
In einem klassischen Büro kennt man sich. Wer die Kaffeetasse stehen lässt, wird am nächsten Tag darauf angesprochen. Im Coworking-Space ist das anders: Freelancer, kleine Start-ups, Remote-Teams großer Firmen und Tagesgäste teilen sich dieselbe Küche. Viele sehen sich nur flüchtig, manche nur einmal. Das Gefühl gemeinsamer Verantwortung ist schwächer, und genau deshalb braucht es klare Strukturen.
Für Betreiberinnen und Betreiber ist Sauberkeit dabei kein Nebenthema. Sie ist Teil des Produkts. Wer für einen Arbeitsplatz zahlt, erwartet eine gepflegte Umgebung, und schlechte Bewertungen wegen einer verdreckten Küche sprechen sich schnell herum. In Berlin, wo es in Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte oder Prenzlauer Berg ein großes Angebot an solchen Arbeitsorten gibt, ist das ein echter Wettbewerbsfaktor.
Warum geteilte Räume schneller verschmutzen
Drei Faktoren machen offene Arbeitswelten besonders anspruchsvoll:
Hohe und schwankende Belegung. An manchen Tagen sind alle Plätze belegt, an anderen nur ein Drittel. Der Verschmutzungsgrad schwankt entsprechend stark, und ein starrer Reinigungsplan passt nie ganz.
Lange Öffnungszeiten. Viele Spaces sind früh morgens bis spät abends oder sogar rund um die Uhr zugänglich. Es gibt kein klares Zeitfenster, in dem die Räume leer sind.
Gemischte Nutzung. Tagsüber wird gearbeitet, abends finden Events, Workshops oder Networking-Treffen statt. Danach sieht die Lounge oft aus wie nach einer Party.
Dazu kommt der bekannte Effekt, dass Menschen in fremden Räumen weniger Rücksicht nehmen als in den eigenen. Umso wichtiger ist es, dass der Ausgangszustand stimmt und Regeln einfach zu befolgen sind.
Hausregeln, die funktionieren
Gute Hausregeln sind kurz, gut sichtbar und erklären das Warum. Sie gehören in die Willkommensunterlagen, an die Küchenwand und in die Community-App, falls es eine gibt. Diese Punkte haben sich bewährt:
- Geschirr nach Gebrauch direkt in die Spülmaschine, nicht in die Spüle.
- Alles im Kühlschrank trägt Namen und Datum, am Freitagnachmittag räumt das Community-Team auf.
- Besprechungsräume so verlassen, wie man sie vorgefunden hat: Tisch frei, Stühle an den Tisch, Whiteboard gewischt.
- Telefonboxen nach Nutzung kurz lüften, Müll mitnehmen.
- Keine Speisen mit starkem Geruch am offenen Arbeitsplatz.
- Verschüttetes sofort aufnehmen; Tücher liegen in der Küche bereit.
Mehr als sechs bis acht Regeln behält niemand. Verzichten Sie auf ironische oder belehrende Schilder. Eine freundliche, klare Sprache wirkt besser. Wie man Menschen allgemein für Ordnung gewinnt, beschreibt der Beitrag Team an Sauberkeit beteiligen.
Zonen und Reinigungsrhythmus
Nicht alle Bereiche brauchen dieselbe Aufmerksamkeit. Die folgende Übersicht dient als Orientierung für einen Space mittlerer Größe:
| Zone | Belastung | Empfohlener Turnus | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Küche und Kaffeebar | sehr hoch | täglich, bei Vollbelegung Zwischenrunde mittags | Kaffeemaschine und Kühlschrank eigene Pläne |
| Sanitärräume | sehr hoch | täglich, Verbrauchsmaterial zweimal prüfen | Spender mit Reserve wählen |
| Open Space (Hot Desks) | hoch | täglich Tischflächen, Böden | nur freie Tische wischen |
| Feste Plätze (Fix Desks) | mittel | 2–3 Mal pro Woche | persönliche Dinge nicht bewegen |
| Besprechungsräume | wechselnd | täglich, nach Events zusätzlich | Whiteboards und Technik außen |
| Telefonboxen | mittel | täglich Kontaktflächen | Polster regelmäßig absaugen |
| Lounge und Eventfläche | stark schwankend | täglich plus nach jedem Event | Polstermöbel nach Bedarf reinigen |
| Eingang und Empfang | hoch | täglich | Matten, Glastür, Tresen |
Die Zwischenrunde in der Küche ist in vielen Spaces der entscheidende Hebel. Eine halbe Stunde zur Mittagszeit verhindert, dass die Küche am Nachmittag unbenutzbar wird. Wie sich Reinigung bei laufendem Betrieb mit wenig Störung umsetzen lässt, erklärt der Beitrag über leises Reinigen im Großraum.
