehen neuen Staub an.
  • Weichspüler bei Voile: Das Gewebe wird schlaff und verliert seinen Fall.
  • Samt in die Maschine: Der Flor drückt sich platt und bleibt fleckig.
  • Stoffe in der Sonne trocknen: Farben bleichen ungleichmäßig aus.
  • Maße vergessen: Leinen und Baumwolle können einlaufen, dann hängen die Schals zu kurz.

Welcher Rhythmus passt?

Umgebung Stores Dekoschals Verdunkelung
Wohnung, ruhige Lage 1–2× jährlich alle 1–2 Jahre jährlich absaugen
Wohnung, Hauptstraße, Raucherhaushalt 2–3× jährlich jährlich halbjährlich absaugen
Hotelzimmer, Ferienwohnung nach Hygieneplan nach Hygieneplan nach Bedarf
Praxis, Behandlungsraum laut Hygieneplan – –

Zwischen den Wäschen hilft regelmäßiges Absaugen mit dem Polsteraufsatz bei niedriger Leistung. Das entlastet auch Allergiker, weil sich im Gewebe Hausstaub sammelt. Ergänzende Tipps stehen im Beitrag Hausstaubmilben reduzieren.

Zwischen zwei Wäschen frisch halten

Nicht jede Auffrischung braucht die Maschine. Viele Stoffe am Fenster profitieren davon, wenn Sie sie alle paar Wochen kräftig ausschütteln oder bei geöffnetem Fenster ein paar Stunden durchlüften lassen. Ein Handdampfer glättet leichte Falten und frischt Dekoschals auf, ohne dass sie abgenommen werden müssen. Achten Sie dabei auf genügend Abstand zu Kunststoffschienen und empfindlichen Beschichtungen. Wer in der Küche kocht, sollte die Stoffe in Herdnähe kürzer halten oder auf leicht waschbare Scheibengardinen setzen. Das reduziert Fettfilm und Geruch deutlich und schiebt den nächsten Waschtag spürbar hinaus.

Flecken vorab behandeln

Nicht jeder Fleck geht im Schonprogramm heraus. Wasserränder vom Blumengießen, Kondenswasser am unteren Saum oder Spritzer aus der Küche sollten Sie vor dem Waschen gezielt vorbehandeln. Bei Wasserrändern genügt oft Einweichen in lauwarmem Wasser mit etwas Feinwaschmittel. Fettspritzer lassen sich mit einem Tropfen Spülmittel vorsichtig einmassieren. Stockflecken am Saum, also kleine schwarze Punkte, deuten auf dauerhafte Feuchtigkeit am Fenster hin. Sie gehen selten vollständig heraus, und die Ursache sollte geklärt werden, bevor der Stoff wieder hängt. Ein häufiger Fall sind bodenlange Schals, die im Winter an einer kalten, nassen Fensterbank anliegen. Hier hilft es schon, die Bahnen ein paar Zentimeter zu kürzen oder die Heizung darunter frei zu halten, damit warme Luft an der Scheibe aufsteigen kann.

Praxiswissen aus Haushalt und Gewerbe

In unseren Einsätzen in Privatwohnungen nehmen wir die Stoffe auf Wunsch ab, reinigen Fenster, Rahmen und Schienen und hängen die gewaschenen Stores wieder auf. Das Waschen selbst übernehmen die Kundinnen und Kunden oft selbst, weil sie ihre Maschine kennen. Diese Arbeitsteilung spart Zeit und passt gut zur Fensterreinigung.

In Hotels und Ferienwohnungen ist der Rhythmus fester. Hier gehört die Kontrolle der Stoffbahnen in jeden Zimmerdurchgang, sichtbare Flecken werden sofort gemeldet. Im Rahmen der Hotelreinigung klären wir mit dem Betrieb, wer abnimmt, wer wäscht und wer wieder aufhängt. In Praxen gelten für Trennvorhänge die Vorgaben des Hygieneplans. Putzfirma Berlin richtet sich bei der Praxisreinigung danach.

Wer nicht selbst auf die Leiter steigen möchte, findet Unterstützung in unserer Wohnungsreinigung. Bei empfindlichen, sehr großen oder historischen Stoffen ist eine Textilreinigung die bessere Adresse.

Kurz beantwortet

Dürfen Stores tropfnass an die Schiene?

Ja, bei Polyester-Voile ist das sogar die beste Methode. Das Wasser zieht die Bahn nach unten und glättet die Falten. Legen Sie ein Handtuch unter, falls noch etwas tropft.

Warum bleiben weiße Stores grau?

Meist war die Trommel zu voll oder das Waschmittel nicht geeignet. Ein Waschmittel mit Aufheller, Einweichen und ein zweiter Waschgang helfen. Bei sehr alten Stoffen ist das Grau manchmal dauerhaft in der Faser.

Darf eine Verdunkelung in die Maschine?

Viele ja, im Schonprogramm bei 30 Grad und ohne starkes Schleudern. Schauen Sie aber immer auf das Etikett. Ist die Beschichtung bereits rissig, wird sie durch Waschen schlechter.

Welche Abstände sind sinnvoll?

In einer normalen Wohnung ein- bis zweimal im Jahr. An einer verkehrsreichen Straße oder im Raucherhaushalt eher häufiger. Zwischendurch absaugen verlängert die Abstände.

Müssen die Röllchen vorher ab?

Metallhaken ja, weil sie rosten können. Kunststoffröllchen dürfen dranbleiben, wenn sie fest sitzen. Ein Wäschenetz schützt dann Trommel und Stoff.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.