
Zu vielen Berliner Mietwohnungen gehört ein Kellerverschlag, in manchen Altbauten auch ein Abteil auf dem Dachboden. Diese Räume sind häufig im Mietvertrag mitvermietet und müssen beim Auszug ebenso geräumt zurückgegeben werden wie die Wohnung selbst. Wer das vergisst, riskiert, dass der Vermieter Räumung und Entsorgung auf Kosten des Mieters veranlasst. Und: Ein halbvoller Verschlag ist bei der Abnahme ein denkbar schlechter Einstieg.
Anders als in der Wohnung kommen hier besondere Bedingungen dazu: schlechtes Licht, enge Gänge, Staub, manchmal Feuchtigkeit und Schimmel, dazu Gegenstände, die seit Jahren niemand angefasst hat.
Zuerst klären: was gehört Ihnen, was dem Haus?
Bevor Sie den ersten Karton hinaustragen, lohnt ein Blick in den Mietvertrag. Welches Abteil ist Ihnen zugewiesen, welche Nummer trägt es? In älteren Häusern sind die Verschläge nicht immer beschriftet; im Zweifel fragen Sie die Hausverwaltung. Gemeinschaftsflächen wie Trockenböden, Fahrradräume oder Gänge gehören nicht zu Ihrem Bereich – dort dürfen Sie aber auch nichts zurücklassen.
Achten Sie auf Gegenstände, die schon beim Einzug da waren. Alte Kohlenkisten, ein Regal des Vormieters, Holzbretter: Was nachweislich übernommen wurde, müssen Sie nicht unbedingt entsorgen. Ohne Nachweis wird es schwierig. Fotos helfen, wie im Beitrag Fotos zur Wohnungsübergabe beschrieben. Diese Hinweise geben die übliche Praxis wieder und ersetzen keine Rechtsberatung.
Sortieren in vier Stapel
Die eigentliche Arbeit ist das Sortieren. Bewährt hat sich ein festes System direkt vor dem Abteil oder im Hof, falls die Hausordnung das erlaubt:
- Mitnehmen – kommt in beschriftete Kartons, Aufschrift „Keller“ oder „Boden“, damit am neuen Ort gleich klar ist, wohin sie gehören.
- Verschenken oder verkaufen – Möbel, Werkzeug, Fahrräder, Sportgeräte. Nachbarschaftsportale und Zu-verschenken-Aktionen funktionieren in Berlin gut, brauchen aber Vorlauf.
- Entsorgen – getrennt nach Sperrmüll, Elektroschrott, Holz, Metall, Schadstoffen.
- Unklar – ein Stapel für Dinge, bei denen Sie Rücksprache halten müssen, etwa mit Familienmitgliedern.
Planen Sie für ein normal gefülltes Abteil einen halben bis ganzen Tag ein, bei jahrzehntelang genutzten Räumen deutlich mehr.
Entsorgen in Berlin: die richtigen Wege
| Material | Weg in Berlin | Hinweis |
|---|---|---|
| Möbel, Matratzen, Teppiche | Sperrmüllabholung der BSR oder Recyclinghof | Abholung frühzeitig anmelden |
| Elektrogeräte | Recyclinghof, teils Rücknahme im Handel | nicht in den Hausmüll |
| Farben, Lacke, Lösungsmittel | Schadstoffannahme der BSR | nur in Originalgebinden abgeben |
| Altholz, Bretter | Recyclinghof | behandeltes Holz getrennt halten |
| Metall, Fahrräder | Recyclinghof oder Schrotthandel | – |
| Kartons, Papier | Papiertonne oder Recyclinghof | große Mengen nicht in die Hoftonne |
| Batterien, Leuchtmittel | Sammelbox im Handel, Recyclinghof | – |
Details zu Terminen und Annahmebedingungen finden Sie im Beitrag zu BSR-Sperrmüll. Stellen Sie Sperrmüll nicht unangemeldet auf den Gehweg oder in den Hof. Das sorgt für Ärger mit Nachbarn und Hausverwaltung und kann ein Bußgeld nach sich ziehen.
Werkzeug und Kleidung für den Einsatz
Nebenräume verlangen andere Ausrüstung als die Wohnung. Bewährt haben sich:
- robuste Arbeitshandschuhe für das Tragen, Einweghandschuhe für das Putzen,
- Kleidung, die schmutzig werden darf, und feste Schuhe – auf Dachböden liegen gern Nägel und Holzsplitter,
- reißfeste Müllsäcke und einige stabile Kartons,
- ein Besen mit weichen und einer mit harten Borsten, Kehrblech, Eimer, Wischtuch,
- ein Staubsauger mit gutem Filter oder ein Nass-Trocken-Sauger, falls Steckdosen vorhanden sind,
- eine Sackkarre für schwere Kisten auf ebenen Wegen.
Nach dem Ausräumen: der Putzdurchgang
Ein leeres Abteil ist noch kein sauberes. Die Reinigung erfolgt in dieser Reihenfolge:
- Licht schaffen. Eine Baustellenlampe oder starke Akkuleuchte mitbringen; die Kellerbeleuchtung reicht selten.
- Spinnweben entfernen, von der Decke an abwärts, mit einem Besen mit langem Stiel oder Teleskopstange.
- Regale und Latten abbürsten, dann feucht abwischen, wenn es Holzregale des Hauses sind.
- Boden fegen. Bei viel feinem Staub den Boden vorher leicht mit Wasser besprühen, damit nichts aufwirbelt.
- Nass wischen, wenn der Boden das verträgt – bei gestrichenem Beton oder Fliesen ja, bei offenem Estrich nur nebelfeucht.
- Lüften, sofern ein Kellerfenster vorhanden ist, und die Tür bis zum Trocknen offen lassen.
