Symbolgrafik zum Beitrag „Recyclinghöfe in Berlin“ aus dem Thema Berlin & Stadtleben

Die BSR betreibt im Stadtgebiet eine Reihe von Recyclinghöfen, an denen Privathaushalte Abfälle abgeben können, die nicht in die Haustonnen gehören. Die Höfe sind über die Bezirke verteilt, unterscheiden sich aber im Angebot: Nicht jeder Standort nimmt jede Abfallart an, und Schadstoffe werden nur an bestimmten Höfen angenommen. Adressen, Öffnungszeiten und Gebühren nennt die BSR in ihren aktuellen Informationen. Wir beschränken uns hier auf das, was im Grundsatz gilt, und auf praktische Hinweise für die Anlieferung.

Welche Abfallarten angenommen werden

Grob lassen sich die Abfälle in Gruppen einteilen. Für viele davon gibt es an den Höfen eigene Container, in die Sie selbst einwerfen.

Abfallart Beispiele Hinweis
Möbel und Hausrat Schränke, Stühle, Matratzen, Teppiche für Privathaushalte in haushaltsüblichen Mengen, Details bei der BSR
Elektroaltgeräte Kühlschrank, Toaster, Laptop, Lampen nicht zerlegen, Akkus möglichst vorher entnehmen
Metall Fahrradrahmen, Töpfe, Wäscheständer sortenrein in den Metallcontainer
Holz Regalbretter, Paletten, Holzmöbel behandeltes und unbehandeltes Holz können getrennt erfasst werden
Grünabfall Äste, Rasenschnitt, Blätter ohne Blumentöpfe, Draht oder Plastiktüten
Papier, Pappe, Glas große Kartons, Flaschen Kartons flach falten
Schadstoffe Farben, Lacke, Lösemittel, Spraydosen, Chemikalien nur an Höfen mit Schadstoffannahme, in Originalgebinden
Bauabfälle Fliesen, Bauschutt, Gipskarton meist nur in kleinen Mengen und gegen Gebühr

Ein Hinweis zu Matratzen und Polstermöbeln: Sie werden angenommen, sollten aber trocken ankommen. Durchnässte Polster sind schwer, tropfen im Auto und werden an manchen Containern ungern gesehen, weil sie Schimmel mitbringen. Lagern Sie solche Stücke vor der Fahrt deshalb nicht im offenen Hof oder auf dem Balkon. Ähnliches gilt für Teppiche: aufrollen, mit Schnur zusammenbinden, dann lassen sie sich allein tragen und passen quer in den Kofferraum.

Kleinteile wie Kabel, Fernbedienungen oder Ladegeräte sammeln Sie am besten schon zuhause in einer Kiste. Einzeln verstreut im Auto gehen sie beim Ausladen gern verloren oder landen im falschen Container.

Für Gewerbetreibende gelten andere Regeln. Handwerksbetriebe und Reinigungsfirmen entsorgen ihre Abfälle in der Regel über Entsorgungsfachbetriebe und nicht über die Höfe für Privathaushalte.

Vor der Fahrt: sortieren spart Zeit

Der häufigste Grund für lange Aufenthalte ist ein Kofferraum, in dem alles durcheinander liegt. Wer vorher ordnet, fährt einmal im Kreis über den Hof und ist fertig.