Schritt für Schritt zu einem fairen System
- Verantwortung klar trennen. Was erledigen Mitglieder selbst, was das Community-Team, was die Reinigungsfirma? Schreiben Sie es auf und machen Sie es bekannt.
- Ausstattung vorausdenken. Eine zweite Spülmaschine kann in einem vollen Space mehr bewirken als jede Regel. Genügend Mülleimer mit klarer Trennung und gut erreichbare Reinigungstücher gehören dazu.
- Kühlschrank und Kaffeebereich eigens regeln. Feste Leerungstage und klare Beschriftung verhindern Chaos. Details stehen im Artikel über Regeln für den Kühlschrank im Büro und im Text zum Kaffeevollautomaten.
- Eventreinigung einplanen. Nach Abendveranstaltungen sollte die Fläche bis zum nächsten Morgen wieder nutzbar sein. Das gehört in die Kalkulation jedes Events.
- Feedback einfach machen. Ein QR-Code in Küche und Toiletten, über den Mitglieder Probleme melden können, sorgt für schnelle Reaktion.
- Regelmäßig nachsteuern. Belegung und Nutzung ändern sich. Prüfen Sie den Reinigungsplan alle paar Monate.
Material und Einrichtung, die Pflege erleichtern
Schon bei der Einrichtung eines Spaces lässt sich viel für die spätere Pflege tun. Oberflächen aus Holz mit offener Ölung sehen gemütlich aus, nehmen aber Kaffee und Fett schnell auf. Versiegelte oder lackierte Tischplatten, abwaschbare Bezüge an Loungemöbeln und fugenarme Böden in der Küche sparen im Alltag viel Zeit. Stühle und Hocker auf Rollen oder mit Filzgleitern lassen sich zum Wischen leicht beiseiteschieben.
Auch die Anordnung zählt. Mülleimer gehören dorthin, wo Abfall entsteht: an die Kaffeebar, in jeden Besprechungsraum, an den Ausgang der Lounge. Offene Regale mit Deko sammeln Staub und werden bei der Reinigung oft ausgespart, weil niemand die Gegenstände verschieben möchte. Weniger ist hier mehr. Und wer Telefonboxen mit Stoffpolstern ausstattet, sollte einplanen, dass diese regelmäßig abgesaugt und gelegentlich gereinigt werden müssen, damit sich keine Gerüche festsetzen.
Planen Sie außerdem einen eigenen, abschließbaren Raum für Reinigungsgeräte und Verbrauchsmaterial ein. Ohne festen Lagerplatz stehen Eimer und Kartons irgendwo im Weg, und das Nachfüllen wird zur Suche. Wie man den Bedarf an Seife und Papier sauber kalkuliert, zeigt der Beitrag über das Planen von Verbrauchsmaterial.
Kosten fair verteilen
Die Reinigung ist in der Regel im Mitgliedsbeitrag enthalten. Bei größeren privaten Büros innerhalb des Spaces oder bei Sonderwünschen einzelner Mieter kann es sinnvoll sein, Zusatzleistungen separat abzurechnen. Transparenz hilft hier: Wenn alle wissen, was im Preis enthalten ist, entsteht weniger Unmut. Für Events empfiehlt sich eine Reinigungspauschale, die in die Raummiete eingerechnet wird. Das wirkt fair gegenüber den regulären Mitgliedern, die nicht für die Aufräumarbeiten nach einer Firmenfeier mitbezahlen.