Auf dem Dachboden kommt hinzu, dass sich unter den Dachschrägen und hinter Balken viel Taubenfedern, Laub oder Dämmstofffasern ansammeln können. Hier ist Vorsicht geboten.
- Mäusekot oder Taubenkot nicht trocken zusammenfegen. Stellen vorher anfeuchten, mit Einweghandschuhen und einer gut sitzenden Atemschutzmaske (FFP2 oder höher) arbeiten und den Kot mit feuchten Tüchern aufnehmen. Bei größeren Mengen Taubenkot ist eine Taubenkotentfernung durch Fachleute sinnvoll.
- Alte Dämmstoffe, Platten, Bodenbeläge in Häusern aus der Mitte des 20. Jahrhunderts können Schadstoffe enthalten. Nicht brechen, nicht schleifen. Mehr dazu unter Asbestverdacht bei der Reinigung.
- Schimmel auf Kartons und Möbeln nicht in der Wohnung ausklopfen. Befallenes Material draußen in Säcke packen und entsorgen.
Feuchte Untergeschosse: was Sie sehen und was es bedeutet
In vielen Berliner Altbauten, besonders in Lagen mit hohem Grundwasser nahe Spree und Kanälen, sind Keller feucht. Salzausblühungen an den Wänden, muffiger Geruch und Stockflecken an Kartons sind typische Zeichen. Für die Rückgabe gilt: Sie müssen den Raum geräumt und gereinigt zurückgeben, aber die Bausubstanz nicht trockenlegen. Hintergründe erklärt der Beitrag Feuchte Keller an Spree und Kanal.
Wenn der Verschlag nach einem Wasserschaden gelitten hat
Stand der Kellerraum irgendwann unter Wasser, finden sich oft aufgequollene Kartons, rostige Metallregale und ein Film aus Schlamm auf dem Boden. Nasse Pappe und Textilien sollten Sie nicht mehr aufbewahren, sondern zügig entsorgen, bevor sich Schimmel bildet. Den Boden reinigen Sie mit reichlich Wasser und einem Schieber, danach muss der Raum gut austrocknen. Melden Sie einen solchen Schaden der Hausverwaltung, falls das nicht schon geschehen ist – die Ursache liegt meist im Gebäude, nicht bei Ihnen.
Typische Fehler beim Räumen
- Vorhängeschloss abnehmen oder Schlüssel dafür übergeben.
- Fahrräder aus dem gemeinsamen Fahrradraum mitnehmen – auch das alte mit dem platten Reifen.
- Gegenstände hinter und unter Regalen, auf Balken oder in Nischen.
- Kellerschlüssel und ggf. Dachbodenschlüssel bei der Übergabe mitzählen.
- Leere Farbeimer nicht einfach neben die Mülltonne stellen.
Was unsere Teams dabei erleben
Bei Umzügen sprengen Nebenräume nach unserer Beobachtung den Zeitplan am häufigsten sprengen. Das Räumen selbst dauert oft länger als die anschließende Reinigung, weil jeder Karton geöffnet und sortiert werden muss. Hilfreich ist deshalb, Keller und Dachboden bereits drei bis vier Wochen vor dem Auszug in Angriff zu nehmen – der Umzugsplan mit Reinigungsschritten zeigt, wie sich das einordnen lässt.
Wenn Sie Hilfe brauchen, trennen wir klar: Die besenreine Reinigung des leeren Abteils übernehmen wir im Rahmen einer Umzugsreinigung. Für Transport- und Kleinarbeiten rund ums Haus kommt unser Hausmeisterservice in Frage. Bei stark befallenen, schimmeligen Räumen ist eine Schimmelentfernung der richtige Weg.
Legen Sie beim Räumen eine große Plane oder alte Decke im Gang aus. Darauf sortieren Sie, ohne dass sich Staub im ganzen Keller verteilt. Am Ende wird die Plane zusammengefaltet und draußen ausgeschüttelt – der Gang bleibt sauber, und die Nachbarn freuen sich.
Häufige Fragen
Muss ich den Verschlag beim Auszug fegen?
Ja, in der Regel sollte das Abteil geräumt und besenrein sein. Eine Nassreinigung ist nicht zwingend, sorgt aber für einen guten Eindruck, wenn der Boden sie verträgt.
Was passiert mit Sachen, die ich zurücklasse?
Der Vermieter kann Sie zur Räumung auffordern und nach fruchtlosem Ablauf auf Ihre Kosten räumen und entsorgen lassen. Genauere Voraussetzungen hängen vom Einzelfall ab. Besser ist es, alles rechtzeitig selbst zu erledigen.
Darf ich Sperrmüll im Hof sammeln, bis die Abholung kommt?
Nur mit Zustimmung der Hausverwaltung und in Absprache mit den Nachbarn. Ohne Erlaubnis kann das Ärger und Kosten verursachen. Planen Sie die Abholung so, dass die Sachen möglichst kurz draußen stehen.
Brauche ich eine Maske beim Räumen?
Bei normalem Staub reicht gutes Lüften. Bei Mäuse- oder Taubenkot, Schimmel oder unbekannten Dämmstoffen ist eine Atemschutzmaske der Schutzstufe FFP2 oder höher sinnvoll, dazu Handschuhe und langärmelige Kleidung.
Wer räumt gemeinsam genutzte Speicherflächen?
Gemeinschaftsflächen werden nicht vom einzelnen Mieter geräumt. Ihre eigenen Sachen, die dort stehen, müssen Sie aber mitnehmen. Für Ordnung und Brandschutz auf dem Dachboden ist die Hausverwaltung zuständig – mehr dazu unter Dachboden: Brandschutz und Ordnung.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.