  1. Abfälle nach Containern packen. Metall zu Metall, Holz zu Holz, Elektrogeräte zusammen. Kisten oder stabile Säcke helfen, die später wieder mitgenommen werden.
  2. Schadstoffe gesondert verstauen. Farbeimer und Chemikalien fest verschlossen, aufrecht und getrennt vom Rest transportieren, am besten in einer Wanne.
  3. Elektrogeräte vorbereiten. Batterien und herausnehmbare Akkus entnehmen und separat abgeben. Bei Laptops und Handys vorher persönliche Daten löschen.
  4. Glas und Spiegel sichern. Glasplatten in Decken einschlagen, damit beim Ausladen nichts bricht.
  5. Angaben der BSR prüfen. Ob der nächstgelegene Hof alle Ihre Abfallarten annimmt und ob Mengen über dem Freibetrag etwas kosten, vorher nachlesen.
  6. Ausweis oder Nachweis mitnehmen, falls die BSR einen Nachweis des Wohnsitzes verlangt.
Stolperfallen an der Annahme
  • Farbeimer mit Resten im Hausmüll entsorgen: Flüssige Farben und Lacke gehören zur Schadstoffannahme. Nur vollständig eingetrocknete Dispersionsfarbe darf in vielen Fällen in den Restmüll; die genaue Regel steht bei der BSR.
  • Asbesthaltige Platten ohne Kennzeichnung mitbringen: Alte Nachtspeicheröfen, Blumenkästen oder Fassadenplatten können Asbest enthalten und dürfen nicht einfach abgegeben werden.
  • Grünschnitt in Plastiksäcken einwerfen: Die Säcke müssen raus, sonst ist der Kompost verunreinigt.
  • Gasflaschen oder Feuerlöscher mitbringen: Sie werden an normalen Höfen meist nicht angenommen und müssen an Händler oder Fachbetriebe zurück.
  • Mit Anhänger voller Bauschutt anreisen: Größere Mengen gehören in einen Container.

Elektroaltgeräte: auch der Handel nimmt zurück

Für alte Elektrogeräte ist der Hof nicht der einzige Weg. Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz müssen größere Händler, die Elektrogeräte verkaufen, Altgeräte zurücknehmen. Kleine Geräte wie Rasierer, Wasserkocher oder Handys nehmen diese Händler in begrenzter Stückzahl auch ohne Neukauf an. Große Geräte wie Kühlschrank oder Waschmaschine werden in der Regel beim Kauf eines gleichwertigen Neugeräts mitgenommen, oft direkt bei der Lieferung. Welche Pflichten genau für welchen Händler gelten, hängt von dessen Verkaufsfläche ab; fragen Sie im Zweifel im Geschäft nach.

Für Sie heißt das: Wer ohnehin einen neuen Kühlschrank bestellt, spart sich mit der Rücknahme durch den Händler eine Fahrt. Wer nur einen defekten Toaster und zwei alte Ladekabel loswerden will, kann sie beim nächsten Einkauf in einem großen Elektro- oder Supermarkt abgeben, sofern dort eine Sammelbox steht.

Wichtig ist bei allen Wegen dasselbe: Geräte nicht aufbrechen, Kühlgeräte nicht umkippen und Kältemittelleitungen nicht beschädigen. Auslaufende Kältemittel und Öle belasten die Umwelt und machen die Verwertung schwieriger.

Nach der Fahrt: Auto und Kofferraum

Ein oft vergessener Punkt: Nach dem Transport von Gartenabfällen, Farbeimern oder staubigen Möbeln sieht der Kofferraum entsprechend aus. Legen Sie vorher eine alte Plane oder Malervlies aus. Erde und Blätter lassen sich dann einfach ausschütteln, und eingetrocknete Farbe landet nicht auf dem Teppich im Wagen. Für Chemikalien ist eine Kunststoffwanne ideal, damit bei einem umgekippten Gebinde nichts in die Polster zieht.

Putzmittelreste und Haushaltschemie

Gerade bei Umzügen und Kellerräumungen tauchen alte Flaschen mit Rohrreiniger, Chlorbleiche, Backofenspray oder Holzschutzmittel auf. Solche Reste sind Schadstoffe und gehören nicht in den Ausguss. Leere, restentleerte Verpackungen können dagegen meist in die Wertstofftonne. Ausführlich erklärt das unser Beitrag zu Resten von Putzmitteln. Wichtig beim Transport: Niemals Reste aus verschiedenen Flaschen zusammenschütten. Chlor und Säure bilden giftige Gase, wie im Beitrag Reinigungsmittel niemals mischen beschrieben.