- Nur abends reinigen. Bei langen Öffnungszeiten reicht ein Einsatz pro Tag oft nicht. Zwischenrunden einplanen.
- Persönliche Gegenstände bewegen. Auf festen Plätzen darf nichts verschoben werden. Das muss in der Einweisung der Kräfte klar sein.
- Zu viele Regeln, zu wenig Ausstattung. Wer Mülltrennung verlangt, muss sie leicht machen.
- Events ohne Nachreinigung. Wer nach einer Abendveranstaltung auf die reguläre Reinigung hofft, hat am nächsten Morgen unzufriedene Mitglieder.
- Kein Ansprechpartner. Mitglieder müssen wissen, wem sie Probleme melden. Sonst wird geschwiegen – bis zur Kündigung.
Aus unseren Einsätzen in geteilten Büros
In unseren Einsätzen in solchen Arbeitsorten zeigt sich, dass die Küche über die Zufriedenheit entscheidet. Ein sauberer Boden im Open Space fällt kaum auf, ein voller Spülbecken dagegen sofort. Wir setzen deshalb Schwerpunkte dort, wo Mitglieder am meisten merken.
Ein häufiger Fall: Besprechungsräume werden stündlich gebucht, aber nur einmal täglich gereinigt. Am Nachmittag finden Gäste Kaffeeflecken und leere Flaschen vor. Hier helfen einfache Maßnahmen wie ein kleiner Mülleimer und Tücher in jedem Raum und eine kurze Übergaberegel für Nutzende. Mehr Ideen liefert der Beitrag Meetingräume sauber übergeben.
Bei Putzfirma Berlin arbeiten wir in solchen Objekten gern mit einem flexiblen Grundplan und kurzfristig abrufbaren Zusatzeinsätzen, etwa nach Events. Solche Einsätze fahren wir stadtweit, etwa für Spaces in Kreuzberg oder im Prenzlauer Berg.
Wann ein spezialisierter Dienstleister sinnvoll ist
Kleine Spaces mit wenigen Plätzen kommen manchmal mit einer einfachen Büroreinigung aus. Sobald aber lange Öffnungszeiten, Events oder mehrere Etagen hinzukommen, lohnt ein Anbieter, der sich auf flexible Arbeitswelten eingestellt hat. Unsere Coworking-Reinigung umfasst Tagesrunden, Eventnachbereitung und die Betreuung von Verbrauchsmaterial. Für angeschlossene private Büros lässt sich eine klassische Büroreinigung ergänzen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte die Küche in einem geteilten Büro gereinigt werden?
Mindestens täglich, bei hoher Belegung zusätzlich mittags. Die Küche ist der Bereich, den Mitglieder am stärksten wahrnehmen, und hier lohnt sich zusätzlicher Aufwand am meisten.
Wer räumt den Kühlschrank aus?
Am besten gibt es einen festen Leerungstag, an dem das Community-Team unbeschriftete oder abgelaufene Lebensmittel entsorgt. Die Reinigungskräfte wischen danach innen aus.
Dürfen Reinigungskräfte Sachen auf festen Plätzen bewegen?
In der Regel nicht. Fix Desks werden nur gereinigt, soweit die Flächen frei sind. Das sollte in den Hausregeln und im Leistungsverzeichnis stehen.
Wie gehe ich mit Mitgliedern um, die Regeln ignorieren?
Freundlich und direkt ansprechen, idealerweise durch das Community-Team. Wiederholte Verstöße können im Mitgliedsvertrag geregelt werden.
Lohnt sich eine Reinigung tagsüber?
Bei langen Öffnungszeiten oft ja, zumindest für Küche, Sanitärräume und Kontaktflächen. Leise Geräte und eine gute Abstimmung mit dem Community-Team sind dabei wichtig.
Über diesen Beitrag
Geschrieben aus der täglichen Praxis unserer Reinigungsteams in Berlin. Hinweise zu Recht, Steuern oder Gesundheit geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine persönliche Beratung durch eine Fachstelle.