Große Mengen und Gartenreste

Nach einem Gartenschnitt im Frühjahr oder beim Herbstputz am Grundstück kommen schnell viele Säcke zusammen. Für Äste und Rasenschnitt ist der Hof eine Alternative zur Biotonne, wenn diese nicht reicht. Wer regelmäßig viel Grünschnitt hat, etwa als Hausverwaltung mit großem Wohnhof, sollte die Entsorgung lieber in den Pflegevertrag aufnehmen. Unsere Gartenpflege umfasst auf Wunsch den Abtransport des Schnittguts.

Bei Renovierungen fällt oft eine Mischung aus Bauabfällen, Verpackungen und Staub an. Hier ist ein Container meist wirtschaftlicher als zehn Fahrten zum Hof. Nach dem Abtransport bleibt feiner Staub in jeder Ecke; diesen Teil übernimmt eine Baureinigung oder, bei Wohnungen vor dem Bezug, eine gründliche Umzugsreinigung.

So machen wir es bei Räumungen
  • In unseren Einsätzen legen wir schon beim Ausräumen drei Sammelstellen an: Möbel, Elektro, Schadstoffe. Das spart am Ende eine Sortierrunde.
  • Leere Kartons falten wir sofort flach und bündeln sie, damit sie im Treppenhaus nicht im Weg stehen.
  • Chemikalien aus Kellern fassen wir nur mit Handschuhen an und prüfen, ob die Gebinde dicht sind, bevor sie transportiert werden.
  • Wo der Kunde selbst zum Hof fährt, übergeben wir eine kurze Liste, was in welchen Container gehört.

Wann Fachbetriebe gefragt sind

Nicht alles ist ein Fall für den Recyclinghof. Verdacht auf Asbest, größere Mengen Altöl, Chemikalien aus einem aufgelösten Hobbylabor oder alte Druckgasbehälter verlangen Fachleute. Die Reinigung setzt dort erst an, wenn die Gefahrstoffe fachgerecht entfernt sind. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag über Asbestverdacht.

Für normale Räumungen gilt: Wer sortiert, informiert und rechtzeitig plant, braucht meist nur eine oder zwei Fahrten. Den Rest, also das Reinigen der leeren Räume, kann Putzfirma Berlin übernehmen.

Häufige Fragen

Muss ich für die Abgabe am Hof bezahlen?

Viele Abfallarten aus Privathaushalten werden in haushaltsüblichen Mengen ohne Gebühr angenommen. Für einige Arten und größere Mengen fallen Kosten an. Was aktuell gilt, veröffentlicht die BSR.

Nimmt jeder Hof auch Farben und Chemikalien an?

Nein. Schadstoffe werden nur an bestimmten Standorten angenommen. Prüfen Sie vor der Fahrt in den Angaben der BSR, welcher Hof eine Schadstoffannahme hat.

Darf ich als Firma am Hof anliefern?

Die Höfe sind in erster Linie für Privathaushalte gedacht. Gewerbliche Abfälle werden, wenn überhaupt, nach eigenen Regeln und gegen Entgelt angenommen. Betriebe nutzen deshalb meist einen Entsorgungsfachbetrieb.

Was mache ich mit Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren?

Sie enthalten geringe Mengen Quecksilber und gehören nicht in den Hausmüll. Abgeben können Sie sie an Recyclinghöfen und bei vielen Händlern mit Rücknahmestelle. Bitte unbeschädigt transportieren.

Kann ich am Hof auch Gebrauchtes mitnehmen?

An manchen Standorten gibt es Angebote zum Weitergeben gut erhaltener Gegenstände. Ob und wo das möglich ist, steht bei der BSR. Für Möbel sind Verschenkplattformen und Gebrauchtwarenhäuser oft die bessere Adresse.

Über diesen Beitrag

Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.